
Stockholm, 20. Februar 2026 – Schweden verlost fünf Inseln für ein Jahr an internationale Bewerberinnen und Bewerber. Die Aktion wird vom nationalen Tourismusamt organisiert und richtet sich ausdrücklich nicht an Milliardäre. Wer ausgewählt wird, darf eine der unbewohnten Inseln zwölf Monate lang nutzen – unter klar definierten Bedingungen und ohne Eigentumsanspruch.
Eine eigene Insel – für viele klingt das nach diskretem Luxus, nach Helikopterlandeplatz und abgeschotteter Welt. Schweden setzt ein anderes Bild dagegen. Das Land verlost fünf Inseln für ein Jahr, doch nicht an Investoren, nicht an Oligarchen, nicht an Superreiche. Die Teilnahme an der Aktion „Your Swedish Island“ steht Erwachsenen aus aller Welt offen – mit einer auffälligen Ausnahme: Milliardäre sind ausgeschlossen.
Schweden verlost fünf Inseln – Nutzung statt Besitz
Organisiert wird die Kampagne von Visit Sweden in Zusammenarbeit mit der staatlichen Immobilienverwaltung. Ziel ist es, fünf ausgewählte, unbewohnte Inseln jeweils für zwölf Monate zur Verfügung zu stellen. Die Gewinner erhalten ein Zertifikat und das persönliche Nutzungsrecht für ein Jahr. Eigentum erwerben sie nicht. Die Inseln bleiben im staatlichen Besitz.
Die Initiative greift ein Motiv auf, das international Aufmerksamkeit erzeugt: Schweden verfügt nach offiziellen Angaben über rund 267.000 Inseln – mehr als jedes andere Land weltweit. Ein Großteil davon ist unbewohnt. Mit der Verlosung der fünf Inseln will das Land diesen Reichtum an Natur erlebbar machen und zugleich ein Zeichen für eine andere Form von Luxus setzen: Stille, Weite, Rückzug.
Die Nutzung der Inseln ist dabei klar umrissen. Gewinner dürfen dort leben, campen, schwimmen oder Gäste empfangen. Sie können die Insel als temporären Rückzugsort gestalten – jedoch nur im Rahmen der bestehenden schwedischen Gesetze. Es handelt sich nicht um ein exklusives Privatrefugium im klassischen Sinn.
Diese fünf Inseln stehen zur Auswahl
Die fünf Inseln, die Schweden verlost, unterscheiden sich in Lage und Charakter. Sie liegen in verschiedenen Gewässern des Landes und stehen exemplarisch für die Vielfalt der schwedischen Schären- und Küstenlandschaft.
- Medbådan: Eine von der Eiszeit geprägte Insel mit Granitfelsen und karger Vegetation.
- Flisan: Eine minimalistische Felseninsel, reduziert auf Stein und Meer.
- Storberget: Trotz des Namens klein, wild und von Granit dominiert.
- Tjuvholmen: Bewaldet, eingebettet in eine klassische Schärenlandschaft.
- Marsten: Felsig, vom Meer umgeben, typisch für die schwedische Küstenregion.
Infrastruktur ist auf diesen Inseln kaum vorhanden. Wer gewinnt, entscheidet sich bewusst für Einfachheit. Komfort im herkömmlichen Sinn ist nicht Teil des Konzepts. Genau darin liegt der Kern der Aktion: Natur statt Exklusivität, Rückzug statt Repräsentation.
Teilnahmebedingungen: Kreativität gefragt
Die Bewerbung für die Verlosung der fünf Inseln ist niedrigschwellig angelegt – zumindest formal. Interessierte müssen ein Video einreichen, maximal eine Minute lang, im Hochformat aufgenommen. Darin sollen sie erklären, warum gerade sie eine der Inseln für ein Jahr nutzen sollten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das Video mit dem Hashtag #YourSwedishIsland in sozialen Netzwerken zu teilen.
Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. April 2026. Anschließend entscheidet eine Jury über die Vergabe. In dem Gremium sitzen Vertreter von Visit Sweden, der staatlichen Immobilienbehörde sowie einer beteiligten Agentur. Bewertet werden nach offiziellen Angaben Kreativität und Motivation.
Die Gewinner sollen im Mai bekannt gegeben werden. Für jede der fünf Inseln wird eine Person oder ein Team ausgewählt, das die Nutzung für zwölf Monate übernimmt.
Wer ausgeschlossen ist
Bemerkenswert ist die explizite Einschränkung der Teilnahme. Schweden verlost fünf Inseln – aber nicht an Milliardäre. Bewerber müssen im Rahmen der Teilnahmebedingungen bestätigen, dass sie nicht zu dieser Vermögensgruppe gehören. Eine externe Vermögensprüfung ist nicht vorgesehen, doch die symbolische Abgrenzung ist Teil der Kampagne.
Ausgeschlossen sind darüber hinaus schwedische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, Mitarbeiter von Visit Sweden sowie deren Angehörige, Vertreter und Geschäftspartner. Die Aktion richtet sich klar an ein internationales Publikum.
Allemansrätten: Kein exklusives Sperrgebiet
Wer eine der Inseln für ein Jahr gewinnt, erhält kein abgeschottetes Areal. In Schweden gilt das sogenannte „Allemansrätten“, das Jedermannsrecht. Es erlaubt grundsätzlich allen Menschen, sich in der Natur frei zu bewegen – auch auf vielen nicht eingezäunten Grundstücken. Dieses Prinzip bleibt bestehen.
Das bedeutet: Auch während der zwölf Monate Nutzung durch die Gewinner können andere Personen die Insel betreten oder durchqueren, sofern sie die Natur respektieren und keine Schäden verursachen. Die Verlosung der fünf Inseln schafft also kein exklusives Privatgebiet, sondern gewährt ein erweitertes Nutzungsrecht innerhalb eines offenen Systems.
Gerade dieser Aspekt unterscheidet die Aktion deutlich von klassischen Privatinseln, wie sie vermögende Einzelpersonen erwerben. Schweden verlost fünf Inseln nicht als Symbol des Besitzes, sondern als Einladung zur Erfahrung.
Reise, Organisation, Verantwortung
Im Gewinn enthalten ist für die ausgewählten Personen eine Hin- und Rückreise nach Schweden. Die Anreise zur jeweiligen Insel muss eigenständig organisiert werden – etwa per Boot, Kajak oder Stand-up-Paddleboard. Auch Versorgung, Ausrüstung, Versicherung und sämtliche laufenden Kosten während des Aufenthalts tragen die Gewinner selbst.
Die Inseln liegen teils abgelegen. Wer sich bewirbt, sollte sich der logistischen und klimatischen Herausforderungen bewusst sein. Schweden verlost fünf Inseln nicht als komfortable Ferienhäuser, sondern als naturnahe Rückzugsorte mit begrenzter Infrastruktur.
Tourismusstrategie mit Signalwirkung
Mit der Aktion verfolgt Schweden eine klar erkennbare touristische Strategie. Das Land positioniert sich als Destination für nachhaltigen, naturverbundenen Tourismus. Statt auf Massenevents oder spektakuläre Neubauten setzt die Kampagne auf vorhandene Ressourcen: Landschaft, Küstenlinie, Schären, Ruhe.
Die Botschaft ist deutlich: Schweden verlost fünf Inseln, um Aufmerksamkeit auf seine Natur zu lenken – und um ein Gegenbild zu klassischen Luxusnarrativen zu entwerfen. Die Insel wird hier nicht zum Statussymbol, sondern zum Erfahrungsraum.
Internationale Medien haben die Kampagne aufgegriffen. Besonders der Ausschluss von Milliardären sorgt für Schlagzeilen. Die Formulierung ist bewusst zugespitzt und transportiert eine klare Haltung. Ob sie vor allem symbolischen Charakter hat oder auch strategisch auf Debatten um Vermögenskonzentration und Exklusivität zielt, bleibt Teil der öffentlichen Diskussion. Faktisch bleibt festzuhalten: Die Teilnahmebedingungen schließen diese Gruppe ausdrücklich aus.
Ein Jahr Insel – ein Experiment auf Zeit
Für die Gewinner bedeutet die Verlosung der fünf Inseln ein befristetes Experiment. Zwölf Monate in einer reduzierten Umgebung, geprägt von Wetter, Gezeiten, Licht und Jahreszeiten. Kein Eigentum, keine dauerhafte Aneignung – sondern eine Nutzung auf Zeit.
Ob die Aktion als nachhaltiges Tourismusinstrument wirkt oder vor allem als aufmerksamkeitsstarke Kampagne in Erinnerung bleibt, wird sich erst nach Abschluss des Projekts beurteilen lassen. Klar ist jedoch: Schweden verlost fünf Inseln und setzt damit ein Zeichen in einer Zeit, in der Exklusivität oft mit Besitz gleichgesetzt wird.
Hier wird Besitz bewusst relativiert. Die Insel bleibt, der Nutzer geht. Was bleibt, ist die Erfahrung – und ein Jahr, das für fünf Menschen oder Teams anders verlaufen dürfte als geplant.

