Unfall auf der Wiesn
Schwerer Unfall auf der Wiesn: Kripo untersucht Vorfall an historischer Schiffsschaukel

Unfall auf der Wiesn

Ein Mitarbeiter eines Schaustellerbetriebs ist bei einem Unfall auf dem Oktoberfest schwer verletzt worden. Der 47-Jährige wurde auf der Oidn Wiesn von einer historischen Schiffsschaukel getroffen, musste reanimiert werden und wird auf einer Intensivstation behandelt. Die Münchner Kriminalpolizei untersucht nun, warum sich der Mann während des Betriebs im Bewegungsbereich des Fahrgeschäfts befand.
München, 5. Oktober 2026. Es war kurz nach der Öffnung des Festgeländes, als es am letzten Tag des Oktoberfests zu dem schweren Unfall kam. Gegen 10.15 Uhr wurde ein 47 Jahre alter Mitarbeiter eines Schaustellerbetriebs an einer historischen Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn von dem schwingenden Fahrgeschäft erfasst.
Die Verletzungen waren so schwer, dass Rettungskräfte den Mann noch auf dem Gelände reanimieren mussten. Anschließend kam er in eine Münchner Klinik. Nach dem zuletzt bekannten Stand wird der 47-Jährige dort auf einer Intensivstation behandelt. Eine belastbare Prognose zu seinem weiteren Gesundheitszustand liegt nicht vor.
Unklar ist vor allem, weshalb der Mitarbeiter in den Bewegungsbereich der Schaukel geraten war. Die Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und versucht nun, den Unfall auf dem Oktoberfest zu rekonstruieren.
Der Unfall ereignete sich auf der Oidn Wiesn, jenem Teil des Oktoberfests, auf dem historische Attraktionen und traditionelle Fahrgeschäfte stehen. Betroffen war eine Schiffsschaukel, die ohne Motor betrieben wird. Die Fahrgäste setzen die Schiffe durch eigene Bewegung und Gewichtsverlagerung in Schwung. Bis zu zwei Personen können gemeinsam in einem Schiff fahren.
Nach Angaben der Aicher-Ambulanz wurde der Mitarbeiter im Bereich der Halswirbelsäule getroffen. Die Einsatzkräfte waren binnen kurzer Zeit bei ihm und begannen mit der Reanimation. Wie der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf die Einsatzkräfte berichtete, wurde der Mann anschließend schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Für Besucher des Oktoberfests bestand nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Die betroffene Schiffsschaukel wurde nach dem Unfall außer Betrieb genommen, der Bereich abgesperrt. Augenzeugen erhielten Unterstützung durch ein Kriseninterventionsteam.
Die entscheidende Frage ist bislang unbeantwortet. Nach Angaben der Polizei hielt sich der Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Unfalls in einem Bereich auf, in dem er sich während des Betriebs nicht hätte befinden dürfen. Dort wurde er von der schwingenden Schaukel erfasst.
Damit ist ein Teil des Ablaufs bekannt – die Ursache des Oktoberfest-Unfalls allerdings nicht. Insbesondere ist offen, warum der 47-Jährige diesen Bereich betreten hatte und welche Tätigkeit er unmittelbar zuvor ausführte.
Prüfstatus: developing
Aus den bisherigen Erkenntnissen lässt sich deshalb auch nicht ableiten, dass der Mitarbeiter den Unfall selbst verursacht hat. Zu einer möglichen persönlichen, betrieblichen oder organisatorischen Verantwortlichkeit gibt es bislang keine abschließende Feststellung.
Ebenso fehlen gesicherte Hinweise auf einen technischen Defekt. Umgekehrt ist nach dem bekannten Ermittlungsstand auch nicht abschließend festgestellt, dass technische Faktoren bereits ausgeschlossen werden konnten. Die Untersuchung des tatsächlichen Unfallhergangs ist Aufgabe der Kriminalpolizei.
Die Ermittler müssen nun nachvollziehen, was unmittelbar vor dem Zusammenstoß geschah. Dazu sollen Zeugen befragt werden. Außerdem wird geprüft, ob Videoaufnahmen existieren, auf denen der Unfall oder die vorausgehenden Abläufe zu erkennen sind.
Die Ermittlungen dürften mehrere Tage in Anspruch nehmen. Gerade die Frage, aus welchem Grund sich der Mitarbeiter im Bewegungsbereich der Schiffsschaukel befand, dürfte für die Rekonstruktion von Bedeutung sein.
Bis entsprechende Erkenntnisse vorliegen, bleibt die Ursache offen. Der bislang bekannte Ablauf beschreibt zwar, wie der 47-Jährige verletzt wurde. Er erklärt aber nicht, welche Umstände dazu führten, dass er sich dort befand, als die Schaukel in Bewegung war.
Die Art des Fahrgeschäfts unterscheidet den Unfall von Zwischenfällen an modernen, technisch angetriebenen Attraktionen. Die historische Schiffsschaukel wird durch die Fahrgäste selbst in Bewegung gesetzt. Sie verlagern ihr Gewicht und bringen das Schiff dadurch zunehmend zum Schwingen.
Für die Ermittlungen bedeutet das, dass nicht nur der Moment des Zusammenstoßes betrachtet werden muss. Entscheidend ist die Abfolge davor: Wo befand sich der Mitarbeiter, welche Aufgabe nahm er wahr und wie bewegte sich die Schaukel zu diesem Zeitpunkt?
Antworten darauf liegen bislang nicht vor. Die Polizei hat deshalb keine abschließende Unfallursache genannt. Auch Aussagen über ein mögliches Verschulden wären zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht.
Der Vorfall an der Schiffsschaukel war bereits der zweite schwere Unfall eines Mitarbeiters an einem Fahrgeschäft während des Oktoberfests 2026. Am 21. September war ein 52 Jahre alter Mitarbeiter am Freefall-Tower „Hangover“ von einer Gondel getroffen worden. Er starb später im Krankenhaus.
Die beiden Ereignisse stehen nach dem derzeitigen Kenntnisstand jedoch für sich. Es gibt keine belastbaren Erkenntnisse, die einen Zusammenhang zwischen den Unfällen belegen. Ebenso lässt sich aus den beiden Fällen allein kein generelles Sicherheitsproblem der Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest ableiten.
Der aktuelle Unfall ereignete sich am letzten Tag der Wiesn. Das Oktoberfest 2026 war am 19. September eröffnet worden und endete am 4. Oktober. Nach Angaben der Festleitung kamen während dieser Zeit rund 7,4 Millionen Menschen auf die Theresienwiese. Rund 447.000 Besucher wurden auf der Oidn Wiesn gezählt.
Der schwere Betriebsunfall fiel damit in die letzten Stunden eines Oktoberfests mit außergewöhnlich hohen Besucherzahlen. Für die strafrechtliche und technische Bewertung des Geschehens spielt diese Bilanz allerdings keine Rolle. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht allein der konkrete Ablauf an der historischen Schiffsschaukel.
Fest steht: Der 47-jährige Mitarbeiter wurde am Sonntagvormittag von einer in Bewegung befindlichen Schiffsschaukel getroffen. Er erlitt schwere Verletzungen, musste auf dem Festgelände reanimiert werden und kam anschließend in eine Klinik. Dort wird er nach dem zuletzt bekannten Stand intensivmedizinisch versorgt.
Fest steht ebenfalls, dass er sich zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes in einem Bereich befand, der während des Betriebs nicht für seinen Aufenthalt vorgesehen war. Warum er dort war, ist hingegen ungeklärt. Genau an diesem Punkt setzen die Ermittlungen der Münchner Kriminalpolizei an.
Die Unterscheidung ist wesentlich. Der bekannte Ort des Mitarbeiters zum Unfallzeitpunkt ist noch keine Erklärung für die Ursache. Erst Zeugenaussagen, mögliche Videoaufnahmen und die weitere Rekonstruktion können Aufschluss darüber geben, welche Abläufe dem Zusammenstoß vorausgingen.
Das Oktoberfest ist beendet, die Aufarbeitung des schweren Unfalls auf der Oidn Wiesn beginnt erst. Während der 47-Jährige im Krankenhaus behandelt wird, versucht die Kriminalpolizei, die letzten Momente vor dem Zusammenstoß möglichst genau nachzuvollziehen.
Der bisherige Ermittlungsstand lässt dabei eine zentrale Lücke: Bekannt ist, wo der Mitarbeiter von der Schiffsschaukel getroffen wurde. Nicht bekannt ist, weshalb er sich dort befand. Solange diese Frage nicht geklärt ist, bleibt auch die Ursache des Oktoberfest-Unfalls offen.
Die Ermittler wollen deshalb Zeugenaussagen mit möglichen Aufzeichnungen vom Unfallort abgleichen. Erst daraus könnte sich ein belastbares Bild ergeben, wie es am letzten Wiesn-Tag zu dem schweren Betriebsunfall kommen konnte.
Hinweise zu Fehlern, Ergänzungen oder wichtigen Aktualisierungen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.