Glatteis legt den Schulbetrieb lahm Schulschließungen wegen Glatteis: Diese Bundesländer sind von gefährlichen Straßen betroffen

26. Januar 2026 | 06:34 Uhr |

26. Januar 2026 – Eisiger Regen, klirrende Kälte und Straßen, die binnen Minuten zur Gefahr werden. Der Winter zeigt sich von seiner kompromisslosen Seite und zwingt Behörden, Schulen und Familien zu schnellen Entscheidungen. In mehreren Bundesländern fällt der Präsenzunterricht aus, weil Schulwege nicht mehr sicher sind.

Bundesländer / Regionen mit bestätigten Schulausfällen heute:

  • Niedersachsen – Landkreis Celle:
    Sämtliche Schulveranstaltungen fallen aus, einschließlich Grundschulen und weiterführender Schulen. Für berufsbildende Schulen wurde Distanzunterricht angeordnet. Schülertransport findet nicht statt, Betreuung vor Ort wird sichergestellt.

Hinweise zur Lage in anderen Bundesländern heute:

  • In Mecklenburg-Vorpommern wurde eine amtliche Glatteis-Warnung für mehrere Kreise herausgegeben (Mecklenburgische Seenplatte, Rostock, Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen u. a.). Die Schulen bleiben laut Bildungsministerium offen, Eltern wird jedoch empfohlen, ihre Kinder abzumelden, wenn das Wetter den Schulweg zu gefährlich macht.

Wichtiger Hinweis:
Für viele andere Bundesländer wurden in den vergangenen Tagen witterungsbedingte Schulschließungen oder Unterrichtsausfälle gemeldet (z. B. NRW, Niedersachsen großflächig, Bremen), diese betrafen jedoch überwiegend frühere Tage (insbesondere etwa den 12. Januar) und sind nicht als amtlich bestätigte aktuelle Schulausfälle für den heutigen 26. Januar 2026 ausgewiesen.

Kurz zusammengefasst:

  • Heute bestätigt: Landkreis Celle (Niedersachsen) – schulischer Präsenzunterricht fällt aus, Distanzunterricht statt.

  • Mecklenburg-Vorpommern: Schulen offiziell geöffnet, Teilnahme jedoch witterungsabhängig und auf Empfehlung der Eltern.

Es sind jene Morgenstunden, in denen sich die Lage schlagartig zuspitzt. Regen fällt, gefriert noch im Auftreffen auf Asphalt, Gehwegen und Treppen. Innerhalb kürzester Zeit verwandeln sich Straßen in spiegelglatte Flächen. Für viele Regionen Deutschlands bedeutete das in diesen Tagen: Der reguläre Schulbetrieb ist nicht mehr aufrechtzuerhalten. Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen wurden zur notwendigen Vorsichtsmaßnahme – nicht aus organisatorischer Bequemlichkeit, sondern aus Sorge um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen.

Die Entscheidungen trafen Länder, Kommunen und Schulträger teils in den frühen Morgenstunden, teils bereits am Vorabend. Was folgte, war ein Flickenteppich aus Distanzunterricht, aufgehobener Präsenzpflicht, verspätetem Unterrichtsbeginn und kompletten Schulausfällen. Gemeinsam war allen Maßnahmen ein Ziel: Unfälle auf vereisten Schulwegen verhindern.

Warum Glattenstraßen den Schulbetrieb zum Erliegen bringen

Aus meteorologischer Sicht handelt es sich um eine besonders tückische Wetterlage. Gefrierender Regen entsteht, wenn flüssiger Niederschlag auf einen Boden trifft, dessen Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Anders als bei Schneefall bleibt kaum Zeit für vorbeugende Maßnahmen. Streusalz und Splitt wirken nur begrenzt, vor allem dann, wenn der Regen weiter anhält und die Eisschicht immer wieder erneuert wird.

Für den Schulbetrieb ist diese Situation besonders kritisch. Millionen Schülerinnen und Schüler sind morgens gleichzeitig unterwegs – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bussen oder Bahnen. Schon wenige Zentimeter Eis können ausreichen, um Stürze, Verkehrsunfälle oder den Ausfall des Schülertransports zu verursachen. Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen gelten deshalb als eines der effektivsten Mittel, um Risiken kurzfristig zu minimieren.

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Hinzu kommt: Schulbusse können bei extremen Glättebedingungen ihren Betrieb oft nicht sicher aufnehmen. Fällt der Transport aus, ist ein regulärer Unterricht faktisch nicht mehr möglich. In vielen Regionen Deutschlands war genau das der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung, Schulen geschlossen zu halten.

Diese Bundesländer sind von Schulschließungen betroffen

Die Auswirkungen der Glätte verteilten sich nicht gleichmäßig über das Bundesgebiet. Während einige Regionen nur vereinzelt mit vereisten Nebenstraßen zu kämpfen hatten, meldeten andere flächendeckend gefährliche Straßenverhältnisse. Entsprechend unterschiedlich fielen die Maßnahmen aus.

  • Nordrhein-Westfalen
    In Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland wurde der Präsenzunterricht landesweit ausgesetzt. Schulen stellten kurzfristig auf Distanzunterricht um, Notbetreuungen blieben auf ein Minimum beschränkt. Die Landesregierung begründete die Maßnahme mit der flächendeckenden Glättegefahr und der Verantwortung für sichere Schulwege.
  • Niedersachsen
    Auch hier blieben viele Schulen geschlossen. Insbesondere ländliche Regionen meldeten erhebliche Probleme beim Schülertransport. Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen wurden vielerorts als alternativlos eingeschätzt.
  • Bremen
    In der Stadtgemeinde fiel der Präsenzunterricht aus, Schulbusse blieben in den Depots. Digitale Lernangebote sollten den Unterrichtsausfall zumindest teilweise auffangen.
  • Hessen
    Die Lage variierte regional. In besonders betroffenen Gebieten entschieden sich Schulträger für komplette Schließungen, andernorts wurde der Unterricht verschoben oder auf freiwilliger Basis angeboten.
  • Brandenburg
    Hier wurde die Präsenzpflicht aufgehoben. Eltern konnten selbst entscheiden, ob ihre Kinder den Schulweg antreten. Viele Schulen boten parallel digitale Unterrichtsformate an.
  • Sachsen
    Vor allem in einzelnen Landkreisen kam es zu Unterrichtsausfällen oder deutlich verspätetem Schulbeginn, weil Schulbusse aufgrund der Glatteisbedingungen nicht fahren konnten.
  • Bayern
    Auch im Süden Deutschlands meldeten Kommunen vereiste Straßen. In mehreren Regionen blieben Schulen geschlossen oder öffneten nur eingeschränkt.

Die Übersicht zeigt: Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen waren kein isoliertes Ereignis, sondern ein bundesweites Phänomen – mit regional unterschiedlichen Ausprägungen, aber ähnlicher Begründung.

Distanzunterricht, Präsenzpflicht-Aussetzung oder verspäteter Start

Die Maßnahmen unterschieden sich nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb einzelner Regionen. Während einige Länder klare landesweite Vorgaben machten, setzten andere auf flexible Lösungen vor Ort. Besonders häufig kamen drei Modelle zum Einsatz:

Erstens: vollständige Aussetzung des Präsenzunterrichts mit verpflichtendem Distanzunterricht. Dieses Modell wurde vor allem dort gewählt, wo die Glätte flächendeckend war und der Schülertransport nicht sichergestellt werden konnte.

Zweitens: Aufhebung der Präsenzpflicht. Schulen blieben geöffnet, doch Eltern entschieden eigenverantwortlich, ob der Schulweg zumutbar war. Dieses Vorgehen sollte individuelle Situationen berücksichtigen, führte jedoch auch zu sehr unterschiedlichen Anwesenheitsquoten.

Drittens: verspäteter Unterrichtsbeginn. In Regionen, in denen sich die Lage im Laufe des Vormittags entspannen sollte, wurde der Schulstart um ein bis zwei Stunden verschoben. Ziel war es, dem Winterdienst Zeit zu verschaffen.

Unabhängig vom gewählten Modell blieb der organisatorische Aufwand für Schulen erheblich. Stundenpläne mussten angepasst, digitale Plattformen aktiviert und Eltern kurzfristig informiert werden.

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Winterdienst am Limit, Straßenverkehr unter Druck

Parallel zu den Schulschließungen lief der Winterdienst vielerorts auf Hochtouren. Räumfahrzeuge und Streufahrzeuge waren im Dauereinsatz, doch gefrierender Regen ließ ihre Arbeit oft nur begrenzt wirken. Besonders problematisch: Sobald neuer Regen auf bereits gestreute Flächen fiel, bildete sich erneut Eis.

Polizei und Rettungsdienste meldeten eine erhöhte Zahl von Einsätzen. Stürze auf Gehwegen, Auffahrunfälle auf vereisten Straßen und liegengebliebene Fahrzeuge prägten das Bild vieler Städte und Gemeinden. Vor diesem Hintergrund erhielten Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen zusätzliche Bedeutung – sie reduzierten das Verkehrsaufkommen in den frühen Morgenstunden spürbar.

Auch Eltern, die ihre Kinder normalerweise mit dem Auto zur Schule bringen, wurden ausdrücklich gebeten, unnötige Fahrten zu vermeiden. Jede zusätzliche Fahrt erhöhte das Risiko von Unfällen und erschwerte dem Winterdienst die Arbeit.

Auswirkungen auf Familien und Schulen

Für Familien bedeuteten die kurzfristigen Schulschließungen organisatorische Herausforderungen. Berufstätige Eltern mussten Betreuung organisieren oder im Homeoffice bleiben, ältere Schülerinnen und Schüler ihren Lernalltag selbst strukturieren. Schulen wiederum standen vor der Aufgabe, Unterrichtsinhalte digital bereitzustellen – oft innerhalb weniger Stunden.

Dort, wo digitale Lernplattformen bereits etabliert waren, gelang der Übergang vergleichsweise reibungslos. Lehrkräfte konnten Aufgaben einstellen, Videokonferenzen anbieten oder Lernmaterialien bereitstellen. In anderen Fällen blieb es bei einer Lernpause, weil technische oder organisatorische Voraussetzungen fehlten.

Trotz aller Schwierigkeiten überwog in vielen Rückmeldungen das Verständnis für die Maßnahmen. Die Sicherheit der Kinder habe Vorrang, hieß es vielfach. Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen wurden nicht als Bequemlichkeitslösung wahrgenommen, sondern als Ausdruck verantwortungsvollen Handelns.

Wenn der Winter Alltag und Bildung herausfordert

Extreme Wetterlagen sind im deutschen Winter keine Seltenheit, doch ihre Intensität und Unberechenbarkeit stellen Behörden zunehmend vor komplexe Entscheidungen. Glatteis, das binnen Minuten entsteht, lässt kaum Spielraum für langfristige Planung. Schulschließungen werden dann zu einem Instrument, um kurzfristig Sicherheit herzustellen.

Gleichzeitig zeigen die vergangenen Tage, wie wichtig funktionierende Kommunikationswege und digitale Strukturen im Bildungsbereich sind. Je schneller Schulen reagieren können, desto geringer sind die Folgen für den Unterricht. Schulschließungen aufgrund von Glattenstraßen bleiben damit ein Balanceakt zwischen Sicherheit, Bildungsauftrag und organisatorischer Realität.

Zwischen Vorsorge und Normalität

Ob sich die Wetterlage in den kommenden Tagen entspannt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Solange Glatteis Straßen unpassierbar macht, werden Schulschließungen weiterhin ein mögliches Mittel bleiben. Sie sind Ausdruck eines vorsorgenden Staates, der Risiken ernst nimmt – auch wenn der Preis dafür ein unterbrochener Schulalltag ist.

Der Winter erinnert damit eindringlich daran, wie eng Sicherheit, Infrastruktur und Bildung miteinander verwoben sind. Wenn Straßen zu Eisbahnen werden, endet der Unterricht nicht im Klassenzimmer, sondern beginnt mit der Frage, wie viel Risiko eine Gesellschaft bereit ist einzugehen.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.