Freibad-Sommer-Lounge in Dillweißenstein: Ein Stadtteil hält sein Bad im Gespräch
Das Nagoldfreibad in Pforzheim-Dillweißenstein bleibt wegen der laufenden Sanierung in der Saison 2026 geschlossen. Ganz auf Freibadstimmung musste der Stadtteil dennoch nicht verzichten: Mit der Freibad-Sommer-Lounge wurde der Ludwigsplatz für ein Wochenende zum sommerlichen Treffpunkt.
Am 4. und 5. Juli fand dort ein Fest statt, das den Ausfall des Freibadbetriebs nicht ersetzen konnte, aber sichtbar an das erinnerte, was ein Bad für einen Stadtteil sein kann: ein Ort der Begegnung, des Sommers und des Alltags. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Förderverein Nagoldfreibad Pforzheim e.V. gemeinsam mit dem Bürgerverein Dillweißenstein e.V. Die Schirmherrschaft übernahm Oberbürgermeister Peter Boch.
Sommerflair auf dem Ludwigsplatz
Die Freibad-Sommer-Lounge brachte Elemente eines Badetags in die Ortsmitte. Zum Programm gehörten unter anderem Wasserspiele, Mitmachangebote, eine Italienische Nacht mit Musik, ein Weißwurstfrühstück, Live-Musik und offene Ateliers. Der Ludwigsplatz wurde damit für zwei Tage zu einem Ersatzort für das, was sonst im Nagoldfreibad stattfindet: gemeinsames Draußensein, Gespräche, kurze Wege und sommerliche Atmosphäre.
Belastbare Angaben zu Besucherzahlen liegen nicht vor. Auch deshalb sollte die Veranstaltung nicht vorschnell als großer Erfolg etikettiert werden. Sicher ist aber: Vereine und Stadtteilakteure nutzten die Sanierungspause, um das Freibad als Thema im öffentlichen Leben präsent zu halten.
Warum das Nagoldfreibad 2026 geschlossen bleibt
Die Schließung des Nagoldfreibads hängt mit der laufenden Sanierung zusammen. Die Stadt Pforzheim hatte im Frühjahr mitgeteilt, dass sich die Wiedereröffnung verschiebt. Als Gründe wurden unter anderem eine längere Frostperiode, Verzögerungen im Bauablauf sowie zusätzliche Arbeiten wegen stärker als erwarteter Felsformationen genannt.
Nach Angaben der Stadt umfasst die Sanierung ein Investitionsvolumen von rund 10,5 Millionen Euro. Geplant sind unter anderem eine neue Edelstahlwanne für das große Becken, moderne Badtechnik, sanierte Bereiche für Mitarbeitende und Gastronomie sowie ein erneuerter Kinderbereich.
Vereine halten die Verbindung zum Freibad lebendig
Gerade weil das Bad in dieser Saison geschlossen bleibt, bekommt das Engagement der örtlichen Vereine besonderes Gewicht. Der Förderverein Nagoldfreibad setzt sich seit Jahren für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Bads ein. Gemeinsam mit dem Bürgerverein Dillweißenstein entstand nun ein Format, das den Stadtteil nicht nur über Baufortschritte sprechen ließ, sondern über das gemeinsame Erleben.
Dabei ist die Aussage, das Fest habe „Menschen zusammengebracht“, keine messbare Tatsache, sondern eine vorsichtige redaktionelle Einordnung. Sie stützt sich auf den öffentlichen Charakter der Veranstaltung, das Programm und die Beteiligung lokaler Vereine. Erfassen lässt sich der soziale Effekt eines solchen Wochenendes nicht in Zahlen, wohl aber in seiner Funktion: Die Freibad-Sommer-Lounge schuf einen Anlass, im Stadtteil zusammenzukommen.
Mehr als ein Ersatzprogramm
Das Fest machte deutlich, dass ein Freibad für einen Stadtteil mehr sein kann als ein Schwimmbecken. Wenn ein solcher Ort vorübergehend wegfällt, fehlt nicht nur eine Freizeitmöglichkeit, sondern auch ein vertrauter Treffpunkt. Die Freibad-Sommer-Lounge setzte genau dort an: Sie verlagerte das Freibadgefühl auf den Ludwigsplatz, ohne die laufende Sanierung auszublenden.
Ob daraus ein wiederkehrendes Format wird, ist offen. Für Dillweißenstein war das Wochenende vor allem ein Zeichen, dass das Nagoldfreibad auch während der Bauphase im Bewusstsein bleibt. Bis zur Wiedereröffnung bleibt der Blick auf die Baustelle gerichtet. Der Stadtteil hat derweil gezeigt, dass sich Gemeinschaft nicht nur am Beckenrand herstellen lässt.





















