Der politische Kurswechsel rückt näher CDU-Antrag zur Migration: Was Union bei Grenzschutz, Zurückweisungen und Abschiebungen fordert

09. Februar 2026 | 07:34 Uhr |

Berlin, 9. Februar 2026 – Die Debatte um Migration hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verdichtet. Zwischen überlasteten Kommunen, wachsendem politischen Druck und europäischem Reformstau legt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion nun einen Antrag vor, der einen klaren Richtungswechsel markieren soll.

Der Text formuliert einen Anspruch auf Ordnung, Kontrolle und Durchsetzung – und setzt damit einen politischen Akzent, der weit über das Parlament hinausreicht. Was genau fordert die Union, und wie ist der Antrag einzuordnen?

Mit ihrem aktuellen Antrag zu Migration und Grenzschutz legt die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ein umfassendes Papier vor, das auf eine deutliche Verschärfung der bisherigen Praxis zielt. Unter der Leitidee eines „Politikwechsels“ beschreibt der Antrag Maßnahmen, mit denen irreguläre Migration begrenzt, staatliche Kontrolle gestärkt und die Durchsetzung bestehenden Rechts konsequenter erfolgen soll. Der CDU-Antrag zur Migration ist dabei nicht als Einzelmaßnahme konzipiert, sondern als strategischer Rahmen, der nationale, europäische und rechtliche Ebenen miteinander verknüpft.

Der Antrag positioniert sich bewusst als Gegenentwurf zu einer Politik, die aus Sicht der Union zu lange auf Verwaltung statt auf Steuerung gesetzt habe. Migration wird darin als eine der zentralen Herausforderungen staatlicher Handlungsfähigkeit beschrieben – mit unmittelbaren Folgen für Kommunen, Sicherheitsbehörden und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Zentrale Stoßrichtung des CDU-Antrags zur Migration

Im Kern verfolgt der CDU-Antrag zur Migration drei miteinander verbundene Ziele: die Begrenzung irregulärer Zuwanderung, die Stärkung des Grenzschutzes sowie die konsequentere Durchsetzung bestehender Ausreisepflichten. Diese Punkte ziehen sich leitmotivisch durch den gesamten Text und werden mit konkreten Forderungen unterlegt.

Dauerhafte Grenzkontrollen und Zurückweisungen

Ein zentrales Element des Antrags ist die Forderung nach dauerhaft wirksamen Grenzkontrollen an den deutschen Grenzen. Die CDU/CSU spricht sich dafür aus, bestehende Kontrollen nicht nur fortzuführen, sondern sie ausdrücklich mit Zurückweisungen zu verbinden. Personen, die ohne gültige Einreisedokumente oder ohne Schutzanspruch einreisen wollen, sollen demnach bereits an der Grenze abgewiesen werden können.

Der Antrag zur Migration argumentiert dabei mit der staatlichen Pflicht zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und verweist auf rechtliche Spielräume innerhalb des europäischen Rechtsrahmens. Grenzkontrollen werden nicht als Ausnahme, sondern als legitimes Mittel nationaler Souveränität verstanden – insbesondere in Situationen, in denen Migrationsbewegungen als nicht mehr steuerbar wahrgenommen werden.

Begründung im europäischen Kontext

Die Union verortet ihre Forderungen ausdrücklich im europäischen Kontext. Sie verweist darauf, dass mehrere EU-Mitgliedstaaten vergleichbare Maßnahmen bereits anwenden und dass der Schutz der EU-Außengrenzen bislang nicht ausreichend funktioniere. Der CDU-Antrag zu Migration und Grenzschutz stellt damit eine Verbindung zwischen nationaler Verantwortung und europäischem Reformbedarf her.

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Stärkung von Frontex und europäischem Grenzschutz

Eng damit verknüpft ist die Forderung nach einer deutlichen Stärkung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Der Antrag sieht vor, Frontex nicht nur technisch besser auszustatten, sondern ihr auch operative Befugnisse zu verleihen, die sie zu einer tatsächlich handlungsfähigen Grenz- und Küstenwache machen.

Aus Sicht der CDU/CSU ist der effektive Schutz der Außengrenzen eine Grundvoraussetzung für funktionierende Freizügigkeit innerhalb Europas. Der Antrag macht deutlich, dass nationale Maßnahmen allein nicht ausreichen sollen, sondern Teil eines umfassenderen europäischen Grenzschutzsystems sein müssen.

Abschiebungen und Ausreisepflicht im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt des CDU-Antrags zur Migration liegt auf der konsequenten Durchsetzung von Ausreisepflichten. Die Fraktion fordert, dass Personen ohne Aufenthaltsrecht Deutschland zeitnah verlassen müssen – insbesondere dann, wenn sie straffällig geworden sind oder als Gefährder gelten.

Beschleunigte Verfahren und klare Zuständigkeiten

Der Antrag fordert eine Beschleunigung von Abschiebeverfahren und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Verwaltungshemmnisse sollen reduziert, Zuständigkeiten klarer geregelt und Rückführungen effizienter organisiert werden. Die Union betont dabei, dass es nicht um neue rechtliche Maßstäbe gehe, sondern um die konsequente Anwendung bestehenden Rechts.

Der CDU-Antrag Migration macht deutlich, dass eine mangelnde Durchsetzung von Ausreisepflichten aus Sicht der Fraktion nicht nur ein administratives Problem darstellt, sondern das Vertrauen in den Rechtsstaat insgesamt beschädigen kann.

Spannungsfeld zwischen Ordnung und Humanität

Gleichzeitig enthält der Antrag Hinweise auf die humanitäre Verantwortung Deutschlands. Schutzbedürftige sollen weiterhin Zugang zu fairen Asylverfahren erhalten. Der Text bleibt an dieser Stelle jedoch bewusst allgemein und vermeidet detaillierte Ausführungen zur praktischen Ausgestaltung. Kritiker sehen darin eine Leerstelle, Befürworter hingegen einen notwendigen Fokus auf Ordnung und Steuerung.

Rechtliche Argumentation und politische Einordnung

Rechtlich stützt sich der CDU-Antrag zur Migration auf die Auffassung, dass nationale Maßnahmen zum Grenzschutz auch innerhalb des europäischen Rechtsrahmens zulässig sind, wenn sie der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit dienen. Der Antrag verweist auf entsprechende Klauseln in den EU-Verträgen und betont die Verantwortung der Mitgliedstaaten für ihre nationale Ordnung.

Diese Auslegung ist politisch umstritten. Während die Union darin eine legitime Grundlage für ihr Vorgehen sieht, warnen Kritiker vor möglichen Konflikten mit europäischem Asylrecht und internationalen Schutzverpflichtungen. Der Antrag selbst geht auf diese Einwände nicht im Detail ein, sondern positioniert sich klar zugunsten einer stärkeren nationalen Steuerung.

Abgrenzung zur bisherigen Migrationspolitik

In seiner Tonalität markiert der CDU-Antrag Migration eine deutliche Abgrenzung zur bisherigen Praxis. Die Union spricht von einem notwendigen Kurswechsel und stellt die Frage staatlicher Handlungsfähigkeit in den Mittelpunkt. Migration wird dabei weniger als langfristige Integrationsaufgabe, sondern stärker als ordnungspolitische Herausforderung beschrieben.

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Diese Perspektive spiegelt eine Verschiebung im politischen Diskurs wider, die sich auch in anderen europäischen Staaten beobachten lässt. Der Antrag greift diese Entwicklung auf und übersetzt sie in konkrete parlamentarische Forderungen.

Reaktionen und gesellschaftliche Debatte

Der Antrag hat eine breite politische und gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Innerhalb der CDU/CSU wird er als überfälliges Signal verstanden, das den Erwartungen vieler Wählerinnen und Wähler entspreche. Umfragen deuten darauf hin, dass ein härterer Kurs in der Migrationspolitik in Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung stößt.

Auf der anderen Seite äußern politische Gegner, zivilgesellschaftliche Organisationen und Teile der Rechtswissenschaft erhebliche Bedenken. Sie warnen vor einer Aushöhlung des Asylrechts, vor rechtlichen Grauzonen und vor einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft. Der CDU-Antrag Migration wird damit zum Kristallisationspunkt einer Debatte, die weit über parteipolitische Grenzen hinausgeht.

Europäische Dimension der Auseinandersetzung

Auch auf europäischer Ebene wird der Antrag aufmerksam verfolgt. Fragen nach der Vereinbarkeit nationaler Grenzkontrollen mit dem Schengen-System, nach der Rolle von Frontex und nach einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik stehen dabei im Mittelpunkt. Der Antrag fügt sich in eine Phase ein, in der die EU insgesamt um neue Antworten auf Migration ringt.

Politische Wirkung und offene Fragen

Ob und in welcher Form die Forderungen des CDU-Antrags zur Migration umgesetzt werden, hängt letztlich von den parlamentarischen Mehrheiten und den weiteren Verhandlungen ab. Der Antrag selbst ist zunächst ein politisches Positionspapier, das den Rahmen für kommende Entscheidungen absteckt.

Unabhängig von seiner unmittelbaren Umsetzung entfaltet der Text bereits jetzt Wirkung: Er verschiebt den Ton der Debatte, setzt neue Schwerpunkte und zwingt andere politische Akteure, sich zu positionieren. Migration und Grenzschutz bleiben damit eines der zentralen Themen der politischen Agenda.

Ein Dokument mit Signalwirkung

Der CDU-Antrag zu Migration und Grenzschutz ist weniger als technischer Maßnahmenkatalog zu lesen denn als politisches Signal. Er formuliert den Anspruch auf Kontrolle, Ordnung und Durchsetzung – und spiegelt zugleich die Spannungen wider, die die Migrationspolitik in Deutschland und Europa prägen. Wie tragfähig dieser Ansatz ist, wird sich nicht allein im Parlament entscheiden, sondern im Zusammenspiel von Recht, Praxis und gesellschaftlicher Akzeptanz.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.