Suche vor Indonesien
Acht Menschen nach Fahrt zu Anak Krakatau vermisst – Suche im Sunda-Strait läuft

Suche vor Indonesien

Im Sunda-Strait in Indonesien wird ein Speedboot mit acht Menschen an Bord vermisst. Unter den Vermissten sind fünf Journalisten, die zur Berichterstattung über die aktuelle Aktivität des Vulkans Anak Krakatau unterwegs waren. Die Suche läuft weiter, doch warum der Kontakt zu dem Boot abbrach, ist bislang nicht geklärt.
Carita/Indonesien, 9. September 2026. Die Suche nach einem vermissten Speedboot nahe Anak Krakatau dauert an. An Bord befinden sich nach Angaben der Associated Press insgesamt acht Menschen: fünf Journalisten beziehungsweise Fotojournalisten, zwei Mitglieder der Bootsbesatzung und ein Guide. Die Gruppe war von Carita an der Westküste Javas in Richtung des aktiven Vulkans aufgebrochen.
Der Auftrag der Journalisten war klar: Sie wollten die jüngsten Eruptionen von Anak Krakatau fotografisch und mit Videoaufnahmen dokumentieren. Nach Angaben der Associated Press arbeiteten Mitglieder der Gruppe unter anderem für die staatliche indonesische Nachrichtenagentur ANTARA und für die türkische Anadolu Agency.
Seit Montag fehlt von dem Boot ein verlässliches Lebenszeichen. Die indonesische Such- und Rettungsbehörde Basarnas hat eine umfangreiche Suchaktion im Sunda-Strait eingeleitet. Auch am Mittwoch setzten Einsatzkräfte die Suche nach dem Speedboot und den acht Vermissten fort.
Was genau in den Stunden nach der Abfahrt geschah, ist bislang nur teilweise nachvollziehbar. Nach Angaben der Associated Press soll am Montagabend noch eine Nachricht aus der Gruppe eingegangen sein. Demnach hatten die Insassen zu diesem Zeitpunkt die Gewässer im Umfeld von Anak Krakatau erreicht.
Indonesische Medien berichten daneben von früheren übermittelten Positionen und Kontakten. Die Angaben weichen bei den Uhrzeiten voneinander ab. Deshalb lässt sich derzeit kein eindeutiger Zeitpunkt benennen, an dem die Kommunikation endgültig abriss.
Gesichert ist lediglich der Ablauf bis zu einem bestimmten Punkt: Das Speedboot verließ Carita auf Java, fuhr in Richtung Anak Krakatau und erreichte nach mehreren Berichten das Seegebiet rund um den Vulkan. Danach verlor sich die Spur.
| Bekannter Stand | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Menschen an Bord | Acht | Bestätigt |
| Journalisten | Fünf | Bestätigt |
| Ausgangspunkt | Carita auf Java | Bestätigt |
| Ziel der Fahrt | Berichterstattung über Anak Krakatau | Bestätigt |
| Ursache des Kontaktabbruchs | Unbekannt | Weiter offen |
Die Suche konzentriert sich auf die Gewässer zwischen Java und Sumatra. Indonesische Medien berichteten, dass das Suchgebiet im Verlauf des Einsatzes ausgeweitet wurde. Dabei sollen auch Wärmebilddrohnen zum Einsatz kommen beziehungsweise für die Suche bereitgestellt worden sein.
Die Bedingungen sind anspruchsvoll. Eingeschränkte Sicht und die Auswirkungen der vulkanischen Aktivität erschweren die Arbeiten zeitweise. Vulkanasche spielte in der Region zuletzt eine erhebliche Rolle und beeinträchtigte nicht nur die Sicht, sondern auch den Flugverkehr.
Reuters hatte bereits am Dienstag über die Suchaktion berichtet. Demnach beteiligten sich Rettungskräfte mit einem größeren Einsatzboot an der Operation. Was mit dem vermissten Speedboot geschah, ist dennoch weiterhin unbekannt.
Bislang gibt es keine bestätigte Meldung darüber, ob das Boot beschädigt wurde, manövrierunfähig ist oder gesunken sein könnte. Auch zum Zustand der acht Menschen an Bord liegen keine gesicherten Informationen vor.
Der Fall steht geografisch und zeitlich in engem Zusammenhang mit der Aktivität von Anak Krakatau. Daraus lässt sich jedoch bislang keine Ursache ableiten.
Es gibt keine bestätigten Hinweise darauf, dass das vermisste Speedboot von einer Eruption getroffen wurde oder dass Vulkanasche, Lava oder andere vulkanische Auswirkungen unmittelbar zum Kontaktabbruch führten. Ebenso wenig ist ein technischer Defekt belegt.
ANTARA berichtete unter Berufung auf den Eigentümer des Bootes, das Speedboot sei vor der Abfahrt seetüchtig gewesen und habe über Rettungswesten verfügt. Diese Aussage beschreibt den Zustand vor der Fahrt; eine unabhängige technische Untersuchung des vermissten Bootes gibt es naturgemäß bislang nicht.
Damit bleibt die zentrale Frage offen: Warum brach der Kontakt zu dem Boot ab?
Die Journalisten waren in ein Gebiet unterwegs, das wegen der jüngsten Aktivität von Anak Krakatau unter besonderer Beobachtung steht. Der Vulkan liegt im Sunda-Strait zwischen Java und Sumatra und befindet sich nach Angaben der Associated Press auf der zweithöchsten indonesischen Warnstufe.
Für das Gebiet rund um den aktiven Krater gilt ein Sicherheitsabstand von mindestens drei Kilometern. Reuters berichtete, dass am Dienstag weitere kleinere Eruptionen registriert worden seien.
Die Auswirkungen der Aktivität waren zuletzt weit über den Vulkan hinaus spürbar. Vulkanasche hatte zeitweise zur Schließung mehrerer Flughäfen geführt und den Flugverkehr in Teilen Indonesiens erheblich beeinträchtigt.
Für die Bewertung des Vermisstenfalls sind diese Entwicklungen wichtig, dürfen aber nicht mit einer bestätigten Unfallursache verwechselt werden. Der derzeit belegte Zusammenhang ist ein anderer: Die fünf Journalisten waren gerade wegen der Eruptionen unterwegs, um Anak Krakatau zu dokumentieren.
Anak Krakatau entstand im Gebiet des historischen Krakatau. Dessen gewaltige Eruption von 1883 löste verheerende Tsunamis aus und gehört zu den folgenschwersten Vulkankatastrophen der jüngeren Geschichte.
Auch Anak Krakatau selbst geriet bereits mehrfach in den Mittelpunkt internationaler Aufmerksamkeit. 2018 führte ein teilweiser Kollaps des Vulkans zu einem Tsunami an den Küsten Javas und Sumatras. Nach Angaben der Associated Press kamen damals mindestens 430 Menschen ums Leben.
Diese Geschichte erklärt die besondere Aufmerksamkeit, die neue Eruptionen von Anak Krakatau regelmäßig auslösen. Für den aktuellen Fall liefert sie jedoch lediglich den Hintergrund. Über das Schicksal des vermissten Speedboots sagt sie nichts aus.
Im Mittelpunkt steht weiter die Suchaktion im Sunda-Strait. Rettungskräfte versuchen, das Speedboot zu lokalisieren und Klarheit über den Zustand der acht Menschen an Bord zu bekommen.
Der Fall bleibt in entscheidenden Punkten offen. Weder das Boot noch die Insassen sind nach dem bislang bekannten Stand gefunden worden. Auch für den Kontaktabbruch gibt es keine bestätigte Erklärung.
Fest steht nur: Fünf Journalisten waren unterwegs, um die Aktivität von Anak Krakatau zu dokumentieren. Seit ihrer Fahrt von Carita fehlt von ihnen und den drei weiteren Menschen an Bord jede gesicherte Spur. Die Suche geht weiter.
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