Eis, Chaos, Stillstand Glatteis-Chaos auf der A9 bei Bayreuth: Neun Unfälle mit 38 Fahrzeugen

In Regionales
Januar 13, 2026

Bayreuth, 13. Januar 2026 – Die Nacht bringt Eis, der Morgen das Chaos: Auf der A9 bei Bayreuth wird der Verkehr am Dienstag zum Stillstand gezwungen. Glatteis verwandelt die Autobahn in eine gefährliche Rutschbahn, Fahrzeuge kollidieren, Einsatzkräfte kämpfen sich durch spiegelglatte Fahrbahnen. Innerhalb kurzer Zeit entsteht eine Lage, die Pendler, Rettungsdienste und Behörden gleichermaßen fordert.

Glatteis auf der A9: Eine Kettenreaktion mit schweren Folgen

Das Glatteis-Chaos auf der A9 ereignete sich in den frühen Morgenstunden, als viele Berufspendler und Lkw-Fahrer bereits unterwegs waren. Nach Angaben der Polizei kam es auf einem Abschnitt bei Bayreuth zu insgesamt neun Verkehrsunfällen. In die Zusammenstöße waren rund 38 Fahrzeuge verwickelt – eine Zahl, die das Ausmaß der Situation deutlich macht.

Die Ursache war schnell ausgemacht: Überfrierende Nässe hatte die Fahrbahn in Teilen mit einer geschlossenen Eisdecke überzogen. Trotz Winterdienst und Warnungen war die Glätte für viele Verkehrsteilnehmer kaum beherrschbar. Bremsmanöver wurden zur Rutschpartie, Ausweichversuche endeten in Leitplanken oder im Heck vorausfahrender Fahrzeuge.

Verletzte, Sperrungen und hoher Sachschaden

  • Mehrere Menschen wurden bei den Unfällen verletzt, überwiegend leicht, mindestens eine Person schwerer und in ein Krankenhaus eingeliefert.
  • Die Autobahn A9 musste zeitweise in beide Richtungen vollständig gesperrt werden.
  • Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf mindestens eine Million Euro geschätzt.

Besonders schwer traf es den Bereich rund um die Anschlussstelle Bayreuth Süd. Dort kam es zu mehreren Auffahrunfällen, an denen auch Lastkraftwagen beteiligt waren. Umgestürzte Fahrzeuge, blockierte Fahrstreifen und verstreute Trümmerteile machten ein Weiterfahren unmöglich.

Erst nach stundenlangen Bergungsarbeiten und intensivem Einsatz der Autobahnmeisterei konnte die Strecke schrittweise wieder freigegeben werden. Zunächst rollte der Verkehr einspurig, später normalisierte sich die Lage allmählich.

Extrem schwierige Bedingungen für Einsatzkräfte

Für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste war das Glatteis-Chaos auf der A9 eine besondere Herausforderung. Einsatzfahrzeuge hatten selbst Mühe, sicher zum Unfallort zu gelangen. Teilweise mussten Streufahrzeuge vorausfahren, um überhaupt ein sicheres Arbeiten auf der Fahrbahn zu ermöglichen.

Das ist auch interessant:  Blackout in Berlin: Stromausfall im Südwesten – Staatsschutz prüft Bekennerschreiben

Die Bergung der verunfallten Fahrzeuge zog sich hin. Abschleppwagen hatten mit rutschigem Untergrund zu kämpfen, und auch für Helfer zu Fuß bestand jederzeit Sturzgefahr. Dennoch gelang es den Einsatzkräften, alle Verletzten zu versorgen und die Unfallstellen zu sichern.

Winterwetter als Dauerbelastung für den Verkehr

Das Glatteis-Chaos auf der A9 ist kein Einzelfall, sondern Teil einer angespannten Verkehrslage in Bayern. Seit Tagen sorgt eine winterliche Wetterlage mit Frost, Schnee und Eisregen für gefährliche Straßenverhältnisse. Meteorologen hatten bereits im Vorfeld vor genau dieser Kombination gewarnt.

Besonders tückisch sind Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Nasser Asphalt gefriert innerhalb kurzer Zeit, oft unbemerkt. Autofahrer geraten dann in Situationen, in denen selbst geringe Geschwindigkeiten nicht mehr beherrschbar sind.

Weitere Unfälle entlang der A9

Auch an anderen Abschnitten der A9 kam es zuletzt zu Unfällen durch winterliche Bedingungen. In der Nähe von Pegnitz prallte ein Fahrzeug auf glatter Fahrbahn gegen eine Leitplanke, weitere Autos wurden in den Unfall verwickelt. Zwei Menschen erlitten Verletzungen.

Hinzu kam an einigen Stellen die tief stehende Wintersonne, die Fahrer blendete und die ohnehin schwierigen Sichtverhältnisse weiter verschärfte. Innerhalb weniger Stunden registrierten die Behörden mehrere Unfälle, teils mit erheblichem Sachschaden.

Appelle an Autofahrer: Vorsicht bleibt entscheidend

Angesichts der Unfallserie erneuern Polizei und Verkehrsexperten ihre Appelle. Bei Glatteis auf der Autobahn sei angepasste Fahrweise entscheidend. Dazu gehören deutlich reduzierte Geschwindigkeit, größere Abstände und ein vorausschauendes Fahren.

„Wer bei solchen Bedingungen unterwegs ist, sollte jede Fahrt kritisch prüfen“, heißt es aus Polizeikreisen. Gerade auf stark frequentierten Autobahnen wie der A9 könne ein einzelnes rutschendes Fahrzeug schnell eine Kettenreaktion auslösen.

Winterdienst im Dauereinsatz

Die Autobahnmeistereien arbeiten seit Tagen nahezu rund um die Uhr. Streusalz, Splitt und Schneepflüge kommen kontinuierlich zum Einsatz, doch bei anhaltendem Eisregen stoßen auch diese Maßnahmen an ihre Grenzen. Sobald neuer Niederschlag fällt, kann sich innerhalb von Minuten erneut eine gefährliche Eisschicht bilden.

Das ist auch interessant:  Bahnsperrung in NRW: Zentrale Strecke im Ruhrgebiet wochenlang gesperrt – massive Folgen für Reisende

Für Verkehrsteilnehmer bedeutet das: Auch geräumte Strecken können kurze Zeit später wieder glatt sein. Warnungen sollten ernst genommen, elektronische Verkehrshinweise beachtet und die eigene Fahrweise ständig angepasst werden.

Das Glatteis-Chaos auf der A9 bei Bayreuth zeigt eindrücklich, wie schnell sich eine Wetterlage zuspitzen kann. Neun Unfälle, 38 beteiligte Fahrzeuge, Verletzte und stundenlange Sperrungen verdeutlichen die Fragilität des Verkehrs bei winterlichen Bedingungen.

Solange Frost und Niederschläge anhalten, bleibt die Lage angespannt. Für viele Pendler, Speditionen und Reisende heißt das, Geduld aufzubringen und Sicherheit über Zeitgewinn zu stellen. Die Ereignisse dieses Morgens wirken dabei wie eine eindringliche Erinnerung daran, wie schmal der Grat zwischen normalem Verkehr und totalem Stillstand im Winter sein kann.

Avatar
Redaktion / Published posts: 3497

Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.