Kölner Sommerbilanz
Rekordsommer in Köln: 34 Hitzetage und extreme Trockenheit

Symbolbild: KI-generiert. Hitze und Trockenheit prägten den Sommer 2026 in Köln. An der Wetterstation Köln/Bonn wurden 34 Hitzetage registriert.
Kölner Sommerbilanz

Symbolbild: KI-generiert. Hitze und Trockenheit prägten den Sommer 2026 in Köln. An der Wetterstation Köln/Bonn wurden 34 Hitzetage registriert.
Der Sommer 2026 war in Köln außergewöhnlich heiß und trocken. An der Wetterstation Köln/Bonn wurden 34 Hitzetage registriert, die mittlere Temperatur lag bei rund 20,6 Grad, und der Juli fiel so trocken aus wie kein anderer in der dortigen Messreihe. Die Bilanz zeigt zugleich, wie stark Köln vom heißen Sommer in Nordrhein-Westfalen abwich.
Köln, 3. September 2026.
Der Sommer 2026 hat in Köln mehrere Wettermarken verschoben. Zwischen Juni und August lag die mittlere Temperatur an der Station Köln/Bonn bei rund 20,5 bis 20,6 Grad. Damit übertraf der meteorologische Sommer die bislang besonders warmen Jahre 2018 und 2003.
Hinzu kam eine außergewöhnlich hohe Zahl heißer Tage. An der Station Köln/Bonn wurden 34 Tage mit mindestens 30 Grad registriert. An acht Tagen stieg die Temperatur auf mindestens 35 Grad. Der höchste Wert wurde am 27. Juni mit 38,0 Grad gemessen.
Wie t-online unter Berufung auf eine direkte Anfrage beim Deutschen Wetterdienst berichtet, erreichte der Sommer damit an der Station Köln/Bonn mehrere außergewöhnliche Messwerte.
Der Juni fiel besonders deutlich aus. Die Durchschnittstemperatur lag bei 20,3 Grad und damit rund 3,2 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Der Spitzenwert von 38,0 Grad übertraf zugleich den bisherigen Juni-Rekord der Station von 36,8 Grad aus dem Jahr 2002.
Der absolute Temperaturrekord für Köln wurde damit allerdings nicht gebrochen. Im Juli 2019 wurden in Köln-Stammheim 41,1 Grad gemessen, an der Station Köln/Bonn waren es damals 40,3 Grad. Der Sommer 2026 war deshalb nicht durch einen einzelnen Extremwert geprägt, sondern vor allem durch die ungewöhnliche Häufung sehr heißer Tage.
| Messgröße | Sommer 2026 | Einordnung |
|---|---|---|
| Mittlere Temperatur | rund 20,6 Grad | höchster Wert der herangezogenen Stationsreihe |
| Hitzetage ab 30 Grad | 34 | außergewöhnlich hohe Zahl |
| Niederschlag | 155,9 Millimeter | rund 61 Prozent des Mittels 1991–2020 |
| Sonnenschein | rund 730 Stunden | etwa 120 Stunden über dem langjährigen Mittel |
Nicht nur die Temperaturen machten den Sommer in Köln außergewöhnlich. Auch der Niederschlag blieb über längere Zeit deutlich unter dem langjährigen Niveau. An der Wetterstation Köln/Bonn fielen im Juli lediglich 6,1 Millimeter Regen.
Das entsprach nur etwa sieben Prozent der für den Monat üblichen Menge. Nach den ausgewerteten Stationsdaten war es der trockenste Juli der Messreihe. Der bisherige Tiefstwert lag bei 13,9 Millimetern und stammte aus dem Jahr 1983.
Auch über den gesamten meteorologischen Sommer blieb der Regen knapp. Zwischen Juni und August kamen insgesamt 155,9 Millimeter zusammen. Das entsprach rund 61 Prozent des Mittels der Referenzperiode 1991 bis 2020.
Besonders auffällig war die lange Phase mit kaum messbarem Niederschlag. Vom 21. Juni bis zum 15. August fielen nur gut acht Millimeter Regen. Erst später änderte sich das Bild kurzzeitig: Am 21. August wurden binnen 24 Stunden 45,1 Millimeter registriert. Ein erheblicher Teil des Augustregens fiel damit an einem einzigen Tag.
Die Folgen blieben nicht auf Messreihen beschränkt. Bereits Mitte Juni untersagte die Stadt Köln die Wasserentnahme aus allen 24 offen verlaufenden Fließgewässern. Nach Angaben der Stadt waren einzelne Bäche bereits trockengefallen oder führten nur noch sehr wenig Wasser.
Auch Feuerwehr und Rettungsdienst wurden während der Hitze stark belastet. Ende Juni meldete die Stadt an einem Tag insgesamt 1.136 Einsätze, davon 936 im Rettungsdienst. Üblicherweise liegt die Gesamtzahl demnach bei etwa 500 Einsätzen pro Tag.
Der Hitzesommer in Köln war zugleich ausgesprochen sonnig. An der Station Köln/Bonn wurden rund 730 Sonnenstunden registriert. Das waren etwa 120 Stunden mehr als im langjährigen Mittel.
Für einen neuen Sonnenscheinrekord reichte es dennoch nicht. Im Jahr 2022 waren an der Station noch mehr Sonnenstunden zusammengekommen. Die außergewöhnliche Sommerbilanz speist sich daher vor allem aus der hohen Durchschnittstemperatur, der Zahl der Hitzetage und der Trockenheit.
Auch Nordrhein-Westfalen insgesamt erlebte einen sehr warmen Sommer. Der Deutsche Wetterdienst ermittelte für das Land eine Durchschnittstemperatur von rund 19,5 Grad. Damit bewegte sich 2026 in der Nähe des bisherigen Rekordsommers von 2003.
Für Köln/Bonn lag der Wert mit rund 20,6 Grad noch einmal deutlich höher. Die Kölner Wetterbilanz fiel damit extremer aus als der ohnehin außergewöhnliche Landesdurchschnitt.
Deutschlandweit wurde der Sommer 2026 vom Deutschen Wetterdienst als zweitwärmster seit Beginn der entsprechenden Auswertungen eingeordnet. Das Temperaturmittel lag bei 19,6 Grad und damit knapp unter dem Wert von 19,7 Grad aus dem Jahr 2003.
Die Einordnung ist wichtig: Der Rekord an der Station Köln/Bonn ist kein neuer deutscher Temperaturrekord und auch kein Beleg dafür, dass überall in Nordrhein-Westfalen derselbe Höchstwert erreicht wurde. Die lokale Wetterbilanz muss von den Landes- und Bundeswerten getrennt betrachtet werden.
Die zentralen Werte stammen von der Wetterstation Köln/Bonn am Flughafen. Sie ist eine wichtige Referenz für die Region, liegt jedoch nicht im dicht bebauten Zentrum Kölns. Innerstädtische Messpunkte können wegen Bebauung, Versiegelung und lokaler Wärmeeffekte andere Temperaturen anzeigen.
Deshalb ist die Formulierung „Rekordsommer in Köln“ nur dann präzise, wenn klar bleibt, worauf sie sich bezieht: auf die ausgewertete Messreihe der Station Köln/Bonn und auf die dort registrierte mittlere Sommertemperatur.
Die Wetterbilanz 2026 bündelt mehrere Entwicklungen, die für Großstädte besonders relevant sind: hohe Durchschnittstemperaturen, zahlreiche Hitzetage, lange Trockenphasen und eine starke Belastung von Gewässern und Rettungsdiensten.
Der Deutsche Wetterdienst ordnet vergleichbare Sommer in den langfristigen Klimatrend ein und geht davon aus, dass solche Wetterlagen künftig häufiger auftreten können. Daraus folgt nicht, dass jeder kommende Sommer ähnlich heiß oder trocken verlaufen wird. Der Trend erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit extremer Hitzeperioden.
Köln reagiert darauf bereits mit Maßnahmen zur Klimaanpassung. Im Rahmen von „Cooling Cologne“ arbeitet die Stadt an Strategien gegen zunehmende Hitzebelastung. Eine DWD-Stadtklimasimulation geht für die Zukunft von 60 bis 70 Tagen mit Temperaturen über 25 Grad sowie von 20 bis 30 Tropennächten pro Jahr aus.
Der Sommer 2026 ist damit mehr als eine statistische Besonderheit. Er zeigt, wie eng Hitze, Trockenheit und die Belastung städtischer Infrastruktur zusammenhängen können – und warum die Debatte über Hitzeschutz und Klimaanpassung in Köln weiter an Bedeutung gewinnt.
Hinweise zu Fehlern, Ergänzungen oder wichtigen Aktualisierungen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.