Fahndung bei Weisweiler
Spur im Gras führt bei Weisweiler zum gesuchten 48-Jährigen

Fahndung bei Weisweiler

Zwei Autobahnpolizisten haben bei Weisweiler in der Städteregion Aachen einen seit Tagen gesuchten 48-Jährigen aufgespürt und festgenommen. Ausschlaggebend war nach Medienberichten eine auffällige Spur im Gras neben der A4, der die Beamten bis in ein Gebüsch folgten. Gegen den Mann wird wegen mutmaßlicher Angriffe auf Anlagen der Stromversorgung in mehreren Bundesländern ermittelt; Motiv und genaue Tatbeteiligung sind weiterhin offen.
Weisweiler, 10. September 2026. – Die Suche nach einem 48 Jahre alten Tatverdächtigen ist am Dienstagvormittag in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler zu Ende gegangen. Zwei Autobahnpolizisten entdeckten den Mann in einem Gebüsch unweit der A4 und nahmen ihn fest. Zuvor hatten Ermittler mehrere Tage öffentlich nach ihm gefahndet.
Wie t-online unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtete, waren die beiden Beamten nicht gezielt für die Fahndung nach dem 48-Jährigen eingesetzt. Ihnen fiel demnach an einem Feldweg neben der Autobahn niedergetretenes Gras auf. Sie hielten an, sahen sich die Stelle genauer an und folgten der Spur in das angrenzende Gelände.
Rund 200 Meter vom Weg entfernt trafen sie schließlich auf den Gesuchten. Nach den vorliegenden Berichten hielt sich der Mann in einem Gebüsch auf. Einer der Polizisten hatte seine Bodycam eingeschaltet. Widerstand soll der 48-Jährige bei der Festnahme nicht geleistet haben.
Die Festnahme bei Aachen war der vorläufige Endpunkt einer Fahndung, die ihren Ausgang in Brandenburg genommen hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus war es am 1. September in Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde zu einem Angriff auf Einrichtungen der Stromversorgung gekommen. Ermittler stellten dort mehrere unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen sicher.
Ähnlich gelagerte Vorfälle wurden später auch aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen bekannt. Die Behörden prüfen seitdem, ob und in welchem Umfang diese Taten miteinander zusammenhängen und welche davon dem festgenommenen 48-Jährigen zugerechnet werden können.
Am 3. September erhielt die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kenntnis von einem Bekennerschreiben. Daraus ergaben sich Hinweise auf einen möglichen Absender. Einen Tag später durchsuchten Ermittler die Wohnanschrift des Tatverdächtigen in Gevelsberg. Dort trafen sie den Mann jedoch nicht an.
Im weiteren Verlauf fanden die Einsatzkräfte sein Fahrzeug in der Region Düren beziehungsweise im Umfeld des Hambacher Forsts. Das Amtsgericht Cottbus erließ am 4. September einen Haftbefehl. Am folgenden Tag wurde die Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet.
Zwei Autobahnpolizisten haben bei Weisweiler einen gesuchten 48-Jährigen festgenommen. Gegen den Mann wird im Zusammenhang mit mutmaßlichen Angriffen auf Anlagen der Stromversorgung in mehreren Bundesländern ermittelt.
In den Tagen danach konzentrierte sich die Fahndung zunehmend auf die Region rund um das Kraftwerk Weisweiler. Dort waren ebenfalls verdächtige Vorrichtungen sowie ein weiteres Bekennerschreiben entdeckt worden. Die Suche erstreckte sich auf ein größeres Gebiet, an dem zeitweise zahlreiche Einsatzkräfte beteiligt waren.
Medien berichteten von bis zu 1.700 Kräften. In den bislang veröffentlichten Mitteilungen der Staatsanwaltschaft Cottbus wird diese Zahl allerdings nicht als offizielle Gesamtstärke genannt. Gesichert ist, dass die Fahndung über mehrere Tage lief und mehrere Behörden sowie Einsatzkräfte in verschiedenen Regionen beschäftigte.
Umso auffälliger ist der unmittelbare Ablauf der Festnahme. Die beiden Autobahnpolizisten, die den 48-Jährigen schließlich fanden, gehörten nach den aktuellen Berichten nicht zu einer speziell eingesetzten Suchgruppe. Entscheidend war vielmehr ihre Beobachtung am Rand der A4.
Die niedergedrückten Grashalme führten sie von dem Feldweg weg ins Gelände. Dort fanden sie den Mann, nach dem wenige Tage zuvor öffentlich gesucht worden war. Die Festnahme bei Aachen war damit nicht das Ergebnis eines einzelnen Hinweises aus der Bevölkerung, sondern einer konkreten Wahrnehmung der beiden Beamten vor Ort.
Der 48-Jährige gilt weiterhin als Tatverdächtiger. Eine Verurteilung liegt nicht vor. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie der Störung öffentlicher Betriebe. Weitere mögliche Straftatbestände werden geprüft.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sollen bei den Angriffen selbstgebaute Vorrichtungen zum Einsatz gekommen sein. Diese waren offenbar dafür gedacht, dünne Drähte über Hochspannungsleitungen zu bringen. Dadurch hätten Kurzschlüsse ausgelöst und Anlagen der Stromversorgung beeinträchtigt werden können.
Welche konkreten Schäden entstanden sind und welche einzelnen Vorfälle dem Beschuldigten tatsächlich zugerechnet werden können, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Behörden haben bislang keine abschließende Zuordnung sämtlicher Fälle vorgenommen.
Die Ermittlungen reichen über Nordrhein-Westfalen hinaus. Auch Vorfälle in Brandenburg und Sachsen werden geprüft. Damit geht es nicht um einen einzelnen Tatort, sondern um eine Serie ähnlich gelagerter Ereignisse an Einrichtungen der Energieversorgung.
Der Haftbefehl des Amtsgerichts Cottbus und die öffentliche Fahndung zeigen, dass die Ermittlungsbehörden den Verdacht gegen den 48-Jährigen als ausreichend konkret einschätzten, um nach ihm suchen zu lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die strafrechtliche Verantwortung bereits feststeht.
Ungeklärt bleibt auch das Motiv. Belastbare Angaben dazu, ob politische, persönliche oder andere Beweggründe hinter den mutmaßlichen Taten stehen könnten, liegen bislang nicht vor. Entsprechende Spekulationen lassen sich daher nicht seriös als Teil des gesicherten Ermittlungsstands darstellen.
Die öffentliche Suche nach dem 48-Jährigen ist beendet. Für Polizei und Staatsanwaltschaft beginnt damit jedoch ein neuer Abschnitt des Verfahrens. Nun geht es darum, die sichergestellten Vorrichtungen auszuwerten, mögliche Zusammenhänge zwischen den Tatorten zu prüfen und die einzelnen Vorwürfe rechtssicher zuzuordnen.
Besonders im Fokus steht dabei die Frage, ob die Vorfälle in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen Teil derselben Tatserie sind. Auch die Bekennerschreiben und die technischen Konstruktionen dürften für die weiteren Ermittlungen eine wichtige Rolle spielen.
Der ungewöhnliche Ablauf der Festnahme bei Aachen bleibt dennoch ein zentraler Aspekt des Falls: Zwei Autobahnpolizisten bemerkten eine unscheinbare Veränderung am Straßenrand, folgten der Spur und trafen kurze Zeit später auf einen Mann, nach dem bereits seit Tagen gesucht wurde. Dass sie den Gesuchten fanden und festnahmen, ist belegt. Ob und in welchem Umfang er für die ihm zugerechneten Angriffe auf die Stromversorgung verantwortlich ist, muss das weitere Verfahren klären.
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