Cookies & Datenschutz Technisch notwendige Funktionen sind immer aktiv. Optionale Analyse- und Werbedienste werden erst nach Ihrer Zustimmung aktiviert.
Berlin. Der neue Krisenratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sorgt für Diskussionen: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten heißt es darin, ein Krieg sei in Europa „nicht mehr ausgeschlossen“. Die überarbeitete Broschüre ist kein Alarmruf, sondern Ausdruck wachsender Sorge über hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und Sabotageakte, die Deutschland zunehmend treffen könnten.
Ein aktualisierter Ratgeber in unsicheren Zeiten
Das BBK hat seinen umfassenden Krisenratgeber 2025 unter dem Titel „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ neu aufgelegt. In der Einleitung findet sich ein Satz, der viel mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht: „Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren.“ Damit greift die Behörde eine realistische Einschätzung der aktuellen Sicherheitslage auf, wie sie von Experten und Politikern seit Monaten diskutiert wird.
BBK-Präsident Ralph Tiesler betonte bei der Vorstellung in Berlin, dass die neue Fassung kein „Angstdokument“ sei, sondern ein Aufruf zu mehr Eigenverantwortung: „Wir leben in einer Zeit, in der Krisen nicht mehr nur Naturphänomene sind, sondern zunehmend menschengemacht.“ Der Ratgeber soll Bürgerinnen und Bürgern helfen, in jeder Krisenform – vom Stromausfall über Cyberangriffe bis hin zu möglichen Kriegsauswirkungen – handlungsfähig zu bleiben.
Was bedeutet „Krieg nicht mehr ausgeschlossen“ konkret?
Die Formulierung sorgte in sozialen Medien und Talkshows für hitzige Diskussionen. Viele fragten sich: Bedeutet das, dass Deutschland unmittelbar bedroht ist? Nein. Der Satz beschreibt laut BBK die erweiterte Bandbreite potenzieller Krisen, die sich in den letzten Jahren deutlich verschoben hat. Hybridkriege, Cyberangriffe, Sabotage kritischer Infrastruktur und gezielte Desinformation gehören mittlerweile zu den größten Herausforderungen für die nationale Sicherheit.
Während der Ratgeber bisher vor allem Naturkatastrophen und technische Störungen behandelte, wurde die aktuelle Ausgabe um Szenarien wie Explosionen, Luftangriffe und Sabotageakte ergänzt. Der Fokus liegt nicht auf Kriegsprophezeiung, sondern auf praktischer Vorbereitung: Wo finde ich Schutz bei Explosionen? Wie erkenne ich Falschinformationen? Wie bleibe ich informiert, wenn das Internet oder Strom ausfallen?
Neue Inhalte im BBK-Ratgeber 2025
Vorsorge statt Panik
Der BBK-Ratgeber gibt konkrete Empfehlungen, wie sich Bürger im Krisenfall vorbereiten sollten. Dazu gehören:
Vorräte für mindestens 10 Tage – Wasser, Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente.
Ein Notgepäck mit Dokumenten, Erste-Hilfe-Set, Taschenlampe, Radio und Batterien.
Pläne für Stromausfälle, Kommunikation und Treffpunkte für Familien.
Umgang mit Falschinformationen in sozialen Netzwerken.
Empfehlungen zum Verhalten bei Explosionen oder Gebäudeschäden.
Im Vergleich zur Ausgabe von 2019 erweitert die Neuauflage den Blick erheblich. Während früher Naturgefahren wie Hochwasser oder Sturmfluten im Vordergrund standen, geht es nun auch um militärische und hybride Bedrohungen. Der Ratgeber ist in sieben Sprachen erhältlich, darunter Türkisch, Arabisch und Ukrainisch, sowie in Leichter Sprache und Gebärdensprache.
Wie viele Deutsche haben überhaupt Notvorräte?
Eine Umfrage zeigt: Nur rund 38 % der Deutschen verfügen über einen Lebensmittelvorrat für mehrere Tage. Viele halten das sogar geheim, aus Sorge, als übervorsichtig zu gelten. Das BBK sieht hierin eine Herausforderung – es will die Eigenverantwortung stärken, ohne Angst zu schüren. „Selbst kleine Schritte, wie drei Tage Vorrat, sind besser als gar keine“, heißt es im Leitfaden.
Der gesellschaftliche Kontext: Angst, Desinformation und Realität
Kommunikation als Schlüssel
In sozialen Netzwerken verbreiteten sich nach der Veröffentlichung des Ratgebers zahlreiche Zuspitzungen: Manche Nutzer interpretierten die Passage als Ankündigung eines unmittelbar drohenden Krieges. Auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) kursierten verkürzte Zitate und Bildausschnitte – ein Beispiel dafür, wie schnell Desinformation in Krisenzeiten wirkt. Das BBK reagierte umgehend: Der Satz sei ein „Weckruf für Vorsorge, kein Hinweis auf eine akute Gefahr“.
Zivile Verantwortung im Fokus
In Foren wie Reddit oder Diskussionen auf Facebook lobten viele Nutzer den neuen Ratgeber als längst überfälligen Realismus. Einige verglichen die Initiative mit früheren Zivilschutzübungen oder der alten „Zivilschutzmappe“ aus den 1980er-Jahren. Andere betonten, dass Vorsorge keine Panik sei, sondern Teil einer modernen Resilienzstrategie. Ehrenamtliche aus Feuerwehr und THW teilten Tipps, wie man Notfallpläne mit Nachbarn oder Vereinen abstimmen kann – eine zivilgesellschaftliche Antwort auf staatliche Empfehlungen.
Politische und sicherheitspolitische Hintergründe
Ein sich wandelndes Sicherheitsumfeld
Verteidigungsminister Boris Pistorius warnte zuletzt in Warschau: „Russland wird zunehmend zur Gefahr für Europa und die NATO.“ Ähnlich äußerte sich der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, der von einem „eisigen Frieden“ sprach, der jederzeit in eine „heiße Konfrontation“ umschlagen könne. Diese Einschätzungen bilden den Hintergrund, vor dem das BBK seine Kommunikation anpasst.
Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine „Zeitenwende im Bevölkerungsschutz“. Städte und Gemeinden sollen besser koordiniert und die Bürger stärker einbezogen werden. Freiwillige Feuerwehren, Hilfsorganisationen und THW sollen wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Der Gedanke: Sicherheit beginnt vor der eigenen Haustür.
Hybride Bedrohungen – das neue Normal?
Cyberangriffe auf Stromnetze, gezielte Falschinformationen in sozialen Medien und Sabotage an Infrastruktur – all das zählt heute zu den realistischen Szenarien, gegen die sich Staaten wappnen müssen. Der BBK-Ratgeber soll Bürgern nicht nur physische Sicherheit vermitteln, sondern auch digitale Resilienz fördern. Der Umgang mit Desinformation ist dabei ein zentrales Element: Informationen sollten stets aus verlässlichen Quellen stammen, etwa von Behörden, öffentlich-rechtlichen Medien oder offiziellen Warn-Apps wie NINA.
Wie kann man sich persönlich vorbereiten?
Praktische Checkliste zur Eigenvorsorge
Viele Bürger stellen sich die Frage: Wie kann ich mich konkret auf Krisen vorbereiten, ohne in Panik zu geraten? Das BBK gibt klare Antworten:
Bereich
Empfohlene Maßnahmen
Lebensmittel
10 Tage haltbare Vorräte – z. B. Konserven, Nudeln, Reis, Mehl, Öl.
Wasser
Mindestens 2 Liter pro Person und Tag, auch für Hygienezwecke zusätzlich einplanen.
Kommunikation
Kurbelfunkradio, Powerbank, Telefonnummern auf Papier notieren.
Ein weiterer zentraler Punkt ist das soziale Netzwerk. Wer seine Nachbarn kennt und Absprachen trifft, hat im Notfall bessere Chancen. Der ASB empfiehlt, insbesondere ältere Menschen oder Familien mit kleinen Kindern aktiv in Notfallpläne einzubeziehen. Zivilschutzexpertin Edith Wallmeier sagte in einem Interview: „Die Kenntnisse über den Zivilschutz sind gering – wir müssen lernen, als Gesellschaft resilienter zu werden.“
Fragen, die viele Menschen jetzt stellen
Wie wahrscheinlich ist ein Krieg in Deutschland?
Ein unmittelbarer Krieg ist nach Einschätzung von Regierung und Sicherheitsbehörden weiterhin unwahrscheinlich. Dennoch betonen Experten, dass die Risiken für Eskalationen in Europa gestiegen sind. Der Satz im BBK-Ratgeber ist Ausdruck dieser Unsicherheit, nicht Ankündigung eines bevorstehenden Konflikts.
Wie unterscheidet sich die neue BBK-Ausgabe von früheren Versionen?
Die Version von 2025 enthält erstmals Kapitel zu Explosionen, Luftangriffen, Sabotage und Desinformation. Zudem wurde der Sprachumfang erweitert und die Inhalte für Menschen mit Beeinträchtigungen besser zugänglich gemacht. Das Ziel ist, dass jede Bürgerin und jeder Bürger – unabhängig von Alter, Sprache oder digitalem Zugang – sich vorbereiten kann.
Welche Rolle spielt der digitale Bevölkerungsschutz?
Mit der Warn-App NINA und einer neuen Online-Plattform setzt das BBK auf digitale Vorsorgekommunikation. Push-Nachrichten, Standortwarnungen und Lernmodule sollen helfen, im Ernstfall schnell zu reagieren. Wichtig bleibt aber die Redundanz: Auch ohne Internetzugang müssen Informationen erreichbar bleiben – daher empfiehlt das BBK Radios mit Kurbelantrieb oder Batteriebetrieb.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Politische Reaktionen auf die Neuauflage des Ratgebers fallen gemischt aus. Während Sicherheitspolitiker die Offenheit des BBK loben, warnen andere vor einer Überdramatisierung. Der Grundtenor bleibt: Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. In sozialen Medien überwiegt Zustimmung, dass der Staat endlich realistische Szenarien benennt.
Der Diskurs zeigt auch ein wachsendes Bewusstsein: Bevölkerungsschutz ist nicht nur Aufgabe des Staates, sondern beginnt bei jedem Einzelnen. Ob durch Vorräte, Schulungen oder ehrenamtliches Engagement – Resilienz entsteht in der Gemeinschaft.
Warum das Thema jetzt wichtiger ist als je zuvor
Die wachsende Zahl an Krisen – von Überschwemmungen über Cyberangriffe bis hin zu geopolitischen Spannungen – zeigt, dass Sicherheit kein statischer Zustand ist. Der BBK-Ratgeber erinnert daran, dass Vorsorge kein Luxus, sondern Lebensrealität sein sollte. Deutschland gilt zwar als eines der sichersten Länder der Welt, doch Sicherheit entsteht erst durch Bewusstsein, Vorbereitung und Vertrauen in Institutionen.
Wenn das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe also schreibt, „ein Krieg sei nicht mehr ausgeschlossen“, ist das kein Zeichen der Panik – sondern ein nüchterner Hinweis darauf, dass sich unsere Welt verändert hat. Es ist eine Einladung, Verantwortung zu übernehmen: für sich, die Familie und die Gemeinschaft.
Hinweise zu Fehlern, Ergänzungen oder wichtigen Aktualisierungen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.
Ramstein/Kaiserslautern. Rheinland-Pfalz bleibt auch weiterhin das Herzstück der US-Militärpräsenz in Deutschland. Trotz früherer Abzugspläne haben die USA ihre strategische Bedeutung des Standorts bekräftigt. Für die Region bedeutet das…
Berlin, 3. November 2025 – Der Wind, der an diesem grauen Herbstmorgen durch die Straßen der Hauptstadt zieht, trägt mehr als nur das Rascheln der Blätter mit sich – er bringt eine Debatte zurück, die Deutschland seit Jahren begleitet. Nach…
Kiel – In der Nacht zu Freitag wurden mehrere unbekannte Drohnen über Schleswig-Holstein gesichtet. Behörden prüfen derzeit, ob die Flüge Spionage- oder Sabotagezwecken dienten. Die Sichtungen haben nicht nur regional, sondern auch bundes…
Berlin, 9. November 2025 – Im Schloss Bellevue herrscht gespannte Stille, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ans Rednerpult tritt. Draußen hängen graue Wolken über der Hauptstadt, drinnen ist der Saal bis auf den letzten Platz…
Deutschlands politische Landschaft steht 2025 vor tiefgreifenden Umbrüchen. Zwischen Bürokratieabbau, wachsendem Populismus und gesellschaftlicher Polarisierung versucht die Bundesregierung unter Friedrich Merz, einen neuen Kurs…
Ein ungewöhnlicher Vorfall in der Ostsee sorgt für Schlagzeilen: Russische Militärflugzeuge sind gleich zweimal über die deutsche Fregatte „Hamburg“ geflogen. Verteidigungsminister Boris Pistorius bestätigte den Zwischenfall im Bundestag…
Mit dem neuen Wehrdienst beginnt die Bundeswehr wieder mit der systematischen Wehrerfassung junger Erwachsener. Erste 18-Jährige sind bereits im Dienst, während Hunderttausende weitere Schreiben erhalten.
Soest, 11. November 2025. Ein sonniger Vormittag, ein Routinebeginn im LWL-Berufsbildungswerk Soest – bis plötzlich Polizeisirenen die Stille brechen. Dutzende Einsatzfahrzeuge rollen heran, Straßen werden gesperrt, Anwohner blicken…
STUTTGART – Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs greift Hundehalter künftig tiefer in die Tasche. Nach fast drei Jahrzehnten ohne Anpassung steigt die Hundesteuer ab 2026 deutlich. Die Stadtverwaltung begründet den Schritt mit der…
Politik · 04.11.2025
Trotz über einer Million Rückkehrer aus dem Ausland
Berlin, 4. November 2025 – Es ist ein grauer Herbstmorgen in Berlin-Neukölln. Auf den Straßen klingen arabische Stimmen, Kinder laufen mit Schulranzen durch den Nieselregen, an einer Bäckerei riecht es nach Fladenbrot und Kaffee. Viele der…
Dung Nguyen , CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons (Ausschnitt) Berlin, 3. November 2025 – In der stillen Nacht, als die Straßen von Schöneberg kaum mehr als ein fernes Rauschen trugen, hallten plötzlich drei Schüsse durch die…
KARLSRUHE – Nach einem plötzlichen Masernausbruch im Christlichen Zentrum Karlsruhe (CZK) mit 16 bestätigten Infektionen hat die Stadt umfassende Maßnahmen ergriffen. Eine Allgemeinverfügung schränkt den Zutritt zu Gemeindeveranstaltungen…
Berlin – Sechs Jahre nach dem Verschwinden der damals 15-jährigen Rebecca Reusch scheint neue Bewegung in einen der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands zu kommen. Mehrere Experten, darunter ein ehemaliger Mordermittler, sehen neue…
Berlin. Im Bundestag spitzt sich die Diskussion um den geplanten neuen Wehrdienst zu. Verteidigungsminister Boris Pistorius steht mit seinem Entwurf zwischen den Fronten. Während die Ampel-Koalition noch um Details ringt, warnt die…
Berlin – Die Frage nach der politischen Mitwirkung von Jugendlichen ist aktueller denn je. In Deutschland wird seit Jahren darüber diskutiert, ob junge Menschen früher und umfassender in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden…
Markus Söder hat sich klar gegen die Stationierung von Nato-Truppen in der Ukraine ausgesprochen. In mehreren Interviews warnte der bayerische Ministerpräsident vor einer Eskalation mit Russland und verwies auf die unzureichende…
Hannover / Düsseldorf – Inmitten des andauernden Konflikts im Nahen Osten setzen zwei deutsche Städte ein deutliches Zeichen der Menschlichkeit: Hannover und Düsseldorf planen, jeweils bis zu 20 besonders schutzbedürftige Kinder aus Gaza…
Osnabrück – Eine entdeckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat in der Friedensstadt Osnabrück für eine der größten Evakuierungsaktionen der letzten Jahre gesorgt. Rund 20.000 Menschen mussten am Dienstag ihre Wohnungen verlassen. Die…