
6. Januar 2026 – Der Morgen beginnt unterschiedlich in Deutschland. Während in einigen Regionen die Straßen ruhiger sind, Rollläden geschlossen bleiben und der Alltag innehält, läuft andernorts alles wie gewohnt. Der Dreikönigstag trennt heute das Land in Feiertagsruhe und Normalbetrieb.
Der 6. Januar, bekannt als Heilige Drei Könige oder Dreikönigstag, ist in Deutschland kein bundeseinheitlicher gesetzlicher Feiertag. Vielmehr gehört er zu jenen Tagen, die den föderalen Charakter der Bundesrepublik besonders sichtbar machen. Für Millionen Menschen ist heute arbeitsfrei, für ebenso viele beginnt ein ganz normaler Dienstag. Diese Ungleichzeitigkeit prägt den Tagesrhythmus – regional, kulturell und historisch.
Der Dreikönigstag markiert traditionell das Ende der Weihnachtszeit. Liturgisch ist er eines der ältesten christlichen Feste überhaupt. Gesellschaftlich hingegen wirkt er heute vor allem als regional begrenzter Feiertag mit klaren gesetzlichen Grenzen. Wer heute frei hat – und wer nicht –, hängt allein vom Wohn- und Arbeitsort ab.
In welchen Bundesländern der 6. Januar ein Feiertag ist
Heilige Drei Könige ist ausschließlich in drei Bundesländern als gesetzlicher Feiertag verankert. Dort gilt heute eine allgemeine Arbeitsruhe:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Sachsen-Anhalt
In diesen Ländern bleiben öffentliche Verwaltungen, Schulen und viele Geschäfte geschlossen. Der öffentliche Verkehr folgt in Teilen dem Feiertagsfahrplan, und auch wirtschaftlich ist der Tag spürbar entschleunigt. Für viele Beschäftigte bedeutet der 6. Januar einen zusätzlichen freien Tag im Jahreskalender – mitten in der dunklen Winterzeit.
In allen übrigen Bundesländern ist der Dreikönigstag hingegen kein gesetzlicher Feiertag. Dazu zählen unter anderem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Dort gelten die regulären Öffnungszeiten, der Schulbetrieb läuft planmäßig, und auch Behörden arbeiten wie an jedem anderen Werktag.
Warum der Dreikönigstag kein bundesweiter Feiertag ist
Die unterschiedlichen Regelungen gehen auf die föderale Struktur Deutschlands zurück. Während bundeseinheitliche Feiertage wie der Tag der Deutschen Einheit oder der 1. Mai in allen Ländern gelten, haben die Bundesländer darüber hinaus eigene Kompetenzen bei der Festlegung zusätzlicher arbeitsfreier Tage.
Der Dreikönigstag ist historisch stark in katholisch geprägten Regionen verwurzelt. Bayern und Baden-Württemberg weisen traditionell einen hohen katholischen Bevölkerungsanteil auf, ebenso Teile Sachsen-Anhalts. Entsprechend wurde der 6. Januar dort früh als gesetzlicher Feiertag etabliert und bis heute beibehalten. In überwiegend protestantisch geprägten Regionen spielte der Tag hingegen eine geringere gesellschaftliche Rolle, was sich bis heute in der Gesetzgebung widerspiegelt.
Diese regionalen Unterschiede gehören zum festen Gefüge des deutschen Feiertagskalenders. Sie sorgen regelmäßig für Diskussionen, insbesondere im grenznahen Pendlerverkehr oder bei bundesweit tätigen Unternehmen, sind aber politisch seit Jahrzehnten weitgehend unumstritten.
Religiöse und kulturelle Bedeutung von Heilige Drei Könige
Unabhängig vom arbeitsrechtlichen Status hat der Dreikönigstag eine tiefe religiöse Bedeutung. Er erinnert an die biblische Erzählung der Weisen aus dem Morgenland, die einem Stern folgten, um dem neugeborenen Jesuskind zu huldigen. In der christlichen Tradition steht der Tag für die Offenbarung Christi an die Welt – daher auch der liturgische Name Epiphanias.
Kirchlich markiert der 6. Januar das Ende der Weihnachtszeit. In vielen Haushalten werden an diesem Tag Krippen abgebaut und Weihnachtsdekorationen entfernt. In katholischen Regionen gehören festliche Gottesdienste ebenso zum Tagesbild wie Prozessionen oder Segnungen.
Sternsinger, Segenszeichen und gelebter Brauch
Besonders sichtbar ist der Dreikönigstag durch den Brauch des Sternsingens. Kinder und Jugendliche ziehen als die Heiligen Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus, singen Lieder, sammeln Spenden für soziale Projekte und schreiben den traditionellen Segensspruch an die Haustüren. Die Buchstaben stehen für eine lateinische Segensformel und werden begleitet von der jeweiligen Jahreszahl.
Dieser Brauch wird nicht nur in den Feiertags-Bundesländern gepflegt, sondern auch darüber hinaus. Er verbindet religiöse Tradition mit sozialem Engagement und ist fest im kulturellen Gedächtnis vieler Regionen verankert – unabhängig davon, ob der 6. Januar arbeitsfrei ist oder nicht.
Der 6. Januar im Alltag: Ruhe hier, Routine dort
Der heutige Dienstag zeigt besonders deutlich, wie unterschiedlich sich derselbe Kalendertag in Deutschland anfühlen kann. In München, Stuttgart oder Magdeburg sind die Innenstädte ruhiger, viele Geschäfte geschlossen, das öffentliche Leben verlangsamt. Familien nutzen den freien Tag für gemeinsame Unternehmungen oder schlicht für eine Pause nach den Feiertagen.
In Städten wie Berlin, Köln oder Hamburg hingegen herrscht normaler Berufsverkehr. Schulen sind geöffnet, Termine laufen planmäßig, und der Dreikönigstag bleibt dort vor allem ein Datum im Kalender – ohne unmittelbare Auswirkungen auf den Tagesablauf.
Für Pendler, die in einem Bundesland arbeiten und in einem anderen wohnen, kann dies zu organisatorischen Herausforderungen führen. Unternehmen mit Standorten in mehreren Ländern müssen Personalplanung und Betriebsabläufe entsprechend anpassen. Der 6. Januar ist damit nicht nur ein religiöser Gedenktag, sondern auch ein praktisches Beispiel für föderale Vielfalt im Alltag.
Überblick: Gesetzlicher Feiertag am 6. Januar
| Bundesland | Status am 6. Januar |
|---|---|
| Baden-Württemberg | Gesetzlicher Feiertag |
| Bayern | Gesetzlicher Feiertag |
| Sachsen-Anhalt | Gesetzlicher Feiertag |
| Alle übrigen Bundesländer | Regulärer Arbeitstag |
Ein Datum, das Deutschlands Vielfalt sichtbar macht
Der Dreikönigstag ist mehr als ein religiöser Fixpunkt im Kalender. Er ist ein stiller Marker für die föderale Struktur Deutschlands, für historische Prägungen und kulturelle Unterschiede, die bis heute nachwirken. Während für die einen der Alltag pausiert, bleibt er für die anderen unverändert – und genau darin liegt die Besonderheit dieses Tages.
Der 6. Januar zeigt, wie eng Geschichte, Religion und Gesetzgebung miteinander verwoben sind und wie unterschiedlich sie den modernen Alltag prägen können. In einer Zeit, in der bundesweite Vereinheitlichung oft gefordert wird, erinnert dieser Feiertag daran, dass regionale Eigenheiten ein fester Bestandteil der deutschen Realität bleiben.