Explosion reißt Nidderau aus dem Schlaf Nidderau: Geldautomat gesprengt – Täter flüchtig, Polizei bittet um Hinweise

09. Februar 2026 | 08:26 Uhr |

NIDDERAU, 9. Februar 2026 – Ein dumpfer Knall, dann ein kurzes Beben, das selbst durch geschlossene Fenster spürbar war. Wenige Minuten später liegt der Vorraum eines Einkaufszentrums voller Rauch, Staub und Trümmer. In der Nacht wird Nidderau zum Schauplatz einer schweren Straftat, die Polizei steht vor einer aufwendigen Fahndung.

Unbekannte Täter haben einen Geldautomaten gesprengt, richteten erheblichen Schaden an und sind anschließend unerkannt geflüchtet.

Geldautomat gesprengt: Tat in den frühen Morgenstunden

Gegen 3.20 Uhr am frühen Montagmorgen wird die Polizei über eine Explosion im Bereich des Einkaufszentrums „Nidder Forum“ am Gehrener Ring informiert. Ein dort aufgestellter Geldautomat, betrieben von einer regionalen Bank, ist Ziel eines gewaltsamen Angriffs geworden. Nach bisherigem Ermittlungsstand verschafften sich die Täter zunächst Zugang zum Vorraum, bevor sie den Automaten mit Sprengstoff zerstörten.

Die Detonation ist so heftig, dass nicht nur der Geldautomat selbst vollständig zerstört wird. Auch Teile der baulichen Struktur des Vorraums sowie angrenzende Geschäftseinheiten werden in Mitleidenschaft gezogen. Splitter, Glasscheiben und Verkleidungsteile werden mehrere Meter weit geschleudert. Anwohner berichten von einem explosionsartigen Geräusch, das weit über das unmittelbare Umfeld hinaus wahrnehmbar gewesen sei.

Ob die Täter Bargeld aus dem gesprengten Automaten erbeuten konnten, ist derzeit noch offen. Die Polizei macht dazu bewusst keine Angaben. Klar ist jedoch: Der entstandene Sachschaden dürfte erheblich sein und nach ersten Einschätzungen im sechsstelligen Bereich liegen.

Großaufgebot von Polizei und Spezialisten am Tatort

Unmittelbar nach Eingang der Meldung rücken zahlreiche Einsatzkräfte an. Streifen der Polizei sichern den Tatort weiträumig ab, um mögliche Spuren nicht zu gefährden. Spezialisten der Spurensicherung beginnen noch in der Nacht mit der akribischen Arbeit: Sie dokumentieren Schäden, sichern kleinste Rückstände und untersuchen den Tatort auf Hinweise zur verwendeten Sprengtechnik.

Auch Experten des Hessischen Landeskriminalamts werden hinzugezogen. Ihre Aufgabe ist es, die Art des eingesetzten Sprengmittels zu analysieren und Rückschlüsse auf das Vorgehen der Täter zu ziehen. Parallel überprüft ein Statiker die Gebäudesubstanz des Einkaufszentrums. Nach ersten Erkenntnissen besteht keine akute Einsturzgefahr, dennoch bleiben Teile des Areals vorerst gesperrt.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Täter ihre Tat gezielt vorbereitet haben. Der genaue Ablauf, die Anzahl der Beteiligten sowie der Fluchtweg sind jedoch noch unklar. Entsprechende Untersuchungen laufen auf Hochtouren.

Täter auf der Flucht – Fahndung läuft

Nach der Explosion flüchten die Täter unerkannt vom Tatort. Ob sie ein Fahrzeug nutzten oder zu Fuß entkamen, ist bislang nicht geklärt. Die Polizei prüft verschiedene Szenarien und wertet derzeit alle verfügbaren Informationen aus. Dazu gehören mögliche Videoaufzeichnungen aus dem Einkaufszentrum selbst sowie aus dem umliegenden Straßenraum.

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Die Ermittler hoffen insbesondere auf Hinweise aus der Bevölkerung. Menschen, die sich zur Tatzeit in der Nähe des Gehrener Rings aufgehalten haben oder denen verdächtige Fahrzeuge, ungewöhnliche Geräusche oder hastige Bewegungen aufgefallen sind, werden dringend gebeten, sich zu melden. Auch scheinbar nebensächliche Beobachtungen könnten sich als entscheidend erweisen.

Hinweise nimmt die Polizei unter der bekannten Telefonnummer der zuständigen Dienststelle entgegen. Auch anonyme Angaben werden geprüft und fließen in die Ermittlungen ein.

Automatensprengungen als anhaltendes Sicherheitsproblem

Die Tat in Nidderau reiht sich ein in eine Serie von Geldautomatensprengungen, die seit Jahren bundesweit für Sorge sorgen. Besonders betroffen sind dabei häufig kleinere Städte und Randlagen, in denen Täter auf geringere nächtliche Präsenz hoffen. Die Vorgehensweise folgt dabei oft einem ähnlichen Muster: In den frühen Morgenstunden verschaffen sich die Täter Zugang, bringen Sprengstoff an und setzen ihn innerhalb kürzester Zeit ein.

Für die Ermittlungsbehörden stellen diese Taten eine besondere Herausforderung dar. Die eingesetzten Sprengmittel sind hochgefährlich, die Täter agieren schnell und hinterlassen häufig ein zerstörtes Umfeld, das die Spurensicherung erschwert. Hinzu kommt: Die Risiken für unbeteiligte Dritte sind enorm. Eine unkontrollierte Explosion kann schwere Verletzungen verursachen oder massive Gebäudeschäden nach sich ziehen.

Auch in Hessen kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu vergleichbaren Delikten. In mehreren Fällen konnten Tatverdächtige erst nach intensiver Fahndung gefasst werden, teils mithilfe entscheidender Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizei betont daher regelmäßig, wie wichtig Aufmerksamkeit und Zivilcourage in solchen Situationen sind.

Hoher Schaden, geringe Hemmschwelle

Während die Täter meist auf eine schnelle Beute hoffen, bleiben die Folgen für Banken, Geschäftsinhaber und Kommunen erheblich. Neben dem zerstörten Automaten entstehen oft hohe Reparaturkosten an Gebäuden, hinzu kommen Betriebsausfälle und Sicherheitsmaßnahmen, die nach der Tat notwendig werden. Für viele Standorte bedeutet eine solche Sprengung einen tiefen Einschnitt.

Der Vorfall in Nidderau zeigt erneut, wie rücksichtslos die Täter vorgehen. Dass dabei keine Menschen verletzt wurden, ist nach Einschätzung der Einsatzkräfte vor allem dem Zufall und der frühen Uhrzeit zu verdanken. Entwarnung will dennoch niemand geben: Die Gefahr solcher Taten bleibt bestehen.

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Ermittlungen laufen auf mehreren Ebenen

Die Polizei arbeitet derzeit parallel an mehreren Ermittlungsansätzen. Neben der technischen Auswertung des Tatorts stehen klassische Fahndungsmaßnahmen im Fokus. Bewegungsprofile, mögliche Fluchtwege und auffällige Fahrzeugbewegungen werden rekonstruiert. Auch überregionale Zusammenhänge werden geprüft, da Automatensprengungen häufig von mobilen Tätergruppen begangen werden.

Darüber hinaus analysieren die Ermittler, ob es in der Nacht weitere Auffälligkeiten in der Region gegeben hat. In manchen Fällen stehen mehrere Taten in zeitlichem Zusammenhang. Entsprechende Hinweise werden sorgfältig geprüft, konkrete Ergebnisse liegen bislang jedoch nicht vor.

Für die Bevölkerung bedeutet dies vorerst erhöhte Polizeipräsenz rund um den Tatort. Streifen zeigen Präsenz, um Sicherheit zu vermitteln und weitere Hinweise aufzunehmen. Das Einkaufszentrum selbst bleibt teilweise eingeschränkt zugänglich, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind.

Aufmerksamkeit als Schlüssel zur Aufklärung

Die Polizei appelliert erneut an mögliche Zeugen, sich zu melden. Gerade in den frühen Morgenstunden können Beobachtungen auffallen, die zunächst belanglos wirken, im Gesamtbild der Ermittlungen jedoch entscheidend sein können. Geräusche, Lichtkegel, fremde Fahrzeuge oder ungewöhnliche Fahrmanöver – all das kann helfen, den Ablauf der Tat besser zu rekonstruieren.

Der Fall Nidderau zeigt exemplarisch, wie schnell eine ruhige Nacht in eine Großlage für Polizei und Rettungskräfte umschlagen kann. Die Ermittlungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ob und wann erste Erfolge erzielt werden, hängt auch davon ab, ob es gelingt, neue Hinweise zu gewinnen.

Zwischen Erschütterung und Wachsamkeit

Die Explosion im „Nidder Forum“ hat Nidderau sichtbar erschüttert. Zurück bleibt ein beschädigter Ort und viele offene Fragen. Während die Täter weiterhin flüchtig sind, arbeitet die Polizei mit Nachdruck daran, den Fall aufzuklären. Für die Stadt und ihre Bewohner ist der Vorfall eine Erinnerung daran, dass auch vermeintlich sichere Orte nicht vor schweren Straftaten gefeit sind – und dass Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit entscheidend sein können, um solche Taten aufzuklären.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.