Mit der Gründung eines Landesverbandes in Baden-Württemberg hat die AfD-nahe Jugendorganisation „Generation Deutschland“ ihren bundesweiten Aufbau weiter vorangetrieben. Bei einer Versammlung in Donzdorf wurde erstmals ein Landesvorstand gewählt. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus und verdeutlicht, dass die Neuaufstellung der AfD-Jugend auch parteiintern aufmerksam verfolgt wird. Welche Rolle die neue Organisation künftig innerhalb der Partei spielen wird, dürfte weit über Baden-Württemberg hinaus von Bedeutung sein.

Donzdorf/Stuttgart – Die neue AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ hat in Baden-Württemberg ihren Landesverband gegründet. Mit der Wahl eines eigenen Landesvorstands erhält die Organisation erstmals eine feste Struktur im Südwesten und setzt damit den Umbau der parteinahen Nachwuchsarbeit fort. Die Gründungsversammlung fand am Wochenende in Donzdorf im Landkreis Göppingen statt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Wahl des ersten Landesvorsitzenden. Dabei setzte sich Benjamin Götz in einer knappen Abstimmung gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Chris Hegel durch. Nach Angaben aus der Versammlung entfielen 40 Stimmen auf Götz, während Hegel 38 Stimmen erhielt. Das Ergebnis machte deutlich, dass die personelle Aufstellung der neuen AfD-Jugendorganisation bereits in ihrer Anfangsphase auf großes Interesse innerhalb der Partei stößt.

Neue AfD-Jugend ersetzt die frühere „Junge Alternative“

Die Gründung des Landesverbandes Baden-Württemberg ist Teil einer umfassenden Neuorganisation der AfD-Jugend. Die frühere Jugendorganisation „Junge Alternative“ hatte sich im Frühjahr 2025 aufgelöst. Damit endete die Geschichte einer Organisation, die über Jahre hinweg als offizieller Nachwuchsverband der Partei fungierte.

Im November desselben Jahres wurde auf Bundesebene die neue Organisation „Generation Deutschland“ gegründet. Sie soll die politische Nachwuchsarbeit künftig in einer anderen Struktur fortführen. Anders als die „Junge Alternative“ ist die neue AfD-Jugend organisatorisch deutlich enger an die Mutterpartei gebunden. Mitglied kann nur werden, wer gleichzeitig der AfD angehört.

Die Parteiführung verfolgt damit das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Partei und Nachwuchsorganisation enger zu gestalten. Zugleich soll die neue Struktur für klarere Verantwortlichkeiten sorgen. Mit dem Aufbau von Landesverbänden wird dieses Konzept nun schrittweise in den einzelnen Bundesländern umgesetzt.

Knappes Wahlergebnis bei der Gründungsversammlung

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Wahl des Landesvorsitzenden. Dass die Entscheidung letztlich nur mit zwei Stimmen Unterschied fiel, verlieh der Versammlung zusätzliche Bedeutung. Benjamin Götz übernimmt damit die Aufgabe, den neu gegründeten Landesverband organisatorisch aufzubauen und die politische Arbeit der AfD-Jugend in Baden-Württemberg zu koordinieren.

Götz war bereits zuvor in verschiedenen Funktionen innerhalb der Partei aktiv. Er gehörte nach eigenen Angaben dem Landesvorstand der AfD Baden-Württemberg an und engagierte sich zudem in der früheren „Jungen Alternative“. Darüber hinaus trat er bei der Bundestagswahl 2025 als Kandidat an.

Mit seiner Wahl beginnt für den Landesverband nun die eigentliche Aufbauphase. Dazu gehören die Gründung regionaler Strukturen, die Gewinnung neuer Mitglieder sowie die Organisation politischer Veranstaltungen und Bildungsangebote für junge Parteimitglieder.

Baden-Württemberg als wichtiger Standort für die AfD-Jugend

Die Gründung des Landesverbandes besitzt auch deshalb besondere Bedeutung, weil Baden-Württemberg zu den mitgliederstarken Landesverbänden der AfD zählt. Die Partei verfügt dort über eine etablierte Organisationsstruktur mit zahlreichen Kreisverbänden und einer starken Präsenz in verschiedenen Regionen des Landes.

Für die neue AfD-Jugend eröffnet dies die Möglichkeit, auf bestehende Parteistrukturen zurückzugreifen und junge Mitglieder gezielt einzubinden. Nachwuchsorganisationen übernehmen in Parteien traditionell mehrere Funktionen: Sie dienen als politische Plattform für jüngere Mitglieder, fördern den Aufbau künftiger Funktionsträger und tragen zur langfristigen Mitgliederentwicklung bei.

Die „Generation Deutschland“ versteht sich dabei als politische Vertretung junger AfD-Mitglieder. Mit dem Landesverband Baden-Württemberg erhält sie nun auch im Südwesten die organisatorischen Voraussetzungen, um eigene Veranstaltungen durchzuführen und politische Positionen innerhalb der Partei einzubringen.

Bundesweiter Aufbau nähert sich dem Abschluss

Die Gründung in Donzdorf reiht sich in eine Serie ähnlicher Veranstaltungen in anderen Bundesländern ein. Seit der bundesweiten Gründung der Organisation wurden nach und nach Landesverbände aufgebaut. Baden-Württemberg gehörte zu den Ländern, in denen dieser Schritt bislang noch ausstand.

Mit der nun erfolgten Gründung ist die neue AfD-Jugend ihrem Ziel einer flächendeckenden organisatorischen Präsenz in Deutschland einen weiteren Schritt näher gekommen. Die Landesverbände bilden dabei die Grundlage für die politische Arbeit vor Ort und schaffen die Verbindung zwischen Bundesorganisation und regionalen Parteistrukturen.

Innerhalb der Partei wird die Entwicklung der neuen Jugendorganisation aufmerksam verfolgt. Die Erfahrungen mit der früheren „Jungen Alternative“ haben gezeigt, welche Bedeutung Jugendverbände für die öffentliche Wahrnehmung und die langfristige Entwicklung einer Partei besitzen können.

Proteste begleiteten die Veranstaltung

Die Gründungsversammlung blieb nicht ohne Gegenreaktionen. Vor dem Veranstaltungsort versammelten sich Demonstrierende, die gegen die AfD und ihre Jugendorganisation protestierten. Die Kundgebungen verliefen parallel zur Veranstaltung.

Solche Proteste sind bei Veranstaltungen der Partei und ihrer Jugendorganisationen keine Seltenheit. Bereits in anderen Bundesländern waren vergleichbare Gründungsveranstaltungen von Demonstrationen begleitet worden. Auch die bundesweite Gründung der „Generation Deutschland“ hatte öffentliche Gegenproteste ausgelöst.

Die Veranstaltung selbst konnte ungeachtet der Proteste stattfinden. Im Mittelpunkt standen die organisatorischen Beschlüsse und die Wahl des neuen Landesvorstandes.

Die nächsten Schritte für den Landesverband

Mit der Gründung des Landesverbandes hat die „Generation Deutschland“ in Baden-Württemberg einen formalen Meilenstein erreicht. Nun beginnt die Phase, in der sich zeigen wird, wie schnell die Organisation tragfähige Strukturen aufbauen kann und welchen Stellenwert sie innerhalb der Landespartei einnehmen wird.

Für die AfD bedeutet die neue Jugendorganisation einen weiteren Schritt bei der Neuordnung ihrer Nachwuchsarbeit. Die knappe Wahl des Vorsitzenden hat zugleich deutlich gemacht, dass Personalentscheidungen innerhalb der jungen Parteimitglieder aufmerksam verfolgt werden und unterschiedliche Vorstellungen über den künftigen Kurs bestehen können.

Die Gründung in Donzdorf markiert damit nicht nur den Start eines neuen Landesverbandes. Sie steht zugleich für den Versuch der Partei, ihre Jugendarbeit nach dem Ende der „Jungen Alternative“ auf eine neue organisatorische Grundlage zu stellen. Wie sich die AfD-Jugend in Baden-Württemberg entwickelt und welchen Einfluss sie künftig innerhalb der Partei entfalten wird, dürfte in den kommenden Monaten genauer zu beobachten sein.