Die Fluggesellschaft Emirates treibt ihre Pläne für eine direkte Verbindung zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg und Dubai voran. Für die Hauptstadtregion wäre die Route ein bedeutender Schritt hin zu einer stärkeren internationalen Anbindung, doch der Start hängt weiterhin von politischen Entscheidungen und bestehenden Luftverkehrsabkommen ab. Während die Vorbereitungen aufseiten der Airline bereits laufen, richtet sich der Blick nun auf die Verhandlungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Berlin/Brandenburg, 10. Juni 2026 – Die Diskussion um Direktflüge von Emirates zum Flughafen Berlin Brandenburg erhält neuen Schwung. Nach Jahren der Debatten und mehrfachen Anläufen deutet vieles darauf hin, dass die Verbindung zwischen dem BER und Dubai konkreter wird. Die Fluggesellschaft hat Vorbereitungen für eine tägliche Langstreckenverbindung getroffen und entsprechende Start- und Landefenster für den Winterflugplan 2026/27 beantragt.
Für die Hauptstadtregion ist die Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Eine Emirates-Verbindung nach Dubai würde Berlin erstmals direkt an eines der wichtigsten internationalen Luftverkehrsdrehkreuze der Welt anbinden. Zugleich könnte sie die Position des BER im Wettbewerb mit anderen deutschen Großflughäfen stärken.
Ob die Verbindung tatsächlich aufgenommen wird, ist jedoch weiterhin offen. Die entscheidende Hürde liegt nicht auf dem Flughafen, sondern in den politischen Rahmenbedingungen des internationalen Luftverkehrs.
Emirates-Flüge ab BER rücken in greifbare Nähe
Seit vielen Jahren verfolgt Emirates das Ziel, die deutsche Hauptstadt direkt mit Dubai zu verbinden. Bereits lange vor der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg hatte die Airline Interesse an einer Berlin-Strecke signalisiert. Trotz einer konstanten Nachfrage und wiederholter Gespräche blieb die Route bislang jedoch unerreichbar.
Nun gibt es erstmals konkrete Hinweise auf einen möglichen Starttermin. Nach Angaben aus der Luftfahrtbranche plant Emirates eine tägliche Verbindung zwischen Dubai und dem BER. Vorgesehen ist der Einsatz von Langstreckenflugzeugen der Boeing-777-Familie, die bereits auf zahlreichen internationalen Emirates-Strecken eingesetzt werden.
Mit der Reservierung von Slots hat die Fluggesellschaft einen wichtigen operativen Schritt eingeleitet. In der Luftfahrt gelten diese Zeitfenster für Starts und Landungen als Voraussetzung für die Aufnahme neuer Verbindungen. Sie stellen zwar noch keine endgültige Betriebsgenehmigung dar, zeigen jedoch, dass die Planungen deutlich über eine bloße Absichtserklärung hinausgehen.
Dubai als globales Drehkreuz
Die Bedeutung einer solchen Verbindung ergibt sich vor allem aus der Rolle Dubais im weltweiten Luftverkehr. Der Flughafen der Emirate zählt zu den größten internationalen Umsteigeknoten überhaupt. Von dort bestehen Anschlussmöglichkeiten zu Hunderten Destinationen in Asien, Afrika, Australien und dem Nahen Osten.
Für Reisende aus Berlin und Brandenburg würde sich damit das Angebot an internationalen Umsteigeverbindungen erheblich erweitern. Viele Ziele, die derzeit nur mit mehreren Zwischenstopps oder über andere deutsche Flughäfen erreichbar sind, könnten künftig über Dubai angebunden werden.
Das Luftverkehrsabkommen bleibt die zentrale Hürde
Trotz der konkreten Planungen ist die Aufnahme der Strecke keineswegs garantiert. Der entscheidende Faktor liegt in den geltenden Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Diese Vereinbarungen regeln detailliert, welche Fluggesellschaften welche Flughäfen bedienen dürfen und in welchem Umfang Verkehrsrechte vergeben werden. Emirates schöpft die bestehenden Möglichkeiten bereits weitgehend aus und bedient derzeit die deutschen Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg.
Für eine zusätzliche Verbindung nach Berlin wären daher weitere Verkehrsrechte erforderlich. Ohne eine entsprechende politische Einigung kann die Strecke nicht aufgenommen werden – selbst dann nicht, wenn alle operativen Voraussetzungen erfüllt sind.
Genau an diesem Punkt entscheidet sich nun die Zukunft der geplanten Verbindung. Die Bundesregierung und die zuständigen Behörden müssten einer Erweiterung oder Anpassung der bestehenden Regelungen zustimmen.
Langjähriges Thema der deutschen Luftverkehrspolitik
Die Diskussion über zusätzliche Rechte für Fluggesellschaften aus den Golfstaaten begleitet die deutsche Luftverkehrspolitik seit Jahren. Immer wieder standen dabei die Interessen internationaler Airlines, deutscher Flughäfen und heimischer Fluggesellschaften im Spannungsfeld.
Während Flughäfen zusätzliche Langstreckenverbindungen als Wachstumschance betrachten, wird die Frage neuer Verkehrsrechte regelmäßig kontrovers diskutiert. Die mögliche Emirates-Strecke nach Berlin reiht sich in diese Debatte ein und gilt als eines der bedeutendsten aktuellen Projekte im deutschen Luftverkehr.
Berlin und Brandenburg werben für die Verbindung
Für die Hauptstadtregion besitzt die Route weit mehr als symbolischen Charakter. Politik, Wirtschaft und Flughafengesellschaft setzen sich seit Jahren für eine direkte Anbindung an Dubai ein.
Der Flughafen Berlin Brandenburg verfolgt das Ziel, sein internationales Langstreckennetz kontinuierlich auszubauen. Zwar hat sich das Streckenangebot seit der Inbetriebnahme des BER deutlich entwickelt, dennoch fehlt bislang eine Verbindung zu einem globalen Hub von der Größenordnung Dubais.
Eine tägliche Emirates-Verbindung würde diese Lücke schließen und den Flughafen für Geschäftsreisende, Investoren und internationale Besucher attraktiver machen.
Wirtschaft und Tourismus hoffen auf Impulse
Besonders die Wirtschaft sieht in der geplanten Route erhebliche Chancen. Unternehmen aus Berlin, Brandenburg und den ostdeutschen Bundesländern verweisen seit Jahren auf die Bedeutung internationaler Direktverbindungen für Handel, Investitionen und Geschäftsreisen.
Auch im Tourismus wird die mögliche Strecke aufmerksam verfolgt. Berlin gehört zu den meistbesuchten Städten Europas und verzeichnet seit Jahren hohe internationale Besucherzahlen. Eine direkte Anbindung an Dubai könnte zusätzliche Reisebewegungen fördern und neue Märkte erschließen.
Darüber hinaus spielt der Luftfrachtverkehr eine wichtige Rolle. Moderne Langstreckenverbindungen transportieren nicht nur Passagiere, sondern häufig auch erhebliche Mengen an Fracht. Gerade exportorientierte Unternehmen profitieren von schnellen Verbindungen zu internationalen Märkten.
Ein möglicher Meilenstein für den BER
Die Aufnahme von Emirates-Flügen würde für den Flughafen Berlin Brandenburg einen besonderen Stellenwert besitzen. Seit der Eröffnung arbeitet der BER daran, seine Position im europäischen Luftverkehr auszubauen und zusätzliche Interkontinentalverbindungen anzuziehen.
Im Vergleich zu den großen Drehkreuzen Frankfurt und München verfügt der Flughafen bislang über ein deutlich kleineres Langstreckenangebot. Eine tägliche Verbindung nach Dubai würde diese Situation spürbar verändern und das internationale Profil des BER stärken.
Zugleich wäre die Strecke ein sichtbares Signal für die Attraktivität des Standorts Berlin. Internationale Fluggesellschaften prüfen neue Verbindungen in der Regel sehr genau. Die Entscheidung einer global agierenden Airline wie Emirates gilt daher auch als Indikator für die wirtschaftliche Bedeutung einer Region.
Entscheidung mit Signalwirkung
Die kommenden Monate könnten darüber entscheiden, ob die Hauptstadtregion erstmals direkt an das Emirates-Netzwerk angeschlossen wird. Die Fluggesellschaft hat ihre Absichten deutlich gemacht und operative Vorbereitungen eingeleitet. Gleichzeitig bleibt die politische Ebene der entscheidende Faktor.
Die Reservierung von Start- und Landefenstern zeigt, dass Emirates die Route ernsthaft verfolgt. Dennoch stehen die endgültigen Genehmigungen noch aus. Erst wenn die erforderlichen Verkehrsrechte erteilt werden, kann die Airline den regulären Ticketverkauf aufnehmen und die Verbindung offiziell starten.
Warten auf das politische Signal
Die Diskussion über Emirates-Flüge ab dem BER ist längst mehr als eine Frage des Flugplans. Sie berührt wirtschaftliche Interessen, internationale Verkehrsabkommen und die langfristige Entwicklung des Hauptstadtflughafens. Für Berlin und Brandenburg könnte eine Direktverbindung nach Dubai einen wichtigen Schritt hin zu einer stärkeren globalen Vernetzung bedeuten.
Der Ausgang bleibt offen. Fest steht jedoch: Selten zuvor waren die Chancen auf eine Emirates-Verbindung zwischen Berlin und Dubai so konkret wie heute. Nun liegt die Entscheidung vor allem dort, wo internationale Luftverkehrsrechte vergeben werden – auf politischer Ebene.













