
Verbier, 12. Januar 2026. – Über den steilen Hängen oberhalb des bekannten Walliser Wintersportorts liegt an diesem Morgen eine trügerische Ruhe. Der Schnee glitzert, der Himmel ist klar – doch die Idylle täuscht. Ein Lawinenunglück hat hier ein Menschenleben gefordert und eine Gemeinschaft erschüttert, die den Bergen seit jeher mit Respekt begegnet.
Der Snowboarder Kestenholz ist bei einem Lawinenunglück in den Schweizer Alpen ums Leben gekommen. Der tödliche Unfall ereignete sich am Sonntagvormittag in hochalpinem Gelände oberhalb von Verbier im Kanton Wallis. Trotz eines schnellen und groß angelegten Rettungseinsatzes konnte dem Wintersportler nicht mehr geholfen werden. Rettungskräfte bargen ihn zwar aus den Schneemassen, ein Notarzt stellte jedoch noch am Unfallort seinen Tod fest.
Die Nachricht verbreitete sich rasch in der Region und darüber hinaus. Verbier gilt als einer der renommiertesten Wintersportorte Europas, ein Treffpunkt für ambitionierte Skifahrer und Snowboarder aus aller Welt. Umso größer ist die Betroffenheit über ein Unglück, das erneut vor Augen führt, wie unberechenbar die Berge abseits gesicherter Pisten sein können.
Lawinenabgang während einer Abfahrt abseits der Piste
Nach übereinstimmenden Angaben der Kantonspolizei Wallis und des Rettungsdienstes war Kestenholz gemeinsam mit weiteren Wintersportlern im freien Gelände unterwegs. Die Gruppe befand sich abseits präparierter Pisten in einem steilen Hangbereich, als sich plötzlich eine Schneebrettlawine löste. Innerhalb weniger Sekunden riss die Lawine den Snowboarder mit und verschüttete ihn mehrere Meter unter der Schneedecke.
Seine Begleiter reagierten umgehend. Sie setzten einen Notruf ab und begannen sofort mit der Kameradenrettung. Mithilfe von Lawinenverschüttetensuchgeräten versuchten sie, den Verschütteten zu lokalisieren. Parallel dazu wurden professionelle Rettungskräfte alarmiert, darunter ein Helikopter sowie spezialisierte Bergretter.
Großeinsatz der Rettungskräfte
Wenig später trafen Einsatzkräfte der Air Zermatt am Unglücksort ein. Unterstützt wurden sie von Lawinenhundeführern und weiteren Rettungsteams. Die Suche verlief unter hohem Zeitdruck, denn bei Lawinenunfällen entscheidet oft jede Minute über Leben und Tod. Kestenholz konnte schließlich geortet und geborgen werden. Seine Verletzungen waren jedoch so schwer, dass jede Hilfe zu spät kam.
Der Einsatz wurde nach der Bergung beendet. Für die Begleiter und die Rettungskräfte war es ein Einsatz, der trotz aller Routine sichtbar Spuren hinterließ. Lawinenunfälle gehören zu den dramatischsten Szenarien im alpinen Rettungswesen.
Erhebliche Lawinengefahr in den Tagen zuvor
Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte im betroffenen Gebiet eine erhebliche Lawinengefahr. Der Lawinenlagebericht hatte in den Tagen zuvor wiederholt vor instabilen Schneeschichten gewarnt. Besonders problematisch galt eine Kombination aus frischem Triebschnee, Altschneeschichten und wechselnden Temperaturen. Starke Winde hatten den Schnee in exponierten Hanglagen zusätzlich verfrachtet und Spannungen in der Schneedecke aufgebaut.
Solche Bedingungen erhöhen das Risiko von Schneebrettlawinen erheblich – selbst bei vergleichsweise geringer Zusatzbelastung. Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass gerade erfahrene Wintersportler Gefahr laufen, Risiken zu unterschätzen, wenn Sicht und Wetter zunächst stabil erscheinen.
Gefahr auch für erfahrene Wintersportler
Die Behörden machten deutlich, dass Erfahrung im alpinen Gelände keinen absoluten Schutz bietet. Abfahrten im freien Gelände verlangen nicht nur technisches Können, sondern auch eine besonders konservative Einschätzung der Verhältnisse. Lawinen entstehen oft dort, wo sie selbst für geübte Augen nicht unmittelbar erkennbar sind.
Immer wieder verweisen Bergsportexperten darauf, dass die Entscheidung gegen eine Abfahrt im Zweifel die wichtigste Sicherheitsmaßnahme bleibt. Moderne Ausrüstung kann im Ernstfall helfen – sie ersetzt jedoch keine vorsichtige Planung.
Zur Person: Ein routinierter Snowboarder
Kestenholz galt als erfahrener Snowboarder, der regelmäßig im alpinen Gelände unterwegs war. Nach Angaben aus seinem Umfeld verfügte er über eine vollständige Sicherheitsausrüstung und kannte die Anforderungen von Touren und Abfahrten abseits gesicherter Pisten. Details zu seinem Alter oder seinem privaten Hintergrund wurden von den Behörden aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht veröffentlicht.
In der regionalen Wintersportgemeinschaft löste sein Tod tiefe Bestürzung aus. Freunde, Weggefährten und Vereine erinnerten an einen leidenschaftlichen Sportler, der die Berge liebte und respektierte. Für viele bleibt die Frage, warum selbst große Erfahrung nicht vor tragischen Fehlentscheidungen oder unvorhersehbaren Entwicklungen schützt.
Polizei ermittelt zum Unfallhergang
Die Kantonspolizei Wallis hat Ermittlungen zum genauen Ablauf des Lawinenunglücks aufgenommen. Dabei sollen unter anderem die Auslöseursache der Lawine sowie die konkrete Linienwahl der Gruppe rekonstruiert werden. Solche Untersuchungen sind bei tödlichen Bergunfällen üblich und dienen vor allem der Prävention.
Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die objektiven Bedingungen im Gelände und den zeitlichen Ablauf des Unglücks.
Lawinenunfälle als wiederkehrendes Risiko im Alpenraum
Der Tod von Kestenholz reiht sich in eine Serie von Lawinenunfällen ein, die sich in den Alpen immer wieder ereignen. Trotz moderner Sicherheitskonzepte, detaillierter Lawinenlageberichte und technischer Hilfsmittel kommt es jedes Jahr zu tödlichen Zwischenfällen – häufig abseits der gesicherten Infrastruktur.
Statistiken zeigen, dass ein Großteil der Lawinenopfer im freien Gelände verunglückt. Snowboarder und Skifahrer suchen dort das unvergleichliche Erlebnis unberührter Hänge, nehmen dabei jedoch ein Risiko in Kauf, das sich nie vollständig kontrollieren lässt.
Zentrale Sicherheitsaspekte im Überblick
- Konsequente Beachtung des aktuellen Lawinenlageberichts
- Zurückhaltende Routenwahl bei erhöhter Lawinengefahr
- Vollständige Notfallausrüstung inklusive LVS, Sonde und Schaufel
- Regelmäßiges Training für den Ernstfall und klare Gruppenabsprachen
Ein Unglück, das zur Vorsicht mahnt
Das Lawinenunglück oberhalb von Verbier verdeutlicht einmal mehr, wie schmal der Grat zwischen sportlicher Freiheit und existenzieller Gefahr im Hochgebirge ist. Die Berge bieten Raum für Abenteuer, verlangen jedoch zugleich Demut und Zurückhaltung. Der Tod von Snowboarder Kestenholz hinterlässt Trauer und Ratlosigkeit – und erinnert eindringlich daran, dass Naturgewalten keine Fehler verzeihen, selbst wenn Erfahrung und Ausrüstung vorhanden sind.