Beim Tag des offenen Denkmals in Bruchsal öffnen am Sonntag historische Gebäude, Kirchen und Museen ihre Türen. Das Programm reicht von Führungen durch die Innenstadt und einen Bunker unter der Lutherkirche bis zu Orgelkonzerten und Angeboten in den Stadtteilen. Wer gezielt einzelne Stationen besuchen will, sollte allerdings auf Anmeldefristen, Zugänglichkeit und kurzfristige Programmänderungen achten.
Bruchsal, 8. September 2026. Der Tag des offenen Denkmals in Bruchsal bringt am Sonntag, 13. September, zahlreiche historische Orte der Stadt und ihrer Ortsteile zusammen. Unter dem bundesweiten Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ stehen Baugeschichte, Stadtentwicklung und historisch gewachsene Verbindungen im Mittelpunkt. Koordiniert wird der bundesweite Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Nach Angaben der Stadt Bruchsal umfasst das lokale Programm Führungen, Besichtigungen, Museumsangebote und Veranstaltungen in mehreren Kirchen. Viele Termine sind kostenlos. Bei einzelnen Programmpunkten gelten jedoch besondere Bedingungen: Für manche Führungen ist eine Anmeldung erforderlich, nicht alle Orte sind barrierefrei, und beim regulären Museumsbesuch können Eintrittskosten anfallen.
Tag des offenen Denkmals in Bruchsal: Führungen durch die Innenstadt
In der Innenstadt konzentriert sich das Programm auf mehrere historische Gebäude und Orte. Dazu zählen der mittelalterliche Bergfried von 1358, das Schuhmacher-Rill-Haus, die Kapelle Heiliges Grab und die Barockkirche St. Peter.
St. Peter ist laut offiziellem Denkmalprogramm von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neben Kirchenführungen ist eine Videovorführung zur Geschichte des Gebäudes vorgesehen. Zwischen 14 und 17 Uhr ist außerdem eine Bewirtung angekündigt.
Einen ungewöhnlichen Einblick bietet die Lutherkirche. Dort beginnen um 12 Uhr und um 16 Uhr Führungen, die auch den Bunker unter dem Kirchturm einschließen. Die Rundgänge dauern jeweils etwa 45 Minuten und sind kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Für Besucher wichtig: Das Angebot ist nicht barrierefrei.
Der Tag des offenen Denkmals in Bruchsal richtet den Blick jedoch nicht nur auf ältere Bauwerke. Am späten Nachmittag geht es auch um die Nachkriegsarchitektur der Stadt. Um 17 Uhr beginnt am Otto-Oppenheimer-Platz die Führung „Das Bruchsal der Fünfzigerjahre sehen lernen“. Prof. Dr. Hartmut Ayrle, Leiter der Stadtentwicklung Bruchsal, führt dabei durch die Kaiserstraße und erläutert den Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1945. Für den Rundgang sind rund 90 Minuten vorgesehen.
Sonderführung im Städtischen Museum nur mit Anmeldung
Auch das Städtische Museum im Barockschloss beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals in Bruchsal. Um 13 Uhr beginnt dort eine Sonderführung, die mehrere Epochen und Themen der Stadtgeschichte miteinander verbindet. Behandelt werden unter anderem die Ur- und Frühgeschichte, archäologische Funde, die Geschichte des Strafvollzugs sowie ein Ausstellungsbereich zu Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg.
Für diese Führung gilt eine Anmeldefrist bis zum 11. September. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt. Die Sonderführung selbst ist kostenlos. Wer darüber hinaus das Museum regulär besuchen möchte, muss jedoch die üblichen Eintrittsbedingungen beachten.
Damit unterscheidet sich das Angebot von vielen frei zugänglichen Programmpunkten des Aktionstags. Eine pauschale Annahme, sämtliche Einrichtungen seien am 13. September kostenlos geöffnet, wäre deshalb falsch.
Orgelspaziergänge führen durch mehrere Kirchen
Ein eigener Schwerpunkt verbindet den Tag des offenen Denkmals in Bruchsal mit dem Deutschen Orgeltag. Bei den „Bruchsaler Orgelspaziergängen“ stehen mehrere Kirchen auf dem Programm. Vorgesehen sind Kurzkonzerte und Orgelbesichtigungen, die sich über den Nachmittag bis in den Abend ziehen.
- 14 Uhr: Hofkirche
- 15 Uhr: Lutherkirche
- 16 Uhr: St. Josef
- 17 Uhr: St. Peter
- 19 Uhr: St. Maria in Heidelsheim
Die Teilnahme an den Orgelveranstaltungen ist kostenlos, Spenden werden erbeten. Durch die zeitlich gestaffelten Stationen lässt sich ein Teil des Programms nacheinander besuchen.
Obergrombach, Heidelsheim und weitere Stadtteile machen mit
Der Tag des offenen Denkmals in Bruchsal beschränkt sich nicht auf die Kernstadt. Auch in mehreren Stadtteilen sind historische Gebäude und Führungen Teil des Programms.
In Obergrombach werden zwischen 13 und 16.30 Uhr im Halbstundentakt Führungen durch das historische „Städtl“ angeboten. Treffpunkt ist die Verwaltungsstelle beziehungsweise das Alte Rathaus. Der Rundgang führt durch ein Ensemble aus Fachwerkhäusern, Resten der Stadtmauer und Zeugnissen der früheren jüdischen Gemeinde.
Heidelsheim beteiligt sich ebenfalls mit mehreren Angeboten. Das Heimatmuseum ist nach Angaben der Stadt von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Hinzu kommen eine Führung durch die Martinskapelle um 17.30 Uhr und eine Nachtwächterführung um 19.30 Uhr. Mit der letzten Station der Orgelspaziergänge in St. Maria reicht das Programm dort bis in den Abend.
Auch Büchenau, Helmsheim und Untergrombach sind einbezogen. In Büchenau gehören die Heimatstube und die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus zum Programm. Für die Kirche ist eine Führung um 15 Uhr angekündigt. In Helmsheim beginnt um 16 Uhr ein Rundgang. In Untergrombach beteiligt sich das Heimatmuseum.
Feldkirchle und Graf-Kuno-Museum öffnen am Nachmittag
Das Feldkirchle im Gewann Hirschmann ist von 14 bis 17 Uhr zugänglich. Mitglieder der Interessengemeinschaft Feldkirchle bieten nach Bedarf kostenlose Führungen an. Wer den Ort besuchen möchte, sollte beachten, dass die Kapelle nicht direkt mit dem Auto erreichbar und nicht barrierefrei ist.
Das Graf-Kuno-Museum öffnet von 13 bis 16 Uhr. Dort sind kostenlose Führungen durch Mitglieder der Großen Karnevals-Gesellschaft Bruchsal vorgesehen.
Lapidarium am Schloss wurde abgesagt
Nicht jeder ursprünglich angekündigte Programmpunkt findet statt. Das Lapidarium beim Schloss Bruchsal ist im offiziellen Programm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz inzwischen ausdrücklich als abgesagt gekennzeichnet. Besucher sollten diesen Termin daher nicht mehr in ihre Planung aufnehmen.
Die Änderung zeigt, dass sich das Programm des Tags des offenen Denkmals in Bruchsal auch kurzfristig noch verändern kann. Wer für eine bestimmte Führung oder einen einzelnen Ort anreist, sollte deshalb vorab den aktuellen Stand prüfen.
Zwischen Stadtgeschichte, Kirchen und Nachkriegsarchitektur
Der Tag des offenen Denkmals in Bruchsal verteilt sich in diesem Jahr über viele Schauplätze. Das Spektrum reicht von mittelalterlichen und barocken Bauten über Museen und Kirchen bis zur Wiederaufbauarchitektur der 1950er-Jahre. Gerade die Kombination aus bekannten Sehenswürdigkeiten und Orten, die nicht jederzeit zugänglich sind, prägt das lokale Programm.
Für Besucher bedeutet die Vielzahl der Termine zugleich, auswählen zu müssen. Einige Angebote überschneiden sich, manche Führungen haben begrenzte Kapazitäten, andere setzen gute Erreichbarkeit zu Fuß voraus. Wer mehrere Stationen verbinden möchte, kann den Sonntag deshalb als Rundgang durch die Stadt und ihre Ortsteile planen.
Entscheidend bleibt der aktuelle Veranstaltungsstand. Viele Angebote sind frei zugänglich, doch für einzelne Führungen gelten Anmeldefristen oder besondere Eintrittsregeln. Der Tag des offenen Denkmals in Bruchsal bietet damit ein umfangreiches Programm – aber eines, bei dem sich ein genauer Blick auf Zeiten, Treffpunkte und Zugänglichkeit vor dem Besuch lohnt.