
24. Januar 2026 – Leere Arbeitsplätze, abgeschaltete Zugänge, abrupte Abschiede. Was für viele Beschäftigte von Vimeo über Jahre hinweg Alltag und Identität war, ist binnen weniger Wochen zerbrochen. Nach der Übernahme durch die italienische Technologie-Holding Bending Spoons erlebt die traditionsreiche Video-Plattform einen massiven Stellenabbau, der nicht nur intern, sondern auch in der internationalen Tech-Szene für Unruhe sorgt.
Der Stellenabbau bei Vimeo markiert einen der tiefgreifendsten Einschnitte in der Geschichte des Unternehmens. Die Video-Plattform, 2004 gegründet und lange als kreative Alternative zu YouTube positioniert, befindet sich seit der Übernahme durch Bending Spoons in einem radikalen Umbruch. Was zunächst als strategische Neuausrichtung angekündigt wurde, hat sich Anfang 2026 zu einer Restrukturierung entwickelt, deren Dimension selbst erfahrene Branchenbeobachter überrascht.
Nach übereinstimmenden Berichten aus Unternehmenskreisen und von ehemaligen Mitarbeitenden wurden in kurzer Zeit große Teile der Belegschaft entlassen. Offizielle Zahlen liegen nicht vor, doch der Umfang des Stellenabbaus bei Vimeo wird intern als einschneidend beschrieben. Ganze Teams sollen aufgelöst worden sein, darunter zentrale Einheiten aus Produktentwicklung, Technik und Markenführung.
Von der Übernahme zur Zäsur
Die Übernahme von Vimeo durch Bending Spoons wurde im Herbst 2025 abgeschlossen. Für rund 1,38 Milliarden Dollar wechselte das Unternehmen den Eigentümer und wurde zugleich von der Börse genommen. Bereits im Vorfeld hatte Vimeo angekündigt, sich stärker auf profitable Kerngeschäfte konzentrieren zu wollen. Im September 2025 folgte ein erster Stellenabbau, bei dem rund zehn Prozent der Vollzeitstellen gestrichen wurden.
Damals sprach das Management von einem notwendigen Schritt, um die Organisation schlanker aufzustellen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Beschäftigte werteten diese Maßnahme als schmerzhaft, aber noch nachvollziehbar. Die nun folgende zweite Entlassungswelle jedoch übertraf alle Erwartungen.
Mit Beginn des Jahres 2026 setzte Bending Spoons einen umfassenden Personalabbau durch, der nach Aussagen Betroffener nicht mehr selektiv, sondern strukturell angelegt war. Besonders auffällig: Nicht nur einzelne Funktionen oder Standorte, sondern komplette Arbeitsbereiche wurden aufgelöst. Der Stellenabbau bei Vimeo wurde damit zum zentralen Symbol einer tiefgreifenden Neuausrichtung.
Ein Stellenabbau von außergewöhnlicher Dimension
Wie viele Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verloren haben, bleibt unklar. Weder Vimeo noch Bending Spoons haben dazu konkrete Angaben gemacht. Ehemalige Führungskräfte und Angestellte berichten jedoch übereinstimmend von einem drastischen Einschnitt. In sozialen Netzwerken schilderten zahlreiche frühere Beschäftigte, dass ihre Teams vollständig entlassen worden seien.
Besonders betroffen sollen technische Abteilungen und produktnahe Teams gewesen sein. Berichten zufolge wurde das gesamte Videoteam aufgelöst, das für zentrale Plattformfunktionen verantwortlich war. Auch internationale Standorte, darunter Entwicklungszentren in Israel, sollen geschlossen oder stark reduziert worden sein.
Der Stellenabbau bei Vimeo traf nicht nur Mitarbeitende auf operativer Ebene. Auch Führungskräfte, darunter langjährige Manager und Bereichsleiter, mussten das Unternehmen verlassen. Diese Breite des Abbaus unterscheidet die aktuelle Restrukturierung deutlich von früheren Sparmaßnahmen in der Firmengeschichte.
Ein Muster aus früheren Übernahmen
Der Blick auf frühere Akquisitionen von Bending Spoons legt nahe, dass der Stellenabbau bei Vimeo kein Einzelfall ist. Die italienische Holding hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht, indem sie bekannte digitale Produkte übernimmt und anschließend konsequent restrukturiert.
Bei WeTransfer, einem beliebten File-Sharing-Dienst, kam es nach der Übernahme zu massiven Entlassungen. Auch bei Evernote, Meetup und Filmic Pro wurden große Teile der ursprünglichen Belegschaften abgebaut oder vollständig ersetzt. Kritiker sprechen von einer klaren Strategie: Kosten senken, Strukturen vereinfachen, Produkte stärker automatisieren.
In diesem Kontext erscheint der Stellenabbau bei Vimeo weniger als Ausnahme denn als Fortsetzung eines bekannten Vorgehens. Bending Spoons selbst betont regelmäßig, dass es darum gehe, Unternehmen langfristig profitabel zu machen und technologisch zu modernisieren.
Zwischen wirtschaftlichem Druck und strategischer Neuausrichtung
Vimeo stand bereits vor der Übernahme unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Trotz einer starken Marke und treuer Nutzerbasis gelang es dem Unternehmen nur bedingt, sich im hart umkämpften Markt der Video-Plattformen zu behaupten. Konkurrenz durch globale Anbieter, steigende Infrastrukturkosten und ein anspruchsvolles B2B-Geschäft belasteten die Bilanz.
Der Stellenabbau bei Vimeo wird daher von einigen Beobachtern als Konsequenz dieser strukturellen Probleme interpretiert. Andere sehen darin vor allem den Ausdruck einer neuen Eigentümerlogik, die Effizienz und Skalierbarkeit über gewachsene Unternehmenskulturen stellt.
Fest steht: Mit dem Wegfall ganzer Teams verliert Vimeo einen erheblichen Teil seines institutionellen Wissens. Gerade in Bereichen wie Produktdesign, Nutzererfahrung und technischer Innovation ist dieses Know-how schwer kurzfristig zu ersetzen.
Folgen für Nutzer, Kunden und Partner
Der Stellenabbau bei Vimeo bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das Ökosystem der Plattform. Viele professionelle Nutzer, darunter Agenturen, Medienhäuser und Kreative, setzen Vimeo seit Jahren als verlässliche Infrastruktur für Hosting, Livestreaming und Video-Management ein.
In der Community wächst nun die Unsicherheit. Fragen nach der künftigen Produktentwicklung, dem technischen Support und der langfristigen Ausrichtung der Plattform stehen im Raum. Erste Stimmen berichten von verzögerten Antworten im Kundendienst und einer spürbaren Zurückhaltung bei neuen Features.
Für Geschäftspartner, die eng mit den bisherigen Teams zusammengearbeitet haben, bedeutet der Stellenabbau bei Vimeo einen Bruch gewachsener Beziehungen. Vertrauen, so betonen mehrere Branchenvertreter, sei in diesem Markt ein entscheidender Faktor – und lasse sich nicht beliebig rationalisieren.
Reaktionen aus der Tech-Branche
Der drastische Stellenabbau bei Vimeo hat in der internationalen Tech-Szene eine breite Debatte ausgelöst. Während Restrukturierungen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit längst keine Ausnahme mehr sind, gilt der Umfang dieser Maßnahme als bemerkenswert.
Analysten verweisen darauf, dass viele Technologieunternehmen derzeit Personal abbauen, um Kosten zu senken und Investoren zu beruhigen. Doch der nahezu vollständige Austausch ganzer Funktionsbereiche sei ungewöhnlich – insbesondere bei einem Produkt, dessen Qualität stark von kontinuierlicher Weiterentwicklung abhängt.
Ehemalige Mitarbeitende äußern sich teils fassungslos über die Geschwindigkeit und Härte der Entscheidungen. In öffentlichen Stellungnahmen ist von fehlender Kommunikation und abrupten Kündigungen die Rede. Offizielle Reaktionen des neuen Eigentümers bleiben hingegen nüchtern und konzentrieren sich auf strategische Zielsetzungen.
Ein tiefer Einschnitt mit Signalwirkung
Der Stellenabbau bei Vimeo ist mehr als eine interne Unternehmensentscheidung. Er steht exemplarisch für einen Strukturwandel in der Tech-Branche, in dem traditionelle Wachstumsnarrative zunehmend von Effizienzdenken abgelöst werden.
Private Technologie-Holdings wie Bending Spoons agieren dabei mit anderen Maßstäben als börsennotierte Konzerne. Langfristige Profitabilität, Skaleneffekte und Kostenkontrolle stehen im Vordergrund – oft auf Kosten gewachsener Unternehmenskulturen.
Für Vimeo bedeutet dies eine Phase tiefgreifender Neuorientierung. Die Plattform muss sich neu definieren, mit deutlich weniger Personal, veränderten Strukturen und einer Community, die aufmerksam beobachtet, wohin die Reise geht.
Ein Unternehmen an der Weggabelung
Ob der Stellenabbau bei Vimeo langfristig zu Stabilität und neuer Stärke führt oder ob er die Innovationskraft der Plattform dauerhaft schwächt, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Sicher ist jedoch: Die Entscheidungen der vergangenen Monate haben das Unternehmen nachhaltig verändert.
Für die entlassenen Mitarbeitenden endet ein Kapitel oft abrupt, für Vimeo beginnt ein neues unter deutlich verschärften Bedingungen. Wie tragfähig dieses neue Fundament ist, wird sich nicht in Quartalszahlen allein zeigen, sondern in der Fähigkeit, Vertrauen zurückzugewinnen – bei Nutzern, Partnern und im eigenen Marktumfeld.