Protest vor Book Talk
Constantin Schreiber in Dresden: Protest gegen ausverkauften Book Talk angekündigt

Protest vor Book Talk

Constantin Schreiber stellt am Mittwochabend in Dresden sein neues Buch „Die Kraft des Islam“ vor. Gegen den ausverkauften Book Talk im Thalia Haus des Buches ist ein Protest von Free Palestine Dresden angekündigt. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Auftritt, weil Schreiber wenige Stunden zuvor bei einer Mahnwache zum dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel sprechen soll.
Dresden, 7. Oktober 2026. Der angekündigte Protest gegen Constantin Schreiber rückt eine Buchveranstaltung in den politischen Fokus, die ohnehin auf einen besonderen Tag fällt. Um 20.15 Uhr will der Journalist und Autor im Thalia Haus des Buches am Dr.-Külz-Ring sein neues Sachbuch „Die Kraft des Islam“ vorstellen. Zuvor ist ein Auftritt bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Neumarkt geplant.
Nach aktuellem Stand soll der Book Talk wie vorgesehen stattfinden. Einlass ist ab 19 Uhr, moderiert wird der Abend von Sylvi Piela. Bei den Ticketanbietern wird die Veranstaltung inzwischen als ausverkauft geführt.
Gegen Schreibers Auftritt mobilisiert die Gruppe Free Palestine Dresden. Laut t-online Dresden wurde bei der Stadt eine Versammlung unter dem Titel „Freiheit für Palästina“ mit zunächst 50 Teilnehmern angemeldet. Als Ort des Protests wird die Haltestelle vor der Buchhandlung genannt.
Der Aufruf richtet sich ausdrücklich gegen Constantin Schreiber. Die Gruppe verbindet ihn mit schweren politischen Vorwürfen und kritisiert insbesondere seine Haltung zu Israel und zum Gaza-Krieg. Dabei handelt es sich um Positionen der Protestgruppe, nicht um redaktionell festgestellte Tatsachen.
Schreiber hat auf die Ankündigung bereits öffentlich reagiert. In einer am Dienstag veröffentlichten Folge seines Podcasts griff er den Protest auf und machte deutlich, dass die Veranstaltung in Dresden stattfinden soll. Den Aufruf bewertet er als Einschüchterungsversuch.
Wie groß der Protest gegen Constantin Schreiber tatsächlich wird, lässt sich vor Beginn nicht seriös einschätzen. Auch über besondere Sicherheitsvorkehrungen rund um die Buchhandlung liegen bislang keine belastbaren Angaben vor. Aus der Anmeldung einer Versammlung folgt weder eine bestimmte Teilnehmerzahl noch lässt sich daraus etwas über ihren späteren Verlauf ableiten.
Brisant ist vor allem der zeitliche Zusammenhang. Der 7. Oktober markiert den dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel. Bevor Constantin Schreiber am Abend sein Islam-Buch vorstellt, soll er deshalb bereits von 17 bis 19 Uhr bei einer Mahnwache auf dem Dresdner Neumarkt auftreten.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat zu der Veranstaltung vor der Frauenkirche aufgerufen. Sie soll an die Opfer des Hamas-Terrors erinnern und zugleich ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Schreiber gehört nach Angaben der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zu den angekündigten Rednern.
Auch Sachsens Kultusminister Conrad Clemens und Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch sollen bei der Mahnwache auftreten. Für Schreiber folgt anschließend der Weg zum Haus des Buches. Dort beginnt um 20.15 Uhr die zweite öffentliche Veranstaltung des Tages.
Die zeitliche Nähe der Termine verschränkt mehrere kontrovers diskutierte Themen: das Gedenken an den 7. Oktober 2023, Schreibers Positionierung zu Israel und die Debatte über die gesellschaftliche Rolle des Islam. Der angekündigte Gegenprotest kommt als weitere Ebene hinzu.
Im Haus des Buches steht zunächst Schreibers neues Sachbuch im Mittelpunkt. Die Veranstaltung ist offiziell nicht als klassische Lesung, sondern als moderierter „Book Talk“ angekündigt. Inhaltlich geht es um den Einfluss des Islam in Europa sowie um Fragen von Zugehörigkeit, Gemeinschaft und sozialer Gerechtigkeit. Auch Radikalisierung und Islamfeindlichkeit gehören zu den angekündigten Themen.
Damit führt die Veranstaltung mitten in ein Feld, mit dem sich Constantin Schreiber seit Jahren öffentlich beschäftigt. Seine Veröffentlichungen und Äußerungen über Islam und muslimisches Leben in Deutschland haben immer wieder kontroverse Reaktionen ausgelöst.
Der Protest in Dresden richtet sich allerdings nicht allein gegen den Gegenstand seines neuen Buches. Free Palestine Dresden begründet den Aufruf vor allem mit Schreibers Positionen zu Israel und Gaza. Diese Trennung ist für die Einordnung entscheidend: Auf der einen Seite steht ein Book Talk über den Islam in Europa, auf der anderen eine politische Protestaktion, deren Organisatoren Schreiber aus einem anderen aktuellen Konfliktfeld heraus kritisieren.
Dass Protest gegen Constantin Schreiber eine Veranstaltung unmittelbar erreichen kann, zeigte sich bereits 2023. Bei einem Auftritt in Jena gelangte ein Aktivist auf die Bühne und drückte dem damaligen Tagesschau-Sprecher eine Torte ins Gesicht. Der Vorfall sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit.
Für Dresden ergibt sich daraus jedoch keine belastbare Prognose. Bislang ist eine angemeldete Gegenveranstaltung bekannt. Hinweise darauf, dass Aktionen wie in Jena geplant sein könnten, liegen nicht vor. Der damalige Vorfall eignet sich deshalb als Hintergrund zur öffentlichen Kontroverse um Schreiber, nicht als Vorzeichen für den Mittwochabend.
Ähnliches gilt für die Frage einer möglichen Gefährdung. Schreiber selbst misst dem aktuellen Aufruf eine bedrohliche beziehungsweise einschüchternde Wirkung bei. Eine behördliche Einstufung als konkrete Bedrohung ist aus den bislang vorliegenden Informationen nicht bekannt. Journalistisch bleibt deshalb zwischen Schreibers persönlicher Bewertung und dem belegbaren Stand zu unterscheiden.
Das Interesse an der Veranstaltung ist unabhängig von der politischen Auseinandersetzung groß. Der Book Talk mit Constantin Schreiber wird von den Ticketanbietern als ausverkauft geführt. Veranstaltungsort ist das Thalia Haus des Buches am Dr.-Külz-Ring 12. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn um 20.15 Uhr.
Eine Absage oder Verlegung wurde nicht angekündigt. Schreiber selbst hat öffentlich klargemacht, dass er an dem Auftritt festhalten will.
Damit richtet sich der Blick am Mittwochabend nicht nur auf die Diskussion über „Die Kraft des Islam“, sondern auch auf das unmittelbare Umfeld der Veranstaltung. Entscheidend wird sein, wie viele Menschen dem Protestaufruf folgen und wie die Versammlung tatsächlich verläuft. Darüber lässt sich vorab nichts Belastbares sagen.
Constantin Schreibers Dresden-Termin verbindet an einem Abend zwei voneinander unabhängige Veranstaltungen, deren Themen politisch eng beieinanderliegen. Zunächst soll der Journalist auf dem Neumarkt an das Massaker vom 7. Oktober 2023 und dessen Opfer erinnern. Danach spricht er wenige Hundert Meter entfernt über sein neues Buch zum Islam in Europa.
Der Protest gegen Constantin Schreiber verändert diesen Ablauf nach aktuellem Stand nicht. Er schafft aber eine zusätzliche politische Öffentlichkeit rund um den ausverkauften Book Talk. Belegt sind die Anmeldung der Gegenveranstaltung, Schreibers Reaktion darauf und sein Festhalten an dem Termin.
Was darüber hinaus am Abend geschieht, bleibt offen. Weder die tatsächliche Zahl der Demonstrierenden noch der Verlauf des Protests stehen fest. Genau diese Grenze ist für die Berichterstattung entscheidend: In Dresden treffen an diesem Mittwoch kontroverse Positionen aufeinander. Ob daraus mehr wird als eine angemeldete Protestversammlung vor einer ausverkauften Buchveranstaltung, wird sich erst vor Ort zeigen.
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