Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod von Tupac Shakur hat eine Jury in Las Vegas erstmals einen Angeklagten wegen des Mordes an dem Rapper schuldig gesprochen. Duane „Keffe D“ Davis wurde wegen Mordes ersten Grades verurteilt – nicht als mutmaßlicher Schütze, sondern wegen seiner Rolle bei Planung und Unterstützung des Angriffs. Das Strafmaß steht noch aus, zugleich hat Davis angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen.
Las Vegas, 1. September 2026. Der Mord an Tupac Shakur gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten ungelösten Fällen der US-Musikgeschichte. Nun gibt es erstmals einen Schuldspruch: Eine Jury im Clark County im Bundesstaat Nevada hat Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes ersten Grades unter Einsatz einer tödlichen Waffe für schuldig befunden.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters berieten die zwölf Geschworenen knapp drei Stunden, bevor sie zu ihrer Entscheidung kamen. Der Schuldspruch beendet jedoch weder das Verfahren noch sämtliche offenen Fragen rund um den Tod des Rappers. Über das Strafmaß soll erst im Oktober entschieden werden, zudem hat Davis eine Berufung angekündigt.
Tupac Shakur war 25 Jahre alt, als er im September 1996 in Las Vegas angeschossen wurde. Sechs Tage später starb er an seinen Verletzungen. Der Fall entwickelte sich zu einem der prominentesten ungelösten Mordfälle der Pop- und Hip-Hop-Geschichte. Über Jahre gab es Ermittlungen, Spekulationen und zahlreiche öffentliche Aussagen – aber keine Verurteilung.
Tupac Shakur: Davis wurde nicht als Schütze verurteilt
Der entscheidende Punkt des Urteils liegt in der Rolle, die die Staatsanwaltschaft Davis zuschrieb. Ihm wurde nicht vorgeworfen, selbst die tödlichen Schüsse auf Tupac Shakur abgegeben zu haben. Die Anklage sah ihn vielmehr als zentrale Figur bei der Vorbereitung und Organisation der Tat.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Davis die Vergeltungsaktion organisiert und eine Waffe zur Verfügung gestellt haben. Nach dem Recht des Bundesstaates Nevada kann ein Beteiligter auch dann wegen Mordes verurteilt werden, wenn er nicht selbst schießt, aber eine Tat unterstützt, ermöglicht oder maßgeblich mitträgt.
Das Wichtigste zusammengefasst
Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod von Tupac Shakur hat eine Jury Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes ersten Grades schuldig gesprochen. Das Strafmaß steht noch aus, zudem hat Davis eine Berufung angekündigt.
- Was ist passiert?
- Nun gibt es erstmals einen Schuldspruch: Eine Jury im Clark County im Bundesstaat Nevada hat Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes ersten Grades unter Einsatz einer tödlichen Waffe für schuldig befunden.
- Was ist bestätigt?
- Ihm wurde nicht vorgeworfen, selbst die tödlichen Schüsse auf Tupac Shakur abgegeben zu haben.
- Wann?
- Sechs Tage später, am 13. September 1996, starb er im Alter von 25 Jahren.
- Was bedeutet das?
- Er ist der erste Mensch, der im Zusammenhang mit dem Mord an Tupac Shakur vor Gericht schuldig gesprochen wurde.
- Was ist noch offen?
- Nach Angaben von Reuters soll das Strafmaß am 13. Oktober 2026 verkündet werden.
Wie die Tagesschau in ihrer Berichterstattung zum Prozess hervorhob, beruhte der Fall gegen Davis deshalb nicht auf der Behauptung, er sei der Todesschütze gewesen. Genau diese Unterscheidung ist für die Einordnung des Urteils entscheidend. Der Schuldspruch besagt, dass die Jury seine strafrechtliche Beteiligung am Mord an Tupac Shakur als erwiesen ansah. Er klärt nicht abschließend, wer die tödlichen Schüsse abgegeben hat.
Die Vorgeschichte des tödlichen Angriffs in Las Vegas
Nach Darstellung der Anklage begann die unmittelbare Vorgeschichte wenige Stunden vor den Schüssen. Im MGM Grand in Las Vegas war es am Abend des 7. September 1996 nach einem Boxkampf zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Dabei wurde Orlando Anderson, ein Neffe von Davis, angegriffen. Tupac Shakur und Personen aus seinem Umfeld waren daran beteiligt.
Die Staatsanwaltschaft wertete den späteren Angriff auf Shakur als Vergeltungsaktion. Der Rapper saß zu diesem Zeitpunkt in einem BMW, der von Marion „Suge“ Knight gefahren wurde, dem Mitgründer von Death Row Records. An einer Kreuzung näherte sich ein weißer Cadillac. Aus dem Wagen wurden mehrere Schüsse auf den BMW abgegeben.
Tupac Shakur wurde schwer verletzt. Sechs Tage später, am 13. September 1996, starb er im Alter von 25 Jahren. Die Tat machte weltweit Schlagzeilen und blieb über Jahrzehnte ohne gerichtliche Aufarbeitung gegen einen Angeklagten.
Davis hatte später selbst erklärt, sich in dem Cadillac befunden zu haben. Diese früheren Aussagen wurden viele Jahre danach zu einem wichtigen Bestandteil des Strafverfahrens.
Eigene Aussagen wurden für Davis zum zentralen Problem
Über Jahre sprach Davis öffentlich über die Ereignisse rund um den Mord an Tupac Shakur. Er äußerte sich in Interviews, in aufgezeichneten Gesprächen und später auch in seinen Memoiren. Dabei schilderte er Details über die Nacht des Angriffs und seine eigene Anwesenheit im Fahrzeug.
Für die Staatsanwaltschaft waren diese Aussagen ein wesentlicher Baustein. Sie argumentierte, Davis habe seine Rolle über einen langen Zeitraum hinweg mehrfach und in unterschiedlichen Zusammenhängen beschrieben. Die Ankläger sahen darin keine beiläufigen oder isolierten Äußerungen, sondern ein wiederkehrendes Muster.
Die Verteidigung stellte genau das infrage. Sie argumentierte, Davis habe seine Geschichten über den Fall möglicherweise ausgeschmückt, um Aufmerksamkeit zu erhalten oder finanziell davon zu profitieren. Seine öffentlichen Aussagen seien deshalb nicht automatisch als verlässliche Beschreibung des tatsächlichen Geschehens zu werten.
Zudem verwies die Verteidigung darauf, dass es aus ihrer Sicht an unabhängigen Beweismitteln fehle, die Davis allein aufgrund von Fotos, Telefonunterlagen oder vergleichbaren Spuren eindeutig mit dem Tatfahrzeug verbinden. Der Prozess drehte sich damit in erheblichem Maß um die Frage, wie glaubwürdig Davis' eigene jahrzehntelange Erzählungen waren.
Die Jury folgte am Ende der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Mit dem Schuldspruch akzeptierte sie die These, dass Davis in strafrechtlich relevanter Weise am Mord an Tupac Shakur beteiligt war.
Festnahme erst 27 Jahre nach dem Mord
Davis war Ermittlern im Zusammenhang mit dem Fall nicht erst seit kurzer Zeit bekannt. Dennoch dauerte es bis 2023, bevor er festgenommen und angeklagt wurde. Er plädierte auf nicht schuldig und bestritt die strafrechtliche Verantwortung, die ihm die Staatsanwaltschaft zuschrieb.
Dass es überhaupt zu einem Prozess kam, war deshalb bereits eine Zäsur. Der Mord an Tupac Shakur galt über viele Jahre als einer jener Fälle, bei denen zwar zahlreiche Namen, Theorien und Aussagen kursierten, eine strafrechtliche Entscheidung aber ausblieb.
Mit der Verurteilung von Duane Davis hat sich das geändert. Er ist der erste Mensch, der im Zusammenhang mit dem Mord an Tupac Shakur vor Gericht schuldig gesprochen wurde. Der symbolische Stellenwert des Urteils ist entsprechend hoch.
Juristisch bleibt die Reichweite dennoch klar begrenzt. Die Jury hat Davis nicht zum Todesschützen erklärt. Sie hat über seine Beteiligung an der Tat entschieden. Wer die Schüsse letztlich abgab, ist damit nicht automatisch abschließend gerichtlich geklärt.
Strafmaß im Oktober, Berufung angekündigt
Der Schuldspruch ist noch nicht das Ende des Verfahrens. Nach Angaben von Reuters soll das Strafmaß am 13. Oktober 2026 verkündet werden. Davis droht eine lebenslange Freiheitsstrafe, im äußersten Fall ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.
Wie hoch die Strafe tatsächlich ausfallen wird, steht bislang nicht fest. Entsprechend wäre es verfrüht, bereits von einer endgültigen lebenslangen Haftstrafe zu sprechen.
Hinzu kommt die angekündigte Berufung. Davis erklärte nach dem Urteil, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen. Damit könnte der Mordfall Tupac Shakur auch nach dem historischen Schuldspruch noch längere Zeit Gegenstand weiterer juristischer Auseinandersetzungen bleiben.
Der Fall ist weiter als je zuvor – aber noch nicht abgeschlossen
Fast 30 Jahre nach den Schüssen in Las Vegas hat der Mord an Tupac Shakur erstmals zu einer Verurteilung geführt. Für einen Fall, der über Jahrzehnte ohne gerichtliche Entscheidung geblieben war, ist das ein Einschnitt.
Gleichzeitig setzt das Urteil keinen endgültigen Schlusspunkt. Das Strafmaß steht aus, eine Berufung ist angekündigt, und die Frage nach dem konkreten Schützen bleibt von der Entscheidung gegen Davis getrennt. Fest steht bislang nur: Eine Jury hat den 63-Jährigen wegen seiner Beteiligung an dem Mord schuldig gesprochen.
Damit hat die juristische Aufarbeitung des Mordes an Tupac Shakur einen Stand erreicht, den es seit 1996 nicht gegeben hatte. Ob das Urteil Bestand haben wird und welche Strafe Davis erhält, entscheidet sich erst in den nächsten Verfahrensschritten.





















