Rentenpolitik trifft Realität Höhere Renten für Handwerker: CDU-Politiker bringt neue Rentenidee ins Spiel

In Politik
Januar 13, 2026

Berlin, 13. Januar 2026 – Früh am Morgen in einer Berliner Werkhalle: Metall klirrt, Maschinen laufen, Hände greifen routiniert zu. Während politische Debatten oft abstrakt bleiben, beginnt hier der Alltag jener, die das Land am Laufen halten. Genau diese Lebensleistung rückt nun ins Zentrum einer neuen rentenpolitischen Forderung aus der CDU.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt hat eine Debatte angestoßen, die weit über parteipolitische Linien hinausweist. Seine Forderung: höhere Renten für Handwerker – konkret durch zusätzliche Rentenpunkte für Menschen, die viele Jahre in handwerklichen Berufen gearbeitet haben. Es ist ein Vorstoß, der sozialpolitische Anerkennung mit arbeitsmarktpolitischer Steuerung verbinden soll.

Mattfeldt argumentiert, dass das bestehende Rentensystem die besonderen Belastungen und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Handwerks bislang nicht ausreichend abbilde. Körperlich fordernde Arbeit, frühe Berufseintritte und jahrzehntelange Praxis stünden am Ende oft einer vergleichsweise niedrigen Altersrente gegenüber. Diese Schieflage, so der CDU-Politiker, müsse korrigiert werden.

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Das zentrale Argument: Anerkennung von Lebensleistung

Im Kern zielt die Forderung nach höheren Renten für Handwerker auf die Frage, wie Lebensleistung bewertet wird. Handwerker beginnen ihre berufliche Laufbahn häufig früh, absolvieren eine duale Ausbildung und stehen über Jahrzehnte hinweg in körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Trotz kontinuierlicher Erwerbsbiografien liegen ihre Rentenansprüche nicht selten unter dem Durchschnitt.

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Mattfeldt verweist darauf, dass Deutschland über Jahre hinweg einseitig auf akademische Abschlüsse gesetzt habe. Die Folge sei ein struktureller Fachkräftemangel im Handwerk, der mittlerweile zu einem ernsthaften Standortproblem geworden sei. Eine rentenpolitische Aufwertung handwerklicher Berufe könne deshalb nicht nur soziale Gerechtigkeit fördern, sondern auch ein Signal an kommende Generationen senden.

Höhere Renten für Handwerker als politisches Steuerungsinstrument

Der Vorschlag versteht sich ausdrücklich nicht als isolierte Sozialmaßnahme. Vielmehr sieht Mattfeldt die höheren Renten für Handwerker als Teil eines größeren arbeitsmarktpolitischen Ansatzes. Wer wisse, dass handwerkliche Arbeit im Alter besser abgesichert sei, könne sich eher für diesen Berufsweg entscheiden – so die Hoffnung.

In diesem Zusammenhang spricht der CDU-Politiker von einer „jahrzehntelang falschen Ausbildungspolitik“. Zu viele junge Menschen seien in Studiengänge gelenkt worden, während Ausbildungsberufe an Attraktivität verloren hätten. Die Konsequenzen seien heute sichtbar: lange Wartezeiten auf Handwerksleistungen, überlastete Betriebe und ein zunehmender Generationsbruch.

Was die Forderung konkret bedeutet

  • Zusätzliche Rentenpunkte für Beschäftigte in handwerklichen Berufen.
  • Eine spürbare Erhöhung der Altersrente für langjährig tätige Handwerker.
  • Symbolische und materielle Aufwertung des Handwerks innerhalb des Rentensystems.

Wie genau diese zusätzlichen Rentenpunkte berechnet oder finanziert werden sollen, ließ Mattfeldt offen. Klar ist jedoch: Die Forderung reiht sich ein in eine breitere Diskussion über Differenzierungen im Rentensystem nach Berufsgruppen und Belastungsprofilen.

Einordnung in die Rentendebatte der Union

Innerhalb der CDU fällt der Vorstoß in eine Phase intensiver rentenpolitischer Diskussionen. Angesichts des demografischen Wandels und steigender Lebenserwartung steht die langfristige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rente unter Druck. Parteinahe Organisationen wie der Wirtschaftsrat der CDU fordern seit längerem strukturelle Reformen.

Dazu zählen Vorschläge wie eine Anhebung des Renteneintrittsalters, eine stärkere Kopplung an Beitragsjahre oder flexiblere Übergänge in den Ruhestand. Die Forderung nach höheren Renten für Handwerker setzt hier einen anderen Akzent: Sie verschiebt den Fokus von der reinen Systemstabilität hin zur Frage sozialer Ausgewogenheit.

Spannungsfeld zwischen Gerechtigkeit und Finanzierbarkeit

  • Befürworter sehen in höheren Renten für Handwerker einen Akt der Anerkennung.
  • Kritiker warnen vor neuen Ungleichgewichten im Rentensystem.
  • Offen bleibt, wie zusätzliche Leistungen dauerhaft finanziert werden können.
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Damit berührt der Vorschlag einen sensiblen Punkt. Jede Differenzierung nach Berufsgruppen wirft zwangsläufig Fragen nach Abgrenzung, Gerechtigkeit und administrativer Umsetzbarkeit auf. Gleichzeitig wächst der politische Druck, Lösungen für besonders belastete Berufsgruppen zu finden.

Stimmen aus dem Umfeld: Zustimmung und Zurückhaltung

Offizielle Stellungnahmen großer Handwerks- oder Sozialverbände zu Mattfeldts konkreter Forderung liegen bislang nicht flächendeckend vor. Allerdings ist bekannt, dass Vertreter des Handwerks seit Jahren auf die Diskrepanz zwischen Arbeitsbelastung und Altersabsicherung hinweisen. Die Forderung nach höheren Renten für Handwerker trifft daher einen Nerv.

Gewerkschaften und Sozialverbände betonen zugleich die Notwendigkeit, das Rentensystem insgesamt stabil und solidarisch zu halten. Sonderregelungen müssten sorgfältig geprüft werden, um neue Ungerechtigkeiten zu vermeiden. In dieser Spannung bewegt sich auch die aktuelle Debatte.

Gesellschaftliche Dimension der Forderung

Über die konkrete Rentenfrage hinaus verweist der Vorstoß auf ein tiefer liegendes gesellschaftliches Thema: die Wertschätzung praktischer Arbeit. Höhere Renten für Handwerker wären nicht nur eine finanzielle Verbesserung, sondern auch ein symbolischer Schritt. Sie würden signalisieren, dass körperliche Arbeit und praktische Kompetenz einen gleichwertigen Platz neben akademischen Karrieren einnehmen.

In Zeiten, in denen Lieferketten stocken, Bauprojekte verzögert werden und Sanierungen mangels Fachkräften scheitern, gewinnt diese Perspektive an Gewicht. Die Rentenpolitik wird damit zum Spiegel einer gesellschaftlichen Neubewertung von Arbeit.

Offene Fragen und politischer Ausblick

Ob aus der Forderung nach höheren Renten für Handwerker mehr wird als ein politischer Impuls, bleibt abzuwarten. Der Vorschlag ist bislang nicht Teil eines konkreten Gesetzentwurfs, sondern ein Beitrag zur öffentlichen Debatte. Dennoch zeigt er, in welche Richtung sich die rentenpolitische Diskussion verschieben könnte.

Zwischen dem Anspruch auf soziale Anerkennung und den Zwängen eines umlagefinanzierten Systems wird die Politik Antworten finden müssen. Die Idee höherer Renten für Handwerker bringt dabei eine zentrale Frage auf den Punkt: Wie viel ist einer Gesellschaft die Arbeit jener wert, die ihre Grundlagen täglich mit den Händen schaffen?

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.