Der Waldbrand im Hürtgenwald ist auch am Samstagmorgen noch nicht gelöscht. Zwar hat sich das Feuer nach Angaben des Kreises Düren in der Nacht nicht weiter ausgebreitet, der Großeinsatz läuft jedoch weiter. Offen bleibt vor allem, wann die evakuierten Bewohner von Gey zurückkehren können und wie lange die Nachlöscharbeiten dauern werden.

Hürtgenwald, 15. August 2026. Im Hürtgenwald kämpfen Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte weiter gegen den großflächigen Waldbrand. Die Lage hat sich über Nacht zumindest nicht weiter verschärft: Nach Angaben des Kreises Düren blieb die Ausdehnung des Feuers stabil. Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein.

Am Boden liefen die Löscharbeiten auch während der Nacht weiter. Die aus der Luft eingesetzten Hubschrauber mussten wegen der Dunkelheit pausieren und sollen bei ausreichendem Tageslicht wieder eingesetzt werden. Für die Einsatzkräfte beginnt damit ein weiterer Tag in einem Gebiet, das wegen seiner Größe, der Trockenheit und der Kampfmittelbelastung besonders schwierig zu bearbeiten ist.

Waldbrand im Hürtgenwald bleibt Großeinsatz

Die Feuerwehr stellt sich weiterhin auf einen mehrtägigen Einsatz ein. Bereits am Freitag hatte der Kreis Düren mitgeteilt, dass die Bereitschaften bis einschließlich Montagmorgen geplant seien. Auch ZDFheute berichtete unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur, dass die Brandbekämpfung voraussichtlich mehrere Tage dauern wird.

Am Freitagabend waren laut Kreis Düren rund 400 Einsatzkräfte unmittelbar vor Ort. Beteiligt sind Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk sowie Kräfte von Wald und Holz NRW. Unterstützt wird der Einsatz zudem von freiwilligen Helfern und Akteuren aus Land- und Forstwirtschaft.

Die Zahl macht deutlich, wie aufwendig die Löscharbeiten im Hürtgenwald sind. Gefordert ist nicht nur die unmittelbare Brandbekämpfung. Einsatzkräfte müssen zugleich Brandränder sichern, Glutnester kontrollieren, Zufahrten freihalten und verhindern, dass sich das Feuer erneut in Richtung bewohnter Gebiete ausbreitet.

NADR Überblick

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Waldbrand im Hürtgenwald hat sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet, ist aber noch nicht gelöscht. Die Löscharbeiten laufen weiter, während die Rückkehr der evakuierten Bewohner von Gey und die endgültige Größe der Brandfläche offen bleiben.

Was ist passiert?
Der Waldbrand im Hürtgenwald ist auch am Samstagmorgen noch nicht gelöscht.
Was ist bestätigt?
Die Lage hat sich über Nacht zumindest nicht weiter verschärft: Nach Angaben des Kreises Düren blieb die Ausdehnung des Feuers stabil.
Wer ist betroffen?
Eine Rückkehr war in der Nacht zu Samstag nach Angaben des Kreises Düren noch nicht möglich.
Was gilt konkret?
Die Bundesstraße 399 bleibt im betroffenen Bereich gesperrt.
Was ist noch offen?
Wie groß die vom Feuer betroffene Fläche tatsächlich ist, steht noch nicht abschließend fest.

Die Kräfte arbeiten dabei im Schichtsystem. Das ist bei einem Einsatz dieser Dauer entscheidend, weil sich die Arbeiten nicht auf einzelne Brandherde konzentrieren lassen. Selbst dort, wo keine offenen Flammen mehr sichtbar sind, können sich Glutnester halten und später erneut entzünden.

Bundeswehr legt Schneisen an

Unterstützung kommt auch von der Bundeswehr. Zwei gepanzerte Fahrzeuge werden eingesetzt, um Schneisen anzulegen. Sie sollen dazu beitragen, die Ausbreitung des Waldbrandes in Richtung des Ortsteils Gey einzudämmen.

Darüber hinaus kamen Wasserwerfer und Forstmaschinen zum Einsatz. Am Freitag wurde außerdem mit Gegenfeuer gearbeitet. Dabei werden ausgewählte Flächen kontrolliert abgebrannt, um dem eigentlichen Feuer brennbares Material zu entziehen. Das Verfahren gehört zu den Maßnahmen, mit denen Einsatzleitungen die Ausbreitung eines Waldbrandes begrenzen können.

Die Arbeit im Hürtgenwald ist jedoch nicht nur wegen des Feuers anspruchsvoll. Ein erheblicher Teil des Gebietes ist durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg belastet. Nach Angaben des Kreises Düren wurden während des Einsatzes Explosionen alter Kampfmittel wahrgenommen.

Kampfmittel erschweren die Löscharbeiten

Die historische Belastung des Waldbodens setzt der Feuerwehr enge Grenzen. Nicht jedes Gelände kann gefahrlos zu Fuß betreten werden. Das erschwert insbesondere die Suche nach Glutnestern und die direkte Brandbekämpfung in schwer zugänglichen Bereichen.

Der Hürtgenwald war während des Zweiten Weltkriegs Schauplatz schwerer Kämpfe. Bis heute befinden sich dort Kampfmittelreste im Boden. Für die Einsatzkräfte bedeutet das, dass Brandbekämpfung und Eigenschutz besonders eng aufeinander abgestimmt werden müssen.

Hinzu kommen die Bedingungen, die bereits am Freitag eine schnelle Ausbreitung des Feuers begünstigten. Hohe Temperaturen, trockene Vegetation und wechselnde Winde erschwerten die Arbeiten. Wie sich die Lage im weiteren Tagesverlauf entwickelt, hängt deshalb auch davon ab, ob bereits gesicherte Bereiche stabil bleiben.

Evakuierter Ortsteil Gey wartet auf Freigabe

Für die Bewohner von Gey ist die Lage weiterhin belastend. Der Ortsteil war am Freitag evakuiert worden, nachdem sich der Waldbrand rasch in seine Richtung ausgebreitet hatte. Nach Medienangaben mussten rund 2.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Eine Rückkehr war in der Nacht zu Samstag nach Angaben des Kreises Düren noch nicht möglich. Eine neue Freigabe lag am frühen Morgen nicht vor. Wann die Bewohner zurückkehren können, hängt davon ab, wie sicher die Einsatzleitung die Lage zwischen Brandgebiet und Ortsrand einschätzt.

Weitere Ortschaften waren nach dem zuletzt veröffentlichten amtlichen Stand nicht evakuiert. Der Kreis hatte am Freitag ausdrücklich Berichten widersprochen, wonach auch Straß geräumt worden sei.

Auch für den Verkehr hat der Waldbrand im Hürtgenwald weiterhin Folgen. Die Bundesstraße 399 bleibt im betroffenen Bereich gesperrt. Verkehrsteilnehmer sollen Gey weiträumig umfahren. Solche Einschränkungen können sich kurzfristig ändern und richten sich nach der jeweiligen Einsatzlage.

Brandfläche weiter nur vorläufig geschätzt

Wie groß die vom Feuer betroffene Fläche tatsächlich ist, steht noch nicht abschließend fest. Am Freitagmorgen war zeitweise von rund 300 Hektar die Rede. Die nordrhein-westfälische Landesregierung nannte später mindestens 200 Hektar und machte zugleich deutlich, dass eine endgültige Bewertung erst nach Abschluss der Löscharbeiten möglich sein werde.

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen ging nach der bisherigen Lage von einer Größenordnung zwischen 200 und 300 Hektar aus. Für die Einordnung ist diese Spannbreite derzeit belastbarer als eine einzelne, scheinbar exakte Zahl. Bei einem dynamischen Waldbrand verändern sich Einschätzungen, sobald neue Bereiche kontrolliert und kartiert werden.

Die Landesregierung ordnete den Brand als möglicherweise einen der größten Waldbrände in der Geschichte Nordrhein-Westfalens ein. Auch diese Bewertung bleibt vorläufig, solange die tatsächliche Brandfläche nicht abschließend feststeht.

Brandursache weiterhin ungeklärt

Zur Ursache des Waldbrandes gibt es bislang keine gesicherten Angaben. Weder Fahrlässigkeit noch Brandstiftung oder ein anderer Auslöser sind derzeit belastbar bestätigt. Solange Behörden dazu keine Erkenntnisse veröffentlichen, bleibt die Entstehung des Feuers offen.

Auch die Zahl der Verletzten wurde in den verfügbaren Berichten unterschiedlich dargestellt. Der Kreis Düren hatte am Freitagabend fünf verletzte Einsatzkräfte genannt. ZDFheute berichtete dagegen von insgesamt fünf Verletzten, darunter einer älteren Person und vier Einsatzkräften. Für die aktuelle Lage ist deshalb nur gesichert, dass es mehrere Verletzte gab.

Die Lage stabilisiert sich, beendet ist der Einsatz nicht

Dass sich der Waldbrand im Hürtgenwald über Nacht nicht weiter ausgebreitet hat, ist für die Einsatzkräfte ein wichtiger Zwischenstand. Mehr bedeutet er zunächst nicht. Solange Glutnester bestehen und die Brandränder nicht vollständig gesichert sind, bleibt das Risiko eines erneuten Aufflammens bestehen.

Mit dem erneuten Einsatz der Löschhubschrauber soll die Brandbekämpfung am Tag wieder aus der Luft verstärkt werden. Parallel werden am Boden gefährdete Bereiche kontrolliert und gesichert. Der Einsatz dürfte damit auch am Samstag den gesamten Tagesverlauf bestimmen.

Für die Menschen in Gey bleibt entscheidend, wann die Behörden eine Rückkehr verantworten können. Ebenso offen ist, wann sich die endgültige Größe der Brandfläche beziffern lässt. Der aktuelle Stand zeigt vor allem eines: Die unmittelbare Ausbreitung scheint gestoppt, doch die Löscharbeiten im Hürtgenwald sind noch lange nicht abgeschlossen.