Die Stuttgarter Wilhelma hat ihren Okapi-Bullen Vitu verloren. Das 28 Jahre und vier Monate alte Tier galt nach Angaben des Zoos als ältestes Okapi Europas und wurde Ende Juli wegen alters- und krankheitsbedingter Beschwerden eingeschläfert. Vitu lebte seit 1999 in Stuttgart und spielte über viele Jahre eine wichtige Rolle in der europäischen Okapi-Zucht.

Stuttgart, 8. August 2026. Der Gesundheitszustand von Vitu hatte sich zuletzt deutlich verschlechtert. Der Okapi-Bulle konnte sich nur noch eingeschränkt bewegen, fraß kaum noch und litt unter altersbedingten Beschwerden. Nach Angaben der Wilhelma entschieden die Tierärzte deshalb, das Tier einzuschläfern und weiteres Leiden zu vermeiden.

Ein plötzlicher Zwischenfall war dem Tod demnach nicht vorausgegangen. Vielmehr stand Vitu wegen seines hohen Alters und seiner gesundheitlichen Probleme bereits unter intensiver Beobachtung. Die Wilhelma nennt Ende Juli 2026 als Zeitpunkt der Euthanasie. Ein genaues Datum wurde nicht veröffentlicht.

Mit 28 Jahren und vier Monaten erreichte Vitu ein für seine Art ungewöhnlich hohes Alter. Nach Angaben des Stuttgarter Zoos war er zuletzt das älteste Okapi Europas. Diese Einordnung macht den Tod des Tieres auch über die Wilhelma hinaus bemerkenswert.

Vitu lebte seit 1999 in der Wilhelma

Geboren wurde der Okapi-Bulle im Zoo Basel. 1999 kam er im Alter von etwa eineinhalb Jahren nach Stuttgart. Fast sein gesamtes Leben verbrachte er damit in der Wilhelma.

Dort entwickelte sich Vitu über Jahrzehnte zu einem bedeutenden Zuchttier. Zwischen 2005 und 2015 wurde er sechsmal Vater. Nach Angaben der Wilhelma leben heute noch 17 seiner Nachkommen in vier Generationen in verschiedenen Zoos.

Das Wichtigste

KI-gestützte Zusammenfassung aus den im Beitrag genannten Quellen.

Der Okapi-Bulle Vitu wurde in der Stuttgarter Wilhelma im Alter von 28 Jahren und vier Monaten eingeschläfert. Nach Angaben des Zoos galt er als ältestes Okapi Europas und war über viele Jahre für die europäische Okapi-Zucht von Bedeutung.

Was ist passiert?
Das 28 Jahre und vier Monate alte Tier galt nach Angaben des Zoos als ältestes Okapi Europas und wurde Ende Juli wegen alters- und krankheitsbedingter Beschwerden eingeschläfert.
Wo?
1999 kam er im Alter von etwa eineinhalb Jahren nach Stuttgart.
Was ist bestätigt?
Nach Angaben der Wilhelma leben heute noch 17 seiner Nachkommen in vier Generationen in verschiedenen Zoos.
Was bedeutet das?
Die Wilhelma ordnete Vitu vor seinem Tod als ältestes Okapi Europas ein.
MerkmalAngabe
NameVitu
TierartOkapi
Alter28 Jahre und vier Monate
GeburtsortZoo Basel
In Stuttgart seit1999
TodEnde Juli 2026 nach Euthanasie

Die lange Zeit in Stuttgart prägte auch die Zuchtgeschichte der Wilhelma. Der Zoologisch-Botanische Garten hält und züchtet Okapis seit 1989. Insgesamt verzeichnet die Einrichtung 15 erfolgreiche Nachzuchten.

Ältestes Okapi Europas spielte wichtige Rolle in der Zucht

Vitus Bedeutung lag damit nicht allein in seinem hohen Alter. Seine Nachkommen tragen bis heute zum Bestand der Art in europäischen Zoos bei. Gerade bei seltenen und gefährdeten Tierarten ist die koordinierte Zucht ein zentraler Bestandteil der Haltung in zoologischen Einrichtungen.

Die Wilhelma ordnete Vitu vor seinem Tod als ältestes Okapi Europas ein. Eine öffentlich zugängliche vollständige Rangliste aller europäischen Okapis nach Alter existiert nicht. Für die Berichterstattung ist deshalb entscheidend, die Angabe dem Zoo zuzuordnen.

Auch nach seinem Tod soll Vitu wissenschaftlich genutzt werden. Die Wilhelma kündigte an, den Körper nach der Obduktion an das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart zu übergeben. Dort kann das Tier für wissenschaftliche Untersuchungen und die zoologische Sammlung verwendet werden.

Warum Okapis auch Waldgiraffen genannt werden

Okapis gehören zur Familie der Giraffen, unterscheiden sich äußerlich jedoch deutlich von ihren hochgewachsenen Verwandten. Charakteristisch sind der vergleichsweise kompakte Körper, der lange Hals und die auffälligen hellen Querstreifen an Hinterläufen und Hinterteil.

Der Begriff Waldgiraffe ist deshalb zwar gebräuchlich, zoologisch präziser ist jedoch die Bezeichnung Okapi. Die Tiere leben im Gegensatz zur Giraffe nicht in offenen Savannen, sondern zurückgezogen in dichten Regenwäldern.

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo. Dort kommen Okapis in den Regenwäldern im Norden und Nordosten des Landes vor. Ihre scheue Lebensweise und das schwer zugängliche Gelände erschweren genaue Bestandsaufnahmen.

Okapi gilt als stark gefährdet

Der Tod des ältesten Okapis Europas rückt damit auch eine Tierart in den Blick, deren Bestand in freier Wildbahn unter erheblichem Druck steht. Das Okapi gilt international als stark gefährdet.

Zu den wichtigsten Bedrohungen zählen der Verlust von Lebensräumen, Wilderei und die instabile Lage in Teilen des natürlichen Verbreitungsgebiets. Verlässliche Angaben dazu, wie viele Tiere noch in freier Wildbahn leben, sind schwierig. Die Wilhelma weist selbst darauf hin, dass die zurückgezogene Lebensweise der Okapis und die schwer erreichbaren Waldgebiete eine genaue Erfassung erschweren.

Für zoologische Einrichtungen besitzt die kontrollierte Zucht deshalb besondere Bedeutung. Ziel ist es, stabile Populationen aufzubauen und genetische Vielfalt zu erhalten. Vitu war über viele Jahre Teil dieser Arbeit.

Ein langer Lebensabschnitt der Wilhelma endet

Mit Vitu verliert die Wilhelma ein Tier, das nahezu drei Jahrzehnte mit dem Stuttgarter Zoo verbunden war. Seit seiner Ankunft 1999 gehörte der Okapi-Bulle zum Bestand der Einrichtung, wurde mehrfach Vater und erreichte schließlich ein außergewöhnliches Alter.

Dass noch 17 Nachkommen in vier Generationen leben, zeigt, welche Spuren Vitu innerhalb der europäischen Okapi-Zucht hinterlassen hat. Sein Tod beendet damit nicht nur das Leben des nach Angaben der Wilhelma ältesten Okapis Europas. Er markiert zugleich das Ende einer langen Zuchtgeschichte, deren genetische Linie in mehreren Zoos weiterbesteht.