Was Reisende jetzt wissen müssen Lufthansa Streik am Donnerstag: Droht ein flächendeckender Stillstand im Flugverkehr

11. Februar 2026 | 06:37 Uhr |

Frankfurt/Berlin, 11. Februar 2026Der Himmel über Deutschland droht am Donnerstag still zu werden. In den Terminals wächst die Unruhe, Bildschirme flackern, Warteschlangen werden länger. Reisende prüfen ihre Apps, Flughäfen fahren Notfallpläne hoch – und die Lufthansa steht vor einem der heikelsten Tage dieses Winters. Am 12. Februar könnte ein groß angelegter Arbeitskampf den Flugbetrieb der größten deutschen Airline nahezu lahmlegen. Parallel angekündigte Streiks von Piloten und Kabinenpersonal verdichten sich zu einer Eskalation, deren Folgen weit über einzelne Verbindungen hinausreichen.

Der angekündigte Lufthansa Streik am Donnerstag gilt in der Branche als außergewöhnlich – nicht allein wegen seiner zeitlichen Ausdehnung, sondern wegen der seltenen Konstellation, dass mehrere zentrale Berufsgruppen gleichzeitig zum Arbeitskampf aufrufen. Für den 12. Februar 2026 haben sowohl die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch die Kabinengewerkschaft UFO Arbeitsniederlegungen angekündigt. Die Piloten planen einen ganztägigen Streik von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr. Die UFO spricht von einem Warnstreik des Kabinenpersonals. Zusammengenommen droht damit ein nahezu vollständiger Ausfall des Lufthansa-Flugbetriebs in Deutschland.

Betroffen wären sämtliche Abflüge der Kernmarke Lufthansa sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo. Besonders an den Drehkreuzen Frankfurt und München rechnen Beobachter mit massiven Störungen. Interne Szenarien gehen von tausenden gestrichenen Flügen aus, was zehntausende Passagiere unmittelbar treffen könnte. Der Mega Streik der Lufthansa ist damit nicht nur ein tarifpolitisches Signal, sondern ein Ereignis mit spürbaren Auswirkungen auf den nationalen und internationalen Luftverkehr.

Ein Konflikt mit Vorgeschichte

Der aktuelle Lufthansa Streik ist das Ergebnis eines lange schwelenden Tarifkonflikts. Im Zentrum stehen Forderungen nach einer Anpassung der betrieblichen Altersversorgung sowie nach verbesserten Übergangsregelungen für Piloten am Ende ihrer aktiven Laufbahn. Die Vereinigung Cockpit argumentiert, dass bestehende Modelle durch Inflation und strukturelle Veränderungen im Konzern an Wert verloren hätten. Aus Sicht der Gewerkschaft sei eine Nachjustierung überfällig, um die Attraktivität des Berufsbildes langfristig zu sichern.

Die Lufthansa weist diese Forderungen zurück. Das Management verweist auf hohe Kosten, einen weiterhin angespannten Wettbewerb und die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Stabilität des Konzerns zu sichern. Man habe Angebote unterbreitet, die jedoch aus Gewerkschaftssicht nicht ausreichten. Die Fronten gelten seit Wochen als verhärtet, eine Annäherung in den letzten Gesprächsrunden blieb aus.

Parallel dazu eskaliert der Konflikt mit der Kabinengewerkschaft UFO. Hier geht es nicht nur um Vergütungsfragen, sondern um strukturelle Themen. Insbesondere bei der Regionaltochter Lufthansa CityLine kritisiert die Gewerkschaft fehlende Perspektiven für Beschäftigte. Im Raum stehen Stellenstreichungen im Zuge von Umstrukturierungen. Die UFO fordert verbindliche Zusagen zur Beschäftigungssicherung und einen Sozialplan – Forderungen, die bislang nicht erfüllt wurden.

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Warum dieser Streik eine neue Dimension erreicht

Arbeitskämpfe bei der Lufthansa sind kein Novum. Neu ist jedoch die Gleichzeitigkeit der Maßnahmen. Dass Piloten und Kabinenpersonal parallel streiken, erhöht die Wirkung erheblich. Selbst bei umfangreichen Notfallplänen lassen sich Flüge ohne Cockpit- und Kabinenbesatzung nicht durchführen. Der Lufthansa Streik am Donnerstag könnte deshalb eine flächendeckende Wirkung entfalten, wie sie zuletzt nur selten zu beobachten war.

Hinzu kommt der Zeitpunkt. Der Streik fällt in eine Phase hoher Auslastung, in der Geschäftsreisen, private Kurztrips und internationale Anschlussflüge eng getaktet sind. Jeder Ausfall zieht Kettenreaktionen nach sich: Maschinen stehen am falschen Ort, Crews erreichen ihre Einsatzpunkte nicht, Umläufe brechen zusammen. Die operative Komplexität macht eine schnelle Normalisierung schwierig – selbst dann, wenn der Streik auf einen Tag begrenzt bliebe.

Welche Flüge besonders betroffen sind

  • Alle Lufthansa-Passagierflüge mit Abflug in Deutschland
  • Verbindungen der Lufthansa Cargo im Frachtbereich
  • Große Teile des CityLine-Betriebs im Regionalverkehr

Flüge, die vor Streikbeginn starten oder deren Landung vor 00:01 Uhr erfolgt, sollen nach aktuellem Stand regulär durchgeführt werden. Andere Konzerntöchter wie Eurowings oder Discover Airlines sind nicht Teil des Arbeitskampfes. Dennoch können auch dort indirekte Verzögerungen auftreten, etwa durch überlastete Flughäfen oder fehlende Anschlussverbindungen.

Auswirkungen für Passagiere: Unsicherheit als neue Konstante

Für Reisende bedeutet der Lufthansa Streik vor allem eines: Planungsunsicherheit. Die Airline hat angekündigt, betroffene Passagiere frühzeitig zu informieren und Umbuchungen sowie Erstattungen zu ermöglichen. In der Praxis jedoch stoßen solche Prozesse bei großflächigen Streiks schnell an ihre Grenzen. Callcenter sind überlastet, Online-Systeme geraten unter Druck, Alternativflüge sind nur begrenzt verfügbar.

Besonders betroffen sind Umsteigeverbindungen. Wer über Frankfurt oder München weiterreisen wollte, muss mit dem kompletten Wegfall seiner Reise rechnen. Auch internationale Passagiere, die Deutschland lediglich als Transit nutzen, spüren die Folgen des Mega Streiks der Lufthansa unmittelbar.

Die Airline empfiehlt bei innerdeutschen Strecken, auf Bahnverbindungen auszuweichen, sofern diese eine realistische Alternative darstellen. Entsprechende Umbuchungsoptionen sollen flexibel möglich sein. Diese Maßnahmen zeigen, wie ernst die Lage eingeschätzt wird – und wie begrenzt die eigenen Spielräume sind.

Wirtschaftliche und politische Reaktionen

An den Finanzmärkten blieb die Streikankündigung nicht ohne Folgen. Die Lufthansa-Aktie geriet unter Druck, Anleger reagierten sensibel auf die Aussicht auf Umsatzausfälle und operative Störungen. Streiks dieser Größenordnung wirken sich nicht nur kurzfristig aus, sondern können auch das Vertrauen in die Planbarkeit des Geschäfts belasten.

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Politisch hält man sich bislang zurück. Arbeitskämpfe gelten in Deutschland als legitimes Mittel der Tarifauseinandersetzung. Gleichzeitig wächst der Druck, insbesondere wenn kritische Infrastrukturen betroffen sind. Verbraucherschützer erinnern daran, dass Passagierrechte auch im Streikfall gelten können, etwa bei Betreuungsleistungen oder Erstattungen. Für viele Reisende bleibt jedoch unklar, wie diese Ansprüche im Einzelfall durchgesetzt werden können.

Ein Arbeitskampf mit offenem Ausgang

Ob der Lufthansa Streik am Donnerstag eine einmalige Eskalation bleibt oder den Auftakt zu weiteren Maßnahmen bildet, ist derzeit offen. Beide Gewerkschaften haben signalisiert, dass sie bei ausbleibenden Fortschritten zu weiteren Schritten bereit sind. Die Lufthansa betont zwar ihre Gesprächsbereitschaft, macht aber zugleich deutlich, dass sie wirtschaftliche Grenzen sieht.

In der Belegschaft wächst derweil der Druck. Viele Beschäftigte sehen den Streik als letztes Mittel, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Auf Unternehmensseite wiederum wächst die Sorge, dass wiederholte Arbeitskämpfe das Vertrauen von Kunden dauerhaft beschädigen könnten.

Was der Donnerstag zeigen wird

Der 12. Februar könnte zu einem Wendepunkt werden. Sollte der Mega Streik der Lufthansa in vollem Umfang stattfinden, wird er nicht nur den Flugverkehr prägen, sondern auch die weitere Dynamik der Tarifverhandlungen. Er zeigt, wie fragil das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Stabilität und berechtigten Interessen der Beschäftigten geworden ist.

Für Passagiere bleibt vorerst nur, sich auf einen schwierigen Reisetag einzustellen. Für die Lufthansa steht mehr auf dem Spiel als ein einzelner Streiktag: Es geht um Vertrauen, Verlässlichkeit – und um die Frage, wie zukunftsfähig das Verhältnis zwischen Konzern und Belegschaft tatsächlich ist.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.