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Das ändert sich für alle Kunden Sky schaltet Kabel-TV ab – Umstellung auf Internetempfang im Vodafone-Kabelnetz

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Januar 19, 2026

Unterföhring/Bonn, 19. Januar 2026 – Leise, technisch begründet und doch mit großer Tragweite vollzieht sich in diesen Wochen ein Schritt, der für Millionen Fernsehzuschauer den Alltag verändert. Was jahrzehntelang als verlässlicher Standard galt, verliert an Bedeutung. Der klassische Kabelempfang von Sky steht vor dem Aus.

Der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland beendet schrittweise die Verbreitung großer Teile seines Programms über das klassische Kabelnetz. Betroffen ist vor allem das Vodafone-Kabelnetz, über das bislang ein erheblicher Teil der Sky-Abonnenten sein Fernsehen bezog. Statt über DVB-C werden zahlreiche Sender künftig ausschließlich über das Internet übertragen. Sky schaltet Kabel-TV ab – und zwingt viele Kunden damit zu einer technischen Neuorientierung.

Warum Sky das Kabel-TV hinter sich lässt

Die Entscheidung, das klassische Kabel-TV zurückzufahren, ist das Ergebnis einer länger vorbereiteten technischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Sky verbreitet seine Programme bislang über mehrere Wege: Satellit, Internet und Kabel. Gerade der Kabelweg ist für den Anbieter jedoch zunehmend kostenintensiv geworden. Für die Einspeisung der Programme in das Vodafone-Kabelnetz fallen Gebühren an, zugleich blockiert die klassische DVB-C-Verbreitung wertvolle Frequenzen.

Vodafone verfolgt seit Längerem das Ziel, sein Kabelnetz stärker auf schnelle Internetanschlüsse auszurichten. Die dafür nötigen Kapazitäten lassen sich nur gewinnen, wenn weniger Raum für lineares Fernsehen reserviert wird. Die Umstellung auf IP-basierte Übertragung ermöglicht es, Fernsehinhalte über vorhandene Internetstrukturen zu transportieren und zugleich Frequenzen für den Breitbandausbau freizumachen. Sky schaltet Kabel-TV ab, um sich diesem Strukturwandel anzupassen.

Der Zeitplan der Abschaltung

Die Umstellung erfolgt nicht abrupt, sondern in mehreren Schritten. Ab dem 10. Februar 2026 beginnt Sky damit, zahlreiche Sender nicht mehr über den klassischen Kabelstandard DVB-C auszustrahlen. Stattdessen werden diese Programme ausschließlich über das Internet verfügbar sein. Der Prozess zieht sich bis Mitte März und betrifft nach und nach immer größere Teile des Angebots.

Vor allem die Programmpakete Entertainment, Cinema, Starter und Kids sind von der Abschaltung des Kabelsignals betroffen. Für Kunden bedeutet das: Ohne Internetverbindung lassen sich diese Sender künftig nicht mehr empfangen. Sky schaltet Kabel-TV ab – zumindest dort, wo es um einen großen Teil des linearen Programms geht.

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Welche Programme betroffen sind

  • Sky Entertainment
  • Sky Cinema
  • Sky Starter
  • Sky Kids

Die Sportkanäle von Sky bleiben vorerst weiterhin über das Kabelnetz empfangbar. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass auch hier langfristig eine stärkere Verlagerung auf IP-basierte Übertragungswege folgen könnte.

Was sich für Sky-Kunden konkret ändert

Für viele Abonnenten ist die Umstellung mehr als ein technisches Detail. Sie betrifft unmittelbar den täglichen Fernsehkonsum. Wer bislang einen klassischen Kabelreceiver ohne Internetanbindung genutzt hat, wird nach der Abschaltung einen Teil des Programms nicht mehr sehen können. Sky schaltet Kabel-TV ab – und macht eine dauerhafte Online-Verbindung zur Voraussetzung.

Kunden mit einem internetfähigen Sky-Q-Receiver oder der Sky-Stream-Box sind in der Regel vorbereitet. Diese Geräte empfangen die Sender automatisch über das Internet, ohne dass Nutzer aktiv eingreifen müssen. Für ältere Receiver ohne IP-Funktion stellt Sky nach eigenen Angaben kostenlos Ersatz zur Verfügung.

Technische Voraussetzungen für den neuen Empfang

  • Ein internetfähiger Receiver (z. B. Sky Q oder Sky Stream)
  • Eine stabile Internetverbindung
  • Ausreichende Bandbreite für HD-Streaming

Sky empfiehlt eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 10 Mbit/s für den stabilen Empfang von HD-Inhalten. In Haushalten mit mehreren gleichzeitig genutzten Geräten kann ein deutlich höherer Wert sinnvoll sein. Anders als beim klassischen Kabel-TV hängt die Bildqualität künftig direkt von der Internetverbindung ab.

Mehr Sender, bessere Qualität – zumindest für einige

Sky verbindet die Abschaltung des Kabelsignals mit einer inhaltlichen Erweiterung des Angebots. Über die IP-Verbreitung werden zusätzliche Sender verfügbar, die bislang im Kabelnetz nur eingeschränkt oder gar nicht zu empfangen waren. Damit geht die Umstellung nicht nur mit Einschränkungen, sondern auch mit neuen Optionen einher.

Ab dem 10. Februar 2026 werden mehrere zusätzliche Programme in das Angebot für Vodafone-Kunden integriert. Diese Sender sind künftig ausschließlich über das Internet abrufbar:

  • Cartoon Network
  • Crime + Investigation
  • Heimatkanal
  • Jukebox
  • Motorvision+
  • Nicktoons

Darüber hinaus werden ab dem 3. März 2026 mehrere bislang nur in Standardauflösung verfügbare Sender in HD-Qualität bereitgestellt. Die Umstellung auf IP ermöglicht es Sky, Bildqualität flexibler zu steuern und langfristig weiter zu verbessern.

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HD-Offensive durch IP-Technik

Zu den Sendern, die künftig in HD-Qualität verfügbar sein sollen, gehören unter anderem:

  • Cartoonito
  • History Channel
  • Nick Jr.
  • Romance TV
  • Warner TV Comedy
  • Warner TV Film

Für viele Zuschauer dürfte dies ein spürbarer Gewinn sein. Gleichzeitig markiert es einen weiteren Schritt hin zu einer vollständig digitalen und internetbasierten Fernsehlandschaft.

Ein Strukturwandel mit Signalwirkung

Dass Sky Kabel-TV abschaltet, ist mehr als eine unternehmensinterne Entscheidung. Sie steht exemplarisch für einen grundlegenden Wandel des Fernsehmarktes in Deutschland. Klassische Übertragungswege verlieren an Bedeutung, während internetbasierte Modelle zur neuen Norm werden.

Schon seit Jahren sinkt die Zahl der Haushalte, die ausschließlich auf lineares Fernsehen setzen. Streamingdienste, Mediatheken und On-Demand-Angebote haben das Nutzungsverhalten verändert. Mit der Abkehr vom klassischen Kabelsignal trägt Sky dieser Entwicklung Rechnung – und beschleunigt sie zugleich.

Für Vodafone bedeutet die Umstellung zusätzliche Spielräume beim Ausbau seines Netzes. Für Sky eröffnet sie die Möglichkeit, Inhalte flexibler zu verbreiten und schneller auf technische Neuerungen zu reagieren. Für die Kunden hingegen ist der Wandel ambivalent: Er bringt mehr Auswahl und bessere Qualität, verlangt aber auch Anpassung und technisches Verständnis.

Fernsehen wird zur Internetanwendung

Die Abschaltung des Kabelsignals macht deutlich, wie sehr sich Fernsehen von seiner klassischen Infrastruktur löst. Wo früher Antennenkabel und Frequenzpläne dominierten, entscheidet künftig die Leistungsfähigkeit des Internetanschlusses. Sky schaltet Kabel-TV ab – und macht das Fernsehen endgültig zu einer Internetanwendung.

Für viele Haushalte ist dieser Schritt längst vollzogen. Für andere markiert er einen Einschnitt. Sicher ist: Die Ära des reinen Kabel-TV-Empfangs nähert sich ihrem Ende. Und Sky ist einer der ersten großen Anbieter, der diesen Abschied nun konsequent vollzieht.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.