Mit der ROG Xbox Ally X wagt Microsoft gemeinsam mit Asus den Schritt in ein neues Segment: die tragbare Xbox-Konsole. Seit dem Marktstart im Oktober 2025 sorgt das Handheld für Aufsehen – nicht nur unter Gamern, sondern auch in der Tech-Branche. Die Erwartungen an das erste portable Xbox-Erlebnis sind hoch, doch zwischen Begeisterung, Kritik und offenen Fragen steht ein zentrales Thema im Raum: Ist die neue Xbox wirklich das, worauf Fans so lange gewartet haben?
Ein neuer Versuch: Microsoft bringt die Xbox in die Hand
Nach Jahren reiner Konsolenentwicklung und Cloud-Initiativen betritt Microsoft mit der ROG Xbox Ally und ihrer leistungsstärkeren Schwester, der ROG Xbox Ally X, Neuland. Das Gerät basiert auf Windows 11 und ist technisch ein Hybrid aus Handheld-PC und Xbox-System. Es soll die Lücke zwischen der heimischen Konsole und mobilem Gaming schließen – ein ambitioniertes Ziel, das schon Nintendo mit der Switch erfolgreich vorgemacht hat.Offiziell wird die ROG Xbox Ally X als gemeinsames Projekt von Microsoft und Asus vermarktet. Die Hardware stammt von Asus, das Xbox-Branding und die Integration von Xbox-Diensten jedoch von Microsoft. Damit reiht sich das Gerät in den wachsenden Markt portabler Gaming-PCs ein, in dem auch Valve mit dem Steam Deck und Lenovo mit dem Legion Go aktiv sind.
Technische Daten im Überblick
| Modell | Prozessor | Arbeitsspeicher | Speicher | Akku | Display |
|---|---|---|---|---|---|
| ROG Xbox Ally | AMD Ryzen Z2 APU | 16 GB LPDDR5X | 512 GB SSD | 60 Wh | 7″ 1080p @ 120 Hz |
| ROG Xbox Ally X | AMD Ryzen Z2 Extreme | 24 GB LPDDR5X | 1 TB SSD | 80 Wh | 7″ 1080p @ 120 Hz |
Windows-Handheld mit Xbox-Logo – eine Identitätsfrage
Die zentrale Diskussion um das Gerät dreht sich um seine Identität. Kritiker bemängeln, dass die ROG Xbox Ally eher ein Windows-Handheld mit Xbox-Design sei als eine echte Konsole. In einem vielzitierten Kommentar hieß es: „Das fühlt sich mehr nach einem kleinen Laptop als nach einer Xbox an.“ Auch Branchenveteran Cliff Bleszinski kritisierte öffentlich, das Branding sei „verwirrend“ und das Gerät mache „so keinen Sinn“.Benutzeroberfläche und Bedienung
Die sogenannte Xbox Full Screen Experience soll den Übergang zwischen Windows und Konsole vereinfachen. In der Praxis gelingt das nur teilweise: Viele Tester bemängeln Bugs, Verzögerungen und einen wenig intuitiven Aufbau. Mehrere Nutzer berichten zudem, dass sie beim ersten Start durch mehrere Windows-Ebenen navigieren müssen, bevor das Xbox-Interface sichtbar wird – eine Hürde, die bei klassischen Konsolen undenkbar wäre.Wie steht es um die Spielkompatibilität?
Eine häufige Nutzerfrage lautet: „Kann ich Xbox-Konsolen-Spiele direkt auf dem ROG Xbox Ally installieren oder muss ich sie streamen?“ – Die Antwort ist klar: Nur PC-Versionen von Spielen lassen sich nativ ausführen. Konsolentitel, die nicht unter dem „Play Anywhere“-Label laufen, können nur via Cloud-Streaming oder Remote Play gespielt werden. Damit bleibt die ROG Xbox Ally X zwar flexibel, aber nicht so konsistent wie eine klassische Xbox Series X.Leistung und Akkulaufzeit: Ein Balanceakt
Technisch bietet die ROG Xbox Ally X beeindruckende Leistungswerte. Dank AMD Ryzen Z2 Extreme-Chip, 24 GB RAM und einer SSD mit 1 TB erreicht das Gerät bei anspruchsvollen Spielen solide Werte. In Benchmarks erzielte „Cyberpunk 2077“ bei 1080p rund 54 fps, während „Shadow of the Tomb Raider“ im Netzbetrieb bei 64 fps lag.Doch der Energieverbrauch ist hoch. Viele Tests bestätigen, dass die Akkulaufzeit bei intensiver Nutzung auf etwa zweieinhalb Stunden sinkt. Selbst bei reduziertem Leistungsmodus und niedrigeren Bildraten sind mehr als vier Stunden selten erreichbar. In Foren wie r/ROGAlly äußern sich Nutzer enttäuscht: „Der Akku ist die Schwachstelle – kaum ist man im Flow, muss man schon wieder ans Netzteil.“
Marktdaten zeigen steigende Nachfrage
Der portable Gamingmarkt boomt: Laut Grand View Research belief sich der globale Umsatz 2024 auf 8,7 Milliarden USD und soll bis 2033 auf über 17 Milliarden steigen – mit jährlichen Wachstumsraten von rund 8 %. Innerhalb dieses Segments wächst der Anteil tragbarer Konsolen sogar um fast 10 % pro Jahr. Microsoft und Asus stoßen somit in ein wachsendes Umfeld vor, in dem die Nachfrage nach flexiblen Gaming-Lösungen weiter steigt.Software und Nutzungserlebnis
Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist die Softwarestruktur. Nutzer müssen sich mit mehreren Ebenen auseinandersetzen: Windows 11, Xbox-App, Armoury Crate (Asus) und Game Pass. Das führt oft zu Verwirrung. Ein Tester kommentierte: „Ich habe mehr Zeit in Menüs als in Spielen verbracht.“Positiv bewertet wird hingegen die Möglichkeit, nahezu jedes PC-Spiel zu starten – von Steam über Epic Games bis hin zu Emulatoren. Einige Community-Mitglieder berichten, dass das Gerät „perfekt für Emulatoren von NES bis Switch“ sei und damit als All-in-One-Gaming-Plattform punktet.

















