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Schiffsunfall in Bremerhaven

Kollision in Bremerhaven: „Mein Schiff 3“ schwer beschädigt – Kapitän im Fokus der Ermittler

Blaues Rundumlicht auf dem Dach eines neutralen Polizeifahrzeugs vor unscharfem Hintergrund.
Symbolbild: KI-generiert. Nach der Kollision der „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven prüft die Polizei, ob der Kapitän seine Sorgfaltspflichten verletzt hat.

Nach der Kollision der „Mein Schiff 3“ mit zwei Containerschiffen im Hafen von Bremerhaven prüft die Polizei, ob der Kapitän seine Sorgfaltspflichten verletzt hat. Der Unfall am Sonntagabend verursachte Schäden in Millionenhöhe und führte zur Absage einer 20-tägigen Kanarenkreuzfahrt. Während die Reederei die Reparatur des beschädigten Schiffes vorbereitet, sind die genauen Umstände des Zusammenstoßes weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Bremerhaven, 27. Oktober 2026 – Eine heftige Windböe, ein schwieriges Auslaufmanöver und zwei Containerschiffe an der Stromkaje: Der Unfall der „Mein Schiff 3“ im Hafen von Bremerhaven hat erhebliche Folgen für die beteiligten Schiffe und Tausende Reisende. Zwei Tage nach der Kollision richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Schiffsführung. Die Wasserschutzpolizei hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffs eingeleitet.

Die Ermittler wollen klären, ob der Schiffsführer beim Auslaufen die erforderlichen Sorgfaltspflichten eingehalten hat. Ein konkretes Fehlverhalten ist bislang nicht nachgewiesen. Fest steht dagegen, dass die „Mein Schiff 3“ bei stürmischem Wetter mit zwei Frachtern zusammenstieß und dabei erhebliche Schäden verursachte. Die geplante Kreuzfahrt zu den Kanarischen Inseln musste abgesagt werden.

Unfall der „Mein Schiff 3“: Was im Hafen von Bremerhaven geschah

Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, gegen 17.30 Uhr befand sich die „Mein Schiff 3“ im Hafen von Bremerhaven auf dem Weg zum Auslaufen. Die Wetterbedingungen waren schwierig. Sturmtief „Manja“ brachte kräftigen Wind an die Nordseeküste, der Deutsche Wetterdienst hatte vor starken Böen gewarnt.

Während des Hafenmanövers wurde das Kreuzfahrtschiff von Schleppern unterstützt. Dennoch geriet es nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei durch eine starke Windböe in Richtung der Stromkaje. Dort lagen zwei Containerschiffe, mit denen die „Mein Schiff 3“ schließlich kollidierte.

Nach Angaben der Polizei Bremen wurden alle drei Schiffe beschädigt. Ein von der Deutschen Presse-Agentur überprüftes Augenzeugenvideo dokumentiert die Annäherung des Kreuzfahrtschiffs an die Frachter und den anschließenden Zusammenstoß.

Welche Entscheidungen auf der Brücke unmittelbar vor der Kollision getroffen wurden, ist öffentlich bislang nicht im Detail bekannt. Auch lässt sich aus den verfügbaren Aufnahmen nicht abschließend beurteilen, welche Möglichkeiten der Schiffsführung während des Manövers noch offenstanden.

Sturmtief „Manja“ erschwerte das Auslaufmanöver

Die starke Windböe gilt nach den bisherigen Polizeiangaben als unmittelbarer Auslöser der Kollision. Ob die Wetterbedingungen allein für den Unfall der „Mein Schiff 3“ verantwortlich waren, ist damit jedoch nicht geklärt.

Entscheidend dürfte bei der weiteren Untersuchung sein, wie die Wetterlage vor dem Auslaufen eingeschätzt wurde und welche Vorkehrungen für das Manöver getroffen worden waren. Die Unterstützung durch Schlepper ist bestätigt. Welche Rolle deren Einsatz im konkreten Unfallverlauf spielte, bleibt offen.

Die Ermittlungen müssen deshalb nicht nur den Zusammenstoß selbst rekonstruieren, sondern auch die Abläufe davor. Eine abschließende Bewertung der nautischen Entscheidungen liegt bisher nicht vor.

Polizei ermittelt gegen Kapitän der „Mein Schiff 3“

Die Wasserschutzpolizei nahm unmittelbar nach dem Unfall Ermittlungen auf. Wie RTL unter Berufung auf Polizeisprecherin Franca Hethke berichtete, gingen Ermittler noch in der Nacht an Bord der drei beteiligten Schiffe. Dort sprachen sie mit den verantwortlichen Schiffsführern, um den Hergang zu klären.

Gegen den Kapitän der „Mein Schiff 3“ wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Geprüft wird, ob er beim Auslaufmanöver gegen seine Sorgfaltspflichten verstoßen hat.

Damit steht eine mögliche Pflichtverletzung im Raum, nicht aber eine bereits festgestellte Schuld. Die Polizei hat bislang keine konkreten Versäumnisse des Kapitäns benannt. Auch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ist durch die bisher bekannten Angaben nicht bestätigt.

Welche Verantwortung trägt die Schiffsführung?

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Auslaufen unter den herrschenden Wetterbedingungen angemessen vorbereitet und durchgeführt wurde. Dafür müssen die Ermittler den Ablauf des Manövers und die Entscheidungen der Verantwortlichen nachvollziehen.

Offen ist insbesondere, welche Wetterinformationen der Schiffsführung vorlagen, wie die Windverhältnisse eingeschätzt wurden und welche Maßnahmen zur sicheren Durchführung des Manövers vorgesehen waren.

Hinzu kommt die Rolle der beteiligten Schlepper. Ihre Unterstützung konnte den Zusammenstoß nicht verhindern. Daraus allein lässt sich jedoch weder ein Fehler der Schiffsführung noch ein Versäumnis anderer Beteiligter ableiten.

Die bisherigen Erkenntnisse erlauben daher keine abschließende Aussage darüber, ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre. Das eingeleitete Verfahren soll gerade diese Frage klären.

Millionenschaden: Drei Schiffe bei Kollision beschädigt

Die Folgen des Zusammenstoßes sind beträchtlich. Die Polizei geht von einem Gesamtschaden in Millionenhöhe aus. Eine genaue Summe steht noch nicht fest, da der Umfang der Beschädigungen weiter untersucht werden muss.

Besonders schwer traf die Kollision eines der beiden Containerschiffe. An dem größeren Frachter wurde die Backbordseite auf mehreren Metern beschädigt. Das zweite Containerschiff kam mit vergleichsweise geringeren Schäden davon.

Auch die „Mein Schiff 3“ wurde erheblich beschädigt. Betroffen sind unter anderem Rettungsboote, die dazugehörigen Kräne sowie Teile der Außenhaut. Die Schäden liegen nach den bisherigen Angaben oberhalb der Wasserlinie.

Ein Wassereinbruch wurde bei keinem der beteiligten Schiffe gemeldet. Nach Angaben der Polizei gab es auch keine Verletzten. Angesichts der erheblichen Sachschäden ist dies ein wesentlicher Befund der bisherigen Unfallaufnahme.

Für alle drei Schiffe wurde zunächst ein Auslaufverbot verhängt. Damit waren weitere Fahrten vor der notwendigen Überprüfung der Schäden vorerst ausgeschlossen.

3.350 Menschen waren auf dem Kreuzfahrtschiff

Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich 2.428 Passagiere und 922 Besatzungsmitglieder an Bord der „Mein Schiff 3“. Insgesamt waren damit 3.350 Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff.

Obwohl niemand verletzt wurde und kein Wassereinbruch festgestellt werden konnte, waren die Schäden zu schwerwiegend, um die geplante Reise fortzusetzen. Besonders die Beschädigungen an der Außenhaut und an Teilen der Rettungsbootausrüstung machten eine umfassende technische Überprüfung erforderlich.

Für die Reisenden bedeutete der Unfall das vorzeitige Ende ihrer Urlaubspläne. Statt einer mehrwöchigen Kreuzfahrt stand nun die Abwicklung der abgesagten Reise im Vordergrund.

TUI Cruises sagt Kanarenkreuzfahrt der „Mein Schiff 3“ ab

Die „Mein Schiff 3“ sollte von Bremerhaven aus zu einer 20-tägigen Kreuzfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln aufbrechen. Nach dem Unfall sagte die Reederei TUI Cruises die gesamte Reise ab.

Das Unternehmen teilte mit, dass das beschädigte Kreuzfahrtschiff für Reparaturarbeiten in eine Werft müsse. Zuvor sei eine weitere Untersuchung des Schadensbildes erforderlich. Erst auf dieser Grundlage könne beurteilt werden, wie umfangreich die Arbeiten ausfallen und welche Folgen sich für den weiteren Fahrplan ergeben.

In ihrer Mitteilung vom 26. Oktober ließ die Reederei offen, ob und in welchem Umfang nachfolgende Kreuzfahrten betroffen sein werden. Ein verbindlicher Termin für die Wiederaufnahme des regulären Betriebs war zunächst nicht bekannt.

Für TUI Cruises geht es damit neben der Aufarbeitung des Unfalls um die technische Einsatzfähigkeit des Schiffes. Solange die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, bleibt auch die Dauer des notwendigen Werftaufenthalts ungewiss.

Welche Rechte haben die betroffenen Passagiere?

Die vollständige Absage der Kanarenreise hat für die gebuchten Urlauber unmittelbare finanzielle Folgen. Grundsätzlich besteht bei einer vom Reiseveranstalter abgesagten Pauschalreise Anspruch auf Erstattung des Reisepreises.

Ob Reisende darüber hinaus weitere Ansprüche geltend machen können, hängt von den konkreten Umständen und den einschlägigen rechtlichen Voraussetzungen ab. Aus der Tatsache, dass die „Mein Schiff 3“ mit zwei Containerschiffen kollidierte, ergibt sich nicht automatisch ein zusätzlicher Entschädigungsanspruch.

Unklar bleibt außerdem, welche Auswirkungen der Unfall auf spätere Buchungen haben könnte. Die Reederei muss zunächst feststellen, wie lange die Reparaturen dauern werden und wann das Kreuzfahrtschiff wieder eingesetzt werden kann.

Was nach der Kollision in Bremerhaven noch geklärt werden muss

Der Unfall der „Mein Schiff 3“ hat innerhalb weniger Stunden erhebliche Schäden verursacht und die Reisepläne Tausender Menschen verändert. Zwei Containerschiffe wurden getroffen, das Kreuzfahrtschiff selbst muss repariert werden. Die Polizei beziffert den Schaden bislang lediglich auf eine Millionensumme.

Die entscheidende Frage bleibt jedoch unbeantwortet: War der Zusammenstoß unter den schwierigen Wetterbedingungen unvermeidbar, oder hätten andere Entscheidungen während des Auslaufmanövers die Kollision verhindern können?

Die Ermittlungen gegen den Kapitän sollen Aufschluss darüber geben, ob die erforderlichen Sorgfaltspflichten eingehalten wurden. Bis dahin ist zwischen dem dokumentierten Unfallhergang und einer möglichen persönlichen Verantwortlichkeit zu unterscheiden.

Während TUI Cruises die technischen und organisatorischen Folgen bewältigen muss, liegt die weitere Klärung des Geschehens bei den zuständigen Ermittlungsbehörden. Erst ihre Untersuchung kann zeigen, ob aus dem schweren Hafenunfall auch rechtliche Konsequenzen für die Schiffsführung entstehen.

Quellen

  1. Schiffsunfall im Hafen von Bremerhaven – Polizeimeldung Nr. 0690Polizei Bremen
  2. Aktuelle Informationen zur Mein Schiff 3TUI Cruises
  3. Nach Crash der Mein Schiff 3: Polizei ermittelt gegen KapitänRTL
  4. Kollision von Mein Schiff 3: Polizei ermittelt gegen KapitänNDR
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