Auf dem Oechsle-Fest in Pforzheim fällt Edgar Theurer sofort auf: Der frühere Bauingenieur und Verkehrsplaner der Stadt tritt dort als Christian Ferdinand Oechsle auf. Nach seinem Ruhestand hat er damit eine neue Aufgabe gefunden – als Gästeführer, Geschichtsvermittler und auffällige Figur eines der bekanntesten Pforzheimer Stadtfeste.
Pforzheim, 28. August 2026. Frack, Halstuch, Zylinder – Edgar Theurer ist auf dem Oechsle-Fest kaum zu übersehen. Zwischen Weinständen, Gastronomie und Bühnenprogramm bewegt sich der frühere Mitarbeiter der Stadtverwaltung durch die Besucherreihen und verkörpert Christian Ferdinand Oechsle. Nicht als reine Showfigur, sondern als jemand, der erklären kann, warum dieser Name in Pforzheim bis heute eine besondere Bedeutung hat.
Für Theurer ist der Auftritt zugleich ein ungewöhnlicher Wechsel der Perspektive. Jahrzehntelang arbeitete er als Bauingenieur und Verkehrsplaner für die Stadt. Heute erzählt er ihre Geschichte. Als Gästeführer beschäftigt er sich weiter mit Pforzheim, nur unter anderen Vorzeichen. Besonders sichtbar wird das auf dem Oechsle-Fest, wo seine historische Rolle unmittelbar zum Namen und zur Tradition der Veranstaltung passt.
Edgar Theurer kam kurz nach dem Ruhestand zur Oechsle-Rolle
Wie der SWR berichtet, begann diese zweite berufliche Phase kurz nach Theurers Eintritt in den Ruhestand. Eine frühere Kollegin aus der Tourist-Information suchte damals einen Darsteller für Christian Ferdinand Oechsle. Theurer übernahm die Rolle. Seit rund zwei Jahren tritt er nach Angaben des Senders in dem historischen Kostüm auf.
Aus einem einzelnen Auftritt ist längst mehr geworden. Die offizielle Tourismusseite von Pforzheim führt Edgar Theurer als Gästeführer. Er ist unter anderem im Gasometer im Einsatz und übernimmt Kostümführungen, bei denen Christian Ferdinand Oechsle im Mittelpunkt steht.
Auf dem Oechsle-Fest ergibt sich daraus eine besondere Nähe zum Thema. Theurer erklärt Besucherinnen und Besuchern, wie eine Oechsle-Waage funktioniert, und ordnet die Geschichte ihres Namensgebers ein. Der SWR beschreibt, dass Festgäste ihn ansprechen und mit ihm fotografiert werden. Die zugespitzte Bezeichnung als „Kultfigur“ lässt sich zwar nicht unabhängig belegen. Dass Theurer auf dem Pforzheimer Weinfest auffällt und mit seiner Rolle Aufmerksamkeit erzeugt, ist dagegen gut dokumentiert.
Das Wichtigste zusammengefasst
Edgar Theurer war jahrzehntelang Bauingenieur und Verkehrsplaner für die Stadt Pforzheim und verkörpert heute Christian Ferdinand Oechsle. Auf dem Oechsle-Fest verbindet er seine Tätigkeit als Gästeführer mit der Vermittlung Pforzheimer Stadtgeschichte.
- Was ist passiert?
- Wie der SWR berichtet, begann diese zweite berufliche Phase kurz nach Theurers Eintritt in den Ruhestand.
- Wer ist betroffen?
- Jahrzehntelang arbeitete er als Bauingenieur und Verkehrsplaner für die Stadt.
- Was ist bestätigt?
- Seit rund zwei Jahren tritt er nach Angaben des Senders in dem historischen Kostüm auf.
- Wo?
- Das Oechsle-Fest läuft in diesem Jahr vom 21. August bis 6. September auf dem Marktplatz in Pforzheim.
Warum Christian Ferdinand Oechsle für Pforzheim bis heute wichtig ist
Christian Ferdinand Oechsle wurde 1774 in Buhlbach geboren und starb 1852 in Pforzheim. Er arbeitete als Mechaniker, fertigte Präzisionsinstrumente und war später auch als Goldkontrolleur tätig. Sein Name ist bis heute eng mit dem Weinbau verbunden.
Bekannt wurde Oechsle durch die Messung des Mostgewichts. Bis heute wird der Zuckergehalt beziehungsweise das spezifische Gewicht von Traubenmost in Grad Oechsle angegeben. Damit ist sein Name weit über Pforzheim hinaus in der Weinwirtschaft präsent.
Historisch ist allerdings Präzision nötig. Oechsle hat die Mostwaage nicht im wörtlichen Sinn als Erster erfunden. Vergleichbare Instrumente gab es bereits vor ihm. Sein Verdienst lag vor allem darin, die Messung weiterzuentwickeln, zu vereinheitlichen und stärker zu verbreiten. Genau an diesem Punkt setzt auch die Kostümrolle von Edgar Theurer an: Sie verbindet einen bekannten Namen mit der tatsächlichen Geschichte dahinter.
Das Pforzheimer Oechsle-Fest trägt seinen Namen seit Jahrzehnten
Die Verbindung zwischen Stadtgeschichte und Weinfest ist kein neuer Marketinggedanke. Pforzheim veranstaltet das Oechsle-Fest seit 1986 zu Ehren Christian Ferdinand Oechsles. 2026 findet die 39. Ausgabe statt.
Das Oechsle-Fest läuft in diesem Jahr vom 21. August bis 6. September auf dem Marktplatz in Pforzheim. Veranstalter sind die Stadt Pforzheim und das Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim. Regionale Weine, Gastronomie und ein Bühnenprogramm bilden den Rahmen der Veranstaltung.
Am Freitag, 28. August, ist das Fest nach den offiziellen Angaben von 11 bis 24 Uhr geöffnet. Mitten in diesem heutigen Veranstaltungsbetrieb tritt Edgar Theurer als historische Figur auf. Das passt nicht nur optisch zum Fest. Es führt zurück zu dessen eigentlichem Namensgeber und erklärt, warum „Oechsle“ in Pforzheim mehr ist als ein Titel auf Plakaten und Programmheften.
Vom Verkehrsplaner zum Vermittler von Pforzheimer Stadtgeschichte
Gerade Theurers eigener Hintergrund macht die Geschichte bemerkenswert. Er kommt nicht von außen, sondern hat die Stadt über Jahre aus beruflicher Perspektive kennengelernt. Als Bauingenieur und Verkehrsplaner beschäftigte er sich mit Infrastruktur, Verwaltung und Entwicklung. Heute steht ein anderer Teil Pforzheims im Vordergrund: historische Persönlichkeiten, lokale Besonderheiten und die Vermittlung von Stadtgeschichte.
Der Wechsel wirkt deshalb weniger wie ein vollständiger Neuanfang als wie eine Fortsetzung mit anderen Mitteln. Theurer bleibt Pforzheim verbunden, nur seine Rolle hat sich verändert. Statt über Verkehrsfragen arbeitet er nun mit Erzählungen, historischen Zusammenhängen und direktem Kontakt zu Besuchern.
Das Oechsle-Fest bietet dafür eine passende Bühne. Während viele Gäste wegen Wein, Essen und Unterhaltung auf den Marktplatz kommen, erinnert Theurers Auftritt daran, woher der Name der Veranstaltung stammt. Aus einem historischen Begriff wird plötzlich eine Person, die durch die Reihen geht, Fragen beantwortet und die Geschichte hinter der Maßeinheit erklärt.
Ein Auftritt, der mehr erklärt als nur ein Kostüm
Die Figur Christian Ferdinand Oechsle funktioniert auf dem Fest deshalb nicht nur als dekoratives Element. Sie schafft einen direkten Bezug zwischen Gegenwart und Stadtgeschichte. Wer Edgar Theurer begegnet, bekommt nicht nur einen Mann im historischen Gewand zu sehen, sondern kann erfahren, weshalb Pforzheim einem Mechaniker des 18. und 19. Jahrhunderts bis heute ein eigenes Fest widmet.
Dabei bleibt der Auftritt bewusst nah am Ort. Oechsle lebte und arbeitete in Pforzheim, sein Name ist bis heute mit der Weinmessung verbunden, und das Fest erinnert seit Jahrzehnten an ihn. Theurer wiederum kennt die Stadt aus eigener langer Berufserfahrung. Diese Verbindung macht seine Rolle glaubwürdig, ohne sie größer machen zu müssen, als sie ist.
Der Begriff „zweites Leben“ wäre dafür vielleicht zu groß. Tatsächlich hat Edgar Theurer nach seinem Berufsleben eine neue öffentliche Aufgabe übernommen. Er führt Gäste durch Pforzheim, vermittelt Wissen und verkörpert eine historische Persönlichkeit, deren Name viele kennen, deren Geschichte aber längst nicht jeder erzählen könnte.
Warum Edgar Theurer zum Oechsle-Fest besonders gut passt
Auf dem Pforzheimer Oechsle-Fest treffen damit zwei Geschichten aufeinander: die eines früheren städtischen Verkehrsplaners und die eines historischen Mechanikers, dessen Name bis heute im Weinbau verwendet wird. Edgar Theurer verbindet beide Welten auf eine ungewöhnlich unmittelbare Art.
Für das Fest ist das mehr als ein auffälliger Auftritt mit Zylinder. Es erinnert daran, dass hinter dem Namen Oechsle eine konkrete Pforzheimer Geschichte steht. Und für Theurer ist es eine Aufgabe, die ihn auch nach dem Ruhestand eng mit seiner Stadt verbindet – nun als jemand, der erklärt, wer Christian Ferdinand Oechsle war und warum sein Name bis heute weiterlebt.





















