Mit kostenlosen Selbstbehauptungskursen für Frauen setzt Stuttgart seine Präventionsarbeit gegen Gewalt und Bedrohungssituationen im öffentlichen Raum fort. Die Veranstaltungsreihe „Mit mir nicht!“ richtet sich an Frauen ab 18 Jahren und vermittelt Strategien zur Gefahreneinschätzung, Deeskalation und sicheren Kommunikation. Hinter dem Angebot steht ein Netzwerk aus Stadtverwaltung, Polizeipräsidium und lokalen Einrichtungen – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung Sicherheitsgefühl und Prävention inzwischen im urbanen Alltag einnehmen.
Stuttgart, 11. Mai 2026
Es sind Situationen, die viele Frauen kennen: ein leerer Bahnsteig am Abend, ein unangenehmer Kommentar auf dem Heimweg, eine Begegnung, die innerhalb weniger Sekunden ein Gefühl von Unsicherheit auslöst. Genau an diesem Punkt setzt die Veranstaltungsreihe „Mit mir nicht!“ in Stuttgart an. Die kostenlosen Selbstbehauptungskurse sollen Frauen dabei unterstützen, Gefahrensituationen frühzeitig wahrzunehmen, Grenzen klar zu setzen und in kritischen Momenten handlungsfähig zu bleiben.
Organisiert wird das Angebot von der Kommunalen Kriminalprävention der Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Stuttgart. Die Kurse finden an mehreren Standorten im Stadtgebiet statt und richten sich ausdrücklich an Frauen ohne sportliche Vorkenntnisse. Im Mittelpunkt stehen nicht Kampfsport oder körperliche Stärke, sondern Prävention, Wahrnehmung und sicheres Auftreten im Alltag.
Der nächste Termin ist für den 11. Mai in Stuttgart-Zuffenhausen angesetzt. Weitere Veranstaltungen folgen im Laufe des Jahres unter anderem in Heslach, Stuttgart-West und am Hallschlag.
Selbstbehauptung statt Eskalation
Die Veranstalter verfolgen mit dem Kurs bewusst einen präventiven Ansatz. Es geht nicht darum, Teilnehmerinnen zu Kämpferinnen auszubilden. Vielmehr sollen sie lernen, gefährliche Situationen früher zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Die Schulungen konzentrieren sich deshalb auf Körpersprache, Kommunikation, Distanzverhalten und das richtige Einschätzen von Konfliktsituationen.
Geleitet werden die Kurse jeweils von einem Konflikttrainer und einer Polizeibeamtin. In praktischen Übungen werden Alltagssituationen nachgestellt, die vielen Frauen vertraut sind: bedrängende Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, unangenehme Situationen auf nächtlichen Wegen oder verbale Grenzüberschreitungen im öffentlichen Raum.
Dabei geht es auch um eine Frage, die in Präventionskonzepten seit Jahren eine zentrale Rolle spielt: Wie lässt sich eine Situation entschärfen, bevor sie eskaliert? Genau hier setzt das Training an. Die Teilnehmerinnen sollen lernen, klar aufzutreten, deutliche Signale zu senden und das eigene Umfeld bewusster wahrzunehmen.
Warum das Thema viele Frauen beschäftigt
Das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum bleibt für viele Frauen ein sensibles Thema. Studien und Präventionsstellen weisen seit Jahren darauf hin, dass Unsicherheit häufig nicht allein aus konkreten Vorfällen entsteht, sondern auch aus alltäglichen Erfahrungen: aufdringliche Kommentare, unangenehme Nähe oder Situationen, in denen Frauen sich ausgeliefert fühlen.
Gerade in Großstädten gehört das Thema deshalb längst zur kommunalen Präventionsarbeit. Auch Stuttgart setzt seit Jahren auf Angebote, die nicht erst nach Straftaten ansetzen, sondern bereits vorher Handlungssicherheit vermitteln sollen.
Die Veranstaltungsreihe „Mit mir nicht!“ ist Teil dieser Strategie. Das Konzept richtet sich bewusst an Frauen, die keine Erfahrung mit Selbstverteidigung haben. Körperliche Fitness spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, eigene Grenzen frühzeitig wahrzunehmen und deutlich zu kommunizieren.
Nach Angaben der Veranstalter sollen die Kurse dazu beitragen, Selbstbewusstsein und Handlungskompetenz zu stärken. Viele Übungen basieren deshalb nicht auf körperlicher Konfrontation, sondern auf Präsenz, Stimme und Haltung.
Mehrere Termine im gesamten Stadtgebiet
Die Kurse werden 2026 an unterschiedlichen Standorten angeboten. Damit wollen die Organisatoren möglichst viele Stadtteile erreichen und das Angebot niedrigschwellig zugänglich machen.
- 11. Mai 2026 – Stuttgart-Zuffenhausen
- 14. Juli 2026 – Stadtteilhaus Hallschlag
- 17. September 2026 – MTV Stuttgart
- 20. Oktober 2026 – Gebrüder-Schmid-Zentrum in Heslach
Bereits in den vergangenen Monaten fanden Veranstaltungen in weiteren Stadtteilen statt. Die Nachfrage nach den Kursen gilt seit Jahren als hoch. Präventionsangebote rund um Selbstbehauptung und Sicherheit werden vielerorts stark nachgefragt – nicht nur in Stuttgart.
Auch Volkshochschulen, Vereine und freie Trainerinnen bieten inzwischen regelmäßig Kurse für Frauen und Mädchen an. Inhaltlich ähneln sich viele Konzepte: Gefahren erkennen, Grenzen setzen, deeskalieren, handlungsfähig bleiben.
Die Rolle von Polizei und Präventionsarbeit
Dass Polizei und Stadtverwaltung gemeinsam hinter dem Projekt stehen, ist Teil eines größeren Präventionsansatzes. Kommunale Sicherheitsarbeit beschränkt sich längst nicht mehr ausschließlich auf klassische Polizeipräsenz. Immer stärker rücken Aufklärung, Sensibilisierung und Prävention in den Mittelpunkt.
Gerade bei Themen wie Belästigung oder Unsicherheit im öffentlichen Raum setzen viele Städte inzwischen auf niedrigschwellige Angebote. Ziel ist es, Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich im Alltag sicherer bewegen zu können.
In Stuttgart gehört die Veranstaltungsreihe mittlerweile zu den etablierten Präventionsformaten. Unterstützt wird sie durch lokale Einrichtungen und Partner in den jeweiligen Stadtteilen. Die Kurse sind kostenlos, eine bewusste Entscheidung der Organisatoren. Niemand soll aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werden.
Die Veranstaltungen dauern jeweils mehrere Stunden und verbinden theoretische Inhalte mit praktischen Übungen. Die Teilnehmerinnen lernen unter anderem, wie Konflikte entstehen, welche Warnsignale ernst genommen werden sollten und wie Körpersprache bewusst eingesetzt werden kann.
Selbstbewusstsein als Schlüssel zur Handlungssicherheit
Fachleute aus Prävention und Gewaltberatung betonen seit Jahren, dass Selbstbehauptung weit über körperliche Abwehrtechniken hinausgeht. Oft beginne Sicherheit bereits mit Aufmerksamkeit, Auftreten und Kommunikation.
Viele Konfliktsituationen entwickeln sich schrittweise. Genau deshalb spielt die frühe Wahrnehmung von Warnsignalen in den Kursen eine zentrale Rolle. Teilnehmerinnen sollen lernen, Situationen schneller einzuordnen und eigene Grenzen klarer zu formulieren.
Hinzu kommt ein psychologischer Faktor: Wer sich vorbereitet fühlt, reagiert in Stressmomenten häufig ruhiger und entschlossener. Die Kurse setzen deshalb stark auf Rollenspiele und Alltagssituationen. Ziel ist es, Handlungsmuster nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern praktisch einzuüben.
Der Fokus liegt dabei konsequent auf Alltagstauglichkeit. Die Inhalte sollen nicht nur im Kursraum funktionieren, sondern in Situationen, die Frauen tatsächlich erleben können – an Haltestellen, auf Wegen durch die Stadt oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Großes Interesse an Sicherheitstrainings
Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse erleben seit Jahren eine hohe Nachfrage. Anbieter berichten regelmäßig von steigenden Teilnehmerzahlen, insbesondere nach öffentlich diskutierten Fällen von Gewalt oder Belästigung.
Das Interesse reicht inzwischen weit über klassische Kampfsportangebote hinaus. Viele Frauen suchen keine sportliche Herausforderung, sondern konkrete Strategien für den Alltag. Genau darauf reagieren moderne Präventionskonzepte wie „Mit mir nicht!“.
Dabei steht weniger die Vorstellung körperlicher Auseinandersetzungen im Mittelpunkt als vielmehr die Frage, wie sich Konflikte möglichst früh entschärfen lassen. Selbstbewusstes Auftreten, klare Kommunikation und das Wahrnehmen eigener Grenzen gelten dabei als zentrale Elemente.
Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Wandel: Themen wie persönliche Sicherheit, Grenzüberschreitungen und Gewaltprävention werden heute deutlich offener diskutiert als noch vor einigen Jahren. Präventionsangebote stoßen deshalb auf ein breites Interesse – auch über klassische Zielgruppen hinaus.
Präventionsangebote werden Teil urbaner Sicherheitskonzepte
Die Veranstaltungsreihe in Stuttgart steht exemplarisch für eine Entwicklung, die sich in vielen deutschen Städten beobachten lässt. Prävention wird zunehmend als dauerhafte kommunale Aufgabe verstanden – nicht nur als Reaktion auf konkrete Vorfälle.
Dazu gehören Informationsangebote, Aufklärungskampagnen und Trainingsprogramme, die Menschen im Alltag stärken sollen. Selbstbehauptungskurse nehmen dabei eine besondere Rolle ein, weil sie praktische Übungen mit psychologischen und kommunikativen Elementen verbinden.
Die Stadt Stuttgart setzt dabei sichtbar auf Kooperationen zwischen Polizei, Verwaltung und lokalen Einrichtungen. Das Ziel bleibt klar definiert: Frauen sollen lernen, Gefahrensituationen besser einzuschätzen und sich sicherer im öffentlichen Raum zu bewegen.
Zwischen Alltagserfahrung und Sicherheitsgefühl
Die große Resonanz auf Formate wie „Mit mir nicht!“ zeigt, wie präsent das Thema Sicherheit für viele Frauen weiterhin ist. Dabei geht es nicht allein um konkrete Bedrohungen, sondern oft um alltägliche Situationen, die Unsicherheit auslösen können.
Genau an diesem Punkt setzen die Kurse an. Sie sollen kein Gefühl permanenter Gefahr vermitteln, sondern Handlungssicherheit schaffen – sachlich, praxisnah und ohne Dramatisierung. Dass die Veranstaltungsreihe in Stuttgart inzwischen regelmäßig angeboten wird, deutet darauf hin, dass der Bedarf an solchen Angeboten weiterhin hoch bleibt.
Für die Teilnehmerinnen geht es dabei häufig um etwas Grundsätzliches: sich im eigenen Alltag freier, sicherer und selbstbestimmter bewegen zu können. Präventionsarbeit beginnt damit nicht erst im Ernstfall, sondern lange davor – auf Straßen, in Bahnen und in Situationen, die für viele Menschen alltäglich erscheinen.





















