
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist eine der großen Volksparteien der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und versteht sich als christlich-soziale, liberale und konservative Partei. Die CDU ist bundesweit aktiv, mit Ausnahme Bayerns, wo sie traditionell mit der CSU zusammenarbeitet.
Die CDU entstand 1945 in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ziel war es, politische Kräfte aus dem christlichen, bürgerlichen und konservativen Spektrum in einer überkonfessionellen Partei zu bündeln. Anders als frühere Parteien des Kaiserreichs oder der Weimarer Republik richtete sich die CDU bewusst an Katholiken und Protestanten gleichermaßen.
In den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik prägte die CDU maßgeblich die politische Entwicklung Westdeutschlands. Unter Bundeskanzler Konrad Adenauer setzte sie auf Westbindung, europäische Integration und den Wiederaufbau der Wirtschaft. Die Partei stellte über viele Jahre hinweg den Bundeskanzler und war prägend für das politische System der jungen Demokratie.
Das Grundverständnis der CDU basiert auf dem Leitbild des christlichen Menschenbildes, das Verantwortung, Freiheit und Solidarität miteinander verbindet. Programmtisch positioniert sich die Partei in der politischen Mitte mit konservativen, wirtschaftsliberalen und sozialpolitischen Elementen.
Zentrale Werte sind die Achtung der Menschenwürde, die soziale Marktwirtschaft, die Bedeutung von Familie und gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie ein starkes Bekenntnis zu Europa. Die CDU sieht sich als staatstragende Partei mit dem Anspruch, unterschiedliche gesellschaftliche Interessen auszugleichen.
Die CDU ist föderal organisiert. Sie gliedert sich in Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsverbände. Höchstes Beschlussgremium ist der Bundesparteitag, auf dem Programme verabschiedet und Parteiführungen gewählt werden. An der Spitze der Partei steht der Bundesvorsitzende.
Eng mit der CDU verbunden sind verschiedene Vereinigungen, darunter die Junge Union, die Frauen Union, die Mittelstands- und Wirtschaftsunion sowie Arbeitnehmervertretungen. Diese Organisationen bringen unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven in die Parteiarbeit ein.
Die CDU gehört seit Gründung der Bundesrepublik zu den prägenden Kräften im Parteiensystem. Sie war sowohl in Regierungsverantwortung als auch in der Opposition tätig und stellte mehrfach den Bundeskanzler. Besonders lange prägte die Partei die deutsche Politik in den Jahren 2005 bis 2021.
Auf Landes- und kommunaler Ebene ist die CDU in nahezu allen Parlamenten vertreten. Sie wirkt dort an Gesetzgebung, Verwaltung und politischen Entscheidungsprozessen mit. In vielen Bundesländern ist sie regelmäßig an Regierungskoalitionen beteiligt.
In der Wirtschafts- und Finanzpolitik setzt die CDU traditionell auf die soziale Marktwirtschaft, unternehmerische Freiheit und solide Staatsfinanzen. Sozialpolitisch bekennt sie sich zu sozialer Absicherung, Eigenverantwortung und dem Prinzip der Leistungsgerechtigkeit.
In der Innen- und Sicherheitspolitik betont die Partei die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit, innerer Sicherheit und staatlicher Ordnung. In der Außenpolitik steht die CDU für eine enge Zusammenarbeit mit europäischen Partnern, die transatlantische Bindung und multilaterale Lösungen.
In gesellschaftspolitischen Fragen hat sich die CDU im Laufe der Zeit verändert. Innerparteiliche Debatten über Themen wie Migration, Klimaschutz oder gesellschaftlichen Wandel prägen die aktuelle Programmarbeit.
Die CDU spricht traditionell ein breites Wählerspektrum an. Dazu zählen Arbeitnehmer, Selbstständige, Unternehmer sowie Wähler aus ländlichen und städtischen Regionen. Historisch war die Partei besonders stark im Westen und Süden Deutschlands, ist jedoch bundesweit präsent.
Veränderungen in der Gesellschaft, demografischer Wandel und neue politische Themen stellen die Partei vor die Herausforderung, ihr Profil kontinuierlich anzupassen und neue Wählergruppen zu erreichen.
Die CDU ist weiterhin eine zentrale politische Kraft in Deutschland. Sie beeinflusst politische Debatten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene und nimmt eine wichtige Rolle in der parlamentarischen Opposition oder in Regierungsverantwortung ein – abhängig von der jeweiligen politischen Lage.
Ihre Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, wie sie auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert und ihr Verhältnis zu neuen politischen Akteuren gestaltet.