Der VfB Stuttgart steht nach einem späten Treffer in der Verlängerung im Finale des DFB-Pokals. Im Halbfinale gegen den SC Freiburg dreht der Titelverteidiger eine Partie, die lange offen bleibt und erst kurz vor Schluss entschieden wird. Nun wartet in Berlin ein Gegner, der den Anspruch auf den Titel ebenso klar formuliert hat.
Stuttgart, 23. April 2026 – Der VfB Stuttgart hat sich in einem intensiven und lange ausgeglichenen Halbfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg durchgesetzt. Mit einem 2:1 nach Verlängerung zieht der Titelverteidiger erneut ins Endspiel ein. Die Entscheidung fällt erst in der Schlussminute – und unterstreicht einmal mehr die Fähigkeit dieser Mannschaft, Spiele auch unter maximalem Druck zu kippen.
DFB-Pokal: Ein Spiel auf Messers Schneide
Es ist ein Abend, der sich früh als zäh und umkämpft ankündigt. Beide Mannschaften begegnen sich mit hoher Intensität, ohne dabei in der Anfangsphase klare Risiken einzugehen. Stuttgart versucht, das Spiel über Ballbesitz zu strukturieren, Freiburg setzt auf kompakte Räume und schnelle Übergänge. Vieles wirkt kontrolliert, beinahe abwartend – bis ein Moment genügt, um die Statik zu durchbrechen.
In der 28. Minute nutzt Freiburg eine Unordnung in der Stuttgarter Defensive konsequent aus. Nach einer Standardsituation landet der Ball bei Maximilian Eggestein, der die Situation präzise abschließt. Es ist ein Treffer, der dem Spiel eine neue Richtung gibt – und Stuttgart zwingt, früher als geplant die Initiative zu übernehmen.
Freiburg bleibt gefährlich, Stuttgart sucht Lösungen
Der Rückstand verändert die Dynamik spürbar. Stuttgart erhöht die Präsenz im Mittelfeld, versucht, über die Flügel Räume zu öffnen, findet jedoch zunächst keine klare Linie im letzten Drittel. Freiburg hingegen bleibt bei seinem Plan, verteidigt kompakt und setzt immer wieder Nadelstiche. Eine dieser Situationen hätte beinahe zum zweiten Treffer geführt, doch die Chance bleibt ungenutzt.
Der VfB wirkt in dieser Phase bemüht, aber nicht zwingend. Abschlüsse entstehen, doch es fehlt an Präzision. Gleichzeitig wächst der Druck – nicht nur durch den Spielstand, sondern auch durch die Erwartung, als Titelverteidiger eine Antwort liefern zu müssen.
Der VfB Stuttgart erhöht das Tempo
Nach der Pause verändert sich das Bild. Stuttgart tritt entschlossener auf, erhöht das Tempo und verschiebt das Spielgeschehen zunehmend in die Freiburger Hälfte. Das Pressing greift besser, die Abstände stimmen, die Ballgewinne erfolgen früher. Was in der ersten Halbzeit noch fragmentarisch wirkte, fügt sich nun zu einem klareren Gesamtbild.
Mehrfach kommt der VfB in aussichtsreiche Positionen, doch der Ausgleich lässt zunächst auf sich warten. Ein Treffer wird wegen Abseits aberkannt, ein weiterer Abschluss verfehlt knapp das Ziel. Freiburg gerät unter Druck, bleibt aber diszipliniert und verteidigt mit hoher Konzentration.
Der Ausgleich als Wendepunkt
In der 70. Minute fällt schließlich das 1:1. Deniz Undav schließt einen schnell vorgetragenen Angriff ab und bringt Stuttgart zurück ins Spiel. Es ist ein Treffer, der nicht nur den Spielstand korrigiert, sondern auch die Kräfteverhältnisse verschiebt. Von diesem Moment an liegt die Initiative klar beim VfB.
Freiburg zieht sich weiter zurück, versucht, die Partie zu stabilisieren. Stuttgart hingegen drängt auf die Entscheidung. Die Angriffe werden zielstrebiger, die Abschlüsse gefährlicher. Dennoch bleibt es bis zum Ende der regulären Spielzeit beim Unentschieden.
Verlängerung im DFB-Pokal: Entscheidung in letzter Minute
Die Verlängerung beginnt ohne taktische Überraschungen, aber mit spürbarer Erschöpfung auf beiden Seiten. Die Intensität bleibt hoch, doch die Räume werden größer. Fehler schleichen sich ein, gleichzeitig wächst die Vorsicht – niemand will den entscheidenden Moment verpassen oder selbst verursachen.
Stuttgart bleibt die aktivere Mannschaft, sucht die Entscheidung im Spiel nach vorne. Freiburg setzt weiterhin auf Konter, doch die Wege werden länger, die Kräfte weniger. Es entsteht eine Phase, in der vieles auf ein Elfmeterschießen hindeutet.
Dann, kurz vor Ablauf der Verlängerung, folgt die entscheidende Szene. In der 119. Minute erreicht eine Flanke den eingewechselten Tiago Tomás, der den Ball im Strafraum kontrolliert und zum 2:1 abschließt. Ein Treffer, der kaum noch Zeit zur Reaktion lässt – und das Spiel endgültig entscheidet.
Späte Entscheidung mit Signalwirkung
Der späte Treffer ist mehr als nur ein Tor. Er steht für die Konsequenz, mit der der VfB Stuttgart diese Partie zu Ende gespielt hat. Nach dem Rückstand, nach einer Phase ohne klare Lösungen, findet die Mannschaft den Weg zurück – und nutzt den letzten möglichen Moment.
Freiburg bleibt nach dem Gegentreffer kaum noch Zeit. Die Enttäuschung ist entsprechend groß, denn über weite Strecken hält das Team die Partie offen und zeigt eine disziplinierte Leistung. Doch im DFB-Pokal entscheidet oft ein einziger Moment – und dieser fällt zugunsten der Gastgeber aus.
DFB-Pokal-Finale: Stuttgart trifft auf Bayern
Mit dem Einzug ins Finale erreicht der VfB Stuttgart erneut das Endspiel des DFB-Pokals. Dort wartet mit dem FC Bayern München ein Gegner, der in diesem Wettbewerb regelmäßig um den Titel spielt. Die Konstellation verspricht ein Duell auf höchstem Niveau – zwischen einem erfahrenen Favoriten und einem Titelverteidiger, der seine Qualität im Pokal erneut unter Beweis gestellt hat.
Für Stuttgart ist es die Chance, den Titel zu verteidigen und eine ohnehin bemerkenswerte Saison zu krönen. Die Mannschaft hat im Verlauf des Wettbewerbs mehrfach gezeigt, dass sie auch in engen Spielen bestehen kann – eine Eigenschaft, die gerade im DFB-Pokal entscheidend ist.
Freiburgs Weg endet im Halbfinale
Für den SC Freiburg endet die Pokalsaison im Halbfinale. Der Auftritt in Stuttgart zeigt jedoch, dass die Mannschaft auch auf diesem Niveau konkurrenzfähig ist. Über weite Strecken gelingt es, das Spiel offen zu halten und dem Favoriten Paroli zu bieten.
Am Ende fehlt die letzte Konsequenz in den entscheidenden Momenten. Dennoch bleibt eine Leistung, die das Potenzial des Teams unterstreicht – und die Grundlage für die kommenden Aufgaben bildet.
Ein Halbfinale, das nachwirkt
Dieses Halbfinale im DFB-Pokal hinterlässt Spuren. Nicht wegen spektakulärer Einzelaktionen, sondern wegen der Art, wie sich das Spiel entwickelt. Es ist eine Partie, die Geduld verlangt, Anpassungen erfordert und am Ende über Details entschieden wird.
Der VfB Stuttgart nutzt diese Details für sich. Die Mannschaft reagiert auf Rückschläge, steigert sich im Verlauf des Spiels und bleibt bis zum Schluss präsent. Genau diese Mischung macht den Unterschied – und führt sie erneut nach Berlin.
Was bleibt, ist ein Spiel, das lange offen ist und erst im letzten Moment entschieden wird. Für Stuttgart ist es der nächste Schritt in Richtung Titelverteidigung im DFB-Pokal. Für Freiburg endet die Reise – mit der Gewissheit, auf Augenhöhe gespielt zu haben.





















