Cookies & Datenschutz Technisch notwendige Funktionen sind immer aktiv. Optionale Analyse- und Werbedienste werden erst nach Ihrer Zustimmung aktiviert.
Berlin – Die Deutsche Bahn bringt mit dem ICE L erstmals einen stufenlos zugänglichen Fernzug auf die deutschen Schienen. Ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2025 sollen die ersten Züge im Regelbetrieb starten – ein Schritt, der besonders Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugutekommt. Neben dem neuen Einstiegskonzept setzt die Bahn auf mehr Komfort, moderne Technik und internationale Einsatzmöglichkeiten.
Ein neues Kapitel im Fernverkehr
Der ICE L markiert einen bedeutenden Meilenstein in der deutschen Fernverkehrsgeschichte. Das „L“ steht für „Low Floor“, also Niederflur, und beschreibt die wohl auffälligste Eigenschaft: einen stufenlosen Einstieg an allen Türen. Damit setzt die Deutsche Bahn erstmals im Fernverkehr auf ein Konzept, das auf Bahnsteigen mit einer Höhe von 760 mm ein barrierefreies Ein- und Aussteigen ermöglicht – ohne Rampe, ohne Hublift.
Geplant ist, dass zunächst vier Züge auf der Strecke Berlin–Köln verkehren. Später sollen weitere Strecken hinzukommen, auch grenzüberschreitend. Insgesamt sind 79 Züge bestellt, deren Auslieferung sich über mehrere Jahre erstrecken wird. 2026 werden voraussichtlich neun weitere Fahrzeuge folgen.
Technische Basis: Talgo 230 und lokbespanntes Konzept
Der ICE L basiert auf der Talgo-230-Plattform, einem lokbespannten Wendezugkonzept mit besonders kurzen Wagen und einachsigen Laufwerken. Diese Bauweise erlaubt nicht nur den stufenfreien Durchgang im gesamten Zug, sondern sorgt auch für ein geringeres Gewicht, was wiederum eine gute Beschleunigung ermöglicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h – langsamer als andere ICE-Baureihen, jedoch optimiert für häufige Halte und schnelle Fahrgastwechsel.
Im Betrieb kommen moderne Mehrsystemloks zum Einsatz, die auch Fahrten ins Ausland ermöglichen. Hierzu zählen die neue DB-Baureihe 105 sowie kompatible Lokomotiven wie der Siemens Vectron. Das Steuerungssystem entspricht internationalen Standards (WTB), was den Einsatz über Landesgrenzen hinweg erleichtert.
Warum das „L“ wirklich wichtig ist
Die Einführung eines Niederflur-Fernzugs ist in Deutschland mehr als nur eine Komfortfrage. Hintergrund sind europäische Vorschriften zur Barrierefreiheit, insbesondere die „Technical Specifications for Interoperability – Persons with Reduced Mobility“ (TSI PRM). Diese definieren unter anderem die Höhe des Zugbodens und die Erreichbarkeit von Bedienelementen. Mit der Auslegung auf 760 mm liegt der ICE L im Zielkorridor des deutschen Bahnsteigneubaus – auch wenn im Bestand weiterhin verschiedene Höhen existieren, die Barrierefreiheit an manchen Bahnhöfen erschweren.
Innenraumgestaltung und Komfort
Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben 1.600 Personen in den Entwicklungsprozess der Sitze einbezogen. Ziel war es, Ergonomie und Komfort gleichermaßen zu verbessern. Herausgekommen sind Sitze mit verstellbaren Kopfstützen, integrierten Haltern für Tablets oder Smartphones und stabileren Klapptischen. Auch an die Konnektivität wurde gedacht: mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben sorgen für besseren Empfang, ohne dass zusätzliche Verstärker nötig sind.
Ein weiteres Highlight ist die tageszeitabhängige LED-Lichtsteuerung, die das Raumklima je nach Tageszeit anpasst. Durch kürzere Wagen entsteht ein offeneres Raumgefühl, das vor allem auf langen Strecken für mehr Wohlbefinden sorgen soll.
Sitzplatzkapazität im Überblick
Klasse
Anzahl Sitzplätze
1. Klasse
85
2. Klasse
477
Gesamt
562
Verzögerter Start – und die Gründe dafür
Ursprünglich sollte der ICE L bereits im Herbst 2024 in Betrieb gehen. Doch Lieferprobleme beim spanischen Hersteller Talgo sowie ein längeres Test- und Zulassungsverfahren führten zu Verzögerungen. Testfahrten fanden unter anderem in Österreich und Polen statt, bevor die Zulassung schließlich in Deutschland erteilt wurde.
Diese Verschiebung führte dazu, dass sich Bahnreisende länger gedulden mussten. Gleichzeitig bot der erweiterte Testzeitraum die Gelegenheit, Kinderkrankheiten zu erkennen und zu beheben – was langfristig der Betriebssicherheit zugutekommt.
Einordnung im Fernverkehrsmarkt
Die Einführung des ICE L fällt in eine Phase, in der der Fernverkehr vor großen Herausforderungen steht. 2024 zählte die Deutsche Bahn im Fernverkehr rund 142 Millionen Fahrgäste – ein Rückgang um etwa vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bedingt unter anderem durch Streiks und Baustellen. In diesem Umfeld könnte der ICE L ein wichtiges Signal für Qualität und Service setzen.
Community-Stimmen und Diskussionen
In Foren und sozialen Medien ist der ICE L bereits seit Monaten Thema. Manche Nutzer kritisieren, dass der Zug mit 230 km/h der „langsamste ICE“ sei und sich das Branding zu weit vom Hochgeschwindigkeitsanspruch entfernt. Andere loben den Komfortgewinn und die Barrierefreiheit: „Endlich ein ICE, bei dem ich mit dem Rollstuhl nicht vorher anrufen muss“, so ein Kommentar in einer Bahngruppe.
Besonderes Interesse weckt auch die Flexibilität im Betrieb. Dank der lokbespannten Bauweise können Lokomotiven leichter getauscht werden, was im Störungsfall oder bei internationalen Fahrten Vorteile bringt. Zudem könnte der ICE L so schneller an neue Streckenanforderungen angepasst werden.
Häufig gestellte Fragen
Wann kommt der ICE L mit stufenlosem Einstieg in Betrieb?
Der Start ist für den Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2025 vorgesehen, zunächst auf der Strecke Berlin–Köln.
Warum bedeutet das L im ICE L Low-Floor?
„L“ steht für Low Floor, also Niederflur. Damit wird der stufenlose Zugang auf Bahnsteigen mit 760 mm Höhe möglich.
Warum verzögerte sich der Start des ICE L?
Die Verzögerung resultierte aus Lieferengpässen bei Talgo und einem verlängerten Zulassungsverfahren.
Wie viele Sitzplätze hat der ICE L?
Es gibt insgesamt 562 Sitzplätze – 85 in der 1. Klasse und 477 in der 2. Klasse.
Wie schnell fährt der ICE L?
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h, was ihn etwas langsamer als andere ICE-Baureihen macht.
Internationale Einsatzmöglichkeiten
Der ICE L ist nicht nur für den deutschen Markt konzipiert. Durch seine Mehrsystemtechnik und entsprechende Zulassungsperspektiven kann er auch in Ländern wie Österreich, den Niederlanden oder der Schweiz verkehren. Die Grenzüberschreitung ohne Lokwechsel spart Zeit und erhöht die Flexibilität im internationalen Verkehr.
Der Blick auf die Bahnsteige
Der stufenlose Einstieg funktioniert optimal nur an 760 mm hohen Bahnsteigen – ein Maß, das in Deutschland zunehmend Standard bei Neubauten und Sanierungen ist. Der Bestand ist jedoch uneinheitlich: Es gibt Höhen zwischen 380 mm und 960 mm. Für echte Barrierefreiheit müssen daher auch die Bahnhöfe weiter angepasst werden.
Ausblick auf die kommenden Jahre
Mit dem ICE L investiert die Deutsche Bahn in einen langfristigen Modernisierungsschritt. Die Kombination aus barrierefreiem Zugang, moderner Innenraumgestaltung und internationaler Einsatzfähigkeit könnte ihn zu einem wichtigen Bestandteil des Fernverkehrs machen. Gleichzeitig wird die tatsächliche Wirkung auf den Reisekomfort und die Fahrgastzahlen stark davon abhängen, wie zuverlässig der Betrieb läuft und ob die Infrastruktur mithalten kann.
Während Kritiker die geringere Höchstgeschwindigkeit bemängeln, könnte sich die Stärke des ICE L gerade auf stark frequentierten Strecken mit vielen Zwischenhalten zeigen. Hier sind schnelle Fahrgastwechsel und bequemer Zugang entscheidend – und genau hier setzt das Konzept an.
Schlussgedanken
Der ICE L ist mehr als nur ein weiterer Zug im Fuhrpark der Deutschen Bahn. Er steht für einen Wandel im Denken: weg vom reinen Geschwindigkeitsrekord, hin zu einem umfassenderen Verständnis von Reisekomfort, Zugänglichkeit und Flexibilität. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Familien und internationale Reisende könnte der stufenlose ICE eine spürbare Erleichterung darstellen. Ob er die Erwartungen erfüllt, wird sich ab Dezember 2025 zeigen – doch eines ist sicher: Die Einführung des ICE L wird den Fernverkehr in Deutschland nachhaltig verändern.
Hinweise zu Fehlern, Ergänzungen oder wichtigen Aktualisierungen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.
Seit August 2026 greifen neue Regeln zu Ganztagsbetreuung, künstlicher Intelligenz, Verpackungen und Photovoltaik. Nicht jede angekündigte Verbraucherreform gilt jedoch schon jetzt.
München – Mit der Vorstellung der „Neuen Klasse“ markiert BMW einen Wendepunkt in der Automobilbranche. Die neue Plattform soll nicht nur die Elektromobilität der Marke auf ein neues Niveau heben, sondern auch Maßstäbe bei Digitalisierung…
Berlin, 19. November 2025 – Die Werkshallen glänzen im künstlichen Licht, als der erste Leopard 2 A7A1 mit seinem neuen aktiven Schutzsystem auf die Rampe rollt. Noch bevor der Motor aufbrummt, liegt ein Gefühl von technologischem Aufbruch…
Innsbruck/Fortezza – Mit einem historischen Durchstich ist ein Jahrhundertprojekt Realität geworden: Der Brenner Basistunnel unter den Alpen soll Italien und Österreich direkt verbinden. Er gilt als längster Eisenbahntunnel der Welt und…
Die vorübergehende Blockade von Paypal-Zahlungen durch deutsche Banken sorgt aktuell für Unruhe bei Millionen von Nutzern. Sowohl Händler als auch Verbraucher fragen sich, welche Auswirkungen die Maßnahme hat und wie sie mit möglichen…
Halberstadt / Wernigerode, März 2026. Nach jahrelanger Restaurierung ist der historische Schnelltriebwagen SVT Görlitz erstmals wieder auf einer Strecke im Harz unterwegs gewesen. Der Zug absolvierte eine Testfahrt zwischen Halberstadt und…
Apple lädt am 9. September 2025 zum großen „Awe Dropping“-Event ins Steve-Jobs-Theater ein. Erwartet wird die Präsentation der neuen iPhone 17 Serie mit einem besonderen Fokus auf das ultradünne iPhone 17 Air. Neben den Smartphones stehen…
Die Europäische Zentralbank treibt die Arbeiten am digitalen Euro mit Nachdruck voran. Bereits 2025 könnte die neue Form des Zentralbankgeldes in einer ersten Phase verfügbar sein. Doch noch sind politische und technische Fragen offen…
Mit einem europaweit beachteten Verkehrsversuch geht Tschechien neue Wege: Ab Ende September 2025 testet das Land als erstes EU-Mitglied ein Tempolimit von 150 km/h auf einer ausgewählten Autobahnstrecke. Die Regelung ist flexibel und…
Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn bleibt niedrig: Im Juli waren nur 52,6 Prozent der erfassten Halte pünktlich. Ein neuer Negativrekord ist das dennoch nicht.
Berlin – Die politische Landschaft in Deutschland erlebt eine Zäsur: Robert Habeck, langjähriger Spitzenpolitiker der Grünen und ehemaliger Vizekanzler, hat angekündigt, sein Bundestagsmandat niederzulegen. Der Schritt kommt zu einem…
Berlin, 06. Juni 2025, 22:30 Uhr Die Debatte über eine Rückkehr zur Wehrpflicht in Deutschland ist in vollem Gange. Mit Henning Otte, dem neuen Wehrbeauftragten des Bundestages, bezieht erstmals wieder eine politische Schlüsselperson klar…
Duisburg / Nordrhein-Westfalen, 07.01.2026 – Es ist ein Bild, das sich an diesem Wintermorgen durch das Land zieht: volle Bahnsteige, ratlose Blicke auf Anzeigetafeln, Busse statt Züge. Wer in Nordrhein-Westfalen unterwegs ist, spürt die…
Berlin, 17. Dezember 2025 – Lange schwelte der Unmut, nun hat er Wirkung gezeigt. Weltweit äußerten Fußballfans ihren Ärger über hohe Ticketpreise für die kommende Weltmeisterschaft. Nach Tagen intensiver Kritik reagiert der Weltverband…
Berlin – Im November 2025 treten gleich mehrere Neuerungen für Rentnerinnen und Rentner in Deutschland in Kraft. Neben organisatorischen Änderungen stehen wichtige Fristen, steuerliche Anpassungen und die Vorbereitung auf strukturelle…
Seoul – Samsung hat mit dem globalen Rollout seiner neuen Benutzeroberfläche One UI 8 begonnen. Das Update bringt zahlreiche Verbesserungen in Sachen KI, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit. Nachdem zunächst die Galaxy S25-Serie versorgt…
Mit dem Rentenpaket 2027 kündigt die Bundesregierung eine tiefgreifende Reform der Altersversorgung an. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Mütterrente III, die für Millionen Rentnerinnen eine spürbare Verbesserung bringen soll. Doch…
Berlin, 1. Juni 2025 – 07:00 Uhr (CCS) Im Juni 2025 treten in Deutschland und der Europäischen Union zahlreiche neue Gesetze in Kraft. Sie betreffen zentrale Bereiche des öffentlichen Lebens – von Energie und Digitalisierung über…