In der Mainzer MEWA-Arena wollen heute Zehntausende Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Familien gemeinsam einen Weltrekord im Lesen aufstellen. Die außergewöhnliche Großveranstaltung verbindet Leseförderung mit einem offiziellen Rekordversuch und rückt die Bedeutung von Bildung und Lesekompetenz in den Mittelpunkt. Ob der angestrebte Weltrekord tatsächlich gelingt, entscheidet sich erst nach der offiziellen Auswertung – schon jetzt zählt die Aktion jedoch zu den größten Veranstaltungen ihrer Art in Deutschland.

Mainz, 10. Juni 2026 – Wo sonst Fußballspiele vor ausverkauften Rängen stattfinden, soll heute ein Rekord rund um Bücher, Sprache und gemeinsames Lesen entstehen. Die Mainzer MEWA-Arena wird für einen Tag zu einem riesigen Lesesaal. Tausende Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Familien aus Rheinland-Pfalz kommen dort zusammen, um einen offiziellen Weltrekordversuch zu unternehmen.

Im Mittelpunkt steht das Ziel, das größte Vorlesen in einer sogenannten La-Ola-Formation zu organisieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lesen dabei nicht gleichzeitig denselben Text, sondern bilden eine fortlaufende Lesewelle. Wort für Wort bewegt sich der Vortrag durch die Arena – ähnlich einer Stadion-La-Ola, allerdings mit Sprache statt Jubelrufen.

Die Veranstaltung gehört zu den bislang größten Leseförderungsprojekten im Land. Sie vereint Schulen, Familien, Bildungseinrichtungen und Kulturakteure in einem gemeinsamen Vorhaben, das weit über den eigentlichen Rekordversuch hinausreichen soll.

Weltrekord im Lesen als Zeichen für Bildung und Lesekompetenz

Der geplante Weltrekord im Lesen verfolgt ein klares Ziel: Die Bedeutung des Lesens soll sichtbar gemacht werden. In Zeiten digitaler Medien, kurzer Aufmerksamkeitsspannen und zunehmender Konkurrenz durch soziale Netzwerke wollen die Organisatoren die Aufmerksamkeit auf die grundlegende Bedeutung von Sprache, Literatur und Lesekompetenz lenken.

Getragen wird die Aktion vom Leserattenservice, dem Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel, dem Südwestrundfunk sowie dem Fußball-Bundesligisten Mainz 05. Gemeinsam entwickelten sie ein Konzept, das Literatur aus Bibliotheken und Klassenzimmern in eine der größten Veranstaltungsstätten des Landes bringt.

Der Weltrekordversuch richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen zwei bis sechs. Zugleich sind Familien eingeladen, Teil des Projekts zu werden. Dadurch entsteht ein generationsübergreifendes Ereignis, bei dem Lesen als gemeinschaftliche Erfahrung erlebt werden soll.

Im Zentrum steht nicht allein die Frage, ob am Ende ein offizieller Rekord anerkannt wird. Vielmehr soll gezeigt werden, dass Lesen Menschen zusammenbringen kann – unabhängig von Alter, Herkunft oder schulischem Hintergrund.

Wie die Lesewelle durch das Stadion laufen soll

Der eigentliche Rekordversuch folgt einem genau festgelegten Ablauf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden im Stadion eine große Lesewelle. Einzelne Wörter eines vorbereiteten Textes werden nacheinander laut vorgelesen. Währenddessen erhebt sich jeweils ein Teil des Publikums und setzt sich anschließend wieder, sodass sich die Bewegung wie eine klassische La-Ola-Welle durch die Arena fortsetzt.

Aus tausenden einzelnen Stimmen entsteht dadurch ein zusammenhängender Vortrag. Die Herausforderung besteht darin, die Abfolge präzise einzuhalten und gleichzeitig eine möglichst hohe Zahl an Menschen einzubeziehen.

Für die Anerkennung des Weltrekords gelten feste Vorgaben. Entscheidend sind sowohl die korrekte Durchführung als auch die dokumentierte Anzahl der beteiligten Personen. Die Einhaltung der Regeln wird unabhängig überprüft.

Kontrolle durch offizielles Rekord-Institut

Begleitet wird die Veranstaltung vom Rekord-Institut für Deutschland. Die Organisation dokumentiert den Ablauf und prüft anschließend, ob sämtliche Anforderungen für einen offiziellen Rekordeintrag erfüllt wurden.

Erst nach Abschluss der Auswertung steht fest, ob die Aktion tatsächlich als neuer Weltrekord im Lesen anerkannt werden kann. Die Organisatoren rechnen jedoch bereits jetzt mit einer außergewöhnlich hohen Beteiligung.

Schon die Vorbereitungen zeigten das große Interesse. Zahlreiche Schulen aus Rheinland-Pfalz meldeten sich frühzeitig an. Die Resonanz auf die Einladung fiel so groß aus, dass die verfügbaren Kapazitäten rasch ausgeschöpft wurden.

Warum die MEWA-Arena bewusst gewählt wurde

Die Wahl der Mainzer MEWA-Arena ist Teil des Konzepts. Das Stadion bietet Platz für mehrere Zehntausend Menschen und schafft damit die Voraussetzungen für einen Rekordversuch dieser Größenordnung.

Gleichzeitig setzt die Veranstaltung bewusst auf die Symbolkraft des Ortes. Normalerweise prägen sportliche Wettkämpfe das Bild der Arena. Heute steht dagegen die Lesekultur im Mittelpunkt. Die ungewöhnliche Verbindung von Fußballstadion und Literatur soll Aufmerksamkeit schaffen und Menschen erreichen, die klassische Lesungsveranstaltungen möglicherweise nicht besuchen würden.

Für Mainz 05 ist die Beteiligung zugleich Ausdruck gesellschaftlichen Engagements. Der Verein unterstützt regelmäßig Projekte aus den Bereichen Bildung, Kinderförderung und gesellschaftliche Teilhabe.

Leseförderung als gesellschaftliche Aufgabe

Die Debatte über Lesekompetenz beschäftigt Schulen, Bildungsforscher und Kulturinstitutionen seit Jahren. Lesen gilt als Schlüsselqualifikation für schulischen Erfolg, berufliche Perspektiven und gesellschaftliche Teilhabe. Entsprechend groß ist das Interesse an Projekten, die Kinder und Jugendliche für Bücher und Geschichten begeistern.

Die Veranstaltung in Mainz setzt genau an diesem Punkt an. Sie verbindet Bildung mit einem Erlebnischarakter, der weit über den regulären Schulalltag hinausgeht. Das gemeinsame Lesen im Stadion soll Aufmerksamkeit erzeugen und gleichzeitig die Freude an Sprache und Literatur stärken.

Dabei steht weniger die individuelle Leistung einzelner Teilnehmer im Vordergrund als vielmehr das gemeinsame Handeln einer großen Gemeinschaft. Der geplante Weltrekord im Lesen wird dadurch zu einem sichtbaren Symbol für die Bedeutung von Bildung.

Rheinland-Pfalz rückt bundesweit in den Fokus

Mit dem heutigen Rekordversuch richtet sich der Blick vieler Beobachter auf Rheinland-Pfalz. Großveranstaltungen rund um das Lesen sind selten, Veranstaltungen dieser Größenordnung erst recht. Die Kombination aus Stadionkulisse, Leseförderung und offizieller Rekordjagd verleiht dem Projekt eine besondere Aufmerksamkeit.

Für die beteiligten Schulen und Familien steht dabei vor allem das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Tausende Kinder erleben Lesen nicht als Unterrichtsaufgabe, sondern als Teil eines landesweiten Kulturereignisses.

Unabhängig vom Ausgang des Rekordversuchs dürfte die Aktion bereits jetzt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die hohe Beteiligung zeigt, dass Literatur, Geschichten und Sprache auch in einer zunehmend digital geprägten Gesellschaft Menschen mobilisieren können.

Wenn Bücher ein Stadion füllen

Die MEWA-Arena wird heute zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Kulturereignisses. Wo sonst Tore bejubelt und Punkte gefeiert werden, stehen nun Wörter, Geschichten und gemeinsames Lesen im Mittelpunkt. Der angestrebte Weltrekord im Lesen ist mehr als ein Versuch, eine Bestmarke aufzustellen. Er macht sichtbar, welchen Stellenwert Lesekultur und Bildung für viele Menschen weiterhin besitzen – und wie groß die Bereitschaft ist, sich gemeinsam für dieses Anliegen zu engagieren.