
Herning, 1. Februar 2026 – Die Luft in der Jyske Bank Boxen wirkt schwer, beinahe elektrisch. Gespräche verebben, Fahnen ruhen für einen Moment, dann brandet wieder Lärm auf. Ein Finale kündigt sich an, das mehr ist als ein Spiel: Deutschland gegen Dänemark, Handball-EM-Finale, ein Abend, der über Wochen hinaus nachhallen wird.
Nach mehr als zwei intensiven Turnierwochen erreicht die Handball-Europameisterschaft 2026 ihren sportlichen und emotionalen Höhepunkt. Im Endspiel der EHF EURO stehen sich zwei Nationen gegenüber, die den europäischen Handball seit Jahren prägen. Deutschland und Dänemark haben sich durch ein anspruchsvolles Turnier gespielt, Widerstände überwunden und Rivalen bezwungen. Nun bleibt nur noch diese eine Partie, die über Gold, Silber und die Einordnung eines ganzen Turniers entscheidet.
Der lange Weg ins Handball-EM-Finale
Die Handball-EM 2026 begann Mitte Januar mit großen Erwartungen. 24 Mannschaften, verteilt auf mehrere Gastgeberländer, traten an, um Europas beste Auswahl zu ermitteln. Schon in der Vorrunde zeigte sich, dass dieses Turnier von Ausgeglichenheit und hoher Intensität geprägt sein würde. Kaum ein Spiel war früh entschieden, Favoritensiege mussten erarbeitet werden.
Deutschland und Dänemark bestätigten im Turnierverlauf ihre Ambitionen. Beide Teams bewegten sich konstant auf hohem Niveau, ohne jedoch unverwundbar zu wirken. Gerade diese Mischung aus Qualität und Verletzlichkeit verlieh der Europameisterschaft ihre besondere Spannung.
Deutschlands Halbfinale: Kontrolle unter Druck
Im ersten Halbfinale traf die deutsche Nationalmannschaft auf Kroatien. Die Partie entwickelte sich von Beginn an zu einem körperbetonten Duell, in dem jede Unaufmerksamkeit sofort bestraft wurde. Deutschland behielt jedoch die Nerven. Mit strukturierter Offensive, geduldigen Angriffen und einer phasenweise sehr stabilen Defensive setzte sich das Team am Ende mit 31:28 durch.
Der Sieg war kein Ergebnis einzelner Glanzmomente, sondern Ausdruck einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Immer wieder fand Deutschland Antworten auf kroatische Läufe, ohne in Hektik zu verfallen. Der Finaleinzug bedeutete zugleich das erste EM-Endspiel für die deutsche Mannschaft seit einem Jahrzehnt – ein Meilenstein für ein Team, das in den vergangenen Jahren einen deutlichen Umbruch erlebt hatte.
- Halbfinale: Deutschland – Kroatien 31:28
- Spielort: Jyske Bank Boxen, Herning
- Entscheidend: Konstanz über 60 Minuten
Bundestrainer Alfred Gislason betonte nach dem Spiel die Entwicklung seiner Mannschaft. Es sei gelungen, junge Spieler in Verantwortung zu bringen und zugleich Stabilität zu bewahren. Der Finaleinzug wurde so auch als Bestätigung eines langfristigen Prozesses verstanden.
Dänemark nutzt Heimvorteil und Erfahrung
Das zweite Halbfinale stellte den Gastgeber Dänemark vor eine andere, aber nicht minder anspruchsvolle Aufgabe. Island erwies sich als unangenehmer Gegner, der mit Tempo, Kreativität und hoher Intensität agierte. Lange blieb das Spiel offen, ehe Dänemark im zweiten Durchgang seine Erfahrung ausspielte und sich ebenfalls mit 31:28 durchsetzte.
Die dänische Mannschaft profitierte dabei nicht nur von der Unterstützung der heimischen Fans, sondern auch von ihrer Routine in engen Spielen. In den entscheidenden Phasen agierte sie abgeklärter, nutzte Fehler des Gegners konsequent und behielt die Kontrolle über das Spieltempo.
- Halbfinale: Dänemark – Island 31:28
- Schlüsselphase: Mitte der zweiten Halbzeit
- Rückraumspiel als entscheidender Faktor
Überschattet wurde der Sieg von der Verletzung eines dänischen Kreisläufers, der nach einem Kopftreffer ausgewechselt werden musste. Eine medizinische Abklärung folgte, sein Einsatz im Finale blieb zunächst offen. Für das dänische Team bedeutete dies eine zusätzliche Ungewissheit vor dem wichtigsten Spiel des Turniers.
Herning als Zentrum des europäischen Handballs
Mit der Jyske Bank Boxen wurde Herning zum Herzstück der Endrunde. Die moderne Arena bot den Rahmen für Spiele auf höchstem Niveau und erwies sich als würdiger Austragungsort für Halbfinals und Handball-EM-Finale. Bis zu 15 000 Zuschauer sorgten für eine Atmosphäre, die selbst erfahrene Profis als außergewöhnlich beschrieben.
Die Konzentration der entscheidenden Spiele an einem Ort verlieh der Schlussphase des Turniers zusätzliche Dichte. Fans aus ganz Europa strömten nach Herning, Medienvertreter beobachteten jedes Detail, jede taktische Anpassung, jede emotionale Regung auf und neben dem Spielfeld.
Turnierstruktur und sportliche Belastung
Die Europameisterschaft folgte einem bewährten Modus: Vorrunde, Hauptrunde, Halbfinale, Finale. Doch die hohe Qualität der teilnehmenden Mannschaften sorgte dafür, dass die Belastung von Spiel zu Spiel zunahm. Kaum eine Partie ließ Raum für Schonung, jedes Spiel verlangte volle Konzentration.
Deutschland und Dänemark meisterten diese Herausforderung mit bemerkenswerter Konstanz. Beide Teams blieben über weite Strecken frei von Leistungseinbrüchen, auch wenn sie sich nie auf klaren Vorsprüngen ausruhen konnten. Gerade diese Fähigkeit, auch unter Druck stabil zu bleiben, führte sie schließlich ins Handball-EM-Finale.
Historische Dimension des Finales
Begegnungen zwischen Deutschland und Dänemark haben im Handball eine lange Tradition. Beide Nationen zählen seit Jahrzehnten zur europäischen Spitze, haben Titel gewonnen, Generationen von Spitzenspielern hervorgebracht und das Spiel geprägt. Dass sie nun im EM-Finale aufeinandertreffen, verleiht dem Duell eine besondere historische Note.
Für Deutschland bot sich die Chance, an frühere Erfolge anzuknüpfen und nach längerer Durststrecke wieder ganz oben zu stehen. Für Dänemark ging es darum, vor heimischem Publikum einen weiteren Titel hinzuzufügen und die eigene Stellung im europäischen Handball zu untermauern.
Taktik, Tiefe und mentale Stärke
Beide Mannschaften brachten unterschiedliche Stärken ins Handball-EM-Finale ein. Deutschland überzeugte durch Variabilität, mannschaftliche Geschlossenheit und eine Defensive, die sich flexibel auf verschiedene Gegner einstellen konnte. Dänemark setzte auf Spielkontrolle, individuelle Klasse im Rückraum und eine große taktische Reife.
Entscheidend war weniger ein einzelner Spielzug als vielmehr die Fähigkeit, sich im Spielverlauf anzupassen. Das Finale versprach ein Duell auf Augenhöhe, in dem kleine Details – eine gelungene Abwehraktion, ein gehaltener Siebenmeter, ein kluger Wechsel – den Ausschlag geben konnten.
- Deutschland: Breite im Kader, defensive Stabilität
- Dänemark: Erfahrung, Heimvorteil, taktische Disziplin
- Gemeinsamkeit: hohe mentale Belastbarkeit
Die Bedeutung über das Spiel hinaus
Ein Handball-EM-Finale ist stets mehr als die Summe seiner Tore. Es spiegelt Entwicklungen wider, bestätigt oder widerlegt Erwartungen und setzt Maßstäbe für kommende Jahre. Für junge Spieler kann es der Beginn einer großen Karriere sein, für erfahrene Akteure der Höhepunkt einer langen Laufbahn.
Auch für Verbände und Fans besitzt das Endspiel große Strahlkraft. Es entscheidet über Medaillen, beeinflusst öffentliche Wahrnehmung und prägt das Bild des Handballs in der europäischen Sportlandschaft. Gerade deshalb wurde dieses Finale mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.
Ein Abend, der Maßstäbe setzt
Als Deutschland und Dänemark zum Handball-EM-Finale aufliefen, war klar: Unabhängig vom Ausgang würde dieses Spiel in Erinnerung bleiben. Die Qualität der Teams, die Intensität des Turniers und die Atmosphäre in Herning verdichteten sich zu einem Moment, der den europäischen Handball in all seinen Facetten zeigte.
Am Ende konnte nur eine Mannschaft den Titel feiern. Doch beide Finalisten hatten bereits zuvor bewiesen, warum sie zu den Besten gehören. Dieses Finale stand sinnbildlich für ein Turnier, das von hoher sportlicher Qualität, emotionaler Dichte und außergewöhnlicher Spannung geprägt war – und das den Handball in Europa einmal mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte.



