Stillstand im Eis Flughafen Berlin Brandenburg wegen Blitzeis geschlossen – Flugbetrieb am BER weiterhin ausgesetzt

06. Februar 2026 | 08:40 Uhr |

Berlin, 6. Februar 2026 – Eisregen, spiegelglatte Bahnen, absolute Ruhe. Am Flughafen Berlin Brandenburg herrscht Ausnahmezustand. Wo sonst im Minutentakt Maschinen starten und landen, stehen Flugzeuge regungslos auf vereisten Flächen. Für Tausende Reisende bedeutet das Warten, Unsicherheit – und eine weitere Nacht im Zeichen des Wetters.

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist weiterhin vollständig außer Betrieb. Blitzeis und gefrierender Regen haben den gesamten Flugbetrieb lahmgelegt. Starts und Landungen sind aus Sicherheitsgründen ausgesetzt, der Airport befindet sich im sogenannten Glätteschock. Es ist eine Situation, die selbst für einen modernen Großflughafen kaum beherrschbar ist – und die weit über das Flughafengelände hinaus Auswirkungen zeigt.

Flughafen Berlin Brandenburg im Ausnahmezustand

Seit den frühen Morgenstunden des Mittwochs hat sich die Wetterlage im Raum Berlin dramatisch zugespitzt. Gefrierender Regen traf auf ausgekühlte Betonflächen und verwandelte Start- und Landebahnen, Rollwege sowie Vorfelder in spiegelglatte Eisflächen. Für den Flughafen Berlin Brandenburg bedeutete das: sofortiger Stopp des regulären Betriebs.

Nach Angaben des Flughafens waren selbst intensive Enteisungsmaßnahmen nicht ausreichend. Enteisungsmittel verloren ihre Wirkung, da sie auf den extrem kalten Oberflächen unmittelbar wieder gefroren. Fahrzeuge der Bodenabfertigung konnten sich nur eingeschränkt bewegen, Flugzeuge ließen sich weder sicher vorbereiten noch manövrieren. Die Entscheidung fiel eindeutig aus: Der Flugbetrieb wurde vollständig eingestellt.

Der Begriff Glätteschock beschreibt dabei keinen technischen Defekt, sondern eine meteorologische Ausnahmesituation. Sie entsteht, wenn Regen auf gefrorenen Untergrund fällt und augenblicklich zu einer geschlossenen Eisschicht wird. Für den Flughafen Berlin Brandenburg ist dies eine der kritischsten Wetterlagen überhaupt – gefährlicher als starker Schneefall, weil die Haftung nahezu vollständig verloren geht.

Warum Starts und Landungen unmöglich sind

Flugzeuge benötigen nicht nur freie, sondern vor allem griffige Start- und Landebahnen. Schon minimale Rutschbewegungen können bei Startgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde fatale Folgen haben. Auch beim Bremsen nach der Landung ist eine zuverlässige Reibung zwingend notwendig.

Am BER kam hinzu, dass nicht nur die Bahnen selbst betroffen waren, sondern das gesamte Areal. Rollwege, Abstellflächen und Zufahrten verwandelten sich in gefährliche Eisbahnen. Selbst das sichere Begehen der Flächen für das Personal war zeitweise nicht gewährleistet. Unter diesen Bedingungen blieb den Verantwortlichen keine Alternative zur vollständigen Schließung.

Hinzu trat das gesetzlich verankerte Nachtflugverbot, das nach einer möglichen kurzfristigen Wetterbesserung zusätzliche Einschränkungen bedeutet hätte. Eine spontane Wiederaufnahme des Betriebs war somit selbst bei leichtem Temperaturanstieg nicht realistisch.

Massive Auswirkungen auf Passagiere und Airlines

Die Folgen für Reisende sind erheblich. Bereits am ersten Tag der wetterbedingten Schließung wurden zahlreiche Flüge gestrichen oder umgeleitet. Abflüge konnten nicht stattfinden, ankommende Maschinen mussten auf andere Flughäfen ausweichen oder wurden bereits im Vorfeld annulliert.

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In den Terminals sammelten sich Passagiere, die teils seit Stunden auf Informationen warteten. Anzeigen wechselten zwischen Verspätung und Annullierung, Warteschlangen an Service-Schaltern wuchsen schnell an. Viele Reisende verbrachten die Nacht in Hotels rund um den Flughafen oder suchten alternative Verbindungen über andere Verkehrsmittel.

  • Mehrere große Fluggesellschaften strichen ihr komplettes Tagesprogramm am Flughafen Berlin Brandenburg.
  • Umbuchungen auf andere Flughäfen waren nur begrenzt möglich, da auch dort Kapazitäten fehlten.
  • Ein Teil der Passagiere entschied sich, Reisen ganz abzusagen oder auf spätere Tage zu verschieben.

Rechtlich gilt die Wetterlage als außergewöhnlicher Umstand. Für viele Reisende bedeutet das: Zwar bestehen Ansprüche auf Betreuung wie Verpflegung oder Unterbringung, Entschädigungszahlungen sind jedoch in der Regel ausgeschlossen. Diese Konstellation sorgt regelmäßig für Frust – auch diesmal.

Kommunikation unter Hochdruck

Der Flughafen Berlin Brandenburg rief Reisende eindringlich dazu auf, nicht ohne vorherige Information anzureisen. Airlines sollten direkt kontaktiert werden, da sich der Status einzelner Flüge teils kurzfristig änderte. Gleichzeitig versuchten Flughafen und Fluggesellschaften, über digitale Kanäle aktuelle Hinweise zu verbreiten.

Dennoch zeigte sich, wie sensibel ein zentraler Verkehrsknotenpunkt auf extreme Wetterereignisse reagiert. Selbst bei moderner Infrastruktur lassen sich bestimmte Naturphänomene nicht vollständig kontrollieren. Der Flughafen wurde damit erneut zum Spiegel einer grundlegenden Wahrheit des Luftverkehrs: Sicherheit geht vor Pünktlichkeit.

Meteorologische Hintergründe des Glätteschocks

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits im Vorfeld vor einer hochgefährlichen Glatteislage gewarnt. Ursache war eine besondere Schichtung der Atmosphäre: In höheren Luftschichten lag wärmere Luft, während bodennah frostige Temperaturen herrschten. Niederschläge erreichten den Boden als Regen und gefroren dort augenblicklich.

Solche Wetterlagen sind selten, aber bekannt für ihre extreme Wirkung. Anders als bei Schneefall hilft hier weder Räumen noch Streuen in ausreichendem Maß. Innerhalb weniger Minuten bildet sich eine geschlossene Eisschicht, die selbst schwere Fahrzeuge ins Rutschen bringt.

Besonders betroffen war der Nordosten Deutschlands. Berlin und Brandenburg zählten zu den Regionen mit der höchsten Gefährdungsstufe. Neben dem Flughafen Berlin Brandenburg meldeten auch Straßenmeistereien und Verkehrsbetriebe massive Probleme.

Wenn Technik an ihre Grenzen stößt

Am Flughafen zeigte sich, wie eng Wetter, Technik und Sicherheit miteinander verknüpft sind. Enteisungsfahrzeuge konnten nur eingeschränkt eingesetzt werden, da selbst ihre Reifen auf den glatten Flächen kaum Halt fanden. Sensoren und Messsysteme bestätigten kontinuierlich die kritische Glätte, sodass eine Freigabe der Bahnen nicht infrage kam.

Auch das Risiko für das Bodenpersonal spielte eine zentrale Rolle. Arbeitsunfälle auf vereisten Flächen hätten schwerwiegende Folgen haben können. In der Gesamtabwägung blieb der vollständige Stillstand die einzige verantwortbare Option.

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Glättechaos über den Flughafen hinaus

Der Glätteschock am Flughafen Berlin Brandenburg ist Teil eines größeren Wetterereignisses. Auch der Straßen- und Schienenverkehr in der Region war massiv beeinträchtigt. Auf Autobahnen kam es zu Unfällen, Nebenstraßen wurden zeitweise unpassierbar. Pendler standen vor erheblichen Herausforderungen.

Im Bahnverkehr kam es zu Verspätungen und Ausfällen, da Weichen vereisten und Züge ihre Geschwindigkeit reduzieren mussten. Der öffentliche Nahverkehr in Berlin meldete Einschränkungen, insbesondere auf oberirdischen Strecken. Fußgängerwege verwandelten sich in Rutschbahnen, Kommunen warnten vor erhöhter Unfallgefahr.

Die Situation verdeutlicht, wie stark ein einzelnes Wetterphänomen ganze Verkehrssysteme beeinflussen kann. Der Flughafen Berlin Brandenburg ist dabei nur der sichtbarste Teil eines flächendeckenden Problems.

Einordnung im Kontext vergangener Winterereignisse

Bereits in den vergangenen Wintern kam es am Flughafen Berlin Brandenburg immer wieder zu wetterbedingten Einschränkungen. Starker Schneefall, Sturm oder Frost führten zu Verspätungen und Flugstreichungen. Der aktuelle Glätteschock hebt sich jedoch durch seine Intensität und die vollständige Betriebseinstellung ab.

Während Schnee oft mit erhöhtem Aufwand beherrschbar ist, entzieht sich Blitzeis weitgehend den üblichen Gegenmaßnahmen. Das macht diese Wetterlage so gefürchtet – nicht nur in der Luftfahrt, sondern auch im gesamten Verkehrswesen.

Warten auf Entspannung – und auf Bewegung

Ob und wann der Flughafen Berlin Brandenburg den Betrieb wieder aufnehmen kann, hängt allein von der Wetterentwicklung ab. Prognosen deuten auf eine allmähliche Milderung der Temperaturen hin, doch eine Entwarnung lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten. Erst wenn die Eisschichten vollständig abgetaut sind und alle Flächen erneut geprüft wurden, kann über einen Neustart entschieden werden.

Der Flughafen kündigte an, den Betrieb schrittweise hochzufahren, sobald die Sicherheitslage es erlaubt. Dabei werde jede Bahn, jeder Rollweg und jedes Vorfeld einzeln überprüft. Ein übereilter Start sei ausgeschlossen.

Ein Moment der Entschleunigung – erzwungen und lehrreich

Der Stillstand am Flughafen Berlin Brandenburg zeigt eindrücklich, wie verletzlich hochkomplexe Infrastrukturen gegenüber extremen Wetterlagen bleiben. Moderne Technik, ausgefeilte Sicherheitskonzepte und routinierte Abläufe stoßen dort an ihre Grenzen, wo physikalische Bedingungen keine Kompromisse zulassen.

Für Reisende bedeutet das vor allem Geduld. Für Betreiber und Behörden ist es eine Erinnerung daran, dass selbst im Zeitalter permanenter Mobilität die Natur den Takt vorgibt. Der Glätteschock am BER ist damit mehr als ein logistisches Problem – er ist ein Moment der erzwungenen Ruhe in einem System, das sonst kaum stillsteht.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.