Große Offensive für junge Zuschauer Joyn erweitert Kinderprogramm deutlich: Großer Content-Deal bringt tausende Folgen ins Streaming

30. Januar 2026 | 12:20 Uhr |

Unterföhring, 30. Januar 2026 – Streaming ist längst mehr als Serien für Erwachsene und Filme zur Primetime. Während der Wettbewerb um Aufmerksamkeit intensiver wird, rücken junge Zuschauer zunehmend in den Fokus der Plattformen.

Mit einem umfangreichen Content-Deal baut Joyn sein Kinderprogramm massiv aus und positioniert sich neu im Markt der kostenlosen Streamingangebote für Familien.

Joyn, die Streamingplattform der ProSiebenSat.1-Gruppe, setzt zu einer strategischen Neuausrichtung an. Mit einer umfangreichen Vereinbarung mit Studio 100 International sichert sich der Dienst eines der größten Pakete an Kinderinhalten in seiner bisherigen Geschichte. Der Content-Deal umfasst tausende Episoden, zahlreiche Serienklassiker und mehrere Spielfilme – und soll vollständig kostenlos abrufbar sein. Damit reagiert Joyn auf einen Markt, in dem Kinderprogramm längst ein entscheidender Faktor für Reichweite, Nutzungsdauer und Markenbindung geworden ist.

Die Kooperation markiert einen Wendepunkt für die Plattform. Während Joyn bislang vor allem mit Live-TV, Mediathekeninhalten und Fiction-Formaten für Erwachsene verbunden wurde, rückt nun eine neue Zielgruppe in den Mittelpunkt: Kinder, Eltern und Familien, die gezielt nach sicheren, bekannten und dauerhaft verfügbaren Inhalten suchen.

Der größte Kids-Content-Deal in der Geschichte von Joyn

Der abgeschlossene Content-Deal mit Studio 100 International fällt in seiner Dimension deutlich größer aus als bisherige Programmzukäufe im Kindersegment. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen umfasst die Vereinbarung:

  • 48 Kinder- und Jugendserien
  • 10 abendfüllende Kinderfilme
  • Insgesamt rund 2.433 Episoden

Damit erweitert Joyn sein Kinderprogramm schlagartig um mehrere tausend Stunden Content. Die Inhalte decken unterschiedliche Altersstufen ab – vom Vorschulalter bis hin zu älteren Kindern und jungen Teenagern. Zum Portfolio gehören bekannte Titel wie „Blinky Bill“, „Miffy“, „Hotel 13“, „Ghost Rockers“ sowie Literaturadaptionen wie „Emil und die Detektive“ und „Max & Moritz“. Es handelt sich überwiegend um etablierte Marken, die in vielen europäischen Ländern über Jahre hinweg erfolgreich waren.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur der Umfang, sondern auch die Zugänglichkeit: Das gesamte Kinderprogramm soll kostenfrei auf Joyn abrufbar sein. Für Familien entfällt damit die Notwendigkeit zusätzlicher Abonnements, ein Argument, das im zunehmend fragmentierten Streamingmarkt an Gewicht gewinnt.

Klare Signale aus dem Konzern

Innerhalb der ProSiebenSat.1-Gruppe wird der Deal als strategischer Meilenstein eingeordnet. Thomas Lasarzik, EVP Group Content Acquisitions & Sales, betont die Bedeutung der Vereinbarung für die Plattform. Mit der Kooperation mit Studio 100 schließe Joyn „den bisher größten Kids-Content-Deal“ in der eigenen Geschichte ab. Ziel sei es, auch jungen Zuschauerinnen und Zuschauern „zu jeder Zeit bestes Kids-Entertainment“ anbieten zu können.

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Lasarzik beschreibt den Ausbau des Kinderprogramms als bewussten Schritt, um Joyn breiter aufzustellen und langfristig zu stärken. Der Deal markiere den Einstieg in eine gezielte Weiterentwicklung des Kindersegments, das künftig eine feste Säule im Gesamtangebot bilden soll.

Auch auf Seiten von Studio 100 wird die Zusammenarbeit als strategisch relevant bewertet. Das Unternehmen sieht im kostenlosen Streaming eine wachsende Verbreitungsform für Kinderinhalte. Durch die Präsenz auf Joyn erreichen die Formate ein breites Publikum, ohne an nationale Grenzen oder klassische Sendezeiten gebunden zu sein.

Kinderprogramm als strategischer Wachstumstreiber

Der Ausbau des Kinderprogramms erfolgt nicht zufällig. In der Streamingökonomie gilt Kindercontent längst als stabiler Wachstumstreiber. Anders als kurzlebige Trendserien werden Kinderformate häufig über Jahre hinweg genutzt, wiederholt angesehen und generationsübergreifend weitergegeben. Für Plattformen bedeutet das planbare Nutzung, hohe Verweildauer und langfristige Bindung.

Joyn folgt damit einer Entwicklung, die sich branchenweit beobachten lässt. Streaminganbieter investieren gezielt in Kinder- und Familieninhalte, weil sie eine Zielgruppe erschließen, die weniger sprunghaft agiert als erwachsene Serienfans. Eltern suchen verlässliche Angebote, Kinder kehren zu vertrauten Figuren zurück – ein Nutzungsverhalten, das stabile Reichweiten ermöglicht.

Warum kostenlose Kinderinhalte an Bedeutung gewinnen

Ein zentraler Aspekt des Joyn-Deals ist die Kostenfreiheit des Angebots. Während viele Streamingdienste ihre Kinderprogramme hinter Paywalls platzieren, setzt Joyn bewusst auf freien Zugang. Das hat mehrere Effekte:

  • Niedrige Einstiegshürden: Familien können Inhalte sofort nutzen, ohne zusätzliche Verträge abzuschließen.
  • Breite Reichweite: Kostenlose Angebote erreichen auch Haushalte mit begrenztem Medienbudget.
  • Markenbindung: Früher Kontakt mit der Plattform erhöht die Wahrscheinlichkeit langfristiger Nutzung.

Gerade im Kontext steigender Abonnementpreise und wachsender Streamingmüdigkeit gewinnt dieses Modell an Relevanz. Joyn positioniert sich damit als Ergänzung oder Alternative zu kostenpflichtigen Diensten – insbesondere im Bereich Kinderunterhaltung.

Einordnung im Wettbewerbsumfeld

Mit dem neuen Content-Deal tritt Joyn stärker in Konkurrenz zu internationalen Anbietern, die den Kinderbereich seit Jahren strategisch ausbauen. Plattformen wie Netflix oder Disney+ haben früh erkannt, dass Kinderprogramme ein zentrales Element ihrer Markenstrategie sind. Joyn verfolgt nun einen anderen Ansatz: statt exklusiver Eigenproduktionen setzt der Dienst auf ein breites, kostenloses Archiv etablierter Inhalte.

Diese Strategie passt zur Positionierung von Joyn als werbefinanziertem Streamingdienst mit starkem Fokus auf Reichweite. Der Kindercontent ergänzt das bestehende Angebot aus Live-TV, Mediathekenprogrammen und thematischen Channels und erweitert die Plattform um eine Zielgruppe, die bislang weniger im Zentrum stand.

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Bereits in den vergangenen Monaten hatte Joyn sein Programm schrittweise ausgebaut, unter anderem durch die Integration umfangreicher Anime-Inhalte. Der aktuelle Kinder-Content-Deal fügt sich in diese Entwicklung ein, markiert jedoch aufgrund seines Umfangs und seiner Zielgruppe einen besonders deutlichen Schritt.

Was der Ausbau für Familien bedeutet

Für Nutzerinnen und Nutzer eröffnet das erweiterte Kinderprogramm neue Möglichkeiten. Eltern erhalten Zugriff auf eine Vielzahl bekannter Formate, ohne zusätzliche Kosten oder technische Hürden. Kinder wiederum finden vertraute Figuren, klare Erzählstrukturen und altersgerechte Inhalte – Aspekte, die bei der Mediennutzung eine zentrale Rolle spielen.

Die Vielfalt des Angebots erlaubt es Familien, Inhalte gezielt auszuwählen und Nutzungszeiten flexibel zu gestalten. Anders als im linearen Fernsehen sind die Serien jederzeit abrufbar, was den Alltag vieler Haushalte widerspiegelt. Damit positioniert sich Joyn als zeitgemäße Plattform für kindgerechte Unterhaltung im digitalen Raum.

Gleichzeitig stärkt der Deal das Profil von Joyn als umfassendes Streamingangebot, das nicht nur Erwachsene, sondern alle Altersgruppen adressiert. Die Plattform entwickelt sich damit weiter weg vom reinen Begleitangebot zum linearen Fernsehen hin zu einem eigenständigen digitalen Medienraum.

Kindercontent als Teil der Plattformstrategie

Der Content-Deal mit Studio 100 International ist mehr als eine Programmerzänzung. Er steht exemplarisch für eine strategische Verschiebung im Selbstverständnis von Joyn. Kinderunterhaltung wird nicht länger als Randsegment betrachtet, sondern als integraler Bestandteil der Plattform.

Mit dem massiven Ausbau des Kinderprogramms setzt Joyn ein Signal an den Markt: Kostenlose Streamingangebote können auch im hochwertigen Kindersegment konkurrenzfähig sein. Für den deutschen Streamingmarkt bedeutet das eine weitere Differenzierung – und für Familien eine neue Option in einem zunehmend unübersichtlichen Angebot.

Ob sich Joyn damit dauerhaft als feste Größe im Bereich Kindercontent etablieren kann, wird sich zeigen. Klar ist jedoch: Mit diesem Deal hat die Plattform einen Schritt gemacht, der ihre Rolle im Streamingmarkt neu definiert – und der das Kinderprogramm von Joyn auf eine völlig neue Ebene hebt.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.