419 views 8 mins 0 Kommentare

Verirrt im eisigen Dunkel Krefeld: Zwei Teenager verirren sich bei Minusgraden im Wald – Feuerwehr rettet Jugendliche

In Aktuelles
Januar 04, 2026

Krefeld, 3. Januar 2026 – Die Kälte kroch lautlos durch den Wald, während die Dunkelheit dichter wurde. Nur das schwache Licht zweier Smartphones durchschnitt die frostige Nacht. Für zwei Teenager wurde ein Ausflug in ein Waldgebiet bei Krefeld zu einer Situation, die plötzlich bedrohlich nah rückte.

Am frühen Samstagabend verloren zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren in einem bewaldeten Gebiet am Kapuzinerberg bei Krefeld die Orientierung. Als die Temperaturen um den Gefrierpunkt sanken und die Dunkelheit das Gelände nahezu verschluckte, fanden sie den Rückweg nicht mehr. Die Jugendlichen wählten den Notruf und setzten damit eine Rettungskette in Gang, die unter schwierigen Bedingungen anlief.

Orientierungslos im Wald: Eine Lage mit vielen Unwägbarkeiten

Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich die beiden Teenager in einem abgelegenen Teil des Waldstücks, fernab beleuchteter Wege oder markanter Orientierungspunkte. Der Mobilfunkempfang in diesem Bereich sei stark eingeschränkt gewesen. Die Verbindung zur Leitstelle brach immer wieder ab, was die Kommunikation erheblich erschwerte.

Hinzu kam ein weiteres Problem: Einer der Smartphone-Akkus war bereits nahezu entladen. Damit drohte der wichtigste Kontakt zur Außenwelt jederzeit abzubrechen. Für die Leitstelle bedeutete das, unter Zeitdruck Entscheidungen zu treffen, während draußen im Wald die Temperaturen weiter fielen.

Technik stößt an Grenzen

Die Ortung der Jugendlichen gestaltete sich zunächst äußerst schwierig. Eine automatische Standortübermittlung war aufgrund des schwachen Netzes nicht möglich. Auch die übliche Funkzellenabfrage lieferte keine verwertbaren Ergebnisse. Die Einsatzkräfte mussten davon ausgehen, dass sich die Mädchen irgendwo in einem weitläufigen, unübersichtlichen Areal befanden.

Für die Feuerwehr begann damit ein Wettlauf gegen die Zeit. In der Dunkelheit und bei winterlichen Bedingungen kann bereits eine kurze Orientierungslosigkeit zur ernsthaften Belastung werden – insbesondere für Jugendliche, die nicht auf eine längere Zeit im Freien vorbereitet sind.

Rettungskräfte bündeln ihre Kräfte

Unmittelbar nach dem Notruf wurden Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes alarmiert. Insgesamt machten sich 18 Kräfte auf den Weg in das Waldgebiet bei Krefeld. Die Einsatzleitung koordinierte die Suche, während parallel versucht wurde, den Kontakt zu den Teenagern aufrechtzuerhalten.

Die Kommunikation verlief stockend, doch sie riss nicht vollständig ab. Ein Disponent der Leitstelle blieb am Telefon und versuchte, die Mädchen zu beruhigen und gleichzeitig entscheidende Informationen zu gewinnen. Die Situation erforderte Fingerspitzengefühl: Jede falsche Bewegung oder unnötige Anweisung hätte die Lage verschärfen können.

Das ist auch interessant:  ADAC Austritte: Rund 5000 Mitglieder kündigen nach Streit um Spritpreise und Kurs des Automobilclubs

Ein entscheidender Hinweis

In dieser Phase erwies sich ein einfacher, aber wirkungsvoller Gedanke als entscheidend. Der Leitstellendisponent wies eine der Jugendlichen an, die auf dem Smartphone installierte Kompass-App zu öffnen und die dort angezeigten GPS-Koordinaten abzulesen. Trotz der instabilen Verbindung gelang es, diese Daten zu übermitteln.

Mit den Koordinaten konnte die Einsatzleitung das Suchgebiet deutlich eingrenzen. Für die Feuerwehr war das ein Wendepunkt. Statt eines großflächigen Suchens konnten die Kräfte nun gezielt in einen bestimmten Abschnitt des Waldes vordringen.

Auffinden der Teenager in der frostigen Nacht

Rund eine halbe Stunde nach dem Eingang des Notrufs entdeckten Feuerwehrleute die beiden Mädchen. Sie saßen dicht beieinander, sichtbar erschöpft, aber ansprechbar. Die Erleichterung bei den Einsatzkräften war spürbar – ebenso wie bei den Jugendlichen selbst.

Der Rettungsdienst untersuchte die Teenager noch vor Ort. Nach Angaben der Einsatzkräfte wiesen sie keine Verletzungen auf. Auch Anzeichen einer Unterkühlung konnten nicht festgestellt werden. Die Mädchen wurden anschließend ihren Eltern übergeben.

Ein Einsatz ohne Verletzte – aber mit Nachdruck

Der Ausgang des Einsatzes war aus Sicht der Feuerwehr ein Erfolg. Dennoch machte die Situation deutlich, wie schnell ein Aufenthalt im Wald bei Dunkelheit und Minusgraden kippen kann. Selbst gut bekannte Gebiete verändern ihren Charakter, sobald Licht, Orientierung und technische Hilfsmittel eingeschränkt sind.

  • Minusgrade und vollständige Dunkelheit erschwerten die Situation
  • Schlechter Mobilfunkempfang verhinderte eine automatische Ortung
  • Ein fast leerer Smartphone-Akku erhöhte den Zeitdruck
  • GPS-Koordinaten aus einer Kompass-App führten zum Erfolg
  • 18 Einsatzkräfte waren an der Suche beteiligt

Was der Einsatz über Rettung und Risiko zeigt

Für die beteiligten Einsatzkräfte war der Vorfall bei Krefeld kein außergewöhnlicher, aber ein exemplarischer Einsatz. Immer wieder geraten Menschen in der dunklen Jahreszeit in vergleichbare Situationen. Der Wald wird unterschätzt, insbesondere von jungen Menschen, die sich auf Technik verlassen.

Smartphones bieten Orientierung, Karten und Kommunikationsmöglichkeiten. Doch der Einsatz bei Krefeld zeigt ebenso deutlich ihre Grenzen. Ohne ausreichenden Akku, ohne Empfang oder bei fehlender Erfahrung mit den Funktionen können sie ihre Rolle als Sicherheitsinstrument nur eingeschränkt erfüllen.

Das ist auch interessant:  Herford: 66-Jährige flüchtet vor Polizei – wüste Verfolgungsjagd mit mehreren beschädigten Streifenwagen

Die Rolle der Leitstelle

Ein zentraler Faktor in dieser Nacht war die Arbeit der Leitstelle. Ruhige Kommunikation, präzise Anweisungen und das Erkennen einer praktikablen Lösung waren entscheidend. Der Hinweis auf die Kompass-App und die GPS-Daten machte aus einer diffusen Suchlage eine lösbare Aufgabe.

Solche Situationen erfordern Routine, aber auch Improvisation. Die Leitstelle fungiert dabei nicht nur als Koordinationszentrum, sondern als psychologischer Anker für Menschen in Ausnahmesituationen.

Zwischen Abenteuer und Gefahr

Der Fall der beiden Teenager im Wald bei Krefeld bewegt sich auf einer schmalen Grenze. Einerseits handelte es sich nicht um ein extremes Abenteuer, sondern um einen Ausflug, der außer Kontrolle geriet. Andererseits zeigen Dunkelheit, Kälte und Orientierungslosigkeit, wie schnell aus einer vermeintlich harmlosen Situation eine ernsthafte Lage entstehen kann.

Dass die Jugendlichen besonnen reagierten und den Notruf wählten, trug wesentlich dazu bei, dass der Einsatz ohne Verletzte endete. In der Rückschau bleibt festzuhalten: Nicht jede Gefahr kündigt sich laut an. Manche entsteht leise, mit sinkenden Temperaturen und schwindendem Akku.

Ein stiller Appell an Aufmerksamkeit

Der Einsatz am Kapuzinerberg endet ohne dramatische Bilder, ohne Verletzte, ohne langfristige Folgen. Und doch hinterlässt er eine klare Botschaft. Natur, Dunkelheit und Winter lassen sich nicht vollständig kontrollieren. Vorbereitung, Aufmerksamkeit und die richtige Reaktion im entscheidenden Moment können jedoch den Unterschied machen.

Für die beiden Teenager war es eine Nacht, die sie so schnell nicht vergessen werden. Für die Rettungskräfte war es ein Einsatz, der zeigt, wie viel Verantwortung, Erfahrung und Ruhe nötig sind, um aus einer unübersichtlichen Lage ein gutes Ende zu machen.

Avatar
Redaktion / Published posts: 3431

Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.