Fernweh mit Vorbehalt Reiseverband: Deutlicher Rückgang bei USA-Reisen aus Deutschland im Jahr 2025

28. Februar 2026 | 08:47 Uhr |

Berlin, 28. Februar 2026 – Die USA verlieren für deutsche Urlauber spürbar an Attraktivität. Aktuelle Daten von Reiseverbänden und US-Statistikbehörden zeigen einen deutlichen Rückgang bei USA-Reisen aus Deutschland im Jahr 2025. Neben steigenden Kosten und Währungseffekten spielen vor allem Unsicherheiten bei der Einreise und politische Spannungen eine zentrale Rolle – mit Folgen für die amerikanische Tourismuswirtschaft. Wie nachhaltig dieser Trend ist, bleibt offen.

Die Zahlen sind eindeutig. Wer die Entwicklung der USA-Reisen aus Deutschland im Jahr 2025 betrachtet, erkennt eine klare Tendenz: Weniger Buchungen, weniger Einreisen, weniger Nachfrage. Während sich der internationale Tourismus weltweit weiter erholt und vielerorts sogar Rekordwerte erreicht, bleiben die Vereinigten Staaten hinter diesem Trend zurück. Besonders deutlich zeigt sich das bei deutschen Reisenden.

Nach vorläufigen Erhebungen der US-Behörden lag die Zahl der Einreisen aus Deutschland in den ersten sieben Monaten 2025 rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Einzelne Monate fielen noch stärker ins Gewicht: Im Sommer wurden teils Rückgänge von knapp 15 Prozent registriert, in einzelnen Zeiträumen sogar deutlich darüber. Branchenmedien berichten zudem von einem Einbruch der Buchungszahlen für Flüge und Mietwagen – vor allem aus Deutschland.

USA-Reisen unter Druck: Deutlicher Rückgang aus Deutschland

Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Fernreisezielen für Deutsche. Städtereisen nach New York, Roadtrips durch Kalifornien, Nationalparks im Westen oder Florida als Badeziel – das Angebot ist vielfältig, die touristische Infrastruktur eingespielt. Umso auffälliger ist der aktuelle Rückgang bei den USA-Reisen.

Der Deutsche Reiseverband verweist auf spürbar sinkende Nachfrage. In einzelnen Monaten brach die Zahl der Reisenden aus Deutschland zweistellig ein. Auch andere europäische Märkte verzeichneten Rückgänge, doch Deutschland sticht besonders hervor. Branchenvertreter sprechen von einer spürbaren Zurückhaltung bei Fernreisen in die Vereinigten Staaten.

Die Datenlage zeigt: Während Destinationen wie Frankreich oder Spanien von der anhaltenden Reiselust profitieren, verliert der US-Markt an Dynamik. Der weltweite Tourismus wächst – die USA hingegen stagnieren oder schrumpfen in wichtigen Herkunftsmärkten.

Einreiseunsicherheiten als zentrales Hemmnis

Ein wesentlicher Faktor für die rückläufigen USA-Reisen ist die Wahrnehmung der Einreisebedingungen. Seit dem erneuten Amtsantritt von Präsident Donald Trump stehen Grenzkontrollen, Visa-Regelungen und das ESTA-Verfahren stärker im öffentlichen Fokus. Berichte über strengere Kontrollen, zusätzliche Befragungen oder verschärfte Prüfungen an US-Flughäfen haben in Teilen der deutschen Öffentlichkeit Verunsicherung ausgelöst.

Reiseveranstalter berichten, dass Kunden gezielt nach möglichen Risiken bei der Einreise fragen. Auch Medienberichte über einzelne problematische Fälle verstärken die Skepsis. Zwar gelten für deutsche Staatsbürger weiterhin die bestehenden Visa-Waiver-Regeln, doch die Diskussion um verschärfte Sicherheitsmaßnahmen beeinflusst die Buchungsentscheidung spürbar.

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In Umfragen unter Reisebürokunden gaben viele Befragte an, sie wollten mögliche Komplikationen bei der Einreise vermeiden. Diese subjektive Wahrnehmung wirkt sich direkt auf die Nachfrage nach USA-Reisen aus – selbst wenn sich die formalen Regelungen nur graduell verändert haben.

Kosten, Dollar-Kurs und Preisniveau

Neben politischen und administrativen Faktoren spielen wirtschaftliche Aspekte eine gewichtige Rolle. Der starke US-Dollar verteuert Aufenthalte in den Vereinigten Staaten für europäische Gäste. Hotels, Mietwagen, Gastronomie und Eintrittspreise haben in vielen Regionen deutlich angezogen. Auch Flugpreise liegen im Vergleich zu anderen Fernreisezielen hoch.

Für viele deutsche Urlauber wird eine USA-Reise damit zu einem erheblich teureren Unterfangen als noch vor einigen Jahren. Reiseveranstalter verweisen darauf, dass Preisvergleiche zunehmend zugunsten alternativer Destinationen ausfallen – etwa in Südostasien oder innerhalb Europas. Wer Fernweh verspürt, findet inzwischen zahlreiche Ziele mit günstigeren Gesamtkosten.

Gerade Familien oder Individualreisende kalkulieren sensibler. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit rücken Preis-Leistungs-Verhältnis und Planbarkeit stärker in den Vordergrund. Die Vereinigten Staaten geraten dabei unter Druck.

Internationale Trends: Die USA verlieren Marktanteile

Der Rückgang der USA-Reisen aus Deutschland steht nicht isoliert da. Auch aus anderen europäischen Ländern gingen die Besucherzahlen zurück. In mehreren Märkten wurden zweistellige Rückgänge verzeichnet. Branchenanalysen sprechen von einem strukturellen Problem im internationalen Wettbewerb um Touristen.

Weltweit erholt sich der Reiseverkehr nach der Pandemie schneller als erwartet. Viele Länder melden Rekordzahlen bei internationalen Ankünften. Die Vereinigten Staaten hingegen profitieren von dieser Entwicklung bislang nur eingeschränkt. Das zeigt sich besonders deutlich bei Langstreckenreisenden, die im Durchschnitt länger bleiben und höhere Ausgaben tätigen als Inlandsurlauber.

Für die US-Tourismusindustrie hat das spürbare Konsequenzen. Internationale Gäste gelten als wirtschaftlich besonders relevant, da sie hohe Pro-Kopf-Ausgaben generieren. Ein Rückgang bei USA-Reisen aus Deutschland und anderen europäischen Kernmärkten trifft daher Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister gleichermaßen.

Boykott-Debatten und Imagefragen

In Teilen Europas wird zudem über einen informellen „Boykott“ der USA diskutiert. Politische Spannungen, innenpolitische Kontroversen und internationale Konflikte prägen die Wahrnehmung des Landes. Auch wenn von einem organisierten Boykott keine Rede sein kann, beeinflusst die politische Großwetterlage das Reiseverhalten.

Das Image eines Reiseziels spielt eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Destination. Sicherheit, Offenheit und Planbarkeit gelten als zentrale Kriterien. Wenn diese Faktoren in Frage gestellt werden – sei es durch mediale Berichterstattung oder politische Debatten – wirkt sich das unmittelbar auf die Nachfrage nach USA-Reisen aus.

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Reiseexperten berichten, dass viele Kunden ihre Fernreisepläne zwar nicht grundsätzlich aufgeben, aber alternative Ziele prüfen. Kanada, Australien oder asiatische Metropolen profitieren in diesem Kontext von einer als stabiler wahrgenommenen Lage.

Wirtschaftliche Folgen für die USA

Die Auswirkungen auf die amerikanische Tourismuswirtschaft sind messbar. In Regionen mit hohem Anteil internationaler Gäste, etwa an der Ost- und Westküste, melden Branchenvertreter spürbare Umsatzeinbußen. Hotels berichten von geringerer Auslastung aus europäischen Märkten, Fluggesellschaften passen Kapazitäten an, Reiseveranstalter reagieren mit Sonderangeboten.

Internationale Besucher tragen überproportional zum Umsatz bei. Sie reisen häufiger in mehreren Bundesstaaten, buchen geführte Touren, besuchen Nationalparks oder geben in Metropolen hohe Summen aus. Wenn diese Gruppe kleiner wird, hinterlässt das Lücken in der Wertschöpfungskette.

Die US-Regierung hat wiederholt betont, dass der internationale Tourismus eine wichtige Rolle für Arbeitsplätze und regionale Entwicklung spielt. Der Rückgang bei USA-Reisen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern verdeutlicht, wie sensibel dieser Sektor auf politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagiert.

Wettbewerb um Fernreisende verschärft sich

Der globale Wettbewerb um internationale Touristen hat sich in den vergangenen Jahren intensiviert. Viele Länder werben offensiv um Gäste, vereinfachen Einreiseprozesse und investieren in Marketingkampagnen. Digitale Visa-Verfahren, transparente Informationsangebote und gezielte Ansprache bestimmter Zielgruppen gehören inzwischen zum Standard.

Die Vereinigten Staaten stehen in diesem Umfeld unter Druck. Komplexe Einreiseformalitäten und ein als restriktiv wahrgenommenes Grenzregime können im direkten Vergleich zum Nachteil werden. Für deutsche Urlauber, die zwischen mehreren Fernzielen wählen, entscheidet oft die Summe aus Preis, Image und administrativem Aufwand.

Ausblick auf 2026

Ob sich der Trend bei den USA-Reisen im Jahr 2026 umkehrt, ist offen. Großereignisse und internationale Veranstaltungen könnten Impulse setzen. Ebenso denkbar ist eine Normalisierung, wenn sich politische Debatten beruhigen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen stabilisieren.

Derzeit jedoch sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Die Vereinigten Staaten verlieren Marktanteile bei deutschen Reisenden. Der Rückgang bei USA-Reisen ist kein kurzfristiger Ausreißer, sondern Teil einer breiteren Entwicklung, die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimensionen umfasst.

Eine Verschiebung im Reiseverhalten

Das Reiseverhalten deutscher Urlauber befindet sich im Wandel. Nachhaltigkeit, Kostenbewusstsein und Planbarkeit gewinnen an Bedeutung. Fernreisen bleiben attraktiv, doch sie werden sorgfältiger abgewogen. In diesem Umfeld reicht die Strahlkraft traditioneller Sehnsuchtsziele allein nicht mehr aus.

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Die USA bleiben für viele ein faszinierendes Land mit einzigartigen Landschaften und Metropolen. Doch die aktuellen Zahlen zu USA-Reisen aus Deutschland zeigen: Attraktivität ist kein statischer Zustand. Sie muss im internationalen Wettbewerb immer wieder neu behauptet werden.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.