Festnetz im Wandel
Telekom stellt 1,3 Millionen Telefonanschlüsse um: Was sich für Kunden bei Kosten und Technik ändert

Festnetz im Wandel

Die Deutsche Telekom stellt rund 1,3 Millionen ältere Telefonanschlüsse auf eine neue Technik um. Bis Ende 2028 soll die bisherige Plattform abgeschaltet werden. Für betroffene Haushalte können dadurch neue Tarife, zusätzliche Gerätekosten und technische Änderungen entstehen – besonders dort, wo bislang ausschließlich über das Festnetz telefoniert wird.
Bonn, 1. November 2026. Ein Telefonanschluss, der seit vielen Jahren zuverlässig funktioniert, muss nicht zwangsläufig unverändert bestehen bleiben. Die Deutsche Telekom modernisiert einen Teil ihrer Infrastruktur und nimmt dabei eine ältere technische Plattform außer Betrieb. Rund 1,3 Millionen klassische Telefonanschlüsse sind von dieser Umstellung betroffen. Für die Kunden stellt sich damit die Frage, wie sie künftig telefonieren können und welche Kosten auf sie zukommen.
Besonders relevant ist die Veränderung für Haushalte, die ihren Festnetzanschluss ausschließlich zum Telefonieren nutzen. Dazu gehören auch ältere Menschen, die weder einen Internetvertrag noch einen entsprechenden Router benötigen. Die Telekom-Umstellung richtet sich allerdings nicht gezielt an Rentner. Maßgeblich ist die verwendete Anschlusstechnik, nicht das Alter des Vertragsinhabers.
Nach Angaben der Deutschen Telekom soll die bisherige Plattform Ende 2028 abgeschaltet werden. Das Unternehmen hatte die geplante Umstellung bereits am 12. August 2026 vorgestellt. Betroffene Kunden sollen individuell informiert werden und können zwischen verschiedenen technischen Alternativen wählen.
Im Mittelpunkt stehen klassische Telefonanschlüsse, die noch über eine ältere technische Plattform betrieben werden. Diese Infrastruktur wird durch modernere Übertragungswege ersetzt. Telefongespräche können künftig beispielsweise über das Mobilfunknetz, einen DSL-Anschluss oder eine Glasfaserverbindung geführt werden.
Für Kunden bedeutet das nicht zwangsläufig den Abschied vom vertrauten Telefon. Wohl aber verändert sich die Technik dahinter. Wer bislang ausschließlich über die herkömmliche Telefonleitung erreichbar war, benötigt unter Umständen ein zusätzliches Gerät oder einen anderen Anschlussvertrag.
Die Telekom bietet dafür unter anderem eine Lösung über das LTE-Mobilfunknetz an. Sie richtet sich an Kunden, die weiterhin telefonieren möchten, ohne dafür einen klassischen Internetanschluss einzurichten.
Die Abschaltung der älteren Telefonplattform darf nicht mit dem langfristigen Ende des gesamten Kupfernetzes verwechselt werden. Beide Entwicklungen hängen mit der Modernisierung der Telekommunikationsinfrastruktur zusammen, betreffen jedoch unterschiedliche technische und vertragliche Voraussetzungen.
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass der Übergang von Kupferleitungen zu Glasfasernetzen schrittweise und regional erfolgt. Einen einheitlichen bundesweiten Abschalttermin für sämtliche DSL- und Kupferanschlüsse gibt es nicht.
Wer bereits über einen modernen DSL-Anschluss telefoniert, ist deshalb nicht automatisch von der angekündigten Abschaltung Ende 2028 betroffen. Entscheidend bleibt, ob der konkrete Anschluss noch über die ältere Plattform der Telekom betrieben wird.
Mit der technischen Umstellung stellt sich für viele Betroffene auch die Kostenfrage. Die Telekom hat für ihre funkbasierte Telefonlösung zwei Tarifvarianten vorgestellt. Beide ermöglichen die Nutzung eines Festnetztelefons über das LTE-Netz, unterscheiden sich jedoch beim monatlichen Grundpreis und den enthaltenen Gesprächsleistungen.
Der Tarif „Call Basic via Funk“ kostet nach den im August 2026 veröffentlichten Konditionen 22,95 Euro monatlich. Enthalten sind 120 Freiminuten. Für „Call Comfort via Funk“ nennt die Telekom einen monatlichen Grundpreis von 32,45 Euro. Dieser Tarif umfasst eine Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz.
Zusätzlich wird eine Telefonbox benötigt, die das vorhandene Telefon mit dem Mobilfunknetz verbindet. Kunden können das Gerät für 3,95 Euro monatlich mieten oder für einmalig 99,99 Euro kaufen.
| Telekom-Tarif | Monatlicher Grundpreis | Mit gemieteter Telefonbox |
|---|---|---|
| Call Basic via Funk | 22,95 Euro | 26,90 Euro |
| Call Comfort via Funk | 32,45 Euro | 36,40 Euro |
Die Beträge beruhen auf den veröffentlichten Telekom-Konditionen vom August 2026. Je nach Tarif können zusätzliche Gesprächskosten entstehen. Für die technische Umstellung selbst erhebt das Unternehmen nach eigenen Angaben keine separate Gebühr.
Eine automatische Verteuerung für sämtliche betroffenen Kunden lässt sich aus den neuen Angeboten nicht ableiten. Entscheidend ist der Vergleich mit dem bisherigen Vertrag. Gerade ältere Festnetztarife können andere Grundpreise und Gesprächskonditionen enthalten.
Wer nur gelegentlich telefoniert, benötigt möglicherweise ein anderes Tarifmodell als jemand, der täglich längere Gespräche führt. Neben dem monatlichen Grundpreis sollten deshalb auch die enthaltenen Freiminuten, mögliche Zusatzkosten und der Preis für die Telefonbox berücksichtigt werden.
Die Telekom-Umstellung kann die monatlichen Ausgaben verändern. Wie stark, lässt sich jedoch erst anhand des individuellen Vertrags und des gewählten Ersatzangebots beurteilen.
Für viele Haushalte ist weniger der Tarif entscheidend als die Frage, ob das gewohnte Telefon weiterhin funktioniert. Nach Angaben der Telekom können vorhandene Festnetztelefone in der Regel weiterverwendet werden. Bei der angebotenen Funklösung wird das Gerät an eine zusätzliche Telefonbox angeschlossen.
Diese stellt die Verbindung über das LTE-Mobilfunknetz her. Eine SIM-Karte müssen Kunden nicht selbst einsetzen. Auch die bisherige Festnetzrufnummer soll bei dieser Telekom-Lösung erhalten bleiben.
Den Einrichtungsaufwand beziffert das Unternehmen üblicherweise auf rund 15 Minuten. Ein Computer ist für die eigentliche Telefonnutzung nicht erforderlich. Allerdings muss die Telefonbox mit Strom versorgt werden und am Aufstellort eine geeignete Mobilfunkverbindung herstellen können.
Komplizierter kann die Umstellung werden, wenn über den bisherigen Anschluss weitere Geräte betrieben werden. Dazu gehören Hausnotrufsysteme, wie sie insbesondere pflegebedürftige oder alleinlebende Menschen verwenden, sowie bestimmte Alarmanlagen.
Die Telekom weist ausdrücklich darauf hin, dass die Kompatibilität solcher Einrichtungen vor dem Wechsel geprüft werden muss. Ein vorhandenes Telefon mag mit der neuen Box funktionieren; daraus folgt nicht, dass jedes angeschlossene Zusatzgerät ebenfalls problemlos weiterarbeitet.
Bei einem Hausnotruf ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Betroffene sollten vor der Umstellung den Anbieter des Notrufsystems kontaktieren und klären, ob die vorhandene Technik unterstützt wird. Auch die Funktionsfähigkeit bei einem Stromausfall muss berücksichtigt werden.
Die neue Telefonbox benötigt eine externe Stromversorgung. Fällt diese aus, kann ohne geeignete Absicherung auch die Telefonverbindung unterbrochen werden. Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen ist deshalb eine technische Prüfung erforderlich, bevor der bisherige Anschluss aufgegeben wird.
Die Telekom will betroffene Kunden individuell über die bevorstehende Änderung informieren. Nach den veröffentlichten Angaben sind bis zu drei Schreiben vorgesehen. Zunächst soll die Umstellung angekündigt werden, anschließend folgt eine Kündigungsmitteilung und gegebenenfalls eine Erinnerung.
Für die Betroffenen ist insbesondere das im Schreiben genannte Vertragsende wichtig. Die Abschaltung der bisherigen Plattform Ende 2028 bedeutet nicht, dass jeder einzelne Anschluss bis zu diesem Zeitpunkt unverändert weiterbetrieben wird.
Kommt keine Vereinbarung über eine technische Alternative zustande, kann der bestehende Anschluss zum mitgeteilten Termin enden. Kunden sollten entsprechende Mitteilungen deshalb sorgfältig lesen und rechtzeitig prüfen, welche Möglichkeiten ihnen angeboten werden.
Vor einer Entscheidung lohnt sich ein Blick auf den bisherigen Vertrag. Wie hoch ist der monatliche Grundpreis? Welche Gespräche sind enthalten? Wird das Telefon regelmäßig genutzt oder dient es hauptsächlich der Erreichbarkeit?
Ebenso wichtig sind die technischen Voraussetzungen. Bei einer Funklösung muss ausreichender LTE-Empfang vorhanden sein. Wer einen Hausnotruf oder eine Alarmanlage verwendet, sollte deren Funktionsfähigkeit mit dem jeweiligen Anbieter abstimmen.
Auch Angebote anderer Telekommunikationsunternehmen können in den Vergleich einbezogen werden. Dabei spielen neben den Kosten die Verfügbarkeit am Wohnort und die Möglichkeit der Rufnummernmitnahme eine Rolle.
Eine vorschnelle Entscheidung ist nicht erforderlich, solange der bisherige Anschluss vertragsgemäß weiterläuft. Umgekehrt sollten Kunden eine konkrete Kündigungsmitteilung nicht ignorieren. Maßgeblich sind die darin genannten Fristen.
Die geplante Abschaltung markiert das Ende einer älteren Telefonplattform, nicht das Ende des Festnetztelefonierens. Die Telekom schafft damit eine technische Grundlage ab, die bislang noch von rund 1,3 Millionen Anschlüssen genutzt wird. Für viele Kunden dürfte sich im Alltag wenig verändern, sofern das bisherige Telefon weiterverwendet werden kann und ein passender Ersatzanschluss verfügbar ist.
Die finanziellen und technischen Folgen fallen allerdings nicht für jeden Haushalt gleich aus. Während manche Kunden lediglich eine zusätzliche Telefonbox benötigen, müssen andere ihre bisherigen Tarifbedingungen neu bewerten oder die Kompatibilität angeschlossener Geräte klären.
Besondere Bedeutung hat die Umstellung für Menschen, die auf eine einfache und verlässliche telefonische Erreichbarkeit angewiesen sind. Entscheidend ist deshalb nicht, wie lange ein Anschluss bereits besteht oder wie alt sein Nutzer ist. Entscheidend sind die konkrete Technik, die angebotenen Vertragsbedingungen und der Zeitpunkt, zu dem die bisherige Verbindung endet.
Bis Ende 2028 soll die alte Plattform verschwinden. Für betroffene Kunden beginnt der eigentliche Handlungsbedarf jedoch mit der individuellen Mitteilung der Telekom. Wer die Vertragsbedingungen und die technische Ausstattung seines Haushalts rechtzeitig überprüft, kann den Wechsel vorbereiten und unnötige Kosten oder Unterbrechungen vermeiden.
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