Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle haben Ermittler offenbar ein weiteres Fluggerät entdeckt. Bereits Anfang August war dort eine Drohne mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder gefunden worden; eine Frachtmaschine könnte zudem mit einem zweiten Flugobjekt kollidiert sein. Die neuen Funde werfen weitere Fragen nach Umfang, Ziel und Urhebern der möglichen Aktion auf.
Leipzig/Halle, 25. August 2026. Die Ermittlungen zum Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle haben offenbar eine neue Spur ergeben. Nach gemeinsamen Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung sollen Ermittler ein weiteres Fluggerät entdeckt haben. Zudem sei weiteres explosives Material gefunden worden. Eine öffentliche Bestätigung der jüngsten Funde durch die Bundesanwaltschaft lag zunächst nicht vor.
Brisant ist die neue Entwicklung vor allem deshalb, weil bereits seit Anfang August mehrere Flugobjekte eine Rolle in dem Verfahren spielen. Am 4. August war im Sicherheitsbereich des Frachtflugbetriebs eine Drohne entdeckt worden, an der professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht waren. Während des Zwischenfalls kollidierte außerdem eine Frachtmaschine mit einem bislang nicht abschließend identifizierten Gegenstand. Die Bundesanwaltschaft hält es für möglich, dass es sich auch dabei um eine Drohne gehandelt hat.
Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle wird zum komplexen Ermittlungsfall
Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen am 6. August. Nach ihren Angaben bestehen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass mit der aufgefundenen Drohne eine Explosion verursacht werden sollte. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
Damit geht es längst nicht mehr um einen gewöhnlichen Drohnenflug über einem sensiblen Gelände. Die Ermittler behandeln den Fall als schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur. Das Bundeskriminalamt führt die polizeilichen Ermittlungen im Auftrag der Bundesanwaltschaft.
Die erste Drohne war nach Behördenangaben im Bereich des Frachtflugbetriebs nahe der Südpiste entdeckt worden. Infolge des Vorfalls wurde der Flughafenbetrieb zeitweise eingeschränkt. Flugzeuge mussten ihre Anflüge abbrechen oder auf andere Flughäfen ausweichen.
Das Wichtigste zusammengefasst
Am Flughafen Leipzig/Halle wird wegen eines mutmaßlichen Anschlagsversuchs mit einer Sprengstoffdrohne ermittelt. Neue Medienrecherchen berichten von einem weiteren Fluggerät und zusätzlichem explosivem Material, deren behördliche Einordnung noch aussteht.
- Was ist passiert?
- Am 4. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder entdeckt.
- Was ist bestätigt?
- Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass mit dem Fluggerät eine Explosion verursacht werden sollte.
- Was ist passiert?
- Nach gemeinsamen Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung sollen Ermittler ein weiteres Fluggerät entdeckt haben.
- Was ist noch offen?
- Nicht geklärt sind weiterhin die Täterschaft, das konkrete Ziel des Anschlagsversuchs sowie die Frage, ob alle bislang bekannten Funde unmittelbar miteinander zusammenhängen.
Frachtmaschine kollidierte mit unbekanntem Gegenstand
Eine besondere Rolle spielt weiterhin die Frachtmaschine, die während des Vorfalls durchstarten musste. Im erweiterten Bereich des Flughafens kollidierte sie mit einem unbekannten Gegenstand. Die Maschine konnte später sicher in Hannover landen. An ihrer Front wurden leichte Schäden festgestellt.
Schon kurz nach dem Vorfall äußerte die Bundesanwaltschaft den Verdacht, dass das Kollisionsobjekt ebenfalls eine Drohne gewesen sein könnte. Sollte sich nun bestätigen, dass Ermittler tatsächlich noch ein weiteres Fluggerät gefunden haben, wären mindestens drei Drohnen oder mutmaßliche Drohnen Bestandteil des gesamten Geschehens.
Eine solche Gesamtzahl ist bislang allerdings nicht offiziell bestätigt. Sie ergibt sich aus der Verbindung der bekannten Behördenangaben mit den aktuellen Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Gerade deshalb bleibt die genaue Rolle der einzelnen Fluggeräte offen.
Weitere Drohne und explosives Material offenbar sichergestellt
Die jüngste Entwicklung erweitert den bisherigen Ermittlungsstand. Nach den gemeinsamen Recherchen der drei Medien soll ein weiteres Fluggerät gefunden worden sein. Zusätzlich sei explosives Material entdeckt worden. Bei diesem Material könnte es sich um Sprengstoff militärischer Art handeln.
Diese Einordnung ist jedoch bislang nicht durch eine neue öffentliche Mitteilung der Bundesanwaltschaft bestätigt. Gesichert ist dagegen, dass bereits an der zuerst gefundenen Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht waren.
Für die Ermittler dürfte deshalb entscheidend sein, ob sich zwischen den verschiedenen Funden technische oder kriminalistische Verbindungen herstellen lassen. Öffentlich bekannt ist dazu bislang nur wenig.
Technische Spuren und DNA im Umfeld des Flughafens
Schon in den Tagen nach dem Vorfall waren weitere Hinweise bekannt geworden. Nach Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung fanden Ermittler unter anderem eine Antenne in der Nähe des Flughafens. Sie könnte zur Steuerung oder Verstärkung eines Drohnensignals eingesetzt worden sein.
Zudem wurden nach diesen Berichten mehrere DNA-Spuren im Zusammenhang mit dem Fall gesichert. Welche Bedeutung sie für die Identifizierung möglicher Täter haben, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Was im Fall Leipzig/Halle als gesichert gilt
- Am 4. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder entdeckt.
- Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass mit dem Fluggerät eine Explosion verursacht werden sollte.
- Eine Frachtmaschine kollidierte im Zusammenhang mit dem Vorfall mit einem unbekannten Gegenstand; eine weitere Drohne gilt als mögliche Ursache.
- Das Bundeskriminalamt führt die polizeilichen Ermittlungen.
- Nach aktuellen Medienrecherchen soll inzwischen ein weiteres Fluggerät gefunden worden sein.
Nicht geklärt sind weiterhin die Täterschaft, das konkrete Ziel des Anschlagsversuchs sowie die Frage, ob alle bislang bekannten Funde unmittelbar miteinander zusammenhängen.
Täter und mögliches Ziel des Anschlagsversuchs bleiben unbekannt
Der wichtigste offene Punkt betrifft die Urheber. Bislang gibt es keine öffentlich belastbare Feststellung dazu, wer die Drohne mit dem Sprengsatz vorbereitet oder gesteuert hat. Auch ein Motiv ist nicht abschließend bekannt.
In Sicherheitskreisen werden mögliche Parallelen zu früheren Sabotagefällen geprüft. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte den Vorgang als mögliches hybrides Anschlagsszenario eingeordnet und eine Beteiligung fremder Mächte nicht ausgeschlossen. Eine konkrete staatliche Urheberschaft ist jedoch nicht bewiesen.
Auch das mögliche Angriffsziel bleibt Gegenstand der Ermittlungen. Im Umfeld des Flughafens standen unter anderem Frachtbewegungen und ukrainische Maschinen im Fokus der öffentlichen Berichterstattung. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein bestimmtes Flugzeug nachweislich Ziel der Aktion war.
Ebenso wenig ist belegt, dass eine konkret betroffene Maschine zum Zeitpunkt des Vorfalls Munition transportierte. Solche Zusammenhänge sind bislang nicht ausreichend gesichert und dürfen deshalb nicht als feststehende Tatsachen behandelt werden.
Warum der Fund einer weiteren Drohne relevant ist
Der mögliche neue Drohnenfund könnte die Dimension des Falls verändern. Schon der bisherige Ermittlungsstand deutete auf einen außergewöhnlich komplexen Vorgang hin: Sprengstoff, Zünder, ein sicherheitsrelevanter Bereich des Flughafens, eine mögliche Kollision mit einem zweiten Flugobjekt sowie technische und biologische Spuren im Umfeld.
Kommt nun tatsächlich ein weiteres Fluggerät hinzu, stellt sich umso dringlicher die Frage, ob mehrere Drohnen koordiniert eingesetzt wurden. Genau das ist bislang aber nicht belegt. Unklar bleibt ebenso, welche Funktion das neu entdeckte Fluggerät hatte und ob es mit Sprengstoff ausgestattet war.
Auch beim zusätzlich gefundenen explosiven Material muss die weitere kriminaltechnische Untersuchung zeigen, ob es unmittelbar zum Anschlagsversuch gehört. Herkunft, Menge und genaue Beschaffenheit sind öffentlich bislang nicht abschließend eingeordnet.
Die neue Spur verschärft die offenen Fragen
Der Anschlagsverdacht am Flughafen Leipzig/Halle selbst ist durch die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft klar dokumentiert. Neu ist die Information, dass offenbar ein weiteres Fluggerät sowie zusätzliches explosives Material gefunden wurden. Solange die Behörden diese Funde nicht detailliert bestätigen und in den Gesamtzusammenhang einordnen, bleibt bei ihrer Bewertung Zurückhaltung geboten.
Fest steht zugleich, dass der Fall auch Wochen nach dem Vorfall nicht abgeschlossen ist. Der mögliche Fund einer weiteren Drohne macht deutlich, wie viele zentrale Fragen noch offen sind: Wie viele Fluggeräte waren tatsächlich beteiligt? Welches Ziel sollte getroffen werden? Und wer steckt hinter dem Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle?
Auf Antworten darauf dürften sich die weiteren Ermittlungen von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt nun konzentrieren.





















