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Stuttgart, 27. Februar 2026. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeigt eine aktuelle ARD-Vorwahlumfrage ein nahezu ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen CDU und Grünen. Die Christdemokraten liegen nur noch knapp vor den Grünen, während ein erheblicher Teil der Wahlberechtigten unentschlossen ist. Der Wahlkampf im Südwesten steuert damit auf eine hochspannende Schlussphase zu – mit offenem Ausgang.
ARD-Vorwahlumfrage sieht CDU knapp vor Grünen
Die neue ARD-Vorwahlumfrage für Baden-Württemberg verändert die Statik dieses Wahlkampfs. Nach Monaten, in denen die CDU in den Erhebungen teils deutlich führte, ist ihr Vorsprung auf ein Minimum geschrumpft. 28 Prozent der Befragten würden derzeit CDU wählen, 27 Prozent die Grünen. Ein Prozentpunkt trennt die beiden stärksten Parteien – statistisch kaum mehr als ein Wimpernschlag.
Erhoben wurden die Daten vom Institut Infratest dimap im Auftrag der ARD. Rund 1.530 Wahlberechtigte wurden zwischen Montag und Mittwoch befragt. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme, doch sie markieren eine klare Verschiebung: Seit Jahresbeginn haben die Grünen mehrere Prozentpunkte hinzugewonnen, während die CDU leicht an Zustimmung einbüßte. Die Dynamik der vergangenen Wochen ist unübersehbar.
Für die politische Landschaft in Baden-Württemberg bedeutet das: Der Wettbewerb um Platz eins ist offen wie lange nicht. Noch vor wenigen Monaten galt die CDU als klarer Favorit. Nun zwingt die ARD-Vorwahlumfrage beide Lager in eine Phase maximaler Mobilisierung.
Die aktuellen Werte im Überblick
CDU: 28 Prozent
Grüne: 27 Prozent
AfD: 18 Prozent
SPD: 7 Prozent
FDP: 6 Prozent
Die Linke: 5,5 Prozent
Die AfD bleibt mit deutlichem Abstand drittstärkste Kraft, verliert jedoch im Vergleich zu früheren Erhebungen leicht. SPD und FDP verharren im einstelligen Bereich. Die Linke bewegt sich um die Fünf-Prozent-Marke – ihr Wiedereinzug in den Landtag wäre damit alles andere als sicher.
Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2021 hatten die Grünen mit 32,6 Prozent klar gewonnen, die CDU kam damals auf 24,1 Prozent. Seither hat sich das Kräfteverhältnis mehrfach verschoben. Die aktuelle ARD-Vorwahlumfrage zeigt nun ein Rennen auf Augenhöhe.
Direktwahlfrage: Persönliche Werte der Spitzenkandidaten
Neben der klassischen Sonntagsfrage erhebt die ARD-Vorwahlumfrage auch die Direktwahlpräferenz. Hier zeigt sich ein differenziertes Bild. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir liegt in der persönlichen Bewertung vor oder zumindest gleichauf mit CDU-Herausforderer Manuel Hagel. Özdemir profitiert von höherer Bekanntheit und langjähriger bundespolitischer Präsenz.
Hagel hingegen ist einem Teil der Wählerschaft weniger vertraut. In früheren Erhebungen kannten ihn nur rund 20 Prozent der Befragten näher. Persönliche Bekanntheit und wahrgenommene Regierungsfähigkeit spielen bei Landtagswahlen traditionell eine wichtige Rolle – insbesondere in einem Bundesland, das über Jahre stark von Persönlichkeiten geprägt war.
Die ARD-Vorwahlumfrage macht deutlich, dass sich die Wahlentscheidung nicht allein an Parteiprogrammen orientiert. Die Personalisierung des Wahlkampfs gewinnt in den letzten Tagen vor dem Urnengang zusätzlich an Gewicht.
Unentschlossene als entscheidender Faktor
Besondere Aufmerksamkeit verdient eine Zahl, die in der ARD-Vorwahlumfrage fast ebenso relevant ist wie die Prozentwerte der Parteien: Rund 14 Prozent der Befragten geben an, ihre Wahlentscheidung möglicherweise noch zu ändern. Etwa 18 Prozent äußern aktuell keine feste Parteineigung oder ziehen in Betracht, nicht zu wählen.
Diese Gruppe kann das Kräfteverhältnis in den verbleibenden Tagen noch deutlich verschieben. Bei einem Abstand von nur einem Prozentpunkt zwischen CDU und Grünen genügt bereits eine moderate Verschiebung, um die Rangfolge zu verändern. Die Schlussphase des Wahlkampfs erhält dadurch zusätzliches Gewicht.
Landtagswahl Baden-Württemberg: Themen und Stimmung
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg steht im Zeichen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen. Industriepolitik, Energiewende, Bildung, Migration und innere Sicherheit prägen die Debatten. Das exportstarke Bundesland mit seiner dichten Industrielandschaft reagiert sensibel auf wirtschaftliche Unsicherheiten. Gleichzeitig spielt Klimapolitik eine zentrale Rolle – traditionell ein Kernthema der Grünen.
Die CDU versucht, mit dem Versprechen von Stabilität und wirtschaftlicher Kompetenz zu punkten. Die Grünen setzen auf Kontinuität in der Landesregierung und verweisen auf ihre bisherigen Erfolge. In dieser Konstellation verdichtet sich der Wettbewerb auf zwei große Erzählungen: wirtschaftliche Verlässlichkeit auf der einen, ökologische und gesellschaftliche Modernisierung auf der anderen Seite.
Die ARD-Vorwahlumfrage bildet diese Spannung ab. Sie zeigt kein eindeutiges Lager, sondern eine politisch ausbalancierte Wählerschaft. Baden-Württemberg bleibt damit ein Land, in dem Koalitionsoptionen entscheidend sind.
Mögliche Koalitionsszenarien
Bei den aktuellen Umfragewerten ergeben sich mehrere rechnerische Optionen. Eine Koalition aus CDU und Grünen wäre ebenso denkbar wie eine Fortsetzung eines grün geführten Bündnisses mit kleineren Partnern – abhängig vom Abschneiden von FDP oder SPD. Auch hier gilt: Die ARD-Vorwahlumfrage ist eine Momentaufnahme, keine Prognose für die spätere Sitzverteilung.
Da sich mehrere Parteien im Grenzbereich der Fünf-Prozent-Hürde bewegen, könnte das endgültige Wahlergebnis von kleinen Schwankungen abhängen. Scheitert eine Partei knapp am Einzug in den Landtag, verschieben sich automatisch die Mehrheitsverhältnisse.
Umfragen als Stimmungsbild – keine Vorentscheidung
Wie jede Erhebung bildet auch diese ARD-Vorwahlumfrage lediglich den Stand der Meinungsbildung zum Zeitpunkt der Befragung ab. Politische Stimmungen können sich rasch verändern, insbesondere in den letzten Tagen vor einer Wahl. Wahlkampfhöhepunkte, Fernsehduelle oder aktuelle Ereignisse beeinflussen das Meinungsbild häufig kurzfristig.
Gleichzeitig geben Umfragen Hinweise auf Trends. Der Aufwärtstrend der Grünen ist über mehrere Wochen hinweg erkennbar. Ebenso zeigt sich, dass die CDU ihren einst komfortablen Vorsprung nicht halten konnte. Ob sich diese Entwicklung bis zum Wahltag fortsetzt, bleibt offen.
Für Wahlforscher ist besonders interessant, dass die Polarisierung zwischen den beiden stärksten Parteien zunimmt, während kleinere Parteien stagnieren oder leicht verlieren. Das deutet auf eine stärkere Fokussierung der Wählerschaft hin – ein typisches Muster in engen Wahlkämpfen.
Warum die ARD-Vorwahlumfrage jetzt besonders relevant ist
Je näher der Wahltag rückt, desto höher ist die Aufmerksamkeit für neue Erhebungen. Die aktuelle ARD-Vorwahlumfrage ist die letzte größere Veröffentlichung vor der Wahl. Entsprechend intensiv wird sie von Parteien, Medien und politisch Interessierten diskutiert.
Für die CDU bedeutet das knappe Ergebnis erhöhten Druck. Für die Grünen ist es ein Signal, dass ihre Mobilisierungsstrategie Wirkung zeigt. Beide Seiten dürften in den verbleibenden Tagen gezielt um die noch Unentschlossenen werben.
Ein Wahlabend mit offenem Ausgang
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg entwickelt sich zu einem politischen Kräftemessen ohne klaren Favoriten. Die ARD-Vorwahlumfrage zeigt zwei große Parteien nahezu gleichauf, flankiert von kleineren Kräften, die über Mehrheiten entscheiden könnten. Die hohe Zahl unentschlossener Wähler verstärkt die Unsicherheit zusätzlich.
Im Südwesten ist damit alles möglich: ein knapper CDU-Sieg, ein erneuter Wahlerfolg der Grünen oder ein Ergebnis, das erst in Koalitionsverhandlungen seine endgültige Bedeutung erhält. Sicher ist nur eines: Die Entscheidung fällt nicht in den Umfragen, sondern am Wahltag selbst. Und dieser könnte so spannend werden wie lange nicht mehr in Baden-Württemberg.
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