
Barcelona hat im Meisterschaftsrennen der spanischen LaLiga einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Durch die 1:2-Niederlage beim FC Girona verlor der FC Barcelona die Tabellenführung an Real Madrid, das zeitgleich gewann und nun zwei Punkte vor den Katalanen liegt. Ein verschossener Elfmeter, mangelnde Effizienz vor dem Tor und späte Gegentreffer entschieden die Partie – und verschärfen die Lage im Titelkampf.
Barcelona, 16. Februar 2026 – Der FC Barcelona hat die Kontrolle über das Titelrennen aus der Hand gegeben. Im katalanischen Derby beim FC Girona unterlagen die Blaugrana mit 1:2 und verloren damit die Tabellenführung in der LaLiga an Real Madrid. Während die Madrilenen ihre Aufgabe souverän lösten, blieb Barcelona hinter den eigenen Ansprüchen zurück – trotz Spielkontrolle, trotz Dominanzphasen, trotz Führungstreffers.
Die Niederlage wiegt schwer. Nicht nur wegen der verlorenen Punkte, sondern wegen der Art und Weise. Ein vergebener Strafstoß, ein kurzer Moment der Unordnung nach der Führung, ein spätes Gegentor – es sind Details, die im Meisterschaftskampf entscheiden. In einer Saison, in der jeder Zähler zählt, kann ein Ausrutscher das Kräfteverhältnis verschieben. Genau das ist nun geschehen.
Das Derby als Wendepunkt im Titelkampf
Das Stadion Montilivi war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Atmosphäre aufgeheizt. Girona, längst mehr als nur Außenseiter, agierte diszipliniert, kompakt und mit klarer Idee im Umschaltspiel. Der FC Barcelona dagegen hatte viel Ballbesitz, suchte geduldig die Lücken – fand sie aber zu selten.
Der erste Schlüsselmoment ereignete sich noch vor der Pause. Lamine Yamal trat zum Strafstoß an, nachdem Barcelona zuvor Druck aufgebaut hatte. Die Chance zur Führung lag auf dem Punkt. Doch der Abschluss misslang. Statt 1:0 für Barça blieb es beim torlosen Zwischenstand – ein psychologischer Vorteil für Girona, das weiter stabil verteidigte.
Führung ohne Sicherheit
Nach dem Seitenwechsel schien der FC Barcelona dennoch auf Kurs. Pau Cubarsí brachte die Gäste in der 58. Minute in Führung. Die Aktion wirkte wie der Durchbruch, den die Katalanen gesucht hatten. Barcelona kontrollierte das Tempo, ließ den Ball zirkulieren, suchte die Entscheidung.
Doch die Führung hielt nur kurz. Drei Minuten später glich Thomas Lemar für Girona aus. Eine schnelle Umschaltbewegung, ein Moment der Unordnung im Defensivverbund – und der Spielstand war wieder offen. Barcelona verlor für einige Minuten die strukturelle Klarheit, die zuvor das Spiel bestimmt hatte.
Als sich vieles auf ein Unentschieden zubewegte, schlug Girona erneut zu. In der 87. Minute erzielte Fran Beltrán den Siegtreffer. Wieder war es ein präziser Angriff nach Ballgewinn, wieder reagierte Barcelonas Defensive nicht entschlossen genug. Der FC Barcelona rannte in den Schlussminuten an, doch zwingende Chancen blieben aus.
Die entscheidenden Faktoren im Überblick
- Verschossener Elfmeter von Lamine Yamal vor der Pause
- Nur drei Minuten zwischen Barcelonas Führung und dem Ausgleich
- Später Gegentreffer in der 87. Minute nach Umschaltaktion Gironas
- Hoher Ballbesitz ohne ausreichende Durchschlagskraft im Strafraum
Statistisch dominierte der FC Barcelona weite Teile der Partie. Doch im Titelkampf zählen keine Ballbesitzwerte, sondern Tore. Girona war effizienter, zielstrebiger und in den entscheidenden Momenten konsequenter.
Real Madrid übernimmt die Spitze
Parallel dazu erledigte Real Madrid seine Aufgabe mit Klarheit. Der Sieg gegen Real Sociedad bedeutete nicht nur drei Punkte, sondern auch die Rückkehr an die Tabellenspitze der LaLiga. Mit nun zwei Punkten Vorsprung führt Real Madrid das Klassement an – und profitiert unmittelbar vom Patzer des FC Barcelona.
Die Tabellenkonstellation verdeutlicht, wie eng das Rennen um die spanische Meisterschaft ist. Zwischen Platz eins und zwei liegen nur zwei Zähler. Jeder Spieltag kann die Dynamik verändern. Der jüngste Rückschlag des FC Barcelona hat die Kräfteverhältnisse verschoben, aber keineswegs endgültig entschieden.
Tabellensituation nach dem Spieltag
- Real Madrid: Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung
- FC Barcelona: Rückfall auf Rang zwei nach 1:2 in Girona
- Verfolger: Atlético Madrid und weitere Teams bleiben in Schlagdistanz
Für den FC Barcelona bedeutet das: Der Druck wächst. Nicht nur, weil Real Madrid konstant punktet, sondern weil sich in dieser Phase der Saison mentale Stabilität als entscheidender Faktor erweist.
Strukturelle Fragen beim FC Barcelona
Die Niederlage gegen Girona ist nicht isoliert zu betrachten. Bereits zuvor hatte Barcelona in entscheidenden Momenten Punkte liegen lassen. In einer Liga, in der das Titelrennen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona traditionell eng geführt wird, wirken solche Rückschläge doppelt schwer.
Unter Trainer Hansi Flick zeigte der FC Barcelona über weite Strecken der Saison überzeugenden Offensivfußball. Dynamik über die Flügel, flexible Positionswechsel im Mittelfeld, mutiges Pressing. Doch zuletzt offenbarten sich Schwächen in der Chancenverwertung und in der Absicherung nach Ballverlusten.
Effizienz als Schlüsselbegriff
Im Spiel gegen Girona wurde deutlich, wie sehr Effizienz im Titelkampf entscheidet. Barcelona erspielte sich Möglichkeiten, fand jedoch nicht die nötige Präzision im Abschluss. Der verschossene Elfmeter steht exemplarisch für diese Phase: eine große Gelegenheit, die ungenutzt bleibt – mit direkten Konsequenzen für die Tabellenführung.
Hinzu kommt die Anfälligkeit in Umschaltsituationen. Girona nutzte genau diese Momente. Zwei Angriffe, zwei präzise Abschlüsse, zwei Tore. In engen Spielen reichen wenige Fehler, um das Gleichgewicht zu kippen.
Psychologie des Titelrennens
Das Titelrennen in der LaLiga ist längst zu einem psychologischen Duell geworden. Real Madrid und der FC Barcelona beobachten sich, reagieren aufeinander, erhöhen den Druck. Wer vorlegt, zwingt den Konkurrenten zum Nachziehen. Wer patzt, riskiert den Verlust der Spitzenposition.
Für den FC Barcelona kommt die Niederlage zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Saison befindet sich in der entscheidenden Phase. Jeder Ausrutscher erhält größeres Gewicht, jede Unachtsamkeit kann sich in der Endabrechnung niederschlagen.
Gleichzeitig bleibt der Abstand überschaubar. Zwei Punkte sind im Saisonverlauf schnell aufgeholt. Entscheidend wird sein, ob Barcelona die strukturellen Schwächen abstellt und in den kommenden Partien wieder Konstanz entwickelt.
Konstanz statt Dominanz
Dominanz allein genügt nicht. Das zeigte die Partie in Girona eindrücklich. Der FC Barcelona kontrollierte weite Teile des Spiels, verlor aber in den entscheidenden Sequenzen die Klarheit. Meisterschaften werden nicht nur durch Ballbesitz entschieden, sondern durch Präzision, Konzentration und Widerstandsfähigkeit.
Real Madrid wirkt derzeit stabiler in diesen Momenten. Doch das Rennen ist offen. Die verbleibenden Spieltage bieten ausreichend Gelegenheit für Verschiebungen in der Tabelle.
Ausblick auf die kommenden Wochen
Für den FC Barcelona beginnt nun eine Phase, in der Reaktionen gefragt sind. Die Mannschaft muss zeigen, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann. Der Titelkampf in der LaLiga ist kein Sprint, sondern ein Ausdauerduell. Kleine Schwächephasen können korrigiert werden – vorausgesetzt, sie werden erkannt und adressiert.
Die kommenden Spiele erhalten zusätzliche Brisanz. Jeder Auftritt wird unter besonderer Beobachtung stehen. Die Tabellenführung ist verloren, aber der Titel ist weiterhin erreichbar.
Ein offenes Rennen mit verschobenen Vorzeichen
Der FC Barcelona hat im Derby gegen Girona die Tabellenführung eingebüßt – und damit dem Titelrennen eine neue Dynamik verliehen. Real Madrid führt, Barcelona jagt. Zwei Punkte trennen die Rivalen. Der Meisterschaftskampf bleibt eng, intensiv und von Nuancen bestimmt.
Ob dieser Spieltag als Wendepunkt in Erinnerung bleiben wird, entscheidet sich erst in einigen Wochen. Sicher ist nur: Der FC Barcelona steht unter Zugzwang. Und Real Madrid hat die Gelegenheit genutzt.



