
Berlin, 7. Januar 2026 – Eigentlich sollte es ein unbeschwerter Kinostart werden, ein Film für Kinder, Familien und Neugierige. Doch über der neuen Produktion aus dem „Checker Tobi“-Universum liegt ein stiller Ernst. Wieder trauert das Team um einen Menschen, der das Erfolgsformat geprägt hat. Der Verlust trifft ein Projekt, das wie kaum ein anderes für kindgerechte Wissensfreude steht.
Mit dem Start von „Checker Tobi – Die heimliche Herrscherin der Erde“ kehrt Tobias Krell auf die große Leinwand zurück. Der dritte Kinofilm rund um den populären Wissensvermittler verspricht Abenteuer, Staunen und neue Perspektiven auf die Welt. Doch diesmal ist die Vorfreude gedämpft. Denn erneut ist ein Todesfall im Umfeld der Produktion bekannt geworden – und er reiht sich ein in eine Serie schmerzhafter Abschiede, die das „Checker Tobi“-Team seit geraumer Zeit begleiten.
Schon der Beginn des Films macht deutlich, dass dieser Kinostart kein gewöhnlicher ist. Eine schlichte Widmung erscheint auf der Leinwand: „Für Johannes und Linda.“ Zwei Namen, zwei Lebensgeschichten – und zwei Verluste, die das Team bis heute bewegen.
Ein erneuter Todesfall überschattet den Kinostart
Der jüngste Todesfall betrifft Linda-Shiva Klinkhammer, eine freiberufliche Autorin und Regisseurin, die maßgeblich an der Entwicklung des dritten „Checker Tobi“-Kinofilms beteiligt war. Sie kam im März 2025 bei einem tragischen Unfall in Portugal ums Leben. Während einer Locationbesichtigung stürzte ein Baum auf den Weg, auf dem sie sich aufhielt. Die 32-Jährige erlag ihren Verletzungen noch vor Ort.
Der Tod von Klinkhammer traf das Team völlig unerwartet. Noch mitten in den Arbeiten an dem Film, der nun in die Kinos kommt, riss der Unfall eine Lücke in die Produktion – und vor allem in das persönliche Gefüge der Crew. Kolleginnen und Kollegen beschrieben sie als engagierte Kreative, die mit großer Neugier, Empathie und Präzision arbeitete. Ihr Blick für Geschichten, ihre Energie und ihr Gespür für die Bedürfnisse eines jungen Publikums galten als prägend für das Projekt.
Mit ihrem Tod ist „Checker Tobi“ erneut von einem Verlust betroffen, der weit über die berufliche Ebene hinausgeht. Denn schon zuvor hatte das Team einen zentralen Kopf verloren.
Die anhaltende Trauer um Johannes Honsell
Bereits Ende 2023 hatte der Tod von Johannes Honsell das „Checker Tobi“-Team tief erschüttert. Der Produzent, Autor und Mitentwickler des Formats starb am 27. Dezember 2023 im Alter von 45 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Honsell galt als einer der kreativen Motoren hinter der Sendung und den erfolgreichen Kinofilmen.
Seit dem Start von „Checker Tobi“ im Jahr 2013 hatte Honsell das Projekt entscheidend mitgeprägt. Er entwickelte Konzepte, begleitete Inhalte und sorgte dafür, dass komplexe Themen kindgerecht, verständlich und zugleich respektvoll vermittelt wurden. Sein Anspruch war hoch – an die Qualität der Inhalte ebenso wie an die Haltung dahinter.
Der Tod von Honsell markierte für das Team einen Einschnitt. Viele Weggefährten beschrieben ihn als Mentor, als Antreiber und als jemanden, der stets das große Ganze im Blick behielt. Dass nun auch Linda-Shiva Klinkhammer nicht mehr lebt, verstärkt das Gefühl eines schmerzhaften Bruchs in der Geschichte des Formats.
„Checker Tobi“ als Gemeinschaftsprojekt
Der Erfolg von „Checker Tobi“ ist untrennbar mit Teamarbeit verbunden. Zwar steht Tobias Krell als Gesicht des Formats im Mittelpunkt, doch hinter der Kamera arbeiten seit Jahren zahlreiche Autorinnen, Autoren, Regisseurinnen, Produzenten und Fachleute daran, Wissen spannend und zugänglich zu vermitteln.
Gerade deshalb wiegen die Todesfälle so schwer. Beide, Honsell wie Klinkhammer, waren keine Randfiguren, sondern integraler Bestandteil des kreativen Kerns. Ihre Arbeit floss in Inhalte ein, die Millionen Kinder erreicht haben – im Fernsehen, im Kino und in begleitenden Bildungsangeboten.
Der erneute Todesfall macht deutlich, wie fragil selbst erfolgreiche und stabile Produktionsgemeinschaften sein können. Er lenkt den Blick weg vom fertigen Film und hin zu den Menschen, die ihn möglich gemacht haben.
Ein Film zwischen Neugier und Gedenken
„Checker Tobi – Die heimliche Herrscherin der Erde“ ist inhaltlich als großes Entdeckungsabenteuer angelegt. Der Film führt sein junges Publikum an verborgene Zusammenhänge heran, erzählt von Natur, Machtverhältnissen und unsichtbaren Kräften, die das Leben auf dem Planeten beeinflussen. Inhaltlich bleibt das Werk dem Anspruch treu, Wissen mit Staunen zu verbinden.
Gleichzeitig ist der Film nun auch ein stilles Erinnerungsstück. Die Widmung am Anfang ist bewusst knapp gehalten, ohne Pathos, ohne Erklärung. Sie überlässt es dem Publikum, innezuhalten – und jenen Raum zu geben, die fehlen.
Innerhalb des Teams wurde diese Entscheidung als selbstverständlich beschrieben. Nicht als öffentliches Statement, sondern als Zeichen des Respekts. Der Film soll für sich sprechen, aber die Erinnerung soll präsent bleiben.
Der Tod als Teil der Produktionsrealität
In der Film- und Fernsehbranche sind Produktionsrisiken allgegenwärtig – insbesondere bei internationalen Dreharbeiten. Reisen, Außendrehs und Locationbesichtigungen gehören zum Alltag. Der Unfalltod von Linda-Shiva Klinkhammer macht schmerzhaft deutlich, dass diese Realität auch jenseits der Kamera gefährlich sein kann.
Für das „Checker Tobi“-Team bedeutete der Vorfall nicht nur organisatorische Herausforderungen, sondern vor allem eine emotionale Zäsur. Dreharbeiten, die eigentlich von Neugier und Entdeckergeist geprägt sind, standen plötzlich im Schatten eines realen Verlusts.
Dass der Film dennoch fertiggestellt wurde, ist Ausdruck eines gemeinsamen Willens, das Projekt im Sinne der Verstorbenen weiterzuführen – ohne deren Arbeit zu relativieren oder zu überhöhen.
Eine Sendung mit gesellschaftlicher Verantwortung
„Checker Tobi“ gilt seit Jahren als eines der erfolgreichsten Wissensformate für Kinder im deutschsprachigen Raum. Die Sendung erreicht ein Millionenpublikum, wird in Schulen eingesetzt und prägt das Bild moderner Wissensvermittlung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Der erneute Todesfall rückt auch die Verantwortung solcher Formate in den Fokus. Sie sind nicht nur Inhalte, sondern Arbeitswelten für Kreative, die oft unter Zeitdruck, auf Reisen und in komplexen Produktionsstrukturen arbeiten. Der Verlust von zwei Teammitgliedern innerhalb kurzer Zeit ist daher mehr als ein tragischer Zufall – er ist eine Mahnung an die Verletzlichkeit hinter erfolgreichen Marken.
Gleichzeitig zeigt der Umgang des Teams mit den Todesfällen eine Haltung, die im Medienbetrieb nicht selbstverständlich ist: Zurückhaltung, Würde und Konzentration auf das Wesentliche.
Erinnerung statt Inszenierung
Weder der Tod von Johannes Honsell noch der von Linda-Shiva Klinkhammer wurden öffentlich ausgeschlachtet. Es gab keine großen Kampagnen, keine emotionalen Inszenierungen. Stattdessen entschied sich das Team für stille Zeichen, für persönliche Worte und für eine Widmung, die Raum für eigene Gedanken lässt.
Diese Zurückhaltung fügt sich in den Charakter von „Checker Tobi“ ein: sachlich, neugierig, respektvoll. Auch in der Trauer bleibt das Format seiner Linie treu.
Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer dürfte der erneute Todesfall erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. Doch gerade darin liegt seine Wirkung. Wer die Hintergründe kennt, sieht den Film anders – als Gemeinschaftsleistung, als Vermächtnis und als Zeugnis von Menschen, die ihre Arbeit ernst genommen haben.
Ein Fortbestehen mit offener Wunde
Der „Checker Tobi“-Kosmos wird weiterbestehen. Neue Sendungen, neue Projekte und neue Entdeckungen sind geplant. Doch der erneute Todesfall hat Spuren hinterlassen. Er erinnert daran, dass hinter jedem erfolgreichen Format Menschen stehen, deren Geschichten nicht immer sichtbar sind.
Der dritte Kinofilm trägt diese Realität nun in sich. Er ist ein Werk der Neugier – und zugleich ein stilles Dokument des Abschieds. Für Johannes Honsell und für Linda-Shiva Klinkhammer. Für ein Team, das weiterarbeitet, ohne zu vergessen.