
Im Tokyo Skytree, dem höchsten Fernsehturm Japans, sind 20 Menschen in einem Aufzug über Stunden eingeschlossen gewesen. Die Kabine blieb rund 30 Meter über dem Boden stehen, die Befreiung dauerte bis tief in die Nacht. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall führte zur vollständigen Schließung des Turms und zu umfassenden Sicherheitsprüfungen.
Tokyo, 23. Februar 2026 – Der Zwischenfall ereignete sich am Sonntagabend in einem der bekanntesten Bauwerke der japanischen Hauptstadt. Der Tokyo Skytree, mit 634 Metern Höhe eines der höchsten freistehenden Bauwerke der Welt und das höchste Bauwerk Japans, musste nach einer Aufzugpanne seinen Betrieb einstellen. Im Inneren einer der Hochgeschwindigkeitsaufzüge saßen 20 Besucher fest – darunter auch Kinder.
Stillstand zwischen Eingangsebene und Aussicht
Gegen 20.15 Uhr Ortszeit stoppte die Aufzugkabine abrupt. Sie befand sich auf dem Weg von der vierten Etage zur Hauptaussichtsplattform in rund 350 Metern Höhe, kam jedoch bereits etwa 30 Meter über dem Boden zum Stehen. Was zunächst wie eine kurzfristige Verzögerung wirkte, entwickelte sich zu einem mehrstündigen Stillstand. Die Betroffenen konnten die Kabine nicht verlassen, Notausstiege waren in dieser Situation nicht zugänglich.
Nach Angaben der Polizei und des Betreibers blieb der Kontakt zu den Eingeschlossenen während der gesamten Zeit bestehen. Über Gegensprechanlage und Telefon wurden sie über den Stand der Rettungsmaßnahmen informiert. Gegen 2 Uhr morgens konnten schließlich alle Personen sicher befreit werden. Niemand wurde verletzt.
Rettung über benachbarte Aufzugkabine
Die Bergung erfolgte über ein technisches Ausweichmanöver. Rettungskräfte positionierten einen benachbarten Aufzug auf derselben Höhe wie die blockierte Kabine. Zwischen beiden Fahrstühlen wurde eine Metallbrücke installiert, über die die eingeschlossenen Besucher in den funktionsfähigen Lift wechseln konnten. Von dort aus wurden sie in die Eingangsebene gebracht.
Der Einsatz zog sich über Stunden hin – auch deshalb, weil die Sicherung der Konstruktion und die präzise Ausrichtung der Kabinen Zeit beanspruchten. Bei einem Hochhaus oder Fernsehturm dieser Dimension gelten besondere Sicherheitsanforderungen, selbst in vergleichsweise geringer Höhe.
1.200 Besucher zeitweise betroffen
Der Vorfall im Tokyo Skytree hatte über die 20 Eingeschlossenen hinaus weitere Auswirkungen. Zeitweise hielten sich rund 1.200 Menschen auf der Aussichtsplattform und in anderen Bereichen des Turms auf. Aufgrund der Sicherheitsüberprüfung der Aufzuganlagen konnten sie das Bauwerk nicht sofort verlassen.
Im Laufe der Nacht wurden die Besucher jedoch über andere funktionierende Aufzüge schrittweise nach unten gebracht. Auch hier blieb es nach offiziellen Angaben bei Sachschäden; Verletzte gab es nicht. Dennoch machte die Situation deutlich, wie stark der Betrieb des Tokyo Skytree von der reibungslosen Funktion seiner vertikalen Transportsysteme abhängt.
Schließung am Feiertag
Der Betreiber reagierte unmittelbar: Sämtliche Aufzüge des Tokyo Skytree wurden vorsorglich überprüft. Am folgenden Montag blieb das Wahrzeichen geschlossen – ausgerechnet an einem nationalen Feiertag, an dem üblicherweise besonders viele Besucher erwartet werden.
Tickets für den betroffenen Tag sollten vollständig erstattet werden. Zudem kündigte das Unternehmen eine umfassende technische Analyse des Vorfalls an. Details zur konkreten Ursache wurden zunächst nicht veröffentlicht. In ersten Stellungnahmen war von einem „Aufzugsfehler“ die Rede, ohne nähere Spezifizierung.
Technik unter Extrembedingungen
Der Tokyo Skytree ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2012 ein technisches Aushängeschild Japans. Neben seiner Funktion als Fernsehturm dient er als Touristenattraktion mit mehreren Aussichtsplattformen, Restaurants und Geschäften. Millionen Menschen besuchen den Turm jährlich. Die Hochgeschwindigkeitsaufzüge, die Besucher in wenigen Sekunden auf mehrere Hundert Meter Höhe transportieren, gelten als präzise abgestimmte Spezialkonstruktionen.
Dass ein solcher Aufzug in 30 Metern Höhe stehen bleibt, ist selten – aber nicht ausgeschlossen. Selbst moderne Systeme verfügen über zahlreiche Sicherheitsmechanismen, die im Störungsfall einen sofortigen Halt auslösen können. In solchen Fällen steht nicht Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern maximale Sicherheit. Dass niemand verletzt wurde, spricht für die Wirksamkeit dieser Schutzsysteme.
Sicherheitsarchitektur eines Superlativ-Bauwerks
Mit 634 Metern Höhe ist der Tokyo Skytree nicht nur ein Fernsehturm, sondern Teil der kritischen Infrastruktur Tokios. Seine Konstruktion berücksichtigt die seismische Aktivität Japans, starke Winde und hohe Besucherzahlen. Der Turm wurde so entworfen, dass er Erdbeben standhält und Schwingungen kontrolliert ableitet. Entsprechend hoch sind die Standards für Wartung, Inspektion und Notfallmanagement.
Der aktuelle Vorfall betrifft zwar „nur“ 30 Meter über dem Boden – doch in einem Bauwerk dieser Größenordnung wirkt selbst diese Höhe beträchtlich. Für die Eingeschlossenen bedeutete der Stillstand eine Ausnahmesituation. Für Betreiber und Behörden ist er Anlass zur genauen Analyse.
Vertrauen in vertikale Mobilität
Großstädte leben von vertikaler Mobilität. Aufzüge sind elementare Infrastruktur – in Bürohochhäusern ebenso wie in Fernsehtürmen oder Aussichtsplattformen. Der Tokyo Skytree steht symbolisch für diese urbane Dimension. Eine Störung trifft daher nicht nur einzelne Besucher, sondern berührt ein Grundvertrauen in die Sicherheit technischer Systeme.
Nach offiziellen Angaben verlief der Einsatz ruhig. Die Kommunikation mit den Eingeschlossenen blieb stabil, medizinische Notfälle traten nicht auf. Dennoch wird der Vorfall intern ausgewertet werden – auch mit Blick auf mögliche Optimierungen der Notfallabläufe.
Der Tokyo Skytree als Wahrzeichen
Seit seiner Fertigstellung prägt der Tokyo Skytree die Skyline der Metropole. Er überragt die umliegenden Stadtteile und ist weit über die Grenzen Japans hinaus bekannt. Als höchster Fernsehturm Japans und eines der höchsten Bauwerke der Welt zieht er internationale Touristen an, dient als Sendestandort und ist Bestandteil eines groß angelegten Stadtentwicklungsprojekts im Bezirk Sumida.
Seine beiden Aussichtsplattformen gehören zu den meistbesuchten Panoramapunkten Tokios. Gerade an Wochenenden und Feiertagen herrscht dort reger Betrieb. Dass ausgerechnet an einem solchen Tag eine Aufzugstörung den Betrieb lahmlegt, verstärkt die öffentliche Aufmerksamkeit.
Was bislang bekannt ist
- 20 Personen waren in einer Aufzugkabine eingeschlossen.
- Der Stillstand erfolgte etwa 30 Meter über dem Boden.
- Die Rettung dauerte rund fünf Stunden.
- Rund 1.200 weitere Besucher waren zeitweise am Verlassen des Turms gehindert.
- Verletzt wurde niemand.
- Der Tokyo Skytree blieb am Folgetag geschlossen.
Weitere Details zur Ursache sollen nach Abschluss der technischen Untersuchung bekannt gegeben werden.
Der Zwischenfall im Tokyo Skytree endet ohne körperliche Schäden – doch er rückt die unsichtbare Infrastruktur moderner Städte ins Blickfeld. Aufzüge, Sicherheitssysteme, Wartungszyklen: All das bleibt im Alltag meist unbeachtet. Erst wenn Technik aussetzt, wird ihre Bedeutung spürbar.
Der Tokyo Skytree wird seinen Betrieb wieder aufnehmen, sobald die Prüfungen abgeschlossen sind. Für viele Besucher bleibt er ein Symbol technologischer Präzision und urbaner Modernität. Der Vorfall erinnert jedoch daran, dass selbst in hochentwickelten Systemen Redundanz, Kontrolle und Transparenz entscheidend sind. In einem Bauwerk dieser Größe ist jeder technische Zwischenfall mehr als eine Randnotiz – er ist ein Prüfstein für Sicherheit und Vertrauen.



