Zum langen Wochenende rund um Christi Himmelfahrt erwartet der ADAC eine der bislang stärksten Reisewellen dieses Frühjahrs. Zwischen dem 29. und 31. Mai dürfte sich der Verkehr auf zahlreichen Autobahnen in Deutschland über Stunden stauen – besonders auf den Strecken Richtung Alpen, Nord- und Ostsee sowie im Umfeld großer Ballungsräume. Neben dichtem Reiseverkehr verschärfen hunderte Baustellen die Lage. Für viele Autofahrer beginnt damit ein Wochenende, das auf mehreren Hauptachsen zur Geduldsprobe werden könnte.

Berlin, 27. Mai 2026 – Die Stauprognose für das verlängerte Wochenende zeichnet ein klares Bild: Deutschlands Fernstraßen stehen vor einer der ersten großen Belastungsproben des Jahres. Millionen Menschen nutzen Christi Himmelfahrt für Kurzurlaube, Familienbesuche oder verlängerte Ausflüge. Entsprechend rechnen Verkehrsclubs, Infrastrukturbetreiber und Behörden mit deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen – bereits ab Donnerstagmorgen.

Vor allem die klassischen Reiserouten Richtung Süden dürften schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Gleichzeitig zieht es zahlreiche Urlauber an die Nord- und Ostseeküste. Hinzu kommt dichter Ausflugsverkehr in Naherholungsgebiete. Die Folge: lange Fahrzeiten, stockender Verkehr und kilometerlange Rückstaus auf mehreren Autobahnabschnitten.

ADAC-Stauprognose: Auf diesen Autobahnen drohen lange Verzögerungen

Im Zentrum der aktuellen ADAC-Stauprognose stehen erneut die wichtigsten Nord-Süd-Achsen Deutschlands. Besonders betroffen sind Strecken in Richtung Bayern, Österreich, Norditalien und Kroatien. Bereits am Donnerstagvormittag dürfte das Verkehrsaufkommen deutlich ansteigen. Die kritischsten Phasen erwarten Experten jedoch am Freitagnachmittag sowie am Samstagvormittag.

Als besonders belastet gelten unter anderem folgende Autobahnen:

  • A3 Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau
  • A5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A7 Hamburg – Hannover – Würzburg – Füssen
  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A9 Berlin – Leipzig – Nürnberg – München
  • A99 rund um München
  • A1 und A24 Richtung Nord- und Ostsee

Vor allem rund um München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg und Berlin rechnen Verkehrsexperten mit zeitweise zähfließendem Verkehr. Schon kleinere Zwischenfälle könnten die Situation zusätzlich verschärfen. Erfahrungsgemäß genügen an stark belasteten Reisetagen wenige Minuten Stillstand, um Rückstaus über mehrere Kilometer auszulösen.

Baustellen verschärfen die Verkehrslage zusätzlich

Ein wesentlicher Faktor bleibt die hohe Zahl an Baustellen auf deutschen Autobahnen. Brückensanierungen, Fahrbahnerneuerungen und Engstellen begleiten den Reiseverkehr inzwischen auf vielen Hauptachsen. Zahlreiche Maßnahmen laufen auch über das Feiertagswochenende weiter.

Besonders problematisch sind Baustellenbereiche mit reduzierter Spurführung. Dort sinkt nicht nur die Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern auch die Fehleranfälligkeit steigt. Verkehrsdienste warnen deshalb vor abrupten Spurwechseln und riskanten Überholmanövern in verengten Bereichen.

Betroffen sind unter anderem größere Baustellen auf der A4, A7, A9, A10 und A12. Mehrere Landesverkehrszentralen rechnen dort mit längeren Verzögerungen – vor allem dann, wenn dichter Reiseverkehr auf Baustellenverkehr trifft.

Die Autobahn GmbH empfiehlt Reisenden daher, ausreichend Zeitreserven einzuplanen und aktuelle Verkehrsmeldungen vor Fahrtbeginn zu prüfen. Flexible Fahrer sollten Stoßzeiten möglichst vermeiden.

Reiseverkehr nimmt auch im Ausland deutlich zu

Die angespannte Verkehrslage endet nicht an den deutschen Grenzen. Auch in Österreich, der Schweiz und Norditalien rechnen Verkehrsbehörden mit hohem Reiseaufkommen. Besonders auf den bekannten Transitachsen Richtung Mittelmeer dürfte es eng werden.

Staus vor Gotthard und Brenner erwartet

Am Gotthard-Tunnel in der Schweiz werden erneut lange Wartezeiten erwartet. Vor allem am Samstag könnte sich der Verkehr vor dem Nordportal über Stunden zurückstauen. Der Tunnel zählt seit Jahren zu den größten Engpässen im europäischen Reiseverkehr.

Auch auf der Brennerroute zwischen Österreich und Italien rechnen Behörden mit dichter Verkehrslage. Dort treffen Feiertagsverkehr, Baustellen und Verkehrslenkungen aufeinander. Besonders belastet dürfte der Abschnitt rund um Innsbruck sein.

Hinzu kommen weiterhin geltende Abfahrverbote auf mehreren Ausweichstrecken in Tirol. Damit wollen die Behörden verhindern, dass Ausweichverkehr durch kleinere Gemeinden rollt. Für Autofahrer bedeutet das allerdings häufig längere Wartezeiten auf den Hauptverbindungen.

Nord- und Ostsee bleiben klassische Stauschwerpunkte

Nicht nur der Süden Deutschlands dürfte am Wochenende stark belastet sein. Auch die Straßen Richtung Nord- und Ostsee zählen traditionell zu den größten Problemzonen an Feiertagen. Vor allem auf der A1, A7, A19, A20 und A24 rechnen Verkehrsdienste mit dichter Verkehrslage.

Tourismusregionen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erwarten ein hohes Besucheraufkommen. Zusätzlich zum Urlaubsverkehr steigt bei stabilem Wetter erfahrungsgemäß auch die Zahl der Tagesausflügler deutlich an.

Gerade in Küstennähe können sich Staus schnell bis auf Landstraßen und Ortsdurchfahrten ausweiten. Besonders am Freitagnachmittag und bei der Rückreise am Sonntagabend rechnen Behörden mit längeren Verzögerungen.

Wann die größte Staugefahr besteht

Nach aktuellen Prognosen gelten mehrere Zeitfenster als besonders kritisch. Verkehrsexperten rechnen insbesondere dann mit langen Fahrzeiten:

Tag Erwartete Verkehrslage
Donnerstag, 29. Mai Deutlich zunehmender Reiseverkehr ab dem Vormittag
Freitag, 30. Mai Hohe Belastung ab Mittag bis in die Abendstunden
Samstag, 31. Mai Dichter Verkehr auf Fernstraßen am Vormittag
Sonntagabend Starke Rückreisewelle Richtung Ballungsräume

Etwas entspannter dürfte die Lage in den frühen Morgenstunden sowie spätabends sein. Dennoch rechnen Verkehrsclubs selbst außerhalb der Hauptzeiten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen auf vielen Fernstraßen.

Rettungsgassen bleiben ein Problem

Mit steigender Verkehrsdichte rückt erneut ein bekanntes Thema in den Fokus: die Bildung von Rettungsgassen. Einsatzkräfte kritisieren seit Jahren, dass Rettungswege auf Autobahnen häufig zu spät oder fehlerhaft gebildet werden.

Gerade an langen Stauwochenenden können wenige Minuten entscheidend sein. Polizei und Rettungsdienste appellieren deshalb erneut an Autofahrer, Rettungsgassen frühzeitig freizuhalten und nicht erst bei sichtbaren Einsatzfahrzeugen zu reagieren.

Auch auf Rastanlagen dürfte das Verkehrsaufkommen steigen. Verkehrsexperten empfehlen daher, Tankstopps und Ladezeiten für Elektrofahrzeuge möglichst frühzeitig einzuplanen. Besonders entlang stark frequentierter Urlaubsrouten kann es zeitweise zu Wartezeiten kommen.

Ein verlängertes Wochenende mit hoher Belastung auf den Fernstraßen

Die aktuelle ADAC-Stauprognose zeigt deutlich, wie stark Feiertagsverkehr, Baustellen und Kurzurlaubstrends inzwischen zusammenwirken. Viele Fernstraßen dürften über Stunden stark ausgelastet sein – teilweise bis an ihre Kapazitätsgrenzen.

Wer flexibel reisen kann, hat weiterhin die besten Chancen, größere Verzögerungen zu vermeiden. Für Millionen Autofahrer bleibt das letzte Maiwochenende dennoch vor allem eines: ein Reisezeitraum mit langen Fahrzeiten, hohem Verkehrsaufkommen und wenig Spielraum auf Deutschlands Autobahnen.