Ein geplanter Mallorca-Urlaub endete für eine deutsche Urlauberin bereits am Allgäu-Airport. Weil die Frau stark alkoholisiert war, verweigerte der Pilot ihr den Zutritt zum Flugzeug. Trotz Polizeieinsatz blieb die Entscheidung bestehen und die Reise fand für die Betroffene nicht statt.
Der Vorfall am Flughafen Memmingen
Am Abend gegen 21:00 Uhr spielte sich am Flughafen Memmingen eine Szene ab, die in sozialen Medien für Aufmerksamkeit sorgte. Zwei Frauen wollten in ein Ryanair-Flugzeug nach Mallorca einsteigen, doch ihre Reise endete schon am Gate. Der Pilot verweigerte ihnen die Mitnahme, da beide deutlich alkoholisiert waren. Selbst als die Polizei hinzugezogen wurde, blieb die Entscheidung bestehen. Die Beamten stellten klar, dass in einem solchen Fall ausschließlich die Fluggesellschaft die Befugnis hat, Passagieren den Zutritt zu verweigern. Die Urlauberinnen hatten keine Chance mehr, ihren Flug anzutreten.Warum Airlines solche Entscheidungen treffen
Die Airline stützt sich bei solchen Fällen auf europäische Fluggastrechte und internationale Regelungen. Fluggesellschaften sind dazu verpflichtet, die Sicherheit aller Passagiere und der Crew zu gewährleisten. Offensichtlich stark alkoholisierte Personen stellen dabei ein potenzielles Risiko dar. Ein Pilot trägt in letzter Instanz die Verantwortung für den sicheren Ablauf des Fluges und ist befugt, Personen von der Beförderung auszuschließen.Ein Reddit-Nutzer formulierte es in einer Diskussion deutlich: „TSA's and airlines can (and I'm pretty positive that they are legally obligated to) deny you for intoxication.“ Dieses Zitat verdeutlicht, dass das Vorgehen keine Willkür, sondern eine rechtliche Verpflichtung darstellt.
Statistiken und zunehmende Zwischenfälle
Die International Air Transport Association (IATA) beobachtet seit einigen Jahren eine Zunahme von Zwischenfällen durch alkoholisierte Fluggäste. Während es 2021 weltweit 568 registrierte Störungen gab, stieg die Zahl 2022 bereits auf 835. Das bedeutet einen deutlichen Trend nach oben und zeigt, dass das Problem keineswegs nur Einzelfälle betrifft.Auch eine britische Studie des Institute of Alcohol Studies bestätigt die Wahrnehmung vieler Reisender: Rund 60 Prozent der befragten Passagiere gaben an, schon einmal mit betrunkenen Fluggästen konfrontiert gewesen zu sein. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) betrachtet das Thema als ernsthaftes Problem.
Gesundheitsrisiken durch Alkohol im Flugzeug
Neben dem Sicherheitsaspekt gibt es auch medizinische Gründe, weshalb Alkohol im Zusammenhang mit Flugreisen kritisch gesehen wird. Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigen, dass Alkoholkonsum in Kombination mit der Kabinenhöhe zu gefährlichen physiologischen Effekten führen kann. Die Sauerstoffsättigung im Blut fällt schneller ab, die Herzfrequenz steigt. Besonders im Schlaf sind Reisende dann gefährdet. Dies betrifft nicht nur ältere oder kranke Passagiere, sondern auch junge, gesunde Personen.Die Position der Airlines
Ryanair hat sich in der Vergangenheit mehrfach für strengere Regeln beim Alkoholkonsum an Flughäfen ausgesprochen. Die Airline fordert eine europaweite Beschränkung auf maximal zwei alkoholische Getränke pro Passagier. Der Kauf soll zudem mit der Bordkarte verknüpft werden, sodass keine Überschreitung des Limits möglich ist. Hintergrund sind Vorfälle, bei denen Flüge aufgrund von aggressiven und betrunkenen Passagieren sogar umgeleitet werden mussten. Diese Umleitungen kosten die Airline mehrere zehntausend Euro, die teilweise über Klagen von den Verursachern zurückgefordert werden.Fragen, die sich viele Reisende stellen
Kann eine Fluggesellschaft mich abweisen, wenn ich betrunken bin?
Ja, Fluggesellschaften haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, betrunkenen Passagieren den Zutritt zu verweigern. Damit soll die Sicherheit an Bord gewährleistet werden. Ein Pilot entscheidet im Zweifel endgültig.Welche rechtlichen Konsequenzen drohen, wenn man im Flughafenterminal betrunken ist?
Abhängig vom Land können zusätzliche Bußgelder oder Anzeigen wegen öffentlicher Trunkenheit folgen. In einigen Staaten ist das Verhalten in einem Terminal ähnlich streng geregelt wie auf öffentlichen Plätzen.Was passiert mit meinem Ticket, wenn ich wegen Trunkenheit nicht mitfliegen darf?
In den meisten Fällen verfällt das Ticket. Ein Anspruch auf Rückerstattung besteht nicht. Betroffene müssen entweder ein neues Ticket kaufen oder versuchen, kostenpflichtig umzubuchen.Wie Airlines den Zustand eines Passagiers einschätzen
Die Entscheidung, ob jemand „zu betrunken“ ist, basiert auf klaren Anzeichen. Dazu gehören:- Torkeln oder unsicheres Gehen
- Übermäßig lautes oder aggressives Verhalten
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Übelkeit oder Erbrechen





















