Umbau am Leipziger Platz

Mall of Berlin im Wandel: Millionen-Umbau bringt neue Läden und Freizeitangebote

Moderner Innenbereich eines Einkaufszentrums mit Ladenflächen und einem für Umbau vorbereiteten Bereich.
Symbolbild: KI-generiert. Die Mall of Berlin wird umfassend neu ausgerichtet – mit größeren Verkaufsflächen, neuen Mietern und zusätzlichen Freizeitangeboten.

Die Mall of Berlin wird umfassend neu ausgerichtet. Für Umbauten, größere Ladenflächen und neue Freizeitangebote waren zunächst 30 bis 40 Millionen Euro vorgesehen; inzwischen liegt die Investition nach Angaben des Center-Managements darüber. Während erste neue Mieter noch 2026 eröffnen sollen, reichen andere Projekte bis ins kommende Jahr.

Berlin, 9. September 2026. In der Mall of Berlin am Leipziger Platz verändert sich derzeit weit mehr als nur die Belegung einzelner Geschäfte. Flächen werden zusammengelegt, große Händler erweitern ihre Präsenz, neue Freizeitkonzepte kommen hinzu. Die Neuausrichtung des Einkaufszentrums hat inzwischen auch finanziell eine neue Größenordnung erreicht.

Wie t-online unter Berufung auf Center-Manager und HGHI-Geschäftsführer Harald Huth berichtet, waren für die Repositionierung ursprünglich 30 bis 40 Millionen Euro eingeplant. Mittlerweile liege die Summe etwas höher. Einen exakten Betrag nannte Huth nicht.

Schon im Februar hatte der Immobilien-Fachdienst Thomas Daily von rund 40 Millionen Euro gesprochen, die in die Umgestaltung und Neupositionierung der Mall geflossen seien. Belastbar ist damit vor allem eines: Die Investitionen haben die Marke von 40 Millionen Euro inzwischen überschritten. Wie hoch die Gesamtsumme am Ende ausfällt, ist öffentlich nicht bekannt.

Mall of Berlin ordnet große Flächen neu

Im Zentrum des Umbaus steht die Neuordnung der Verkaufsflächen. HGHI beschreibt den Prozess selbst als umfassende Repositionierung. Kleinere Einheiten werden teilweise zusammengeführt, andere Flächen vergrößert oder neuen Nutzungen zugeordnet.

Besonders deutlich wird das im Untergeschoss. Dort entsteht ein neuer Rewe-Frischemarkt mit mehr als 2.500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Nach Angaben von HGHI wächst die Fläche damit deutlich gegenüber dem bisherigen Markt. Für die Erweiterung wurden mehrere Einheiten neu zugeschnitten und zusammengeführt.

Die Eröffnung ist nach aktuellem Stand für den 30. September 2026 vorgesehen. In unmittelbarer Nähe vergrößert auch dm seine Präsenz. Dafür werden ebenfalls bislang getrennte Ladenflächen zusammengelegt.

Hinzu kommt Action. Der Non-Food-Discounter wird von der Mall bereits als künftiger Mieter geführt. Nach den bislang veröffentlichten Angaben soll der Markt rund 1.000 Quadratmeter umfassen. Damit setzt sich ein Muster fort, das den laufenden Umbau prägt: Weniger kleinteilige Strukturen, dafür größere zusammenhängende Flächen.

New Yorker wächst auf knapp 3.000 Quadratmeter

Auch im Modebereich wird neu sortiert. New Yorker eröffnet zunächst am 17. September 2026 einen Pop-up-Store. Langfristig ist jedoch eine wesentlich größere Lösung vorgesehen. Nach Angaben von HGHI soll das Unternehmen künftig auf knapp 3.000 Quadratmetern und über drei Ebenen vertreten sein.

Dafür werden bestehende Flächen neu genutzt und umgebaut. Auch andere Händler haben in den vergangenen Monaten größere Einheiten bezogen oder ihre bisherigen Flächen erweitert. Dazu gehören unter anderem Douglas, Lloyd, Jack & Jones, Mango und idee. der Creativmarkt.

Der Umbau der Mall of Berlin ist damit keine Abfolge einzelner Renovierungen. Er greift in die Struktur des Einkaufszentrums ein. Die Aufteilung der Geschäfte verändert sich ebenso wie die Gewichtung einzelner Nutzungen.

Freizeitangebote sollen stärker ins Zentrum rücken

Parallel zum klassischen Einzelhandel baut die Mall ihren Freizeitbereich aus. Damit verändert sich das Profil des Hauses spürbar. Einkaufen bleibt zwar ein zentraler Bestandteil, soll künftig aber stärker mit Unterhaltung und Erlebnisangeboten verbunden werden.

Im Juli kündigte HGHI das interaktive Spielkonzept Activate an. Dafür sind knapp 1.000 Quadratmeter vorgesehen. Das Angebot basiert auf unterschiedlichen Spielräumen mit Aufgaben und soll eine zusätzliche Nutzung jenseits des klassischen Handels schaffen.

Daneben ist eine weitere größere Fläche für Familien- und Unterhaltungsangebote vorgesehen. Nach Angaben Huths geht es um rund 2.500 Quadratmeter. Wer das Konzept betreiben wird, wie es genau aussehen soll und wann es eröffnet, ist bislang nicht öffentlich konkretisiert.

Gerade diese Projekte zeigen, wie weit die Neuausrichtung der Mall of Berlin reicht. Aus einem Einkaufszentrum mit überwiegend klassischen Handelsflächen soll schrittweise ein Standort werden, an dem verschiedene Nutzungen stärker miteinander verzahnt sind.

Interaktives Berlin-Museum für 2027 geplant

Auch in den oberen Etagen steht eine größere Veränderung an. Dort soll ein interaktives Museum mit Berlin-Bezug entstehen. Laut t-online erklärte Huth, dass für das Projekt bereits ein Mietvertrag abgeschlossen worden sei.

Der Ausbau soll sich bis 2027 ziehen. Weitere Einzelheiten sind bislang nicht belastbar veröffentlicht. Weder der Betreiber noch ein genauer Eröffnungstermin oder das vollständige inhaltliche Konzept sind derzeit öffentlich bekannt.

Damit bleibt ein Teil der Repositionierung noch offen. Während neue Handelsflächen in den kommenden Wochen in Betrieb gehen sollen, werden andere Projekte erst deutlich später sichtbar.

95 Prozent der Flächen gelten als vermietet

Die Mall of Berlin gehört zu den größten Einkaufsstandorten in der Berliner Innenstadt. Nach Angaben von HGHI umfasst das Gesamtprojekt rund 122.000 Quadratmeter Mietfläche, davon etwa 80.000 Quadratmeter für Einzelhandel.

Der aktuelle Vermietungsstand liegt nach Angaben des Center-Managements bei rund 95 Prozent. In dieser Quote sind allerdings auch Flächen enthalten, deren Mieter noch nicht eröffnet haben oder deren Ausbau derzeit läuft.

Die Zahl beschreibt deshalb weniger einen abgeschlossenen Zustand als eine Momentaufnahme. Mehrere neue Geschäfte stehen kurz vor der Eröffnung, andere Flächen werden noch umgebaut. Die Mall of Berlin befindet sich damit weiterhin mitten im Veränderungsprozess.

Für Besucher wird sich der Wandel vor allem an den größeren Einheiten zeigen. Rewe, dm, Action und New Yorker stehen exemplarisch für die neue Flächenlogik. Hinzu kommen Angebote, die bislang nicht zum klassischen Kern eines Einkaufszentrums zählen.

Die Neuausrichtung ist noch nicht abgeschlossen

Die Mall of Berlin investiert inzwischen mehr als ursprünglich vorgesehen in ihre Neupositionierung. Die Marke von 40 Millionen Euro ist überschritten, eine genaue Endsumme wurde bislang nicht genannt. Sichtbar wird das Geld vor allem in größeren Handelsflächen, neuen Mietern und zusätzlichen Freizeitangeboten.

Ein wesentlicher Teil der Veränderungen soll noch 2026 wirksam werden. Andere Projekte, darunter das geplante interaktive Berlin-Museum, reichen bis ins Jahr 2027. Erst wenn auch diese Flächen fertiggestellt sind, lässt sich beurteilen, wie grundlegend sich das Einkaufszentrum am Leipziger Platz tatsächlich verändert hat.

Quellen

  1. Mall of Berlin investiert mehr als 40 Millionen Euro in Umbaut-online
  2. REWE mit neuem Frischemarkt auf über 2.500 m² in der Mall of BerlinHGHI Holding
  3. Idee mietet 1.000 m² Verkaufsfläche in Mall of BerlinThomas Daily
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