Ein 57 Jahre alter Radfahrer ist am Dienstagabend am Illerradweg bei Neu-Ulm Opfer eines mutmaßlichen Tötungsdelikts geworden. Nach Angaben der Ermittler wurde der Mann von einem 26-Jährigen attackiert, in die Iller gestoßen und mit einem Messer verletzt. Wenig später sprang der mutmaßliche Täter vor eintreffenden Polizeibeamten von einer Brücke und starb noch am Einsatzort. Viele Fragen zum Motiv der Tat sind weiterhin ungeklärt.
Neu-Ulm, 7. Mai 2026 – Der Angriff kam offenbar ohne jede Vorwarnung. Ein Radfahrer fährt am Abend entlang der Iller, wenige Minuten später kämpft er schwer verletzt um sein Leben. Was sich am Dienstag im Bereich des Illerholzwegs zwischen Neu-Ulm und Ulm ereignet hat, beschäftigt seitdem Ermittler in Bayern und Baden-Württemberg gleichermaßen.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll ein 26-jähriger Mann einen 57 Jahre alten Radfahrer unvermittelt angegriffen haben. Der Vorfall ereignete sich am frühen Abend auf einem stark frequentierten Abschnitt des Illerradwegs. Die Strecke gilt in der Region als beliebter Weg für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer – ein Ort, an dem schwere Gewaltverbrechen bislang kaum eine Rolle spielten.
Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der Angriff gezielt und mit erheblicher Gewalt ausgeführt wurde. Der 57-Jährige wurde nach bisherigen Erkenntnissen zunächst vom Fahrrad gestoßen und fiel in die Iller. Anschließend soll der Angreifer den Kopf des Mannes unter Wasser gedrückt haben. Darüber hinaus soll der Täter mit einem Messer auf den Radfahrer eingestochen haben.
Der Mann erlitt schwere Verletzungen. Dass die Situation nicht noch dramatischer endete, könnte mehreren Passanten zu verdanken sein. Zeugen wurden auf die Auseinandersetzung aufmerksam und sprachen den Angreifer an. Erst dadurch ließ dieser nach Angaben der Ermittler von seinem Opfer ab und flüchtete.
Schwer verletzter Radfahrer in Klinik gebracht
Rettungskräfte versorgten den 57-Jährigen noch am Tatort und brachten ihn anschließend in ein Krankenhaus. Offizielle Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Klar ist bislang nur, dass der Mann bei dem Angriff schwere Verletzungen erlitt.
Die Kriminalpolizei Neu-Ulm übernahm gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Memmingen die Ermittlungen. Bereits kurz nach Eingang des Notrufs wurde eine groß angelegte Fahndung eingeleitet. Weil sich der Tatort unmittelbar an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg befindet, waren Einsatzkräfte beider Länder beteiligt.
Polizeifahrzeuge sicherten den Bereich rund um den Illerradweg, hinzu kamen Streifen in angrenzenden Straßen sowie an mehreren Brücken und Zufahrten. Die Ermittler versuchten in den ersten Stunden vor allem, die Fluchtrichtung des Verdächtigen nachzuvollziehen.
Fahndung endet an Brücke bei Neu-Ulm
Wenig später entdeckten Polizeibeamte den mutmaßlichen Täter im Bereich einer Brücke nahe der Bundesstraßen B28 und B30. Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die Einsatzkräfte den Mann dort kontrollieren und festnehmen.
Dazu kam es jedoch nicht mehr.
Nach Angaben der Ermittler sprang der 26-Jährige plötzlich von der Brücke in die Tiefe. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.
Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen tschechischen Staatsangehörigen. Weitere Angaben zur Person machten die Behörden bislang nicht. Auch mögliche Hintergründe oder frühere Auffälligkeiten des Mannes wurden zunächst nicht öffentlich thematisiert.
Ermittler suchen nach Motiv der Gewalttat
Warum der 26-Jährige den Radfahrer angriff, ist weiterhin offen. Hinweise auf eine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer gibt es bislang nicht. Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen die Behörden vielmehr davon aus, dass sich beide Männer vor der Tat nicht kannten.
Gerade dieser Umstand macht den Fall aus Sicht der Ermittler besonders schwer nachvollziehbar. Sollte sich bestätigen, dass Opfer und Täter zufällig aufeinandertrafen, würde vieles für eine spontane Gewalttat sprechen. Offizielle Festlegungen dazu vermeiden die Behörden bislang allerdings bewusst.
Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf mehrere Fragen: Wie entwickelte sich die Situation unmittelbar vor dem Angriff? Gab es einen kurzen Streit oder eine andere Form der Eskalation? Und warum entschied sich der mutmaßliche Täter kurz darauf für den Sprung von der Brücke?
Antworten darauf erhoffen sich die Ermittler vor allem von Zeugen.
Zeugen und mögliche Videoaufnahmen im Fokus
Die Polizei bittet weiterhin Menschen, die sich am Dienstagabend im Bereich des Illerradwegs aufgehalten haben, um Hinweise. Besonders wichtig könnten Beobachtungen entlang der Fluchtstrecke sowie mögliche Videoaufnahmen sein.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wird geprüft, ob in der Umgebung Kameras installiert sind, die Bewegungen des Verdächtigen festgehalten haben könnten. Dazu zählen unter anderem Verkehrs- oder Überwachungskameras im Bereich größerer Straßenverbindungen.
Auch Autofahrer mit Dashcams könnten unbeabsichtigt relevante Aufnahmen gemacht haben. Die Auswertung solcher Bilder gehört inzwischen regelmäßig zu den ersten Maßnahmen bei schweren Gewaltverbrechen.
Illerradweg gilt eigentlich als ruhige Strecke
Die Tat sorgt in der Region für erhebliche Aufmerksamkeit. Der Illerradweg wird täglich von zahlreichen Menschen genutzt und gilt eigentlich als vergleichsweise ruhige Verbindung zwischen Ulm und Neu-Ulm. Entsprechend groß ist die Verunsicherung vieler Anwohner und regelmäßiger Nutzer der Strecke.
Mehrere Zeugen beschrieben den Polizeieinsatz am Abend als ungewöhnlich groß. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge waren im Bereich der Iller unterwegs, hinzu kamen Rettungswagen und Kräfte zur Spurensicherung. Teilweise wurden Straßen und Zugänge rund um die Brücke abgesperrt.
Für Passanten blieb die Lage zunächst unübersichtlich. Erst nach und nach bestätigten die Behörden die wesentlichen Informationen zum Angriff auf den Radfahrer und zum Tod des mutmaßlichen Täters.
Ermittlungen nach mutmaßlichem Tötungsdelikt
Die Staatsanwaltschaft Memmingen stuft die Tat nach bisherigem Stand als versuchtes Tötungsdelikt ein. Maßgeblich dafür sind offenbar die Schwere des Angriffs sowie die Kombination aus körperlicher Gewalt, dem Unterdrücken des Kopfes unter Wasser und dem Einsatz eines Messers.
Die Ermittlungen dürften sich dennoch über längere Zeit hinziehen. Zwar ist der mutmaßliche Täter tot, doch müssen die Behörden den gesamten Ablauf lückenlos rekonstruieren. Dazu gehören Spurenauswertungen, rechtsmedizinische Untersuchungen und die Befragung möglicher Zeugen.
Vor allem die Minuten unmittelbar vor dem Angriff stehen dabei im Mittelpunkt. Ermittler wollen herausfinden, ob es vor der Tat irgendeine Form von Kommunikation oder Kontakt zwischen den beiden Männern gab.
Viele offene Fragen nach Gewalttat in Neu-Ulm
Der Fall wirft derzeit mehr Fragen auf, als beantwortet werden können. Unklar bleibt insbesondere, weshalb der mutmaßliche Täter den Radfahrer attackierte und weshalb die Situation innerhalb kurzer Zeit derart eskalierte.
Auch der tödliche Sprung von der Brücke dürfte für die Ermittler eine zentrale Rolle spielen. Solche Situationen erschweren die Aufklärung häufig erheblich, weil mögliche Aussagen des Verdächtigen fehlen und Motive nur indirekt rekonstruiert werden können.
Hinweise auf weitere Beteiligte liegen nach bisherigen Erkenntnissen nicht vor. Die Polizei betonte zudem, dass zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung bestanden hätten.
Für viele Menschen in Neu-Ulm bleibt die Tat dennoch verstörend. Ein alltäglicher Weg entlang der Iller wurde innerhalb weniger Minuten zum Schauplatz eines schweren Gewaltverbrechens – mit einem schwer verletzten Radfahrer und einem toten mutmaßlichen Täter.
Spurensuche wird weiter andauern
Die Ermittler arbeiten inzwischen daran, die Ereignisse des Abends möglichst exakt nachzuzeichnen. Neben der Spurensicherung am Tatort spielt dabei die zeitliche Rekonstruktion der Bewegungen des mutmaßlichen Täters eine entscheidende Rolle.
Bislang halten sich Polizei und Staatsanwaltschaft mit Details zurück. Viele Informationen werden erst veröffentlicht werden können, wenn Zeugen vernommen, Spuren ausgewertet und die rechtsmedizinischen Untersuchungen abgeschlossen sind.
Fest steht bisher nur: Ein 57-jähriger Radfahrer überlebte einen massiven Angriff am Illerradweg bei Neu-Ulm schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter starb kurze Zeit später nach einem Sprung von einer Brücke. Die Hintergründe dieser Gewalttat liegen weiterhin weitgehend im Dunkeln.





















