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Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD gewinnt fast alle Direktmandate

Stimmzettel und Wahlumschlag vor einer abstrahierten Karte mit Wahlkreisen in Sachsen-Anhalt.

Symbolbild: KI-generiert. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gingen nach dem vorläufigen Ergebnis 38 Direktmandate an die AfD und drei an Die Linke.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die politische Landkarte der Direktmandate nahezu vollständig verändert. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis gewinnt die AfD 38 der 41 Wahlkreise, während Die Linke drei Direktmandate in Magdeburg und Halle holt. Besonders deutlich wird der Umbruch im Vergleich zu 2021: Damals hatte die CDU noch 40 Wahlkreise für sich entschieden.

Magdeburg, 7. September 2026. Bei den Erststimmen in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ein Ergebnis ab, das weit über einzelne Wahlkreissiege hinausweist. Nach Auszählung aller 2.661 Wahlbezirke entfallen 38 der insgesamt 41 Direktmandate auf Kandidatinnen und Kandidaten der AfD. Die drei übrigen Wahlkreise gehen an Die Linke. Die CDU bleibt dagegen ohne Direktmandat.

Damit ist die Verteilung der Wahlkreissiege nahezu spiegelverkehrt zur Landtagswahl 2021. Vor fünf Jahren hatte die CDU 40 von 41 Direktmandaten gewonnen, lediglich eines ging damals an die AfD. Nun dominiert die AfD die Wahlkreiskarte fast vollständig.

Nach Angaben der Amtlichen Wahlergebnisse des Landes Sachsen-Anhalt erreichten AfD-Kandidaten landesweit 44,3 Prozent der Erststimmen. Die CDU kam auf 24,0 Prozent, Die Linke auf 12,0 Prozent. Entscheidend für das Direktmandat ist allerdings nicht der landesweite Anteil einer Partei, sondern ausschließlich das Ergebnis im jeweiligen Wahlkreis: Gewählt ist, wer dort die meisten Erststimmen erhält.

Die Linke gewinnt drei Direktmandate in Magdeburg und Halle

Nur drei Wahlkreise bleiben nach dem vorläufigen Ergebnis außerhalb der AfD. Sie liegen sämtlich in den beiden größten Städten Sachsen-Anhalts.

  • Magdeburg II: Mustafa Groener von der Linken erreicht 29,4 Prozent der Erststimmen. AfD-Kandidat Hagen Kohl kommt auf 23,4 Prozent.
  • Halle II: Gitta Hartenstein-Wiermann gewinnt mit 29,6 Prozent. Benedikt Weiß von der AfD erhält 24,9 Prozent.
  • Halle III: Jannik-Loris Balint setzt sich mit 39,9 Prozent durch. Martin Sehrndt von der AfD erreicht 17,8 Prozent.

Die übrigen 38 Wahlkreise gewinnt die AfD. Die verkürzte Beschreibung, wonach nach drei Direktmandaten für Die Linke der Rest an die AfD gehe, trifft damit auf die Direktmandate zu. Für die Zusammensetzung des gesamten Landtags wäre diese Formulierung jedoch zu pauschal.

Denn die Zahl der gewonnenen Wahlkreise ist nicht mit der endgültigen Zahl der Sitze einer Partei gleichzusetzen. Dafür spielt vor allem die Zweitstimme eine zentrale Rolle.

Erststimmen in Sachsen-Anhalt zeigen ein anderes Bild als die reine Prozentrechnung

Die Erststimmen in Sachsen-Anhalt machen deutlich, wie stark sich landesweite Stimmenanteile und konkrete Wahlkreissiege unterscheiden können. Die CDU erreicht bei der Erststimme landesweit 24,0 Prozent – deutlich mehr als Die Linke mit 12,0 Prozent. Trotzdem gewinnt die CDU keinen einzigen Wahlkreis, während drei Linken-Kandidaten ein Direktmandat erringen.

Der Grund liegt im Wahlprinzip: Für jedes Direktmandat zählt allein die relative Mehrheit im jeweiligen Wahlkreis. Ein Kandidat muss also nicht landesweit hohe Werte erreichen, sondern vor Ort vor allen Konkurrenten liegen.

Mit der Zweitstimme entscheiden die Wähler dagegen maßgeblich über das Kräfteverhältnis der Parteien im Landtag. Nach dem vorläufigen Ergebnis kommt die AfD bei den Zweitstimmen auf 43,8 Prozent. Die CDU erreicht 17,2 Prozent, Die Linke 8,6 Prozent.

Die 38 Direktmandate der AfD dürfen deshalb nicht als zusätzliche, von der Zweitstimme losgelöste Sitze verstanden werden. Direktmandate und proportionale Sitzverteilung greifen im Wahlrecht ineinander. Wer nur auf die Wahlkreiskarte blickt, sieht somit einen wichtigen, aber nicht den einzigen Teil des Gesamtergebnisses.

Von 40 CDU-Direktmandaten auf null

Besonders markant ist der Vergleich mit der vorherigen Landtagswahl. 2021 hatte die CDU die Wahlkreise nahezu vollständig dominiert. Von 41 Direktmandaten gingen 40 an die Christdemokraten und eines an die AfD.

Partei Direktmandate 2021 Direktmandate 2026 vorläufig
CDU 40 0
AfD 1 38
Die Linke 0 3

Fünf Jahre später hat sich dieses Verhältnis vollständig verschoben. Die AfD gewinnt nach dem vorläufigen Stand fast alle Wahlkreise, während die CDU sämtliche bisherigen Direktmandate verliert. Die Linke wiederum schafft drei Wahlkreissiege, obwohl sie landesweit bei den Erststimmen deutlich hinter CDU und AfD liegt.

Gerade diese Gegenüberstellung macht die Veränderung sichtbar: Es geht nicht nur um gestiegene oder gesunkene Prozentwerte, sondern um einen nahezu vollständigen Wechsel bei den direkt gewählten Abgeordneten.

Einzelne AfD-Kandidaten erreichen besonders hohe Werte

In mehreren Wahlkreisen fällt der Vorsprung der AfD deutlich aus. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erreicht im Wahlkreis Genthin 49,0 Prozent der Erststimmen. Hans-Thomas Tillschneider kommt im Wahlkreis Querfurt auf 54,9 Prozent.

Für die Vergabe eines Direktmandats spielt es allerdings keine Rolle, ob ein Wahlkreis mit knappem oder großem Abstand gewonnen wird. Jede Kandidatin und jeder Kandidat mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis erhält genau ein Direktmandat.

Die Spannweite der Ergebnisse zeigt deshalb vor allem, dass hinter der landesweit einheitlich wirkenden Zahl von 38 AfD-Wahlkreissiegen sehr unterschiedliche lokale Resultate stehen.

Alle Wahlbezirke ausgezählt, Ergebnis noch vorläufig

Die Grundlage für die Verteilung der Direktmandate ist bereits vollständig ausgezählt. Nach dem veröffentlichten Stand sind alle 2.661 Wahlbezirke erfasst. Formal handelt es sich dennoch um das vorläufige amtliche Ergebnis.

Das endgültige Ergebnis wird erst durch den zuständigen Landeswahlausschuss festgestellt. Bis dahin sollten sämtliche Angaben zur Wahl weiterhin entsprechend gekennzeichnet werden.

Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen Stand bei 77,8 Prozent. Damit beruht die aktuelle Auswertung der Erststimmen in Sachsen-Anhalt auf einem vollständigen Auszählungsstand, auch wenn die formale Bestätigung noch aussteht.

Die Direktmandate erzählen eine der auffälligsten Geschichten dieser Wahl

Bei den Erststimmen in Sachsen-Anhalt ist der Befund klar: 38 Direktmandate gehen nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis an die AfD, drei an Die Linke. Die einzigen Wahlkreise, die nicht von der AfD gewonnen werden, liegen in Magdeburg und Halle. Die CDU bleibt ohne direkten Wahlerfolg.

Der Vergleich mit 2021 verleiht diesem Ergebnis seine eigentliche Dimension. Aus 40 CDU-Direktmandaten werden null, aus einem AfD-Wahlkreissieg werden 38. Gleichzeitig schafft Die Linke drei Direktmandate in den beiden größten Städten des Landes.

Wie sich daraus die endgültige Zusammensetzung des Landtags ergibt, lässt sich jedoch nicht allein an der Wahlkreiskarte ablesen. Dafür bleibt das Zweitstimmenergebnis entscheidend. Fest steht bereits jetzt: Bei den Direktmandaten hat Sachsen-Anhalt innerhalb einer Wahlperiode einen nahezu vollständigen politischen Wechsel erlebt.

Quellen

  1. Ergebnisse Landesebene – Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026Amtliche Wahlergebnisse des Landes Sachsen-Anhalt
  2. Erststimmen Sachsen-Anhalt: Drei Direktmandate für Linke – Rest geht an AfDt-online
  3. Wahlkarte zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026tagesschau.de
  4. FAQ zur Landtagswahl 2026Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt
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