Mit dem Ernst-Blickle-Preis 2026 ist in Bruchsal erneut eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen für angewandte Technikforschung verliehen worden. Geehrt wurde der Elektroingenieur Prof. Dr. Ir. Rik W. de Doncker für seine Arbeiten in der Leistungselektronik und elektrischen Antriebstechnik. Die Preisverleihung macht zugleich sichtbar, wie stark sich industrielle Transformation, Energiewende und Spitzenforschung inzwischen gegenseitig beeinflussen – und welche Rolle Bruchsal dabei im internationalen Technologiediskurs spielt.
Die Verleihung des Ernst-Blickle-Preises gehört seit Jahren zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Veranstaltungen in der Region Bruchsal. Der Preis, vergeben von der SEW-EURODRIVE-Stiftung, zeichnet Persönlichkeiten aus, deren Forschung weit über den akademischen Raum hinaus Wirkung entfaltet. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Leistungen mit unmittelbarer Relevanz für Industrie, Produktion und technologische Entwicklung.
2026 fiel die Entscheidung auf Prof. Dr. Ir. Rik W. de Doncker. Der Wissenschaftler gilt international als einer der prägenden Köpfe auf dem Gebiet der modernen Leistungselektronik. Seine Arbeiten beeinflussen seit Jahrzehnten industrielle Energiesysteme, elektrische Antriebstechnologien und die Entwicklung effizienter Stromrichter.
Die Preisverleihung in Bruchsal brachte Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Hochschulen zusammen. Neben dem eigentlichen Festakt standen Gespräche über Energieeffizienz, industrielle Elektrifizierung und die Zukunft automatisierter Produktionssysteme im Mittelpunkt.
Der Ernst-Blickle-Preis zählt mit einem Preisgeld von 100.000 Euro zu den höchstdotierten Technikpreisen Europas. In Fachkreisen besitzt die Auszeichnung seit Langem internationale Aufmerksamkeit. Entscheidend ist dabei nicht allein die wissenschaftliche Qualität der ausgezeichneten Arbeiten, sondern vor allem deren industrielle Relevanz.
Warum der Ernst-Blickle-Preis international Beachtung findet
Der Ernst-Blickle-Preis unterscheidet sich in einem zentralen Punkt von vielen klassischen Wissenschaftsauszeichnungen: Gewürdigt werden keine rein theoretischen Forschungsleistungen, sondern Entwicklungen mit konkreter technologischer Wirkung. Genau dieser Anspruch prägt die Stiftung seit ihrer Gründung.
Namensgeber des Preises ist Ernst Blickle, der die Entwicklung von SEW-EURODRIVE über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hatte. Aus der ursprünglich regional verwurzelten Unternehmensstruktur entstand im Lauf der Jahre ein international tätiger Technologiekonzern für Antriebs- und Automatisierungstechnik.
Mit der Gründung der Stiftung Ende der 1980er-Jahre wurde zugleich ein langfristiges Fördermodell geschaffen. Wissenschaftliche Innovation sollte gezielt unterstützt werden – insbesondere dort, wo Forschung und industrielle Anwendung ineinandergreifen.
Der Ernst-Blickle-Preis wird seit den frühen 1990er-Jahren im Zweijahresrhythmus vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören international bekannte Persönlichkeiten aus Maschinenbau, Robotik, Automatisierungstechnik und elektrischen Energiesystemen.
Forschung mit direkter industrieller Wirkung
Die Arbeiten von Rik W. de Doncker stehen exemplarisch für den Anspruch des Ernst-Blickle-Preises. Seine Forschung konzentriert sich auf Leistungselektronik, elektrische Energiesysteme und moderne Antriebstechnologien – also genau jene Bereiche, die für Industrie, Energiewirtschaft und Mobilität zunehmend entscheidend werden.
Leistungselektronik bildet heute die technische Grundlage zahlreicher industrieller Prozesse. Elektrische Antriebe, automatisierte Fertigungssysteme, Ladeinfrastrukturen oder regenerative Energiesysteme funktionieren ohne hochentwickelte Stromrichtertechnologien kaum noch effizient.
Gerade mit Blick auf die Energiewende wächst die Bedeutung dieser Technologien weiter. Industrieanlagen sollen energieeffizienter arbeiten, Produktionsprozesse digital gesteuert werden und elektrische Systeme fossile Technologien ersetzen. Die Forschung von de Doncker setzt genau an diesen Schnittstellen an.
Über viele Jahre war der Wissenschaftler an der RWTH Aachen tätig und leitete dort zentrale Forschungsaktivitäten im Bereich elektrischer Energiesysteme. Seine Arbeiten beeinflussten sowohl industrielle Anwendungen als auch wissenschaftliche Entwicklungen weltweit.
Bruchsal rückt als Technologiestandort in den Fokus
Die Preisverleihung lenkt regelmäßig Aufmerksamkeit auf Bruchsal selbst. Die Stadt ist nicht nur Verwaltungs- und Wirtschaftsstandort, sondern seit Jahrzehnten eng mit industrieller Entwicklung und technischer Forschung verbunden.
SEW-EURODRIVE zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Antriebs- und Automatisierungstechnik. Das Unternehmen steuert von Baden-Württemberg aus internationale Produktions- und Entwicklungsstandorte. Die Verbindung zwischen regionaler Industrie und globalem Technologiemarkt wird bei Veranstaltungen wie dem Ernst-Blickle-Preis besonders sichtbar.
Für Bruchsal bedeutet die Auszeichnung deshalb weit mehr als eine klassische Preisverleihung. Der Ernst-Blickle-Preis bringt internationale Forschungsthemen in die Region und schafft gleichzeitig eine Plattform für Austausch zwischen Hochschulen, Industrieunternehmen und Nachwuchswissenschaftlern.
Gerade in Zeiten tiefgreifender industrieller Veränderungen gewinnt dieser Austausch an Bedeutung. Produktionssysteme werden digitaler, Energieversorgungssysteme komplexer und industrielle Prozesse stärker automatisiert. Unternehmen suchen deshalb zunehmend die Nähe zu wissenschaftlicher Forschung.
Elektrifizierung verändert ganze Industriezweige
Die diesjährige Preisvergabe zeigt deutlich, welche Themen die Industrie derzeit dominieren. Elektrifizierung, Energieeffizienz und intelligente Steuerungssysteme gehören inzwischen zu den wichtigsten Innovationsfeldern weltweit.
Während früher mechanische Lösungen im Mittelpunkt industrieller Entwicklung standen, verlagert sich der Schwerpunkt heute zunehmend auf elektrisch gesteuerte Systeme. Moderne Fabriken arbeiten mit automatisierten Prozessen, digitalen Steuerungen und hochpräziser Leistungselektronik.
Dadurch steigen zugleich die Anforderungen an Forschung und Entwicklung. Elektrische Systeme müssen leistungsfähiger, effizienter und zuverlässiger werden. Genau an dieser Stelle setzen die Arbeiten von Rik W. de Doncker an.
Seine Forschung verbindet Grundlagenwissen mit konkreter industrieller Anwendung. Diese Kombination gilt in Fachkreisen als entscheidender Faktor für technologische Fortschritte – gerade in Bereichen wie Elektromobilität, Energieinfrastruktur oder automatisierter Produktion.
Der Ernst-Blickle-Preis als Signal für den Forschungsstandort Deutschland
Die Auszeichnung besitzt auch über die Region hinaus eine größere Bedeutung. Deutschland steht wie andere Industriestaaten vor der Herausforderung, technologische Wettbewerbsfähigkeit mit klimafreundlicher Transformation zu verbinden.
Dabei spielen elektrische Energiesysteme eine Schlüsselrolle. Industrieunternehmen investieren weltweit in effizientere Produktionsprozesse, intelligente Steuerungstechnologien und neue Energiekonzepte. Forschung im Bereich Leistungselektronik gilt deshalb als strategisch besonders relevant.
Der Ernst-Blickle-Preis macht sichtbar, welche Rolle wissenschaftliche Forschung dabei übernimmt. Innovation entsteht längst nicht mehr ausschließlich in klassischen Entwicklungslaboren großer Unternehmen. Hochschulen, Forschungsinstitute und industrielle Partner arbeiten zunehmend enger zusammen.
Gerade dieser Wissenstransfer gehört seit Jahren zu den Grundgedanken der Stiftung. Forschung soll nicht isoliert stattfinden, sondern konkrete gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkung entfalten.
Nachwuchsförderung bleibt zentraler Bestandteil
Neben dem Ernst-Blickle-Preis vergibt die Stiftung regelmäßig Studienpreise an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Gefördert werden vor allem Abschlussarbeiten aus Bereichen wie Elektrotechnik, Maschinenbau, Automatisierungstechnik oder Wirtschaftswissenschaften.
Die Nachwuchsförderung gilt innerhalb der Stiftung als wesentlicher Bestandteil langfristiger Innovationspolitik. Technologische Entwicklungen entstehen nicht allein durch etablierte Forschungseinrichtungen, sondern auch durch neue wissenschaftliche Perspektiven.
Viele frühere Studienpreisträger arbeiten inzwischen selbst in verantwortlichen Positionen von Industrieunternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Die Stiftung versteht die Förderung deshalb ausdrücklich als langfristige Investition in technologische Entwicklung.
- Förderung technischer und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung
- Unterstützung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern
- Stärkung des Austauschs zwischen Industrie und Hochschulen
- Internationale Sichtbarkeit angewandter Forschung
Industrie und Wissenschaft rücken enger zusammen
Die Verleihung des Ernst-Blickle-Preises 2026 verdeutlicht, wie stark industrielle Entwicklung inzwischen von wissenschaftlicher Forschung abhängt. Themen wie Energiewende, Digitalisierung und Automatisierung lassen sich ohne hochspezialisierte technologische Innovationen kaum bewältigen.
Gleichzeitig verändert sich die Rolle der Forschung selbst. Gefragt sind nicht nur theoretische Erkenntnisse, sondern Lösungen mit direkter praktischer Anwendbarkeit. Genau darin liegt die besondere Bedeutung des Ernst-Blickle-Preises.
Die Auszeichnung würdigt Wissenschaftler, deren Arbeiten industrielle Prozesse verändern, technologische Entwicklungen beschleunigen und wirtschaftliche Transformation ermöglichen. Dass diese Preisverleihung regelmäßig in Bruchsal stattfindet, stärkt zugleich die Sichtbarkeit der Region als Standort technologischer Kompetenz.
Warum die Preisverleihung über die Fachwelt hinaus relevant ist
Viele der Technologien, die heute im Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschung stehen, beeinflussen längst den Alltag weit über industrielle Produktionshallen hinaus. Elektrische Antriebe, intelligente Energiesysteme oder automatisierte Steuerungen finden sich in Verkehrssystemen, Gebäudetechnik, Energieversorgung und moderner Infrastruktur.
Entwicklungen in der Leistungselektronik entscheiden deshalb zunehmend darüber, wie effizient Energie genutzt wird und wie zuverlässig technische Systeme künftig arbeiten können. Forschung in diesem Bereich besitzt damit nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Relevanz.
Die Ehrung von Rik W. de Doncker steht genau für diese Entwicklung. Seine Arbeiten verbinden wissenschaftliche Grundlagen mit industrieller Anwendung und zeigen, wie stark moderne Technologie inzwischen auf interdisziplinäre Forschung angewiesen ist.
Der Ernst-Blickle-Preis 2026 macht damit nicht nur auf eine einzelne wissenschaftliche Karriere aufmerksam. Die Preisverleihung in Bruchsal zeigt vielmehr, wie eng Forschung, Industrie und technologische Transformation heute miteinander verflochten sind – und welche Bedeutung angewandte Wissenschaft für die industrielle Zukunft Europas besitzt.





















