Gewinn halbiert Mercedes Gewinn 2025 halbiert: Konzern meldet 50 Prozent Rückgang bei Konzernergebnis und Umsatz

12. Februar 2026 | 08:56 Uhr |

Stuttgart, 12. Februar 2026 – Die Bilanz liest sich wie ein Einschnitt. Mercedes-Benz, lange Zeit Inbegriff industrieller Stabilität und hoher Renditen, meldet einen massiven Gewinneinbruch. Der Mercedes Gewinn ist im Geschäftsjahr 2025 um nahezu 50 Prozent eingebrochen – eine Zäsur für den Konzern mit dem Stern.

Der Mercedes Gewinn hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nahezu halbiert. Nach offiziellen Angaben sank das Konzernergebnis von rund 10,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf etwa 5,3 Milliarden Euro. Damit beträgt der Rückgang rund 49 Prozent. Auch der Umsatz entwickelte sich rückläufig: Er fiel um etwa neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) brach sogar um 57 Prozent ein. Für einen Hersteller, der noch vor wenigen Jahren zweistellige Renditen erzielte, markieren diese Zahlen eine spürbare Verschiebung der Kräfteverhältnisse.

Der Einschnitt in Zahlen

Die nackten Kennziffern verdeutlichen die Dimension. Der Mercedes Gewinn ist nicht nur nominal gesunken, sondern auch im Verhältnis zum Umsatz deutlich geschrumpft. Während die Pkw-Sparte traditionell als Ertragsmotor galt, zeigen sich dort besonders deutliche Belastungen. Sinkende Absatzzahlen, veränderte Nachfrageprofile und geopolitische Einflüsse haben die Margen unter Druck gesetzt.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

  • Konzernergebnis 2025: rund 5,3 Milliarden Euro (Vorjahr: ca. 10,4 Milliarden Euro)
  • Umsatz: rund 132,2 Milliarden Euro (minus etwa 9 Prozent)
  • EBIT: Rückgang um rund 57 Prozent

Besonders auffällig: Bereits im dritten Quartal 2025 zeichnete sich die Entwicklung ab. Der Quartalsgewinn sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 31 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Euro, der Umsatz ging auf etwa 32,1 Milliarden Euro zurück. Der Mercedes Gewinn stand damit schon im Jahresverlauf erheblich unter Druck.

Belastungsfaktoren: Zölle, China, Kosten

Der Gewinneinbruch ist das Resultat mehrerer Faktoren, die sich gegenseitig verstärken. Zum einen wirken höhere US-Importzölle direkt auf die Kostenstruktur des Konzerns. Fahrzeuge, die in Europa produziert und in die Vereinigten Staaten exportiert werden, verteuern sich – ein Risiko für Absatz und Wettbewerbsfähigkeit. Die Handelspolitik ist damit zu einem entscheidenden Einflussfaktor geworden.

Zum anderen bleibt der chinesische Markt hinter den Erwartungen zurück. China ist für Mercedes-Benz einer der wichtigsten Absatzmärkte. Eine schwächere Nachfrage dort schlägt unmittelbar auf Umsatz und Gewinn durch. Der Mercedes Gewinn reagiert sensibel auf Schwankungen in diesem Markt, weil hochpreisige Modelle und margenstarke Varianten besonders gefragt waren – nun aber nicht mehr in gewohntem Umfang abgesetzt werden.

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China als Schlüsselmarkt

Die Bedeutung Chinas für den Konzern kann kaum überschätzt werden. Über Jahre hinweg trug der Markt maßgeblich zur Profitabilität bei. Sinkende Verkaufszahlen und intensiver Wettbewerb – insbesondere durch lokale Hersteller – verändern die Dynamik spürbar. Der Mercedes Gewinn verliert damit eine tragende Säule.

Hinzu kommen Aufwendungen für Effizienz- und Sparprogramme. Der Konzern hat umfangreiche Maßnahmen angekündigt, um die Kostenbasis zu senken. In der Pkw-Sparte sollen Einsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro realisiert werden. Solche Programme wirken jedoch kurzfristig belastend, weil Restrukturierungskosten und interne Anpassungen zunächst auf das Ergebnis drücken.

Halbjahreszahlen als Vorbote

Bereits im ersten Halbjahr 2025 war erkennbar, wohin die Reise geht. Das Konzernergebnis sank in diesem Zeitraum um rund 55,8 Prozent auf etwa 2,7 Milliarden Euro. Der Mercedes Gewinn stand schon damals unter massivem Druck. US-Importzölle, schwächerer Absatz sowie Einmaleffekte im Zusammenhang mit Effizienzmaßnahmen belasteten die Bilanz frühzeitig.

Die Entwicklung im zweiten Halbjahr bestätigte diesen Trend. Statt einer Stabilisierung setzte sich die rückläufige Ertragslage fort. Damit war klar: Es handelt sich nicht um einen kurzfristigen Ausreißer, sondern um eine strukturelle Belastung des Geschäftsmodells im aktuellen Marktumfeld.

Strukturelle Herausforderungen in der Automobilindustrie

Der Einbruch beim Mercedes Gewinn ist eingebettet in einen größeren Kontext. Die globale Automobilindustrie befindet sich im Umbruch. Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und der Wandel hin zur Elektromobilität verändern die Rahmenbedingungen tiefgreifend. Margen geraten unter Druck, Investitionen steigen, Absatzmärkte verschieben sich.

Wettbewerb und Transformation

Der Wettbewerb im Premiumsegment hat sich verschärft. Gleichzeitig erfordert die Transformation hin zu elektrifizierten Antrieben hohe Investitionen in Entwicklung, Produktion und Software. Diese Investitionen wirken sich zwar langfristig strategisch aus, belasten aber kurzfristig die Ertragslage. Der Mercedes Gewinn steht damit im Spannungsfeld zwischen Transformation und Renditeerwartung.

Auch andere deutsche Hersteller sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Der Rückgang ist also kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer branchenweiten Entwicklung. Dennoch trifft es Mercedes-Benz in einem Moment, in dem der Konzern sich strategisch neu ausrichtet und das Premiumversprechen weiter schärfen will.

Regionale Abhängigkeiten und geopolitische Risiken

Die USA und China zählen zu den wichtigsten Märkten für Mercedes-Benz. Beide Regionen sind derzeit mit Unsicherheiten behaftet. In den Vereinigten Staaten wirken Importzölle unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit. In China verändern wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Konsumverhalten die Nachfrage.

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Der Mercedes Gewinn hängt somit stark von externen Faktoren ab, die nur begrenzt steuerbar sind. Wechselkurse, Handelsabkommen, politische Entscheidungen – all das beeinflusst Absatz, Preisgestaltung und Kostenstruktur.

Die Rolle der Pkw-Sparte

Der Großteil des Umsatzes wird weiterhin im Pkw-Geschäft erzielt. Diese Sparte war in der Vergangenheit Garant für hohe Renditen. Nun zeigt sich, wie sensibel sie auf Marktschwankungen reagiert. Sinkende Stückzahlen und veränderte Modellmix-Strukturen drücken auf die operative Marge. Der Mercedes Gewinn verliert damit an Stabilität.

Kostenprogramme als Gegenstrategie

Um gegenzusteuern, setzt der Konzern auf Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Mehr als 3,5 Milliarden Euro sollen in der Pkw-Sparte eingespart werden. Ziel ist es, die Profitabilität wieder zu erhöhen und die Marge mittelfristig zu stabilisieren. Der Mercedes Gewinn soll dadurch perspektivisch gestärkt werden.

Solche Programme sind jedoch komplex. Sie betreffen Produktionsstrukturen, Verwaltung, Lieferketten und interne Prozesse. Kurzfristig belasten sie die Bilanz, langfristig sollen sie Spielräume schaffen. Ob diese Strategie aufgeht, wird sich in den kommenden Geschäftsjahren zeigen.

Kapitalmarkt und Signalwirkung

Ein Gewinneinbruch dieser Größenordnung bleibt am Kapitalmarkt nicht folgenlos. Der Mercedes Gewinn gilt Investoren als zentrale Kennzahl für die Bewertung des Konzerns. Eine Halbierung innerhalb eines Jahres verändert Erwartungen, Risikobewertungen und strategische Perspektiven.

Gleichzeitig betont die Unternehmensführung, dass die Entwicklung im Rahmen der Prognosen liege. Die Zahlen seien kein überraschender Schock, sondern Ausdruck eines schwierigen Umfelds. Dennoch ist die Signalwirkung deutlich: Selbst etablierte Premiumhersteller sind vor massiven Ergebnisschwankungen nicht gefeit.

Ein Jahr der Bewährung

Der drastische Rückgang beim Mercedes Gewinn markiert einen Einschnitt in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Jahrzehntelang stand der Konzern für verlässliche Erträge und hohe Renditen im Premiumsegment. Nun zeigt sich, wie stark globale Abhängigkeiten, politische Eingriffe und Marktveränderungen auf die Bilanz durchschlagen.

Der Stern über Stuttgart leuchtet weiterhin – doch die Strahlkraft ist gedämpft. Der Mercedes Gewinn ist 2025 um rund 50 Prozent eingebrochen. In Zahlen ist das eine klare Zäsur. In der strategischen Dimension ist es eine Bewährungsprobe. Wie schnell sich Profitabilität und Wachstum stabilisieren lassen, hängt von Märkten, Politik und interner Transformation gleichermaßen ab. Für den Moment bleibt vor allem eines: ein deutliches Signal, dass selbst Ikonen der deutschen Industrie in bewegten Zeiten neu um ihre Ertragskraft ringen müssen.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.